Hamburger Hafen [Ausbauprojekte und Planungen]

  • Auf diesem Bild von heute (1.Maerz) kann man die zwei neuen Bruecken fuer Hamburg sehen. Die rote Breitspur-Bruecke (links) wird sich zu ihren 10 Schwestern am Ostende des Predoehlkais gesellen. Die etwas kleinere Schmalspurbruecke (rechts) kommt ans westliche Ende des selben Kais.


    Derweil werden an der Themse erstmal die drei grauen Bruecken fuer den neuen 'Londoner' Hafen geloecht. Circa um den 12. bis 13. Maerz wird dann in Hamburg angelefert.

  • Wo wir grade bei Containerbruecken sind: Kurzlich hat jemand aus Brasilien ein Foto von den neuen Containerbruecken fuer Embraport Santos ins Netz gestellt. Auf dem Bild stehen die Bruecken noch in (der Naehe von) Schanghai auf der Fabrik Herstellers ZMPC.


    Das Bild gibt es hier zu sehen.


    Interessant dabei ist, dass man im Hintergrund die fuenf neuen Bruecken fuer den HHLA-Liegeplatz Bukai 3 sehen kann (Die rot-blauen mit der Aufschrift 'Terminal Burchardkai'). Es handelt sich dabei um die groessten je fuer Hamburg bestellten Bruecken fuer Schiffe von +18,000 teu.

  • Moin,


    im Moment ist die Zhen Hau 26 fuer den 15.3 1500 Uhr am Eurogate geplant.


    Die kleinere der beiden Bruecken wird zuerst aufgestellt.


    Gruss

    Einmal editiert, zuletzt von musTang () aus folgendem Grund: Aenderung Ankunft

  • Diverse Infrastruturprojekte im Hafen werden teurer als geplant. Hier ein Bericht. Nebenbei: Nicht mal mehr verneunftig redigieren kann man beim Abendblatt:


    Zitat:


    Insgesamt zehn Projekte werden nach aktuellem Planungsstand unter dem Strich 1,14 Milliarden Euro kosten und damit um 243,3 Millionen Euro teurer werden als noch im November 2011 veranschlagt. Die dicksten Brocken sind dabei der geplante Neubau der Kattwyk-Hubbrücke, der mit insgesamt 205 Millionen Euro von der HPA nun mit 68 Millionen Euro mehr verbucht wird als zuvor.


    Zitatende


    Ausserdem: In 2 Stunden kommen die neuen Bruecken fuer Eurogate in Hamburg an. Aktuell (11:15h) sind die bei Standersand.



    Quelle:Webcam Stadersand



    Quelle:Webcam Wittenbergen

    Einmal editiert, zuletzt von Midas ()

  • Heute im Abendblatt: So hat sich das die Politik nicht vorgestellt: Der mit Steuergeldern geförderte JadeWeserPort kommt nicht in Fahrt – der globale Schiffsverkehr macht einen großen Bogen um ihn. Nun droht Kurzarbeit. Hier weiterlesen...

  • Zwei interessante Details gibt es heute zu berichten. Mit dem 225m langen 'Panamax' Massengutfrachter NAVIOS ASTERIKS hat heute das erste 'richtige' Schiff am neuen Anleger der Kohlekraftwerks Moorburg festgemacht.


    Es waren zwar schon ein paar Schiffe dort, doch dabei handelte es sich bislang um kleine Fahrzeige die Baumaterialien oder Kompomenten fuer das Kraftwerk anlieferten.


    Der Anlauf der NAVIOS ASTERIKS ist offenbar nur ein Test, denn das Schiff hatte bereits am Hansaport-Hamburg geloescht. Es werden wohl die Ablaeufte getestet und die Loeschbruecken 'justiert' etc. Vergleichbare Schiffe werden ab 2014 die Kohle anliefern. Der Kohlebedarf bei Volllast entspricht ziemlich genau der Menge eines solchen 'Panamax' Massengutfrachters pro Woche.


    Pi-mal-Daumen Rechnung: NAVIOS ASTERIKS voll abgeladen ca 76,801 Tonnen dwt / Kraftwerk braucht ca 10,000 Tonnen Kohle pro Tag bei Volllast.


