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Alt 17.07.18, 23:55   #582
Elli Kny
Diamant-Mitglied

 
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Elli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz sein
nochmal zum Vorgang am:
Erich-Zeigner-Berufschulneubau und zur Fassadenkritik Tieckstrasse
zuletzt #502 (mit Visu) ff und #518 ff

Im Zuge erwünschter Qualitätssicherung auch architektonisch-städtebaulicher Belange angesichts meist allzu standardisierter und gesichtsloser Bauten der öffentlichen Hand, sowie einhergehend der Erwartung dass wenigstens im kommunal selbstbestimmten Bereich solcherlei Verfehlungen ausbleiben mögen, bleibt dem geneigten Stadtbürger meist nur ein Blick in die ohnehin beschränkte Informationsgabe der Sitzungsniederschriften (Protokolle).

Dabei sind alle Fachausschußsitzungen vom öffentl. Protokollwesen ausgeschlossen (zB Bauausschuß) - schonmal ein fragwürdiger Aspekt und leider Türöffner für verdeckte Hinterzimmergaukelei. Immerhin bieten die Ortsbeiräte sowie der Stadtrat Einsicht in deren Niederschriften, wobei der gemeine Bürger fein die 6 Wochen Arbeitszeit bis Onlinestellung abzuwarten hat.

Wie berichtet, traf eine schäbige Visualisierungs-Vorlage nicht nur auf tieckseitige Gründerzeitpracht, sondern mal endlich auch auf gehörig Naserümpfen selbst bei manch politischem Hohepriester des konfliktscheuen 'Pragmatismus'.

So besagt die Niederschrift der Ortsbeiratssitzung Neustadt vom 13.11.2017 unter TOP 2.2: Ratsinfo Direktlink Siehe dort Seite 8:
Zitat:
Fragen zur Fassadengestaltung
Herr Fücker (Schulverwaltungsamt) äußert, dass zur Fassadengestaltung ein intensiver Abstimmungsprozess mit dem Stadtplanungsamt stattgefunden habe. Themen waren unter anderem die Anbindung an die Bestandsgebäude sowie die farbliche Gestaltung der Fassade. Herr Markgraf erläutert zur Einrückung der Fassade, dass dies aus städtebaulichen Gründen notwendig sei.
Seitens der Ortspolitiker wurde keine Einwand bereffs dieser Fassade zu Protokoll gebracht, man lese die anderweitigen Diskussionspunkte dort, aber die Äußerung des Schulamtlers ging womöglich auf einen Erläuterungswunsch aus den Reihen der Politiker zurück.

Aus dieser Protokollnotiz wird bereits das Grundübel klar: das Stadtplanungsamt als korrigierbefähigte Zuständigkeit für Architektur und Städtebau konnte oder wollte trotz "intensiven Abstimmungsprozesses" keine gestalterische Besserung erzielen. Dabei ist es gerade deren Aufgabe, beim Baugenehmigungsverfahren darauf bestmöglich hinzuwirken, auch da es anderen nicht möglich ist. Natürlich wird seitens des Schul- oder auch des maßgeblichen Hochbauamtes wiederholt mit Zeit- und Sachzwängen gedroht worden sein, vielmehr zeigt es aber, daß die Ämterzusammenarbeit wohl nicht funktioniert - bzw. nur mittels Unterwerfung unter "Zwänge" inklusive Kassierung berechtigter Kritiken der Stadtplaner. Diese Detailtiefe geht natürlich aus den Niederschriften nicht hervor. Letztlich geht dies aber zulasten der auch hier zuständigen SPA-Chefin Innenstadt (Fr. Heckmann), selbst wenn sie ihrer Sachbearbeiterin recht freies Geleit gegeben haben mag (Fr. Gloger / Fr. Rauh). Es ist doch ein blankes Armutszeugnis, bzw. Zeugnis völlig abstruser Verwaltungspraktiken, wenn nach langem Ringen nur ein solches Nichts vorgelegt werden kann.
Ich verweise gern nochmal auf Arweds damaligen Hinweis #519, dass für die bauliche Seite doch das Hochbauamt federführend auftritt, und weniger das Schulverwaltungsamt. Insofern bleibt es Tradition, stets die unmaßgeblichen Amtsleute in die öffentl. Sitzungen zu schicken und die Entscheider glänzen mit Abwesenheit.

Zu prüfen wäre auch noch die Niederschrift des federführenden Schul- und Kita-Ausschusses. Ach so, bei Fachausschüssen geht den Bürger ja nichts an.

Folglich kam es auf den die Maßnahme beschließenden Stadtrat am 14.12.2017 an.
Direktlink Niederschrift - siehe dort TOP 10, Seite 51:
Beschluß mit einer Änderung zur Fassade, Abstimmung: 46 Ja - 0 - 0.
Zitat:
4. Die Fassade des Neubaus in Richtung Tieckstraße wird wie in der Vorlage dargestellt nicht abgenommen und ist zu überarbeiten. Mit Rücksicht auf die Bebauung der Tieckstraße im Bestand ist die Fassade in mindestens drei Abschnitte zu gliedern. Die glatten Fassadenflächen sind aufzulockern. Das Farbkonzept der Fassade ist an warmen mit der Bestandsbebauung gegenüber harmonierenden Farben zu orientieren. Die Ergebnisse sind im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften vorzustellen.
Was nun einer der nächsten Bauausschußsitzungen vorgelegt wurde, blieb bisher unbekannt - wenn, dann wohl in nichtöffentlichem Sitzungsteil.
Sowohl die geneigte Bürgerschaft als auch etwaige Presseanfragen dürften im stockfinsteren Dunkel tappen.

Zwei Dinge sollten sich also ändern:

a) Hochbauamt/Schulverwaltung und Stadtplanung müssen ihre Verantwortung beim Öffentlichen Bau besser wahrnehmen und die Einwirkmöglichkeiten für architekt.-städtebaul. Mehrwert nutzen und mittragen, was auch mögliche Verzögerungen toleriert. Stadt und Stadtbild wird es danken.
b) wenigstens Politik + Presse sollten Möglichkeit haben, an (frühe) Verfahrens- und inhaltliche Informationen zu kommen, da es sich um steuerfinanziertes Bauen von hohem öffentlichen Interesse handelt und dies ja dann wohl das Mindeste ist. Noch geeigneter wäre eine verwaltungsseitige eigene Transparenz und Informationsgabe zu anstehenden öffentlichen Bauten. Die Infos liegen im Amt stets vor - es wäre kein Mehraufwand. Gar keine Info-Teilhabe, sowie nur Minimalmaß an politischer Beteiligung, ist der antiquierte verfehlte Weg, der uns schon allerlei angeblich alternativlose und sachzwingende Ortsverschönerungen eingebrockt hat.

Da es sich um ämterübergreifende Korrektur diesbezüglicher Abläufe handelt, ist es ein vorübergehendes Arbeitsfeld für den Oberbürgermeister und seine Verwaltungsspitzen, sofern ihnen am Gedeihen ihrer 'Kulturhauptstadt' ernsthaft gelegen ist.

Unsere liebe Lokalpresse sollte mal nachfragen, was da nun an Fassade kommen wird. Es fand bereits der Baubeginn statt und es ist ein Öffentlicher Bau aus Steuermitteln.
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