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Alt 22.09.12, 08:55   #193
Bau-Lcfr
Diamant-Mitglied

 
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Bau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes AnsehenBau-Lcfr genießt höchstes Ansehen
... da wir ja selber Scheichs sind und im Geld schwimmen...

^ Gestern sah ich einen WDR-Infobeitrag dazu - ein Offizieller meinte, die Verhandlungen hätten acht Jahre gedauert. Seiner ganzen Berufserfahrung nach ist das Projekt gescheitert, wenn in maximal drei Jahren nichts daraus wird. Im Beitrag hieß es, ein privater Investor für die Hochschule sei ebenfalls nicht in Sicht. Der ganze Zollverein-Spaß hat uns Steuerzahler laut Beitrag bisher eine Viertelmilliarde EUR gekostet.

Das Ding steht im hässlichen nördlichen Ruhrgebiet, wo mangels Attraktivität ganze Stadtteile abgerissen werden. Die Verkehrsanbindung ist schlecht - den ÖV vertritt nur die langsam zwischen Essen und Gelsenkirchen tuckernde Straßenbahn. Im Prinzip die letzte Gegend, wo ein Investor mit Bürobau hingehen möchte. Mir ist ein Rätsel, wie die Politiker im Stil der Pharaonen oder absolutistischer Herrscher auf die Idee gekommen sind, dort eine neue City entstehen zu lassen. Der Weltkulturerbe-Titel wird derart inflationär vergeben, dass fast jede größere Stadt was davon hat - wie konnte man an magisch-anziehende Wirkung glauben? Ich kenne Städte mit peripher stehenden Weltkulturerbe-Objekten wie Lissabon oder Breslau - bei den Standort-Überlegungen der Investoren spielt die Nähe zu Welterbe-Dingen nicht die geringste Rolle. Eine Büroimmobilien-Anzeige, in der mit der Nähe zum einen davon geworben wäre, habe ich noch nie gesehen.

Die Region wäre vielleicht besser dran, hätte man wie hier die Zeche gesprengt und einen Park angelegt (wenn man nicht einfach bloß stehenlassen kann, wie ich es kostensparend getan hätte) - es hätte weit weniger als eine Viertelmilliarde gekostet.

Der WAZ-Artikel vom 20. September zum Thema zitiert einen Unternehmensberater, nach dem das Land NRW zahlreiche Projektverzögerungen verursachte. Da im Vertrag feste Fertigstellung-Termine und Vertragsstrafen für Verzögerungen standen, sei das Risiko für den Scheich zu groß geworden.
Das Land überlegt Schadensersatzforderungen, die jedoch wenig Aussichtschancen haben, da die Firma des Scheichs auf Malta registriert ist und kaum Haftungskapital hat.
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