Leipzig: Astoria-Areal (Bauphase)

  • Die LWB-Geschäftsführerin Wolke-Haupt hat sich in einer Pressekonferenz am 3. Mai zur Zukunft des Wohnblocks in der Gerberstraße geäußert: Demnach beabsichtige man derzeit, das Gebäude nach einer Sanierung wieder in Betrieb zu nehmen – wolle aber dem absehbaren Astoria-Vorhaben zeitlich den Vorrang lassen, um nicht zwei parallele Großbaustellen zu eröffnen. Fragen oder Aussagen zu möglichem Abriss und Neubau gab es im Rahmen dieser Veranstaltung offenbar nicht. Hier die Quelle, inkl. Interview-Mitschnitt am Ende:


    https://www.l-iz.de/politik/br…erberstrasse-Video-216235


    Der Traum des "Wohnhochhauses in Planung" scheint demnach bis auf Weiteres ausgeträumt?

  • Danke Birte für die Zusammenfassung! Sollte es tatsächlich gelingen, das Gebäude nach so vielen Jahren Verfall und Leerstand zukunftsfähig zu machen wäre das ein Quantensprung für den Bereich westlich des Hauptbahnhofs. Wir dürfen gespannt sein. Schön, dass man entgegen der urspr. Planung nun auch die große Astoria-Leuchtschrift auf dem Dach rekonstruieren möchte.



    Bildrechte: wolff:architekten


    https://www.mdr.de/sachsen/lei…ird-wiederbelebt-100.html (inklusive Video)

  • Ich bin auch ganz angetan von dem Astoria-Projekt selbst - obwohl man es ja kaum zu glauben wagt...


    Für die Umgebung würde ich mir allerdings wünschen, dass sich die "stakeholder", also die Eigentümer und Gewerbetreibenden, die potenziellen Investoren für den "Alten Zoll", die Stadt und die LWB zusammensetzen und ein Gesamtkonzept entwickeln.


    Man hat dort die einmalige Chance, wirklich den Sprung der Innenstadt über den Ring zu schaffen. Das geht aber definitiv nicht mit lauter Einzelkonzepten und Insellösungen und ganz sicher nicht mit den beiden LWB-Blöcken, egal wie viele Dämmplatten man auf deren Fassade klebt.
    Hier wäre es wirklich schön, wenn man eine Lösung fände, die es der LWB erlaubt, dort neu (jeweils im Blockrand) zu bauen mit vernünftigen, innenstadttauglichen Grundrissen, bei denen die Mieten einigermaßen erschwinglich bleiben. Wenn man dort die Erdgeschosszonen mit entsprechendem Gewerbe vorsieht, könnte das ein wirklich nettes Pflaster werden.


    Genug gemeckert - erstmal überwiegt natürlich die vorsichtige Freude über die Sanierungspläne fürs Astoria - so nah dran war man glaube ich noch nie.


    Ich kenne es ja nur leerstehend und verrammelt, trotzdem immer noch würdevoll, und freue mich darauf, es wieder zum Leben erweckt zu sehen.

  • ^ ich sehe das Prjekt auch ganz gerne im Kontext und erwarte durch ein Zusammenwirken von dem 'Astoria' sowie dem Neubau der 'SAB' einen Aufschwung für die Nordvorstadt. Hier liegt eine menge Potential durch eine wertige Hotelanlage mit würdiger Außengestaltung, den Ring auch in dieser Gegend ein Stück weiter attraktiv zu machen. Vor allem durch die öffentlichen gastronomischen Einrichtungen, die den Abschnitt wieder zugänglicher machen. Auch - wie Birte schreibt - die Innenstadt weiter nach Norden zu ziehen. Das passt natürlich auch mit Projekten wie dem Neubauvorhaben am Alten Zoll sehr gut zusammen. Es ist ja im Großen und Ganzen, das verkehrlich beste Quartier der Stadt - so direkt am Hbf.