    ***


    Ausserdem gibt es neues vom Schildbuergerstreich Jade-Weser-Port:


    Nachdem der Jade-Weser-Port im Jahr 2012 ganze 26,000 teu umgeschlagen hat (zum ueberwiegenden Teil Leercontainer) aeussert sich der Hafenbetreiber Eurogate sinngemaess folgendermassen:


    2013 habe sich an diesen Zahlen nichts geändert. Eurogate wird von den vertragelich zugesicherten 700 000 teu fuer 2013 nur einen Bruchteil erreichen.


    Eurogaete nennt keine Summen, muss aber wahrscheinlich deswegen eine Vetragsstrafe in 'einstelliger Millionenhoehe' an den die ReGe Wilhelmshaven zahlen. :nono:

  • ^^ Dank der Bild-Zeitung gibt es inzwischen sogar ein Foto von dem Schiff am Kraftwerk. (Foto hier) Es handelte sich wie gesagt um einen Test. Jedoch war das Schiff nicht ganz leer - man hat sogar eine kleine Teilladung Kohle geloescht um das ganze System (Bruecken, Foerderbaender, etc) zu testen. Das Schiff ist 225m lang - wie man anhand der Groesse der Bruecken und der Laenge des neuen Kais sehen kann, koennen am Kraftwerk auch deutlich groessere Schiffe geloescht werden

  • Leider geht es im Hamburger Hafen genauso weiter wie bisher: Unschluessige Planungen ohne eine erkennbare strategische Linie. Hamburg lebt also wieterhin in den Tag hinein und wundert sich wenn es am Ende an allen Ecken und Enden im Hafen hakt.


    Angeblich soll nun der geplante dritte Kreuzfahrtanleger NICHT auf dem Grasbrook kommen, sonden am Kronprinzenkai, wo eigentlich mittelfristig der CTS geplant wurde. Damit nimmt man sich natuerlich - nur um jetzt ein wenig Geld zu sparen - die Langfristige strategische Option eines schoenes Tages die Multipurpose, Conro und Kuehlschiff-Verkehre vom Oswaldkai in den zentralen Hafen (CTS) zu verlegen und am heutigen Oswaldkai lang(!) fristig, eine Hafencity 2 mit Kreuzfahrtanleger zu realisierern und somit die Hafencity bis zur Veddel wachsen zu lassen...


    Bericht im Abendblatt.

  • Danke Midas, hatte mich schon gefragt wo das sein soll. Allerdings meine ich, dass der CTS nicht dort, sondern weiter südlich geplant ist.


    Optimal ist dieser Standort sicher nicht. Wie man zu der Aussage (im Artikel)kommt, dass er gut angeboten wäre, ist mir ein nicht klar. Weit weg vom Alten Elbtunnel und dem nächsten brauchbaren ÖPNV-Anschluss.

  • Danke Midas, hatte mich schon gefragt wo das sein soll. Allerdings meine ich, dass der CTS nicht dort, sondern weiter südlich geplant ist.


    Der CTS soll schon dahin, weshalb mich diese Entscheidung besonders wundert. Das mag ja jetzt erstmal günstiger sein, aber wenn der CTS dann irgendwann doch mal kommt muss das Kreuzfahrtterminal wieder verlagert werden an den Grasbrook oder an einen anderen Ort. Also letzendlich wirds so doch nur noch teurer.

  • Der CTS soll schon dahin, weshalb mich diese Entscheidung besonders wundert. Das mag ja jetzt erstmal günstiger sein, aber wenn der CTS dann irgendwann doch mal kommt muss das Kreuzfahrtterminal wieder verlagert werden an den Grasbrook oder an einen anderen Ort. Also letzendlich wirds so doch nur noch teurer.


    Je nachdem. Horch spricht ja von einer Zwischenlösung. Wobei das auch ein strategischer bzw. politischer Zug sein könnte (nur meine Vermutung), um die Hafenwirtschaft nicht zu sehr zu enttäuschen. Wenn ein Kreuzfahrtterminal dort erstmal in Betrieb ist und einige Jahre erfolgreich läuft, wird es schwieriger, argumentativ für die CTS-Planung Grundlagen zu schaffen als es bei der jetzigen Nutzung Steinwerders der Fall sein dürfte.


