Leipzig: The Post - Revitalisierung ehemalige Hauptpost


  • (...) Auch die Nutzung mit über 450 Studentenappartements an solch prominenter Stelle wäre unter normalen Umständen wohl nie von der Stadt genehmigt worden. (...)


    Du scheinst dich da ja auszukennen, wie kommst du zu dieser Vermutung? Und wie sollte man das Begründen? Ich meine was sollte die Stadt daran für ein Interesse haben?


    Die Wirtschaftlichkeit kann der Stadt ja erstmal egal sein, sie ist ja nicht der Betreiber.

  • Die Stadt hat sich in Bezug auf die Stadtentwicklung zu kümmern um Baukultur, städtebauliche Qualität und deren Sozialverträglichkeit. Die geplante Umnutzung der ehemaligen Hauptpost in ein Mega-Studentenwohnheim an dieser prominenten Stelle, vis-a-vis zu Oper und Gewandhaus ist m.E. nicht standortverträglich. Es scheint ein Schnellschuss zu sein, aus der Not geboren, nachdem das ursprüngliche Nutzungskonzept, ein Wissenschaftscampus vorerst gescheitert ist.


    Das Projekt wird aber den öffentlichen Raum am Augustusplatz sehr sehr langfristig prägen, ein Schnellschuss ist da gar nicht nötig und m.E. auch nicht sinnvoll. Dass der Baubeginn unbedingt im Sommer 2015 sein soll, kann wohl nur im Interesse der KSW sein.


    Was mich darüber hinaus irritiert ist die Tatsache, dass noch im öffentlichen Streitgespräch in der alten Nikolaischule am 25.9.2014 behauptet wurde, dass die Altbausubstanz erhalten bleibt. Die Nutzungsänderungen im Hauptgebäude wurden da gar nicht thematisiert, ebenso wie die geplanten Loggien bzw. Raucherbalkone an der Hauptfassade. Dabei müssen diese Änderungen bereits bekannt gewesen sein, anders ist jedenfalls eine so gravierende Projektänderung innerhalb von 3 Monaten, einschl. erfolgter Bauplanung, mit mündlicher erteilter Genehmigung durch die Behörden nicht vorstellbar.

  • Unter dem Titel Denkmalschützer protestieren erneut gegen den Umbau der alten Hauptpost in Leipzig schildert die LVZ den erneuten Protest mehrerer Denkmalschutzorganisationen gegen den Umbau der ehemaligen Hauptpost. In einem offenen Brief an Innenminister Ulbig (als hätte der im Moment keine anderen Probleme) wehren sie sich gegen die Pläne des Investors, das unter Denkmalschutz stehende Gebäude weitestgehend abzureißen und neu wieder aufzubauen. Dadurch würde die Hauptpost entstellt und die Geschichte sowie die Baukunst der Ostmoderne ignoriert.


    Wenn ihr mich fragt: Lange macht die KSW das nicht mehr mit. Umbau und Sanierung drohen auch im dritten Anlauf zu scheitern.

  • Mir ist bekannt, dass die Strapazierfähigkeit des Bauträgers nicht ewig auszureizen ist. Man wird sich auf die letzten "Abstimmungen" mit dem Denkmalbehörde in Leipzig stützen. Falls es abermals eine Veränderung geben muss welche sich auch wieder stärker auf die Planungen auswirken, wird sich die KSW zurückziehen. Das ist definitiv!


    Die deutsche Eigenschaft des Kritisieren, aber nicht der Alternative wirkt hier nochmal besonders gut. Anstatt den Kompromiss des Erhalts des Gebäudes anzuerkennen, geht es um Kleinigkeiten welche die Rettung komplett in Frage stellen könnten. Wenn sich dann in 15 Jahren ein Bauherr finden sollte, kann man sicher die Abrissgenehmigung erteilen. Lange hält das Gebäude nicht mehr durch.

  • Ich finde den Kompromiss-Entwurf schlimmer als den Ersten und kann mich nur deswegen mit den Denkmalschützern nur anschließen. Die Gebäude im Grimmaschensteinweg gehen bedauerlicherweise verloren, die Front zum Augustusplatz bekommt diese geöffneten Fenster/Balkone, was m.E. gar nicht geht. Der erste Entwurf hätte umgesetzt werden sollen.


