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Alt 19.06.19, 18:28   #71
Architektenkind
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Zitat von Baukörper Beitrag anzeigen
Folglich muss [...] auch sicher gestellt werden, dass während der Laufzeit nicht irgendwelche zusätzlichen Kosten für die Eigentümer kreiert werden (wie z.B. die Nicht-Umlegbarkeit der Grundsteuer oder neue Vorschriften zur Energieeinsparung).
Die neue Grundsteuer wird zwar ein Heidenchaos verursachen, sie bleibt aber (leider) umlagefähig. Im Falle von Modernisierungen können Vermieter die Miete ohne Genehmigung um bis zu 50 Cent pro Quadratmeter erhöhen. Größere Steigerungen können sie sich genehmigen lassen - bei der Umsetzung neuer Bauvorschriften dürfte das kein Problem sein.

Zitat:
Zitat von Baukörper Beitrag anzeigen
Große Gesellschaften könnten dies womöglich kompensieren, aber kleinere Privateigentümer kommen da schnell an wirtschftliche Grenzen.
Wenn ein Vermieter wegen zu geringer Mieteinnahmen ins Minus gerät, kann er eine Härtefallregelung in Anspruch nehmen und trotz des Deckels erhöhen.

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Zitat von TwistedRoad Beitrag anzeigen
Im Grunde müsste man die Wirtschaftskraft auch durch den Faktor "Feiertage" bereinigen, sprich: Die Berliner erarbeiten ihr Geld an mehr Tagen als z.B. Bayern
Das wäre ja noch schöner! Erstens hat Bayern schon drei gesetzliche Feiertage mehr als Berlin, zweitens entspricht dem Produktivitäts- auch ein Lohngefälle und drittens steckt in der Arbeitsproduktivität eine statistische Irreführung: Deren Höhe hat nämlich kaum etwas mit dem Fleiß der Mitarbeiter zu tun, sondern (betriebswirtschaftlich) mit dem Kapitaleinsatz und (volkswirtschaftlich) mit der Unternehmensstruktur eines Bundeslandes.

Die Produktivität eines einzelnen Arbeiters oder Angestellten hängt vor allem von der Technik ab, an der er arbeitet: Wenn z.B. ein neuer Roboter den Arbeitskräfte-Bedarf an einer Fertigungsstraße halbiert, dann hat sich die Produktivität der verbliebenen Arbeiter statistisch gesehen verdoppelt – ohne dass sie mehr oder länger arbeiten würden als vorher.

In Bayern liegt der Schwerpunkt der Wertschöpfung im produzierenden Gewerbe, in dem sich die Produktivität durch neue Maschinen steigern lässt. In Berlin liegt er auf dem Dienstleistungssektor, in dem Rationalisierungsmaßnahmen (noch) schwierig sind. Die hiesige Industrie ist im Zuge der Teilung zu großen Teilen abgewandert, und was noch da ist, hat mit einem langjährigen Innovationsrückstand zu kämpfen, der mangels Investitionsvolumen kaum einzuholen ist.

Also: Der Gründe für die geringere Produktivität sind viele. Dafür die Beschäftigten verantwortlich zu machen, entspringt dem selben neoliberalen Theorienkasten, demzufolge der Arbeitslohn pro Vollzeitstelle nicht zum Leben reichen muss – das wird nämlich auch statistisch an der Produktivität festgemacht.
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