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Alt 04.01.12, 16:39   #1231
Untermieter
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Hochinteressante, ...

...aber eben auch nicht zum ersten Mal geführte Diskussion, die ihr hier in den Tagen um den Jahreswechsel durchgenommen habt.

Zitat:
Zitat von rotwang Beitrag anzeigen
In unserer Stadt machen Annahmen und Prognosen Politik. ... Ach könnten sich doch die Macher in unserer Stadt durchsetzen.
Werter rotwang, wie soll ein Stadtentwicklungsamt denn anders den stadtentwicklungspolitischen Rahmen gestalten als auf der Basis von Prognosen? Es wird doch hier -zurecht- immer eingefordert, dass die Stadt einen Entwicklungsplan aufstellen und verfolgen soll, damit am Ende ein stimmiges Bild rauskommt. Sowas funktioniert nunmal nur auf Jahre, beinahe Jahrzehnte im Voraus, wie sonst? Und dann eben auf der Basis von Prognosen. Wie sonst?

Die Neefestraße 83 - auch aus meiner Sicht höchst bedauerlich. Weil du die "erfahrenen Investoren" nun hier aber so hübsch präsentierst: Wenn alle Parameter so schick waren und die Stadt ja auch ihre 70.000 (?) zugeben wollte (was sie nicht musste!) - warum sind die Investoren denn dann abgesprungen? Keine Liebe zur gesamtstädtischen Entwicklung mehr? Kein ästhetisches Empfinden mehr? Nur weil die Stadt nicht noch mehr zugeben wollte?

Bzgl. der Leipziger hast du ja selbst Relativierungen drin (...ein Teil...). Bin da durchaus gespannt, was dort geschieht. Für mich, wenn ich nach Chemnitz zurückkäme, wäre die Leipziger auch mit den schönsten Altbauten kein Thema. Never. Für andere vielleicht, vermutlich aber auch für andere andere ;-) ebenso nicht... Gut, wir werdens erleben.

Und: Ich denke mal, keiner in der Stadt hätte was dagegen, wenn die Macher kämen. Geht los, steht doch jedem frei, Gebäude zu kaufen und zu sanieren. Ja, ich versteige mich sogar dazu zu behaupten: auch in der Stadtentwicklung Chemnitz sitzen Leute mit Fachwissen und ästhetischem Empfinden. Bleibt die Frage, wers bezahlt und wieso eine nennenswerte Anzahl von Menschen in der Platte wohnen will, obwohl diese Gebiete für das Gesamtstadtbild in der Tat eher entbehrlich sind als die innenstadtnahen Altbauviertel...
Wird also wohl noch eine Weile bei sehr viel Idealismus und Enthusiasmus Einzelner bleiben müssen, bis die Demographie in den Plattenbauten in die gewünschten Bahnen gekommen und damit der Markt insgesamt günstiger für die Altbauten ist...
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Alt 04.01.12, 23:32   #1232
rotwang
 
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Die Neefestraße 83 - auch aus meiner Sicht höchst bedauerlich. Weil du die "erfahrenen Investoren" nun hier aber so hübsch präsentierst: Wenn alle Parameter so schick waren und die Stadt ja auch ihre 70.000 (?) zugeben wollte (was sie nicht musste!) - warum sind die Investoren denn dann abgesprungen? Keine Liebe zur gesamtstädtischen Entwicklung mehr? Kein ästhetisches Empfinden mehr? Nur weil die Stadt nicht noch mehr zugeben wollte?

