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Alt 13.07.14, 20:33   #316
waldkauz
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waldkauz hat die ersten Äste schon erklommen...
Ich kann es leider nicht verstehen wie im Bezug mit den Plattenbauten immer wieder gern die "Tatsachen verdreht" werden. Wie kommt man dazu, zu sagen, die GGG hätte kaum Platten saniert?

Die GGG hat -ohne Schwerpunktquartier- über die gesamte Stadt verteilt genug Plattenbauten das Leben gerettet (auch heute noch) und im gleichen Zug Altbauten zerstört. Das wird einem schon klar, wenn man auf der GGG-Seite mal die einseitigen Wohnungsangebote zu Lasten von Altbauwohnungen vergleicht. Das ist umso ärgerlicher, wenn man selbst lieber in einer Altbauwohnung leben möchte, aber die Angebote immer "dünner" werden. Soviel zum Thema "den Leuten etwas vorschreiben" zu wollen. Es gibt in Chemnitz eine starke Dominanz von Plattenbauten - "vorgeschrieben" von den Wohnungsunternehmen.

Ich glaube nicht unbedingt, dass Plattenbauten ihrer selbst erfolgreich sind. Der einzige triftige Grund ist deren Wirtschaftlichkeit (vergleichsweise günstige Sanierungen vieler Wohnungen), die es auch für die Wohnungsgenossenschaften und Unternehmen jahrelang lukrativ gemacht hat in Plattenbauten zu investieren. Mittlerweile existiert ein Überangebot von leeren Plattenbau-Wohnungen..

Geändert von waldkauz (13.07.14 um 21:10 Uhr)
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Alt 18.07.14, 19:23   #317
lguenth1
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Eher aus Zufall berichtet die Freie Presse heute darüber, dass die Stadt den direkt hinterm Stadion befindlichen "Esche-Stift" an der Forststraße zum Verkauf anbietet (Freie Presse):

Eigenes Bild

Bis zum 24. Juli kann man ein Angebot abgeben, was bei der kaum bemerkbaren Vermarktung aber eher unwahrscheinlich sein dürfte. Auf der Immobilienseite der Stadt finden sich unter anderem auch die denkmalgeschützten Schulgebäude Chopinstraße 23 und 25 für 250.000 Euro oder die Villa Weydemeyerstraße 2 (Luftbild) für 155.372 Euro.
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Alt 23.07.14, 19:12   #318
lguenth1
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Die Herbst-Auktion der SGA hat folgende Chemnitzer Objekte zu bieten (Katalog):

Augustusburger Straße 163 (Luftbild), Sonnenberg, Mindestgebot 50.000 Euro (bei 10.980 € Jahresmiete für die vermieteten Flächen)

Teilsanierter und teilweise vermieteter Altbau mit 2 Geschäftseinheiten (davon eine vermietet) und 6 Wohneinheiten (davon 3 vermietet).

Friedrich-Naumann-Straße 14 (Luftbild), Hilbersdorf, Mindestgebot 12.000 Euro

Früher GGG-Objekt, 2011 für 18.000 Euro versteigert. 10 leere Wohneinheiten, 1 leere Geschäftseinheit. Dach partiell undicht, dadurch Nässeschäden.

Neefestraße 20 (Luftbild), Denkmal, Kapellenberg, Mindestgebot 5.000 Euro

Früher GGG-Objekt, 2011 für 10.000 Euro versteigert. 5 leere Wohneinheiten. Dach partiell undicht, dadurch Nässeschäden.

Fritz-Matschke-Straße 20 (Luftbild), Schloßchemnitz, Mindestgebot 4.000 Euro

20 leere Wohneinheiten, 1 leere Geschäftseinheit. Dach undicht, großflächige Deckendurchbrüche. Das Gebäude war bis vor kurzem bei der Agentur Stadtwohnen ohne Wunschpreis auf der Internetseite. Hat das etwa jemand nur deshalb gekauft, um es jetzt einer Auktion mit Gewinn verscherbeln zu können? Die Hintergründe wären mal ganz interessant.


Bild: (dwt).

