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Alt 29.07.15, 11:49   #35
Pumpernickel
 
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Na klar ist Ludwigshafen als "europäische, gewachsene Stadt" nicht mehr zu retten. Wie auch andere, die komplett durch Industrie und Auto-Nachkriegsmoderne geprägt wurden, vgl. Wolfsburg. Die einzige Chance, die solche Städte haben, ist damit offensiv umzugehen. Wenn schon Straßen und Betonklötze das Bild prägen, dann wenigstens gescheit. Dann wenigstens die stylische Autostadt Wolfsburg usw., dann wenigstens ein modernes Hochhaus als Wahrzeichen. Das schlechteste, was Ludwigshafen machen könnte, ist nun zum farblosen Gewerbegebiet-Village zu werden. Den Abriß hätte man sich nie aufschwatzen lassen dürfen, die Aufhebung des Denkmalschutz nie genehmigen dürfen. Wieviele Leitbauten hat denn Ludwigshafen sonst noch? BASF ist zudem so untrennbar mit Ludwigshafen verbunden wie VW mit Wolfsburg. Nun vergleicht mal das Verhältnis der beiden Unternehmen zu diesen beiden Städten. VW baut Landmarken, umgekehrt benennt Wolfsburg sich schon einmal aus Sympathie zu Golfsburg um. In Ludwigshafen wird einfach nur kalt gerechnet und dann ein stadtbildprägender Skyscraper auch mal nachträglich wieder sang und klanglos zur Disposition gestellt. Und man sollte meinen, dass ein Nettogewinn von über 5 Milliarden € alleine 2014 ausreichend ist, um aus der Portokasse auch so einen neuen Skyscraper zu finanzieren. Wenn man eine Stadt so prägt, ja vereinnahmt - und ein Chemiewerk hat ja mitnichten nur positive Auswirkungen - dann hat man auch eine gewisse Verantwortung, diesen Standort langfristig zu gestalten (und auch attraktiv zu halten, man will ja schließlich auch Personal vor Ort gewinnen und halten, die Bemühungen dafür sollten nicht am Werkstor enden).
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