Gasometer Schöneberg - EUREF-Campus

  • Gasometer Schöneberg - EUREF-Campus

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    Habe die Beiträge aus dem Berlin Info Thread verschoben. Vlt. ist es ja doch ein eigenes Thema wert. Hier noch der Link zur Projektpage: http://www.remtec.eu/de/projek…ge/gasometer-schoeneberg/


    Jo-King
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    wow, evt. 500mio-investition in das alte stillgelegte gasometer-areal am s-bahnhof schöneberg. baustart könnte schon 2008 sein. na das wär nen ding wenn das tatsächlich durchgezogen werden würde. :daumen:


    bauprojektinformationsportal mopo

  • Ich hab da wenig Hofnung. Das ist ein Halbmilliarden Luftschloss. Wieder so eine "wir planen erstmal was und kümmern uns später ums Geld" Sache. Das Gasometer innen auszubauen, ist sicher erstmal keine schlechte Idee. Auch eine Privatuni mit Schwerpunkt Energiewissenschaft wäre sicher eine interessante Sache.


    Aber! Die acht quadratischen Gebäude für Firmenrepräsentanzen sind übles Wunschdenken. Repräsentanz besteht nicht darin, das man sich zusammen mit einem dutzend anderer Firmen an einer Bahnlinie versteckt. Firmen, die sich wichtig genug finden, um zu repräsentieren suchen sich eine besondere Immobilie mit Alleinstellungsmerkmal und außer Sichtweite der Konkurrenz. Die wichtigeren berliner Energieunternehmen wie Gasag, Vattenfall, Gasprom Germania sind schon ausreichend mit Immobilien versorgt und werden nicht einfach so umziehen. Die kleineren vorallem die vielen jungen Solarzellenhersteller werden sich direkt neben ihrer Produktion in Adlershof oder wo auch immer einmieten.


    Ausserdem gibt es schon ein Energieforum-Berlin. Da mischt sich bereits erfolgreich Büro-, mit Konferenznutzung und Event-Gastronomie. Wenn ich mich recht erinnere, sind die Mieter dort etwa zu gleichen Teilen Energie und IT Firmen. Das Gebäude ist sicher eine der gelungeneren Kombinationen von historischer und moderner Architektur. Man hat dort einen schönen Blick auf die Spree, was allemal besser ist als eine Bahnlinie. Allerdings können die Leute dort nicht einparken, auf dem Parkplatz waren überall Rammschäden.


    Zwei "einzigartige" Energieforen braucht Berlin nicht. Wenn man das Gasometer Projekt auf 150 Millionen € einschrumpft und sich auf die tatsächlich einzigartige Energieuni konzentriert, kann daraus noch etwas werden, sonst nicht. Den Wettbewerb für den Grünbereich und die Infobox kann man sicher erstmal streichen. Erst muss Geld verdient werden, dann kann man ans Ausgeben denken. Eine halbe Milliarde! :nono: Davon könnte man sich auch ein eigenes Stadtschloss bauen. Keine Chance dafür einen Investor zu finden.

  • Guderian:


    Die Gasag nutzt ja Teile des Areals zurzeit schon und sei an einer Zusammenarbeit interessiert, so schreibt zumindest die Morgenpost.


    Und ich würde das nicht als absolute Schnapsidee abtun, da die Initiatoren schon Ahnung von der Materie haben. Zum Beispiel die Bebauung im Tempelhofer Hafen, ist auch nicht ohne (http://www.remtec.eu/de/projek…erlin-tempelhofer-hafen/).


    Zudem geht es bei den Energieunternehmen nicht unbedingt nur um die Berliner "Player". Europäische Energieunternehmen sind in Berlin nicht in großem Umfang vertreten.


    Und zum Alleinstellungmerkmal Firmenrepräsentanz: Sollte die Energieuniversität mit angeschlossener Forschung realisiert werden können (da ist in meinen Augen der Knackpunkt), dann wird auch die Lage, die du auf die Lage an der Bahntrasse reduzierst, attraktiv für derartige Unternehmen, direkt auf einem Campus zu sein, zudem noch in der Innenstadt, mit 1500 - 2000 Parkplätze Parkhaus (das finde ich recht persönlich recht überdimensioniert, aber naja), an der Stadtautobahn und nah an der Innenstadt. das ist immobilienwirtschaftlich schon attraktiv. Außerdem haben Sie das Grundstück ja schon erworben, der Ausbau kann also sukzessive erfolgen.


    LINK ZUR PROJEKTPAGE:
    http://www.remtec.eu/de/projek…ge/gasometer-schoeneberg/

  • Der Tempelhofer Hafen ist aber wohl ein reines Shopping Ding. Dafür findet sich immer ein Investor, wenn nur genug Menschen in der näheren Umgebung wohnen. Ich will REM+TEC garnicht schlecht machen. Die haben schon beim Eierspeicher für Juniwörsl bewiesen, das sie aus Dreck Gold machen können.