    Insgesamt erscheint alles recht "kurzfristig" bedacht zu sein, was eigentlich der bisherigen Hafenplanung widerspricht. Krisenbedingt stagniert der Umsatz bzw. konnte sich nur Pi-mal-Daumen aufs Vor-Krisen-Niveau zurückbewegen, während die Kreuzfahrt stark zunahm. Schwups, soll ein Kreuzfahrtterminal zugunsten des CTS umgesetzt werden. Da darf man gespannt sein, wie sich der Umschlag in den nächsten Jahren entwickelt. Kürzlich hatte man ja noch groß verkündet, in Südamerika neue Märkte bzw. Partner gefunden zu haben; ebenso in der Binnenschifffahrt.

  • Ist halt ein Problem, wenn Politiker immer nur bis zum Ende ihrer Legislaturperiode denken. Nach dem Motto: Wenn ich wiedegewaehlt werde denke ich wieder ein paar Jahre.


    :nono:


    Wir werden ja sehen. Ich bin mir sicher, irgendwann wird das CTS gebraucht werden frage ist halt nur wann.

  • ^^Ich aergere mich zwar auch ueber die kurzsichtige Hafenplaunung, aber wenn es fuer 10 Jahre oder so ist, dann koennte ich damit leben. Man koennte, wenn irgendwann der Neubau fuer das Terminal in der Hafencity fertig ist, den heutigen Container-Stapel-Bau einfach an den neuen Standort umsetzen. Damit haette ich kein Problem...


    Allerdings kenne ich Hamburg: Solche Provisorien raechen sich doch meist und werden 'Dauerprovisorien' und verhindern irgendwann eine neue, solide Plaung vom Reissbrett... Langfristig gehoert der Kreuzfahrtterminal einfach nicht dort hin sondern in Richtung Hafencity, Grasbrook, etc. Platz ist dort mehr als genug. Die Anbindung ist besser. Touristisch ist es interessanter. Nur ist es eben teuer weil man den Liegeplatz bauen muss (den man aber eh irgendwann braucht).


    Anderes Thema:


    Anbei noch ein (schelchtes) Beweisfoto des ersten Schiffsanlaufs am KW Moorburg.



    (Foto: Ich)


    An der NAVIOS ASTERIKS wurde fast zwei Wochen lang das Loeschen geuebt. Im Vergleich zum 225m langen Schiff, das auf dem Foto fast winzig wirkt, sieht man ganz gut was fuer ein 'Klopper' das neue Kraftwerk ist und wie gross die beiden Loeschbruecken sind: Groesser als am Hansaport! Man erkennt auch, dass locker Schiffe von bis zu 300m geloescht werden koennen. Die rechte (auf dem Bild leere) Haelfte des Kais ist fuer kleine Schiffe und Binnenschiffe und dient zur Entsorgung des Kraftwerks (Schlacke, etc) und zur Versorgung mit Hilfsstoffen. Die Kohleanlieferung erfolgt links.

    Einmal editiert, zuletzt von Midas ()

  • Zum Kreuzfahrtterminal: Die Bild berichtet, dass die Carnival Corporation für 180 Millionen Euro ein supermodernes Kreuzfahrtterminal am Überseezentrum bauen will! "Aber Horch setzt trotz klammer Kassen lieber darauf, 50 Mio. Euro aus Steuergeld für eine kleine Lösung auszugeben!"


    Mir fehlen die Worte! :nono:

  • Wenn das so stimmen sollte, dann ist es ein absolutes peinliches Versagen der Hamburger Entscheidungstraeger!!! :nono: Es wuerde mich aber nicht wundern, denn die Stadt hat es schon mehr als einmal in der Vergangenheit Milliarden(!)Investitionen von privaten Unternehmen in den Hamburger Hafen zu verhindern und dann im Nachgang selber mit Rohrkrepierern anzukommen waehrend die Investitionen dann anderswo - natuerlich in Hamburger Konkurrenzhaefen - getaetigt wurden.


    Wer als Stadt im boomenden-Kreuzfahrt-Sektor eine 180 Mio Investition von der Nummer eins in der Branche ausschlaegt, der hat den Knall nicht gehoert und dem ist nicht mehr zu helfen.


    Ich kann mir die unglaubliche und unermessliche Dilettanz in Hamburg schon vorstellen: Irgenwann will man das Carnival-Terminal doch, aber weil in Hamburg eine Hand nicht weiss was die andere macht stellt man dann fest, dass man grade einer Firma erlaubt hat genau dort am Ueberseezentrum einen Pfeiler fuer die unnuetze Idiotenseilbahn hinzustellen. Das waere in Hamburg der Normalfall.


