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Alt 21.05.13, 21:53   #131
chief
Silbernes Mitglied

 
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chief könnte bald berühmt werden
Siehst du gar keine Chance mehr den Hortentunnel einer anderen Nutzung zu zuführen? Denke auch dass sich mehr Kultur entwickeln würde, wenn es eine stärkere Durchmischung gibt. Fraglich ist nur inwieweit das Zentrenkonzept aufgeweicht werden würde? Weil sich das Zentrum durch die Zurückdrängung des Handels ja unweigerlich verschieben würde?

Ansonsten zur Zukunft Braunschweigs:

"Mit einem Gutachten des Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnungsforschung, GEWOS, will die städtische Bauverwaltung einen Impuls für einen verstärkten Wohnungsbau setzen.

„Verlässliche Daten für die Baulandentwicklung sind ein wichtiger Baustein für die Stadtentwicklung“, sagte Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Die Stadt habe deshalb die Nibelungen Wohnbau GmbH mit einer Analyse des Wohnungsbedarfs mit Unterstützung des Hamburger Forschungsinstituts beauftragt.

„Der Wohnungsmarkt ist erkennbar angespannt, insbesondere bei größeren Wohnungen und in puncto Bezahlbarkeit,“ fuhr der Stadtbaurat fort. Mit dem Abiturdoppeljahrgang drängten zudem mehr Studenten auf den Wohnungsmarkt und fragten vor allem mehr kleinere Wohnungen nach.

Leuer: „Vor diesem Hintergrund wollten wir es genauer wissen, denn diesem Bedarf wollen wir gerecht werden. Tatsächlich habe die GEWOS-Studie bestätigt hat, dass Braunschweig gute Chancen hat, bis 2020 weiter zu wachsen – allerdings nur dann, wenn der Wohnungsbau in den kommenden Jahren forciert wird.“

„Mit der Studie erhält auch die Nibelungen Wohnbau eine aktuelle Datenbasis für ihre Investitionsentscheidungen“, ergänzte Maren Sommer, Geschäfts¬führerin der städtischen Gesellschaft. „Der prognostizierte Bedarf an Wohnungen bestätigt unser Engagement in dem neuen Geschäftsfeld, in dem wir uns auch wieder im Wohnungsneubau engagieren wollen.“

Laut GEWOS-Studie steige die Zahl der Menschen, die in Braunschweig eine Wohnung (als Haupt- oder Nebenwohnsitz) nachfragen, bis 2020 auf 259.350 (nicht zu verwechseln mit der Einwohnerzahl!) an, führte Sommer aus. Der Grund: Der erwartete Bevölkerungszuwachs und der demografische Wandel, sorgten für einen Anstieg der „wohnungsmarktrelevanten Bevölkerung“ um 1,9 Prozent und einen Anstieg der Haushalte um sogar 2,4 Prozent oder 3.100 Haushalte - was den Trend zu kleineren Haushalten widerspiegelt, denn die über 60-jährigen leben ganz überwiegend in Ein- oder Zweipersonen¬haushalten. Beide Faktoren würden um 2020 einen Höchststand von 136.350 Haushalten (jetzt: 133.240) erreichen, die ein ausreichendes Angebot an zeitgemäßen Wohnungen erwarteten. Bis 2025 dürfte sich die Nachfragesituation wieder etwas entspannen, weil die Zahl der Haushalte trotz andauernder Wanderungsgewinne nicht mehr ansteigt.

„Dies bedeutet, dass wir in den kommenden acht bis zehn Jahren einer verstärkten Nachfrage nach Wohnungen entgegen sehen werden.“, sagte Sommer. Von dem neuen Wohnungsbedarf würden in erster Linie Geschosswohnungen benötigt, nachrangig Einfamilienhäuser.

Um den Wohnungssuchenden eine entspannte Ver¬sorgung mit Wohnraum gewährleisten zu können, wären nach Meinung der Gutachter zusätzlich zu den 3.100 noch weitere rund 1.300 Wohneinheiten erforderlich. Damit könnte die so genannte Fluktuationsreserve ebenfalls abgedeckt werden, die heute nicht mehr in vollem Umfang gegeben ist. Sie würde damit von ein auf zwei Prozent erhöht werden.

„Bei der Fluktuationsreserve handelt es sich um Wohnungen, die dem Wohnungsmarkt vorübergehend nicht zur Verfügung stehen, damit beispielsweise Umzüge und Renovierungsmaßnahmen durchgeführt werden können“, erläuterte Sommer.