    Mir fällt aber spontan kein europäisches Energieunternehmen ein, das noch eine Repräsentanz in Deutschland benötigt. Die Privatuni braucht auch erstmal ein paar Jahre um sich einen Namen zu machen. Auch 500 Studenten, die bereit sind hohe Studiengebühren zu zahlen, wollen erstmal gefunden sein. Das die GASAG Interesse an einer Zusammenarbeit zeigt, deute ich so, das sie kein Interesse haben, selbst in dieses Projekt zu investieren. Wenn man einen der vier großen deutschen Energieversorger für eine Universitätsstiftung gewinnen könnte, dann kann man darauf sukzessive aufbauen. Aber eben in kleinen Schritten und nicht beginnen mit 1500 Parkplätzen.


    EDIT

  • die entwicklung des projekts scheint von den betreibern nach wie vor vorrangetrieben zu werden. allerdings ist seit kurzem eine bürgerinitiative auf den plan getreten, die um ihre ruhe im wohngebiet fürchtet. auch die höhe der geplanten gebäude ist ihnen ein dorn im auge; bis zu 65 m sind demnach geplant (stichwort verschattungsanalyse).


    link mopo

  • Das Projekt würde die doch etwas eingeschlafene Ecke stark aufwerten. Phantastisch! Eine Mischung aus Potsdamer Platz und Adlershof ;)


    hier mal ein par Bilder von der Projektseite:




    Auch die Mischung der Nutzung hört sich sehr spannend an.

    Bilder von Remtec


    Und das Bild von der Mopo zum Höhenvergleich:


    Hoffentlich wird es realisiert.

  • Die Gebäude fühlen sich nicht in die Kiezatmosphäre ein, in so fern kann man die Anwohner schon verstehen. Oder sollte man froh sein das sich überhaupt etwas tut, weil Berlin alles nötig hat was irgendwie Investition bedeutet ?

  • Was soll das heißen die Gebäude fügen sich nicht in dieKiezatmosphäre ein? Auf dem Baugrundstück existiert zur Zeit gar nichts... Wahrscheinlich befürchtet ein Teil der Anwohner ihren Hundeauslaufplatz zu verlieren. ;)


    so sieht die 'Brache' z.Z. von oben aus, was soll da bitteschön gestört werden? Über die geplanten Bauten selbst kann man natürlcih diskutieren, aber noch gibt es ja keine 'richtigen' Renderings, oder?
    http://maps.google.com/maps?f=….003064,0.009388&t=h&z=17

  • auf dem leeren "Hundeauslaufplatz" existiert natürlich gar nichts. Aber es geht ja um dem Stadtteil und nicht die leere Wiese..

  • Dann verstehe ich das Problem nicht. Hast du mal die Gegend näher betrachtet? Das Gelände ist z.Z. völlig außerhalb des Kiezes, es steht völlig isoliert... Die Neubauten können diese Ecke nur bereichern.

  • Wenn das so realisiert wird, ein schöner Fortschritt für Wissenschaft und Wirtschaft in Berlin. Genau so etwas müsste in Berlin in allen Lagern begrüßt werden - wie's auch sonst in jeder deutschen Stadt gewünscht, forciert und aus gutem Grund gefördert wäre. Fortschritt entsteht durch Forschung und braucht Raum. Warum hier schon wieder Verhinderer laut werden ist mir völlig unverständlich - aber gewohnt ist's man dennoch von guten Projekten für die Hauptstadt. Vernünftige Entwicklungen werden hier wegen nichtigen Argumenten kritisiert. Mangelnde Weitsicht. Am liebsten würde man sämtliche Brachen schützen um das "typische Flair" nicht zu zerstören. Als ob Industriebrachen schützenswertes Flair hätten. Unmöglich. Unverantwortlich.
    Sorry für die deutlichen Worte.

  • Aber habe ich das richtig verstanden: Die Bürgerinitiative stellt sich komplett gegen die Entwicklung dieser Industriebrache?


    Also manchmal fällt mir zu solchen Leuten echt nichts mehr ein...


    EDIT: Homepage gefunden: http://www.bi-gasometer.de/

  • es ist doch ein Jammer den Gasometer zum einem Bürohaus umzubauen. Dann verliert doch gerade seinen geheimnisvollen Volierencharakter.

  • Solche Gegenbewegungen werden meistens von Leuten in die Welt gerufen, die nichts anderes mehr zu tun haben und sich sowieso am liebsten über alles aufregen würden.

  • Ich habe mal einen Text in deren Forum abgestellt. Mal sehen, wie lange der dort stehen bleibt.



    Hallo azche24,


    ich vermute, Du hast Rics Hinweis auf den Gasometerbau und dessen unmögliche Wiederholung in heutiger Zeit mißverstanden. Was er meint ist sicher, es sei paradox, mit dem Verweis auf den Schutz - ehemals mindestens ebenso willkürlich geschaffener - Großstrukturen einen weiteren Struktur- und Dimensionswandel verhindern zu wollen. Aber dieses Paradoxon ist beinahe jeder Initiative immanent, die einen einmal geschaffenen Zustand bewahren möchte. Selbst die angrenzenden Wohnquartiere Schönebergs entstammen so einer willkürlichen Planung, gegen die sich ihre Nutznießer heute wohl ebenso vehement engagieren würden (wenn hier auch, anders als in anderen Gegenden Berlins, im Wesentlichen flaches Land von Terraingesellschaften aufgekauft, erschlossen und anschließend verhökert wurde).