    Avanti Dilettanti Hamburg! Es waere mal ein Machtwort des Buergermeisters faellig seinen unfaehigen Wirtschaftssenator irgendwo hin zu schieben wo Horch nicht noch mehr Schaden anrichten kann als jetzt schon!

  • Zutrauen wuerde ich es Hamburg definitiv. Aber, wenn es denn so stimmt, kann doch keiner so dumm sein und so ein Angebot ausschlagen?


    Sollten der Stadt Hamburg teile von dem was Carnival vorschlaegt nicht gefallen, bin ich mir 100% sicher, dass es auch dafuer eine Loesung gaebe.


    „Es ist eine komfortable Situation, wenn die Stadt unabhängig bleibt.“


    Dieses mag stimmen, aber nicht um jeden Preis!


    Mir faellt nur zu diesen Entscheidungstraegern nur das ein: :Nieder:

    2 Mal editiert, zuletzt von musTang () aus folgendem Grund: Zitat

  • @ Midas / 857:


    "...mehr als einmal in der Vergangenheit Milliarden(!)Investitionen von privaten Unternehmen in den Hamburger Hafen zu verhindern..."


    Hast Du da ein ein Beispiel?

  • Zum Beispiel...


    ...hat man DP World lange Jahre suggeriert, sie koennten doch gern einen 49% Minderheitsanteil an der HHLA erwerben, gebunden an bestimmte Auflagen was Arbeitsplatze, Garantievolumen, Capex-Planung, etc angeht. Am Ende stand ein Preis von ueber Euro 2 Mrd im Raum, sowie umfangreiche Investitionsplaene darueber hinaus. Kurz bevor das Ganze dann ernst wurde und nachdem DP World bereits mehrere Millionen in den Prozess (Gutachten, Due Diligence, etc) investiert hat, hat die Stadt Hamburg dem interessierten Kaeufer quasi eine Ohrfeige gegeben und alles ueber Nacht ohne Grund abgeblasen. Leider fehlt das Geld heute und die Erloese aus dem eher halbherzigen Teilboersengang (die sogenannte HHLA-Milliarde) wird in Kuerze aufgebraucht sein.


    Zum Beispiel...


    ....als die Aurubis, damals noch Norddeutsche Affi, etliche Millionen in einen neuen Liegeplatz zum Kupfererzumschlag in Hamburg investieren wollte. Nachdem die Planungen weit vorgeschritten waren verweigerte die HPA auf einmal eine langfristige Planung. Der von der Affi geplante Liegeplatz war angeblich auf einmal nicht mehr zu haben und die HPA sah sich auch nicht im Stande in einem der groessten Haefen fuer die vergleichsweise kleinen Schiffe (bis 200m) zu finden die das Kupfererz anliefern. Einen von der Affi angedachten Liegeplatz hat man sogar mit dem 'Argument' ausgeschlossen, dass er zu nahe am geplanten Hafenmuseum laege und sich dessen zukuenftige Besucher am 'Anblick und den Geraeuschen von Hafenumschlag haetten stoeren koennen'. Die Affi hat ihre Investitionsplaung in Hamburg daraufhin aufgegeben und den Umschlag nach Brunsbuettel verlegt. Der gross angekuendigte CTS, der ausserdem angeblich den Plaenen der Affi im Wege stand, ist bis heute eine Luftnummer und man macht allerhand alberne Wettbewerbe um zu verhindern, dass allzu auffaellig wird, dass sich diesbezueglich rein garnichts tut und sich wohl auch in den kommenden zehn Jahren nichts tun wird.


    Zum Beispiel...


    Hat man grosse Reedereien immer wieder hingehalten wenn sie Minderheitsanteile an Terminals kaufen wollten - solange bis die Reeder lieber andeswo investiert haben. In Krisenzeiten hat man sich dann gewundert, warum die Reeder ihre Ladung dorthin bringen wo sie 10% oder 20% Eigentum am Terminal haben und an Hamburg vorbeifahren... In allen (!) grossen Haefen Europas sind die Reeder Teilhaber in den Terminals. Nur in Hamburg nicht.


    Ich hoffe das reicht fuer's erste....