„Wenn wir die Wachstumspotenziale der Stadt vollständig ausschöpfen wollen, müssen vorhandene Flächen zügig bebaut werden. Handlungsdruck besteht besonders in den nächsten fünf Jahren“, betonte Stadtbaurat Leuer. Flächen, die danach Baureife erlangen würden, könnten wegen der erheblichen Zeit, die für Planung, Bau und Vermarktung vergehe, kaum vor 2020 auf dem Wohnungsmarkt für Entspannung sorgen. „Für eine rasche Entwicklung hat die Stadt die Rahmenbedingungen bereits gesetzt und die Nibelungen Wohnbau GmbH wird einen großen Teil davon ausfüllen“, hob der Stadtbaurat hervor. Das städtische Wohnungsbauunternehmen werde beispiels¬weise nach dem Abriss der alten Wilhelm-Bracke-Gesamtschule auf dem frei werdenden Grundstück umgehend 200 neue Wohnungen schaffen. „Die für Braun¬schweig aufgezeigten Wachstumschancen kann die Nibelungen allerdings nicht allein ausschöpfen.“

„Mit der Veröffentlichung der Ergebnisse der Prognose wollen wir aber auch anderen Marktteilnehmern ein Signal geben, jetzt optimistisch in die Zukunft zu schauen und mutig Investitionsentscheidungen zu treffen“, hob Leuer hervor, denn: „Sollten zur rechten Zeit nicht genügend Wohnungen auf dem Markt sein, kann Braunschweig das Zuzugspotenzial nicht voll ausschöpfen, denn das Baufertigstellungsvolumen hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bevölkerungsentwicklung.

„Braunschweig ist eine Stadt von großer Anziehungskraft und in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Damit dieser Trend ungebremst fortgesetzt werden kann, sollten auch andere Wohnungsbaugesellschaften, private Investoren und Privatleute geplante Investitionen nicht länger aufschieben, denn es zeichnen sich bereits Engpässe auf dem Wohnungsmarkt ab“, meint auch der für Stadtentwicklung zuständige Dezernent Ulrich Stegemann. Ein Indiz sei, dass Kaufpreise und Mieten in den vergangenen Jahren aufgrund der gestiegenen Nachfrage und der Entwicklung auf dem Kapitalmarkt stärker gestiegen seien.

Ein weiterer Indiz für diesen Trend ist die sogenannte Wanderungsbilanz der letzten Jahre: Mit 4.632 Zuzügen aus der Region wurde im Jahr 2012 das beste Ergebnis seit 1988 erzielt. Gleiches gilt für die überregionale Wanderungsbilanz. Mit insgesamt 9.294 Zuzügen von außerhalb der Region in die Stadt Braunschweig wurde im Jahr 2012 das gute Vorjahresergebnis (9.235 Zuzüge) wiederholt (+ 0,6 %). Im Saldo (Zuzüge abzüglich Fortzüge) fällt die überregionale Wanderungsbilanz von + 1.967 Personen im Jahr 2012 nochmals positiver aus als das Ergebnis aus dem Vorjahr (+1.714). Ulrich Stegemann weiter: „Diese Spitzenwerte hat Braunschweig letztmalig 1990 erreicht. Das macht mehr als deutlich, wie attraktiv Braunschweig für Zuzüge ist.“

Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer betonte: „Wir sind gut aufgestellt, der Nachfrage bis 2020 gerecht zu werden. Derzeit sind Bebauungspläne für rund 2.000 Wohneinheiten im Verfahren. Es handelt sich dabei z. T. um städtische Baugebiete, z. T. um Baugebiete privater Investoren. Bereits im nächsten Jahr beabsichtigt die Stadtverwaltung, Baugebiete in Bevenrode, Lamme und Leiferde zu erschließen, sofern die Ratsgremien den Planungen zustimmen. Außerdem setzt die Stadt wie bereits umfassend berichtet einen Schwerpunkt in der Entwicklung eines neuen Wohnviertels mit rund 1.000 Wohneinheiten im nördlichen Ringgebiet und wird weiter die Innenentwicklung Braunschweigs fördern.“ Braunschweig habe darüber hinaus weitere Potentiale für die Entwicklung von Baugebieten, auf die sich die weiteren Planungen konzentrieren werden. "

Soll hier auch auf die möglichen Wachstumschancen und den wie hier bereits in vielen Threads mehrfach dargestellten verstärkten Wohnungsbau hingewiesen werden.

Quelle: http://www.braunschweig.de/politik_v...ibelungen.html
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