    Die extrem perforierte Gegend hat solche mehrfachen Initialzündungen wirklich nötig. Knackpunkt natürlich die beiden städtebaulichen Schwachpunkte in Form der LWB-Riegel. Während beim direkten Nachbarn des 'Astoria' zumindest die Chance auf eine deutliche Verbesserung betünde, hat man anscheinend noch überhaupt keinen Plan, was damit passieren soll. Verdichtung der viel zu breiten Gerberstraße durch einen Blockrand wie auch die Möglichkeiten an Höhe neben dem 'WESTIN' ergeben sich ja. Ich hoffe da kommt noch die Erleuchtung beim Anblick aus der LWB-Zentrale heraus, an der Ostseite des Hbfs.


  • Knackpunkt natürlich die beiden städtebaulichen Schwachpunkte in Form der LWB-Riegel. Während beim direkten Nachbarn des 'Astoria' zumindest die Chance auf eine deutliche Verbesserung betünde, hat man anscheinend noch überhaupt keinen Plan, was damit passieren soll. Verdichtung der viel zu breiten Gerberstraße durch einen Blockrand wie auch die Möglichkeiten an Höhe neben dem 'WESTIN' ergeben sich ja.


    Ich sehe hier nur beim leergezogenen Riegel am Astoria die Chance, dass dieser evtl. doch noch fällt. Bei der Wohnmaschine parallel zur Gerberstraße verhindern m.M.n. die gesetzl. vorgeschriebenen Abstandsflächen eine komplette Schließung im Blockrand. Wahrscheinlicher ist hier, dass man den östlichen und nördlichen Bereich baulich weiter einfasst zumal der LWB-Riegel (zumindest dem äußeren Anschein nach) nicht wirklich sanierungsbedürftig erscheint und die LWB ohne Not hier sicher nicht tätig wird.

  • ^ Das mit den Abstandsflächen verstehe ich nicht. Wenn man den Riegel entlang der Gerberstraße abreißen und dort z. B. achtgeschossig mit Höhenakzenten an den drei freien Ecken im Blockrand bauen würde, dürften diese doch keine Rolle spielen, oder?

  • Die Abstandsflächen natürlich nur unter Vorbehalt, dass der Riegel stehen bleibt! Städtebaulich ist er sicherlich ein echtes Ärgernis aber warum sollte die LWB diesen abreißen lassen und ohne Not so viele Wohnungen vom Markt nehmen wenn er baulich - anders als der Astoria-Riegel - einen intakten Eindruck macht und allen Anschein nach wohl auch gut vermietet ist?

  • ^ Ok, dann verstehe ich das mit den Abstandsflächen. Von sich aus wird die LWB das sicher nicht tun - daher mein Wunsch nach einem Gesamtkonzept aller Beteiligten. Das Ganze hängt ja zusammen.
    Wenn man den Querriegel abreißen, das Baufeld neu bebauen und die EG-Zone gestalten würde, fehlt ein passendes Gegenstück gegenüber. Das kann aber nur errichtet werden, wenn der Gerberstraßenriegel fällt, da dort sonst nicht genug Platz ist.
    Das Projekt westlich des Hauptbahnhofs ist auf eine vernünftige optische Anbindung an die Kurt-Schumacher-Straße angewiesen, da die Gegend derzeit eine tote Zone ist. Der Ausbau der Kurt-Schumacher-Straße und die Gestaltung der Bürgersteige wird ebenfalls eine entscheidende Rolle dabei spielen, ebenso auf der anderen Seite des Blocks die Gestaltung und künftige Nutzung der Gerberstraße für was anderes als als schnellstraßenähnlicher Zubringer zum Ring.


    Im ersten Schritt wäre es wichtig, dass der Querriegel fällt, damit man dort nicht für die nächsten 15, 20 Jahre wieder festgelegt ist.


    Die LWB wäre langfristig meiner Ansicht nach mit Abriss und Neubebauung deutlich besser bedient als mit einem Erhalt. Es würden auch vermutlich gar nicht weniger Wohnungen werden - die sich aber deutlich besser vermieten lassen könnten. Man müsste nur einen Weg finden, die neuen Mietpreise einigermaßen verträglich zu gestalten.