Die Antworten auf den Teil der Fragen der Sinn macht, stehen in den Posts.
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Alt 05.01.12, 09:19   #1233
Untermieter
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Die Fragen haben durch die Bank Sinn, auch neben den von dir anderswo gegebenen Antworten. Mindestens den, einen Spiegel vorzuhalten. Nämlich den Spiegel, dass bei allen architektonischen, stadtbildnerischen, historischen Gründen eben doch auch die Wirtschaftlichkeit eines Projektes eine Rolle spielt, was bei deinen Ausführungen nicht immer deutlich wird, da du prinzipiell für den Erhalt eines jeden alten Baus plädierst und kämpfst (durchaus zT: Beifall) - auch wenn durchaus sachlich-nüchterne Gründe dagegen sprechen. Insofern die Übertreibung, denn natürlich sind es letztlich wirtschaftliche Gründe, die stärker waren als aller Enthusiasmus, welche die Investoren haben Abstand nehmen lassen von dem Objekt. Nichts anderes wollte ich notieren...
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Alt 05.01.12, 10:28   #1234
rotwang
 
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Alle beiden Investoren hatten eine Finanzierung für das Projekt stehen. Unter der Voraussetzung, das die Abbruchmittel, deren Höhe der Förderung anderer Bauprojekte durch die Fördermöglichkeit/Sanierungsgebiet entsprach, bereit gestellt werden. Die Probleme mit der Neefestraße 83 gab es nur, weil das Haus nicht im Sanierungsgebiet steht. Warum sollte ein Bauträger hier ein Haus ohne Förderung sanieren, wenn er es anderswo in der Stadt mit Förderung bekommt. Beide Bauträger haben zur Zeit mehrere andere Altbausanierungen in Chemnitz. Die Bereitschaft hier so kurzfristig einzuspringen war sehr löblich.
Die Neefestraße 83, die zwischen zwei sanierten Gebäuden und zu dem so städtebaulich wichtig steht, gezeigt, dass das mit den Sanierungsgebieten doch nicht ganz so optimal ist. Letztendlich bleibt die Stadtverwaltung auf den Abbruchkosten sitzen. Ein Eigentor.
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Alt 10.01.12, 10:09   #1235
LE Mon. hist.
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Plattenbau: Modernisierungen der 90er-Jahre-Modernisierungen

Hallo Klarenbach, vielleicht ist es ja nur ein Einzelbeispiel und nicht typisch, aber bei dem Lesen des Artikels

Chemnitzer Morgenpost, 10. Januar 2012
Teuer wird’s! Sanierung empört die Mieter
http://www.sz-online.de/Nachrichten/...icleid-2959090

musste ich an Deine Aussage denken, dass weitere Sanierungen der bereits sanierten Plattenbauten in der Masse kaum notwendig sein wuerden.

Hier ist es nun ausgerechnet eine von der WG Einheit geplante Modernisierung von 127 Wohnungen in der Otto-Hofmann-Straße in Markersdorf, die den Mieter_innen uebel aufstoesst, da die Miete danach drastisch steigen soll. Für 1,5 Millionen Euro will die WG Einheit den Elfgeschosser modernisieren, aus 127 Wohnungen werden 105 und die Rückseite des Hauses erhält eine Wärmedämmung. Ein Großteil der Kosten wird umgelegt. Der Mieter Stefan Höfer (61) wenig erfreut gegenueber der FP: „Unser Haus wurde 1997 renoviert. Neue Fassade, neue Fenster, neue Installationen. Jetzt sollen wir für die Modernisierung der Modernisierung zahlen.“

Demnach steigt die monatliche Kaltmiete je nach Wohnungsgröße nun zwischen 30 und 50 Euro. WG-Einheit-Vorstand Roswitha Kühnel (58) beschwichtigt: "Die Mietpreise pro Quadratmeter liegen derzeit durchschnittlich bei 4,48 Euro und werden nach den Modernisierungsmaßnahmen bei 4,90 Euro pro Quadratmeter im Schnitt liegen.“

Vor allem stoeren sich die Mieter_innen daran, dass erst 1997 eingebaute Brandschutztüren bereits wierder ersetzt werden sollen. „Im Verlauf von 14 Jahren hat es Änderungen von Bau- und Brandschutzvorschriften gegeben. Die müssen wir berücksichtigen“, so Roswitha Kühnel.