    Dass die Denkmalschützer schon wieder auf der Matte stehen ist natürlich problematisch, wenn man die Situation des Investors bedenkt. Vielleicht gelingt ja nochmal ein Dialog, wo man in einem gemeinsamen Prozess störende Pukte nochmal überarbeitet oder prüft ob deren Realisierung für die KSW überhaupt möglich sind. Gleichzeitig legt man aber auch fest, dass danach nicht mehr daran gerüttelt wird, damit man für der Investor eine Absicherung hat.

  • Ich finde den Kompromiss-Entwurf schlimmer als den Ersten.........die Front zum Augustusplatz bekommt diese geöffneten Fenster/Balkone, was m.E. gar nicht geht.


    das sehe ich genauso.


    Und der Einwand der Befürworter, um das Gebäude erhalten zu können, seien Kompromisse nötig, ist m.E. auch nicht stichhaltig. Schon jetzt soll doch alles abgerissen werden....
    Die Alu-Fassade wird man auch in 15 Jahren wieder anbringen können, aber diese verkorkste Nutzung mit den Studi-Appartements wird man nie wieder los.

  • ^^ der Kompromiss-Entwurf wurde aber auf Druck der Denkmalbehörden in Leipzig erbracht. Ansonsten wäre man seitens des Investors beim ersten Entwurf geblieben und würde sicherlich schon Handwerker im Hause haben. Weiter oben im Thread liest sich ja auch das Unverständnis über die "Win-Win-Situation".


    Was die "verkorkste Nutzung" des Gebäudes als Studenten-Apartments angeht, finde ich es auch nicht optimal. Aber erstens kann man sich bei einem so großen und schlecht zu entwickelnden Objekt nicht jeden Investor heraussuchen, und zweitens sind Studenten heute nicht mehr die der '68 Bewegung. Wo ein Nachteil mit dem Abriss des Gebäudes auf dem Grimmaischen Steinweg bestehen soll, erklärt sich meines Erachtens nicht. Ich finde den Entwurf des Neubaus von Fuchshuber erheblich besser!

  • Ich finde den Entwurf eigentlich vollkommen i.O.


    Was ich nicht verstehe, ist der komplette Abriss des Gebäudes im Grimmaischen Steinweg sowie der auch nicht zu verachtende Abriss im Hauptgebäude. Ich denke, dass Denkmalschutz ein wenig mehr ist, als einen Großteil des Gebäudekomplexes abzureißen, auch wenn man das z.B. am Augustusplatz von außen gar nicht sehen wird.

  • Hier noch einmal ein Blick in die architektonisch wertvolle Sonderschalterhalle mit den markanten Lichteinlässen.

    Foto: Dave_LE



    Denkmalschutz, Leipzig, 2015. Bemerkenswert, wieviel man in wenigen Monaten in Zerstörung investieren kann...


    Ich kann mich auch nicht an den Gedanken erwärmen, dass auf den Balkonen zum größten Platz der Stadt hin künftig rauchende Studenten stehen und Party machen.


    Die jetzige Planänderung der KSW ist aus der Not geboren.


    Möglicherweise ist man darauf gekommen, weil es an vielen Stellen bereits so aussieht als ob dort Studenten wohnen würden...







    Wer sich ein eigenes Bild vom Zustand dieses Architekturdenkmals machen will, sollte vielleicht die Gelegenheit nutzen und selbst mal dort vorbeischauen. Zur Zeit kommt man problemlos rein (und auch wieder raus :D ).

  • Heute habe ich auf dem Gelände der Alten Hauptpost Vermessungen beobachten können, sowie das Auffahren von schwerem Gerät...
    Bilder konnte ich leider keine machen. Ob das schon Probebohrungen und Vermessungen für den Post-Umbau sind?
    Es ist ja in den vergangenen Monaten sehr still um das Projekt geworden.

  • ^ Am 1. Oktober soll es losgehen, wie die IZ im April in Bezug auf KSW-Chef Jörg Zochert schrieb. Vorher soll das Objekt für 100 Mio Euro verkauft werden. Man sei zuversichtlich, die Verträge bis dahin unterschrieben zu haben.


    Ich bin weiterhin der Meinung, dass die Aufrechterhaltung des Denkmalschutzes hier dem Projekt nicht dienlich ist. Wenn ohnehin erst einmal alles abgerissen wird, dann kann man sich auch den Denkmalschutz sparen. Und zigfach Studentenbuden zum Augustusplatz hin, die es nicht gäbe, wenn nicht Denkmalschutz bestünde und die alte Fassade wieder angebracht werden würde, kann es ja auch nicht sein.