    Fatal ist hier aber im Besonderen, dass das zu entwickelnde Gebiet mal eben keiner nachrangigen privaten Nutzung zugeführt werden soll, sondern es sich mit dem Energieforum zumindest theoretisch um eine Nutzung handelt, die Deutschlands derzeit wichtigstes Kapital, die Umwelttechnologien, stützen soll. Es ist geradezu perfide, das Gasometer in seinem temporären Verfallszustand als Symbol einer vergangenen Ära der Ressourcenverschwendung und Umweltzerstörung als Solitär erhalten zu wollen und das Energieforum damit abzulehen!


    Der Mensch hat in den vergangenen Jahrtausenden einen steten Wandel seiner gebauten Umwelt überstanden. So behutsam, wie dabei heute vorgegangen wird, hat das kaum eine Generation vor uns erlebt. Da wird es doch wohl möglich sein, einen offenkundig positiven Strukturwandel zuzulassen. Wer grundsätzlich den Wandel scheut, der ist mit dem Wohnen in einer Großstadt schlecht beraten! Die Annehmlichkeiten der Stadt zu nutzen ,die da z. B. Arbeitsplatznähe, gute Infrastruktur oder Verkehrsanbindung heißen, die damit verbundenen Einschnitte vor der eigenen Haustür aber abzulehnen, ist schlicht asozial! Von der gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Seite beleuchtet täten sich noch ganz andere Abgründe auf.


    Dass Ric mit seiner Vermutung, es handele sich um Selbstzweck oder Freizeitbeschäftigung, nicht ganz falsch liegen kann, zeigen die verwendeten Mittel dieser Initiative. Wer sein verbrieftes Mitspracherecht mit seriösen Anliegen durchsetzen will, der benötigt wohl kaum die hier verwendeten, grafisch aufgepeppten Bildmontagen von Horrorvisionen und der hat es auch nicht nötig, Kinderzitate einzufügen, deren Entstehung nicht nachprüfbar ist, über deren Nachhaltigkeit es sich nicht zu reden lohnt und die offenkundig nur den Zweck erfüllen, die Debatte mangels Sachargumenten auf eine emotionale Ebene zu hieven. Sorry, aber das ist wirklich Propaganda!


    Es gibt heute so gut wie kein Strukturprojekt mehr, zu dem nicht Widerstand existiert - nicht mal auf der grünen Wiese. Das Gute an dieser Inflation ist, dass viele politische Akteure mittlerweile lernen konnten, Wichtiges von Unwichtigem, Sachliches von Unsachlichem und Angemesenes von Unangemessenem zu unterscheiden. Selbstverständlich besteht immer die Gefahr, die Wählergunst zu verlieren oder der Opposition einen Ball zuzuspielen. Aber ich prophezeie, die ökonomische Situation Deutschlands und im Besonderen die Berlins wird über Kurz oder Lang dazu führen, dass die Errungenschaft der demokratischen Mitbestimmung wegen der unzähligen Fälle von Mißbrauch durch kurzsichtige und egoistische Besitzstandswahrer eingeschränkt werden wird. Dazu tragen insbesondere Leute bei, die sich mit Propagandatricks gegen eine Revitalisierung innerstädtischer Brachen zu Gunsten einer nachhaltigen, den Stadtorganismus belebenden Entwicklung aussprechen. Mag auch sein, dass sich zuvor bereits eine ganz andere Initiative gründet, deren Anspruch es sein wird, die Inflation von Wandelverweigerern einzudämmen und die darauf abzielt, die Fantasien und selbst manipulierten Schreckensbilder einzelner “Betroffener” mit den Erfordernissen der Allgemeinheit abzuwägen. Gerade in diesem Verhältnis existiert neuerdings eine abenteuerliche Schieflage.


    Apropos “Allgemeinheit”: schon der Begriff “Bürger”-Initiative ist der Sache nach vermessen. Er impliziert, hier würden die Rechte und Bedürfnisse der Mehrheit mit Füßen getreten. Das Gegenteil ist der Fall. Als Bürger und selbst “Betroffener” spreche ich mich eindeutig für die geplante Entwicklung aus. Und wie ich sehe, bin ich auch nicht der einzige.


    Ich wünsche allen Beteiligten gutes Gelingen bei der Durchsetzung vertretbarer Forderungen, hoffe aber zugleich, dass diejenigen, die hier zu ihrem privaten Kampf gegen das System angetreten sind (siehe Bahnhof J.-Leber-Brücke) und diejenigen, die meinen, eine innerstädtische Oase im repräsentativen Haus auf Dauer zu Fünf-Fuffzich bewohnen zu können, einen gehörigen Dämpfer verpasst bekommen.