Bei der Wärmedämmung an der Hausrückseite hat ein Mieter errechnet, dass die Senkung der Heizkosten auch kaum so deutlich ausfaellt wie oft versprochen: „Laut WG zahle ich zwar 33 Euro Kaltmiete mehr, weil die Kosten für die Wärmedämmung umgelegt werden, spare aber nur 1,70 Euro im Monat Heizkosten ein.“
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Alt 10.01.12, 11:18   #1236
lguenth1
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Die Freie Presse zeigt heute auch ein Foto vom Abriss der Kasernen in der Heinrich-Schütz-Straße, die gestern begonnen haben. Bis April sollen diese abgeschlossen sein.

Video Sachsen-Fernsehen

Geändert von lguenth1 (11.01.12 um 19:55 Uhr)
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Alt 10.01.12, 13:38   #1237
Eklektizist
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Irgendwo hier stand glaube ich, dass in Chemnitz überlegt wird, Schulkästen aus der DDR-Zeit als Wohnbauten umzunutzen. Jetzt lese ich hier, dass die architektonisch durchaus ansprechenden Kasernengebäude, die trotz des ruinösen Zustandes sicherlich baulich noch eine bessere Qualität als ein DDR-Standardschulgebäude aufweisen mit Fördermitteln abgerissen werden..... Erscheint für mich irgendwie wie eine verkehrte Welt
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Alt 11.01.12, 19:43   #1238
lguenth1
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Im Bericht "Schwerpunkte der Denkmalpflege 2011" (Link) werden auch wieder die durchgeführten Sicherungsmaßnahmen aufgeführt, für die aus dem spärlichen Budget von insgesamt 100.000 Euro Mittel abgezweigt werden konnten:

- Pelzmühlenstraße 27; Ehem. Haus der Körperkultur; Dachsicherungsarbeiten
- Zwickauer Straße 194; Straßenbahndepot Kappel; Dachsicherung Sozialbau
- Zwickauer Straße 293; Spinnmühle; Dach- und Gebäudesicherung
- Küchwaldbühne Dachsicherung am Vorführgebäude
- Trützschlerstraße 8; Denkmalspeicher im Rittergut; Entwässerung

Dass es für die Holzhalle Voigt in Kappel (Zwickauer Straße 137, Luftbild), bereits eine Baugenehmigung zur Sanierung gibt, ist mir neu.
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Alt 18.01.12, 06:11   #1239
LE Mon. hist.
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Interview mit dem Architekten Eike Münke (LDC)

In der FP steht ein Interview mit dem Architekten Eike Münke, Abteilungsdirektor Raumordnung, Bau- und Wohnungswesen in der Landesdirektion Chemnitz

FP, 17.1.2012
"Wir müssen die Innenstädte entwickeln"
Schaffung neuer Flächen für Einfamilienhäuser selbst bei den Bewohnern der Kommunen umstritten
http://www.freiepresse.de/LOKALES/CH...kel7879205.php

Dabei geht es in erster Linie um neue Wohnbauflächen im Randbereich von Städten und Gemeinden, Vorgaben für die Entwicklung von Bauland und den zukünftigen Bedarf an neuem Wohnraum.
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Alt 18.01.12, 21:09   #1240
lguenth1
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Wer es sich antun will, kann hier ein Video vom Abriss der Neefestraße 83 sehen: Link.

Zudem hat ein Feuer das leerstehende gebäude Ritterstraße 11 beschädigt: Link. Da kann man nur hoffen, dass das nicht im nächsten Abriss endet.
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Alt 18.01.12, 21:39   #1241
rotwang
 
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Es ist wohl kaum bekannt aber bei dem Gebäude an der Ritterstraße handelt es sich um das Millitärgerichtsgebäude von Chemnitz. Zumindest das EG ist davon noch erhalten. Die oberen Geschosse sind nach 45 neu gebaut worden. Gegenüber lag eine bekannte Chemnitzer Kasserne.
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Alt 31.01.12, 10:12   #1242
LE Mon. hist.
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Essay von Klaus Gregor Eichhorn und Hartwig Albiro zum 5. März