  • Ich bin weiterhin der Meinung, dass die Aufrechterhaltung des Denkmalschutzes hier dem Projekt nicht dienlich ist. Wenn ohnehin erst einmal alles abgerissen wirddann kann man sich auch den Denkmalschutz sparen


    Ich bin mittlerweile auch für den ersten Entwurf, der einfach moderner und eleganter aussieht.


    Allerdings wird die Hauptpost nicht abgerissen, wie die LVZ mal schrieb.

  • Man hofft nun, in den nächsten Wochen das Projekt eeeeenndlich starten zu können. Fertigstellung könnte demnach im September 2017 sein. Dazu noch ein Video aus der MDR-Reihe "Wem gehört der Osten".

  • Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau informiert: Zur Entscheidung der Landesdirektion in Sachen ehemalige Hauptpost


    Die Landesdirektion Leipzig als Aufsichtsbehörde hat mit heutigem Datum über die denkmalrechtliche Meinungsverschiedenheit zwischen der Stadt Leipzig und dem Landesamt für Denkmalpflege Sachsen zur geplanten Aufstockung des ehemaligen Hauptpostgebäudes im Sinne der Stadt und zugunsten des Bauherrn entschieden. Dazu sagt die Baubürgremeisterin: „Wir freuen uns, dass an dieser städtebaulich markanten Stelle gemeinsam eine Lösung gefunden wurde. Der Bauantrag kann nun zügig weiterbearbeitet werden.


    ^ Ich hoffe es sehr...

  • Da schau her, die Bauarbeiten in der ehemaligen Hauptpost starten am 1. Oktober. Die Stadt hat die Baugenehmigung für alle 5 Bauabschnitte erteilt. Zunächst beginnt der nicht-statische Abbruch am Gebäude. Der Abbruch des früheren Telegrafenamts im Grimmaischen Steinweg beginnt in der ersten Januarhälfte 2016. Der Altbau wird bekanntlich durch einen Hotelneubau ersetzt, der exakt die gleichen Ausmaße haben wird. Die Infos zum Umbau der alten Hauptpost sind hier bereits bekannt. Der zentrale Campus hinterm Augustusplatz wird von den Landschaftsarchitekten Fagus/Seelmann (Markkleeberg) mit begrünten Terrassen, Holzbänken, kleinen Wasserflächen und Skulpturen gestaltet. Als Vorbild dient der New Yorker High Line Park. Die letzten beiden Bauabschnitte beinhaltet ein Reha-Zentrum und eine Klinik auf einer Brachfläche an der Querstraße. Die Klinik mit einem "edel ausgestalteten, gemeinsamen Foyer" soll gut betuchte Patienten aus dem Ausland ansprechen. Im Sommer 2018 soll der 105 Mio Euro teure Umbau fertig sein. (Quelle: LVZ-Printausgabe von heute)



    Aus gegebenen Anlass noch ein paar Visualisierungen:



    Der finale Entwurf bei Nacht




    Querschnitt





    Vogelperspektive Querstraße





    Zentraler Campus





    Die "Edelklinik" an der Querstraße





    Detail Klinikneubau





    Foyer Klinik

    Bilder: fuchshuberarchitekten.de

  • Am Grimmaischen Steinweg stehen die Zeichen auf Abriss des Nebengebäudes aus den 1920er-Jahren (Bild). Der Gehweg vorm Gebäude wurde mit einem Bauzaun abgesperrt und ein Plakat des Abbruchunternehmens Reinwald verkündet, unter welcher Regie der Abriss erfolgen wird.


    Zur Erinnerung: An dieser Stelle entsteht nach dem Abriss ein Hotel mit 182 Zimmern (Visualisierung).

  • Abriss Fernmeldeamt begonnen


    Wie bereits erwähnt, hat der Abriss des ehemaligen Fernmeldeamts am Grimmaischen Steinweg begonnen.


    12. Februar 2016



    Blick vom Johannisplatz auf das ehemalige Fernmeldeamt. In den 1990er Jahren errichtete die Deutsche Telekom nebenan einen Neubau.



    Nahaufnahme des Gebäudes mit Einblick ins Innere. Vor dem Abriss werden alle Fenster demontiert.



    Längsschnitt am Grimmaischen Steinweg - zwischen Augustusplatz und Johannisplatz.

  • Stand 20.02.16 -
    es hat sich seit dem 12. nichts sichtbares getan, zumindest sind genau so viele Fenster entfenstert wie am 12. und auch das Dach sieht genauso aus.