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Alt 04.08.03, 20:19   #9
Sammy
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Hier ein eher unschöner Artikel zur Allianz Arena aus dem Münchener Merkur:
Nur wenige Münchner Unternehmen bauen am Fröttmaninger Stadion mit
VON MATTHIAS KRISTLBAUER Neun Monate nach dem Baustart für die Allianz Arena mehren sich Befürchtungen, dass die hiesige Wirtschaft von dem 285 Millionen Euro schweren Projekt weniger profitieren könnte als versprochen. Nachdem in einer ersten Ausschreibungsrunde diverse nichtbayerische Unternehmen den Zuschlag des Generalunternehmers "Alpine" erhalten hatten, kündigten Handwerkskammer und Bauinnung nun an, genau darauf zu achten, dass ab sofort mehr heimische und mittelständische Firmen zum Zuge kommen.

Die Hoffnungen, die das Handwerk und die Baubranche in das Vorzeigeprojekt am nördlichen Stadtrand setzten, waren groß. Von einem "erstklassigen Konjunkturprogramm", "einem Schub für die heimische Wirtschaft" und einer Sicherung der Arbeitsplätze schwärmten die Laudatoren noch bei der Grundsteinlegung des Fröttmaninger Betonkolosses. Doch mittlerweile geht in der Branche die Befürchtung um, die vollmundigen Versprechungen könnten verfrüht gewesen sein.

Man sei über die Entwicklung "nicht sehr glücklich", meint Nikolaus Orlop, Geschäftsführer der Bauinnung München. Denn bisher hätten Unternehmen der Vereinigung schlechte Karten gehabt. Zu groß seien die Vergabeeinheiten gewesen. "Sich zu bewerben, hatte für viele kleinere Unternehmen keinen Sinn", sagt Orlop. Ein Stadtrat räumt ein: "Die erwarteten Großdimensionen an Aufträgen für Münchner Unternehmen gibt es wohl nicht."

Die Anforderungen an die Bewerber sind groß. Der Zeit- und Preisdruck, der auf dem Fußballstadion lastet, ist immens. 2005 soll die Arena fertig sein, und Geld im Überfluss haben selbst der FC Bayern und erst recht der TSV 1860 nicht. Wer ist schnell? Wer ist billig? So lauten deshalb die entscheidenden Fragen.

Rund 20 Aufträge für den Ausbau des Stadions sind bisher vergeben. Die Hälfte der ausführenden Unternehmen kommt aus dem oberbayerischen Raum. "Der Impuls für die hiesige Wirtschaft scheint sich zu erfüllen", glaubt deshalb Wirtschaftreferent Reinhard Wieczorek (SPD).

Mancher Handwerker sieht das anders. Erst kürzlich bei der Vergabe von Heizungs- und Sanitäranlagen an eine österreichische Firma aus Linz gab es wieder Ärger. "Der Konkurrent aus Niederbayern war wohl etwas enttäuscht", vermutet Kurt Zwolinski, Geschäftsführer der Alpine-Bau. Die Entscheidung, wer den Zuschlag bekomme sei eben "ein paar mal sehr knapp" ausgefallen.

Eine Schlüssel-Rolle, wer auf die Prestige-Baustelle darf, spielt die Stadion GmbH, in der Bayern-Vize Fritz Scherer und Karl-Heinz Wildmoser junior das Zepter führen. Schließlich, so heißt es, seien die Vereine auch auf der Suche nach Sponsoren. Logen seien ebenfalls noch keine verkauft. 100 000 bis 200 000 Euro sollen die Edelplätze pro Jahr kosten. Die Verträge laufen über fünf Jahre. "Den Zuschlag bekommt immer der Preisgünstigste", beteuert indes Alpine-Chef Zwolinski.

Erst kürzlich traf sich der mit dem Präsidenten der Handwerkskammer, Heinrich Traublinger, zur Aussprache. "Wir werden mit Argusaugen darauf achten, dass der Mittelstand bedacht wird", resümierte Traublinger. Denkbar sei, dass sich kleinere Unternehmen in Bietergemeinschaften zusammentäten, um Chancen zu haben. Auch Bauinnungsgeschäftsführer Orlop kündigt an: "Ich werde darauf drängen, dass Münchner Firmen zur Ausschreinung eingeladen werden." Ob sie dann den Zuschlag bekämen, sei aber eine andere Sache.

mm
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