Klaffenbacher Straße 70/72 (Luftbild), Denkmal, Harthau, Mindestgebot 2.000 Euro

Früher GGG-Objekt, 2010 schon mal für 1.000 Euro versteigert. Denkmalgeschützter Altbau mit Nebengebäude, Baujahr ca. 1814. Keine Heizungs- und Sanitärausstattung vorhanden. Fenster sind mit Brettern bzw. Spanplatten geschützt. Das Dach ist provisorisch mit Dachpappe gedeckt. Schadhafte Putzfassade, straßenseitig mit Holzfachwerk. Am Gebäude wurden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Nebengebäude abrisswürdig.

Bilder von Sandro Schmalfuß: http://www.repage4.de/memberdata/sch...schulealt4.jpg, http://www.repage4.de/memberdata/sch...rikschule3.jpg
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Alt 30.07.14, 19:26   #319
lguenth1
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Heute gibt es mal ein wieder ein Paradebeispiel dafür, wie die GGG mit ihren Altbaubeständen umgeht (Link). Besucher haben sich über das leerstehende Gebäude Chemnitztalstraße 186 a/b (Luftbild, besser bei der Stadtkarte auf www.chemnitz.de zu sehen) gewundert und bei der Freien Presse nachgefragt, wer dafür zuständig ist und was für Pläne er hat. In solchen Fällen weiß man bei dem lokalen Presseorgan offensichtlich, dass man mit einer Anfrage bei der GGG selten verkehrt liegt. Dadurch fühlt sich die GGG nun offenbar genötigt, zumindest den Eindruck von Verkaufsbemühungen zu erwecken und einen Verkaufsprospekt "vorzubereiten". Warum das nicht bereits vor Jahren passiert ist, wird ebenfalls beantwortet - weil man sich seit 2007 um den Abriss des denkmalgeschützten ehemaligen Gemeindehauses bemüht hat und dieser nur durch die Unteren Denkmalbehörde verhindert wurde. Und das ist nur die Spitze des Eisberges an Altbauten, die bei der GGG ohne jede Perspektive und unter Ausschluß der Öffentlichkeit verrotten.
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Alt 14.08.14, 18:34   #320
lguenth1
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Die Alte Post (Luftbild) hat einen neuen Eigentümer, wie die Freie Presse heute berichtet (Link). Das Gebäude steht derzeit zur Hälfte leer. Das Immobilienunternehmen "CMNS Solidarität", hinter dem Jörg Mierbach und Peter Unger stehen, hat den Gebäudekomplex erworben und will die Alte Post, den Nachwendeanbau und wenn möglich auch den öffentlichen Platz davor wiederbeleben. In das historische Bauwerk soll erneut ein Restaurant einziehen - mit möglichst großer Terrasse davor. Der Investor steht bezüglich eines Umbaus des Platzes in Kontakt mit der Stadt und würde sich daran auch finanziell beteiligen. Der Höhenunterschied zum Gebäude des Gesundheitsamtes nebenan sollte ausgeglichen, die mittlerweile verkommenen Pflanzkübel an der Tiefgaragenzufahrt erneuert und Bäume direkt an der Bretgasse gepflanzt werden.

Bild:

Quelle: Florian Koppe, Wikipedia
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Alt 19.08.14, 21:27   #321
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Aufgefallen ist mir in den Stadtteilen Lutherviertel/Bernsdorf so einiges an Neuigkeiten die hoffentlich auch so kommen wie man es erahnen möchte.
Sollte es so sein das eine Meldung sich doppelt, so bitte ich dich schon im vornherein zu Entschuldigen.
Ich gebe mir steht's mühe Einträge als fortlaufenden Prozess zu veröffentlichen.

Aufgefallen an der Zschopauer-Straße..
Verkaufsplakat am Lindenhof ist nicht mehr am Platz.

Hier noch ein Bild von 2013.


Zschopauer-Straße 161.. ebenfalls kein Verkaufsschild und auch keine Umzäunung mehr vorhanden.

Bild von 2013



...Bevor ich den falschen Straßenname eintrage, ebenfalls nun ohne Verkaufsplakat, nähe zur Zschopauer-Straße führend. Ehemals GGG Besitz. Wenn doch Verkauft.