Die aktuell wieder aufflammende Debatte um den richtigen Umgang mit der alljaehrlichen Neonazi-Demonstration am 5. März (Chemnitzer Morgenpost, 31. Januar 2012, CDU zerfleischt sich wegen Demo. Es geht um den Umgang mit der Veranstaltung zum 5. März. http://www.sz-online.de/Nachrichten/...icleid-2976564 ) zog bereits im letzten Jahr sehr weite Kreise. In der FP erschienen in diesem Zusammenhang im Vorjahr zwei interessante Essays, zum einen des Chemnitzer Filmemachers Klaus Gregor Eichhorn und zum anderen des früheren Chef des Schauspielhauses Hartwig Albiro, in denen auch insgesamt auf das gesellschaftliche Klima in der Stadt eingegangen wurde:

Freie Presse vom 24.03.2011
Essay des Chemnitzers Klaus Gregor Eichhorn zum 5. März: Die kritische Masse
http://www.freiepresse.de/LOKALES/CH...kel7620885.php

Freie Presse vom 06.05.2011
Essay des Chemnitzers Hartwig Albiro zum 5. März: Die kollektive Befreiung
Nach Essay von Klaus-Gregor Eichhorn hat nun der frühere Chef des Schauspielhauses eine Erwiderung verfasst
http://www.freiepresse.de/LOKALES/CH...kel7652187.php

So heisst es etwa bei Eichhorn: "Denn so sehr Demokratie ein Subjekt benötigt - den Einzelnen oder eine Gruppe - so sehr braucht sie auch ein Objekt: Etwas, worum es geht. Zum Beispiel ein Grundrecht oder ein Allee alter Bäume oder eben eine Stadt.

Den Chemnitzern wurde ihr Objekt, ihre Stadt, immer und immer wieder weggenommen bzw. haben sie es sich wegnehmen lassen: Angefangen bei einer protzigen und blutleeren Innenstadtbebauung im Sinne einer rein betriebswirtschaftlichen Logik (deren logische Folge schließende Geschäfte und noch deutlich vor Acht leer gefegte Straßen sind), über das Wegknicken der gesamten Stadtregierung gegenüber "Erlöser"-Investoren wie aktuell am Johannisplatz, bis hin zum sozio-kulturellen Kahlschlag an Graswurzel-Projekten wie dem Splash!, dem Voxxx, dem Haus Einheit, dem Experimentellen Karree an der Reitbahnstraße sowie den verschiedenen Brühl-Initiativen, hat die Stadtverwaltung in der Vergangenheit fast immer nur ein Signal ausgesendet: Wir "hier oben" können es besser als ihr "da unten". Allzu zögerliche Versuche von Basisdemokratie verliefen zumeist technokratisch und in keinster Weise "ergebnisoffen" - wer soll sich daran beteiligen ?

Viel zu wenige der Verantwortlichen verstehen, dass eine demokratische Stadtverwaltung nicht primär das Richtige tun, sondern vielmehr das Richtige zulassen muss."

Am Ende seines Essays geht er weit ueber die konkrete Frage nach dem Umgang mit den Neonazis am 5. März hinaus:

"Demokratie setzt immer einen Akt der kritischen Selbstbefreiung voraus. Die kann zwar jeder nur für sich erreichen, möglich gemacht wird sie aber erst in einem ausreichend großen und bewegten Umfeld - es benötigt eine kritische Masse, damit sich die einzelnen Teilchen verändern können und ihre Energie auf die stumme Masse überspringt. Das zu organisieren und zuzulassen muss Aufgabe der Politik in dieser Stadt sein.

Wir brauchen in Chemnitz endlich ein Viertel, an dem sich die engagierten Bürger und vor allem die Jungen in dieser Stadt ohne Blockade und Bevormundung treffen und ihre Energien bündeln können, anstatt sich immer wieder zu verlaufen. Sowohl Bau- als auch Oberbürgermeisterin liegt zum Beispiel ein tragfähiges, aus den Reihen junger Chemnitzer kommendes Konzept für den Brühl vor - werden sie es diesmal zulassen ?"