  • ^ Das ist ja gerade die Crux. Der Erhalt dieses Querriegels wäre nicht nachhaltig und käme der LWB auch nicht günstiger. Selbst wenn sie billig saniert, müsste sie in ein paar Jahren wieder viel Geld für die Instandsetzung in die Hand nehmen. Saniert sie den Riegel so, dass wirklich zeitgemäße und attraktive Wohnungen für eine breit gefächerte Zielgruppe darin entstehen, kann sie mit dem Geld, was dafür nötig sein wird, gleich abreißen und neu bauen.


    Ich denke, das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen. Sofern es Intown ernst meint (woran ich noch ein wenig zweifle) und das olle Astoria wieder zu einem echten Schmuckstück mit dem Flair eines Grandhotels macht, dann kommt man um eine städtebauliche Neukonzeption des ganzen Karrees ganz nicht drumrum.

  • ^ interessant auch, dass man nun ein Fünf Sterne Haus plant. Da scheint also ein tatsächliches Interesse einer Hotelkette dahinter. Und das wird sicher noch einmal einen Einfluss auf die bauliche Struktur des Ensembles haben. Evtl. sogar einen positiven Effekt auf den LWB-Block dahinter.


  • Quelle: PM Stadt Leipzig

  • Erfreulich. Die separate Planung des Außenbereichs am Willy-Brandt-Platz hängt wohl auch mit den Wünschen des künftigen Betreibers zusammen. Dort würde dann ja auch eine nur für die Gäste vorgesehene Anfahrt realisiert. Ähnlich dem "Fürstenhof".


    Die sog. Skybars sind entlang des Rings ja der neuest Schrei ;)


  • Nun zum Astoria:


    Die historischen Fassaden werden weitgehend wiederhergestellt,


    Das wäre prima, aber wie weit ist "weitgehend"...?



    Eine Detailaufnahme, insbesondere vom 1.OG von vor 45.




    Zustand in den 50ern, Bauschmuck weitgehend noch erhalten.


    Später wurden die Reliefs zerstört...


    Die Bahnhofsseite nach über 20 Jahren Leerstand und Verwahrlosung, die lt. "Geheimplan" in den Ursprungszustand von 1915 zurückversetzt werden soll. Eigentlich selbstverständlich.

    Bilder: Cowboy


    ...und auf den Visus sind sie leider auch nicht wieder aufgetaucht:




    Bildrechte: wolff:architekten

  • ^ Gute Frage - das war ein Zitat aus der Pressekonferenz, die ich übers Netz verfolgen konnte. Es wurde noch gesagt, dass die Reliefs zwischen den Fenstern jedenfalls nicht rekonstruiert werden sollen. Ich vermute mal, dass das dann auch für das Band über dem 1. OG gilt.

  • ^ Kann man fast nicht glauben, dass es nach über 20 Jahren ohne Aussicht auf eine Wiederbelebung es endlich losgehen soll. Mit dieser Sanierung verschwindet einer der letzten innerstädtischen Schandflecke der Stadt.

  • Blockrandbebauung Astoria-Areal

    2017 hat das Basler Architekturbüro Hörner Architekten in Zusammenarbeit mit Weyell Zipse Architekten eine Machbarkeitsstudie zur städtebaulichen Neuordnung des Areals nördlich von Astoria-Hotel durchgeführt. Drei Varianten gibt es insgesamt. Welche ist Dein Favorit?


    Lageplan.


    Variante 1.


    Variante 2.


    Variante 3.


    © Hörner Architekten

  • Die Frontfassade zum Ring hin, wird nun eingerüstet. Ansonsten kann man aber noch keine sichtbaren Veränderungen ausmachen. Zumindest nicht außerhalb des Gebäudehofs.

  • ^ Auf der Webcam für die SAB kann man erahnen, dass die Gerüste bereits die Front zum Ring schmücken und der Bauzaun wurde jetzt auch an der Gerberstraße errichtet.


    Sehr erfreulich, die Entwicklung. Fehlt nur noch, dass die LWB ihre Sanierungspläne des Querriegels fallen lässt und somit der Weg für eine angemessene Neubebauung frei wird.