Beim sogenannten Blauen Wunder an der Liselotte-Hermann-Straße/Stadtteil Gablenz wird die alte Technik ausgebaut.
Gut zu vernehmen war das hier etwas geschieht.





August2014 bzw. 2013-(dwt).
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Alt 20.08.14, 05:49   #322
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
Neubau von Wohnungen im Geschoßwohnungsbau

Auch in Chemnitz wird in nächster Zeit vermehrt Geschoßwohnungsbau einsetzen. Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden und der FAZ stieg die Zahl der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:

Genehmigte Häuser und Wohnungen insgesamt: 94.74%
von 152 auf 296

in 1- und 2-Familienhäusern: 0.93%
von 107 auf 108

in Mehrfamilienhäusern: 317.78%
von 45 auf 188

Pressemitteilung Destatis Nr. 292 vom 18.08.2014
1. Halbjahr 2014: 9,6 % mehr genehmigte Wohnungen
https://www.destatis.de/DE/PresseSer...AC60B58A3.cae4

FAZ, 19.08.2014
Neue Baugenehmigungen
Warum die Großstädte keine Wohnungen mehr bauen
http://www.faz.net/aktuell/finanzen/...-13105434.html
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Alt 20.08.14, 08:53   #323
KMS1983
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KMS1983 hat die ersten Äste schon erklommen...
Der Lindenhof an der Zschopauer wird auch nicht mehr auf der GGG Seite zum Verkauf angeboten. Es scheint ein Eigentümerwechsel stattgefunden zu haben, die GGG will selbst sanieren oder gar nichts damit machen. Hoffentlich nicht letzteres.
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Alt 21.08.14, 18:55   #324
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Zu meinen Beitrag wo wohlmöglich Häuser aus GGG Besitz Verkauft wurden
handelt sich es bei Bild Nummer Drei (((siehe Oben))) um die Carl-von-Ossietzky-Straße 40 im Stadtteil Lutherviertel.
Hier war bis vor kurzem ein Verkaufsplakat, gleich wie beim Lindenhof sichtbar welches nun nicht mehr am Haus ist.
Schauen wir mal.
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Alt 23.08.14, 11:55   #325
waldkauz
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waldkauz hat die ersten Äste schon erklommen...
Das ist ein Prachtbau. Wundert mich, dass sich an dem Lindenhof noch nichts getan hat. Ich denke und hoffe, die GGG wird sich vermehrt selbst solchen Gebäuden zuwenden. Wer wenn nicht die GGG soll sich federführend in Chemnitz um den Erhalt auch alterwürdiger Gebäude kümmern? Das müssen die mal begreifen, dass gerade die GGG hier in Chemnitz große Verantwortung trägt.

Dort in diesem Bereich Zschopauer / Carl-von-Ossietzky können schöne Wohnungen geschaffen werden, wenn man es richtig macht. Mit Süd-West-Balkonen, und zumindest die Schlafräume in die Innenhöfe..
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Alt 23.08.14, 20:34   #326
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Die GGG, könnte wenn sie es schon ab den 90ern richtig gemacht hätte, heute wirklich Stolz auf sich sein.
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Alt 05.09.14, 16:13   #327
lguenth1
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Die ehemalige Hauptvermittlungsstelle der Post an der Liselotte-Herrmann-Straße 20 war vor kurzem für beachtliche 126.000 Euro versteigert worden (Beitrag), es würde also Sinn machen, wenn die offensichtlichen Arbeiten der Auftakt größerer Pläne sind.

Bei den GGG-Objekten würde ich eher zu Zurückhaltung raten. Erfahrungsgemäß müssen weder fehlende Verkaufsplakaten noch das Verschwinden von der Webseite zwingend Folge eines Verkaufs sein. Eigentlich ein Witz, dass ein städtisches Unternehmen nicht in irgendeiner Form, und sei es im Geschäftsbericht, Bericht über den erfolgten Verkauf von Eigentum ablegt.
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Alt 07.09.14, 11:18   #328
lguenth1
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lguenth1 ist ein geschätzer Menschlguenth1 ist ein geschätzer Menschlguenth1 ist ein geschätzer Menschlguenth1 ist ein geschätzer Mensch
Während der Stadt an allen Ecken und Enden das Geld fehlt und nötige Investitionen seit Jahren ausstehen, agieren Stadtverwaltung und vor allem auch der neue Stadtrat weiterhin, als würde Chemnitz im Geld nur so schwimmen. Das zeichnet sich bei den aktuellen Überlegungen zum Technischen Rathaus ab, aber auch in den aktuellen Immobiliengeschäften finden sich haarsträubende Beispiele. Hintergrund ist die sinnvolle Überlegung, städtische Immobilien zu verkaufen, um somit Einnahmen und sinkende laufende Kosten zu erreichen:

- Eine dieser städtischen Immobilien ist das Gebäude Mühlenstraße 2, in dem derzeit das Restaurant HeckArt untergebracht ist und wo im Obergeschoß Kunstveranstaltungen stattfinden. Dieses soll laut einer Verwaltungsvorlage an Huy Hoang Pham verkauft werden, der mit 270.000 Euro das höchste Angebot abgegeben hat (Beschlußvorlage). Der derzeit dort befindliche Verein Kunst für Chemnitz e. V. bekommt laut Vertrag ein Mietrecht bis 2025, der Käufer muss zudem Investionen in Fenster und Fassade übernehmen, die sonst bei der Stadt anfallen würde. Das Gebäude muss für "hochwertige Gastronomie" genutzt werden. Nun haben der Verein und der bisherige Mieter des Restaurants, der wohlgemerkt einfach ein zu niedriges Angebot abgegeben hat, eine Kampagne ohne jedes nachvollziehbare Argument begonnen, um den Verkauf an den Meistbietenden zu verhindern (Freie Presse vom 03.09.2014). Die Stadträte scheinen davon ohne jede Bedenken und unverzüglich überzeugt worden zu sein und werden dem Verkauf wohl nicht zustimmen (Freie Presse vom 05.09.2014). Das ist Filz in Reinkultur zum wirtschaftlichen Schaden der Stadt. Marktwirtschaft scheint für den Chemnitzer Stadtrat ein Fremdwort zu sein.

- Beispiel 2 ist das Umweltzentrum, über das seit Jahren diskutiert wird. Eigentlich eine überflüssige freiwillige Aufgabe der Stadt, blockiert dieses seit Jahren das Gebäude Henriettenstraße 5, welches wegen seiner attraktiven Lage sonst wahrscheinlich problemlos für mehrere hunderttausende Euro verkauft werden könnte. Nachdem man unzählige Varianten für eine Standortverlagerung geprüft und aus den unterschiedlichsten Gründen verworfen hat, hat die Verwaltung jetzt ernsthaft eine Beschlussvorlage erstellt, nach der mit dem Verein ein Erbbaurechtsvertrag erstellt werden soll, wodurch das Gebäude auch nicht verkauft werden kann. Zudem wird noch ein "einmaliger Sanierungszuschuss" von 150.000 Euro hinterhergeworfen. Dass mit einer solch geringen Summe in wenigen Jahren weitere Kosten für erforderliche Sanierungen anfallen werden, überblickt man entweder nicht oder verschweigt man bewusst. Ich weiß nach wie vor nicht, warum Chemnitz überhaupt ein Umweltzentrum braucht, aber bei der Lobby im Stadtrat wird dieser Schwachsinn garantiert mit großer Mehrheit angenommen. Später wird sich dann wieder lautstark über fehlende Haushaltsmittel beklagt, die aber in genau solchen Entscheidungen begründet sind.

- Letztes aktuell geplante Immobiliengeschäft der Stadt ist der Verkauf eines Teils des Garagenstandortes an der Beckerstraße (Luftbild, Beschlussvorlage). Hierfür würde die Volksbank Chemnitz 237.000 Euro zahlen, die dort für 150.000 Euro eine Stellplatzanlage errichten will, die für die Öffentlichkeit und für das gegenüberliegende sanierte Wohn- und Geschäftshaus Beckerstraße 13, welches sich im Teileigentum des Käufers befindet, vorgesehen ist. Damit wäre die Kündigung der Garagennutzungsverträge der 95 dortigen Garagen unumgänglich. Deshalb würde es mich nicht wundern, wenn sich noch irgendein Autofahrer tränenreich über den Verlust seiner seit DDR-Zeiten genutzten Garage beklagt und der Stadtrat wegen dieser umzumutbaren Härte sofort das Geschäft stoppt.
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Alt 07.09.14, 12:46   #329
Hannes Kuhnert
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Hannes Kuhnert sitzt schon auf dem ersten Ast
Städtische Immobiliengeschäfte

Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
Während der Stadt an allen Ecken und Enden das Geld fehlt und nötige Investitionen seit Jahren ausstehen, agieren Stadtverwaltung und vor allem auch der neue Stadtrat weiterhin, als würde Chemnitz im Geld nur so schwimmen. Das zeichnet sich bei den aktuellen Überlegungen zum Technischen Rathaus ab, aber auch in den aktuellen Immobiliengeschäften finden sich haarsträubende Beispiele. Hintergrund ist die sinnvolle Überlegung, städtische Immobilien zu verkaufen, um somit Einnahmen und sinkende laufende Kosten zu erreichen:
… und sinkende laufende Einnahmen.

Ich weiß nicht, warum davon auszugehen sein sollte, dass ein Verkauf von Immobilien für die Stadt langfristig finanziell vorteilhaft wäre.

Oder ist davon auszugehen, dass irgendjemand bspw. das Haus Mühlenstraße 2 kauft, weil er damit die Aussicht auf ein dauerhaftes Verlustgeschäft hat, das ihm gerade prima ins Portfolio passt?

Das benannte Filz-Problem mit der Infragestellung des Verkaufs, nachdem die Verkaufsabsicht kundgeton worden ist und gute Gebote eingegangen sind, sehe ich auch. Die Frage nach dem Sinn solcher Verkäufe stelle ich unabhängig davon und ganz grundsätzlich: Generell muss man davon ausgehen, dass der Betrieb einer zu verkaufenden Immobilie realistisch betrachtet Gewinne einbringen kann, um sie überhaupt verkaufen zu können. Ich meine nicht, dass es Sache der Stadt wäre, beliebig Immobilien zu betreiben, um Gewinne zu erwirtschaften. Ich sehe aber auch nicht, dass ein Verkauf an Stelle einer kompetenten Bewirtschaftung vorteilhaft wäre.

Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
- Beispiel 2 ist das Umweltzentrum, über das seit Jahren diskutiert wird. Eigentlich eine überflüssige freiwillige Aufgabe der Stadt, […]
Soso, eine freiwillige Aufgabe kann man per se „überflüssig“ nennen?

Dann gebe ich zuerst dem Stadionneubau dieses Attribut. Es ist mir nämlich schnurzepiepe, ob in Chemnitz Profifußball gespielt wird, und ich sehe schon gar keinen Grund dafür, dass die Stadtverwaltung sich da in irgendeiner Weise reinhängt.
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Alt 07.09.14, 17:39   #330
lguenth1
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lguenth1 ist ein geschätzer Menschlguenth1 ist ein geschätzer Menschlguenth1 ist ein geschätzer Menschlguenth1 ist ein geschätzer Mensch
^Wie Du selber schreibst, kann das Betreiben von Immobilien zur Gewinnerzielungsabsicht nicht Aufgabe einer Kommune sein, da das mit Sicherheit nicht das "Kerngeschäft" einer Stadt darstellt und allein deshalb bei privatwirtschaftlichen Akteuren besser aufgehoben ist. Gerade bei der Vermietung an einen gemeinnützigen Verein dürften ohnehin keine besonderen Geschäfte angestrebt werden.

Beim zweiten Punkt handelt es sich um ein Missverständnis: Ich sehe nicht jede freiwillige Aufgabe per se als überflüssig an, sondern nur ganz konkret die freiwillige Aufgabe Umweltzentrum - zumindest so lange, bis mir jemand überzeugende Argumente für deren Notwendigkeit liefert. Diese vermisse ich in der seit Ewigkeiten laufenden Diskussion zum Thema aber bisher komplett. Zum Stadion kann man ohne Zweifel geteilter Meinung sein, die Diskussion dazu wurde an unzähligen Stellen aber bereits geführt.
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