Hartwig Albiro widerspricht Eichhorn bei dessen Charakterisierung des Phlegmas der Chemnitzer_innen, stoesst aber ebenfalls zum Schluss in das gleiche Horn:

"Eines muss angemerkt werden. Ein klares Ja zu Eichhorns Forderung nach dem "Kreativen Viertel". Ein großer Verlust ist der den kommerziellen Interessen geopferte Versuch des Experimentellen Karrees. Die Wunden der Amputation von Voxxx und Splash sind kaum vernarbt. Zarte Pflanzen keimen. Das Weltecho. Das Exil im Schauspielhaus. Der Garten "Bunte Erde" an der Mehringstraße. Die Jugendherberge am Getreidemarkt. Aber auch das ist Zersplitterung. Die Stadt braucht dringend den Humus der alternativen Äußerung in der Großfläche. Keine staatlich-städtische Düngung - aber auch keine Behinderung des Wildwuchses. Ein Konzept für den Brühl liegt vor, so Eichhorn. Gibt es bald die öffentliche Debatte? Dann könnte Chemnitz beweisen, das es mehr ist als die Stadt der Rentner und der Volksmusik-Liebhaber."
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Alt 20.02.12, 19:45   #1243
lguenth1
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Die lang erwarteten kleinteiligen statistischen Daten zu den einzelnen Chemnitzer Stadtteilen liefert die Anlage 3 der Neuabgrenzung "Stadtumbaugebiet Chemnitz" (Link). Dort findet man für jeden Teilbereich der Stadt Daten wie Einwohnerentwicklungen, Leerstand, Wohnungsbestände etc.

Sehr interessant finde ich bspw., dass die Einwohnerverluste im Sonnenberg (und in Bernsdorf) sich größtenteils auf den von Platten geprägten Bereich konzentrieren. Im Yorckgebiet fällt der jetzt schon überwiegende Anteil der Sterbeüberschüsse auf. Im Heckertgebiet wird überall von starken Nachfragerückgängen gesprochen. Besonders der Stadtteil Morgenleite mit großen Leerständen und starken Sterbeüberschüssen sticht dabei heraus, aber auch in Hutholz sind die Zahlen - speziell zum natürlichen Saldo - bedenklich. Die besten Zahlen weist erwartungsgemäß der Kaßberg auf.
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Alt 20.02.12, 20:04   #1244
lguenth1
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Wer noch mehr lesen möchte, kann sich auch noch die Gebietspässe der einzelnen Stadtgebiete zu Gemüte führen (Link). Das hebe ich mir aber für später auf.
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Alt 22.02.12, 19:14   #1245
lguenth1
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Ich habe die Gebietspässe noch nicht mal gelesen und kann schon über die Kritik daran berichten. Die Freie Presse fasst heute zusammen, dass sich das Gros der "Maßnahmeschwerpunkte" auf bereits bekannte Projekte bezieht (Johannsiplatz, Umbau der Stadthalle zum Kongress- und Tagungszentrum, Jugendherberge am Getreidemarkt). Wegen des langen Bearbeitungsprozesses würden auch bereits abgeschlossene Projekte wie die Brücke Hartmannstraße oder die Rekonstruktion des Agricolagymnasiums in dem Papier auftauchen.

Ortschaftsrat Falk Ulbrich (CDU) aus Einsiedel findet die Anmerkungen zum Stadtteil - Vom Hochwasserschutz bis zum Ausbau des Chemnitzer Modells - nicht berücksichtigt und zieht das Fazit "Viel Papier, wenig Inhalt.". Das fertig sanierte Freibad stünde als Sanierungsaufgabe drin, Aussagen zur Turnhalle der Grundschule würden fehlen. Der Grünaer Ortsvorsteher wundert sich über die konstatierten "erheblichen Lücken in der Nahversorgung".
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