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Alt 05.01.12, 13:00   #1
nairobi
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nairobi wird schon bald berühmt werdennairobi wird schon bald berühmt werden
Wohnungsmangel und -bau in Hamburg - Diskussionsthread

Da die Frage in einem anderen Thread aufgekommen ist, dort aber nicht hin passt, möchte dieser Diskussion ein Raum geben.

Welche Kleingärten-Kolonien wären potenziell ein geeignetes Gebiet für neu Wohngebiete?
Was spricht dafür, gerade dort neuen Wohnraum zu schaffen, was dagegen?

Ich hoffe auf eine rege Diskussion zu diesem Thema.
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Alt 05.01.12, 14:08   #2
Midas
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Zitat:
Zitat von nairobi Beitrag anzeigen
Welche Kleingärten-Kolonien wären potenziell ein geeignetes Gebiet für neu Wohngebiete?.
Ich finde im Prinzip alle

Aber im Erst: Alles was in weniger als 10 Km Radius von der Innenstadt liegt und in 500m Radius von einer S- oder U-Bahn Station liegt und nicht durch extremen Laerm / Industrie gestoert wird gehoert auf den Pruefstand und sollte bevorzugt dem (Geschoss-)Wohungsbau ueberlassen werden.
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Alt 05.01.12, 15:23   #3
nairobi
Silbernes Mitglied

 
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nairobi wird schon bald berühmt werdennairobi wird schon bald berühmt werden
Danke für die klare Definition.

Nach den Kriterien fallen aber die Kolonien zwischen Ausschläger Weg, Bergedorfer Straße und Horner Rampe nicht zu den betroffenen Flächen. Genauso die meisten Kolonienen in Farmsen oder Wandsbek-Gartenstadt.

Allzu viel bleibt dann nicht mehr übrig, etwa in der Nähe von Hagenbecks Tierpark.
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Alt 05.01.12, 15:25   #4
Oeconom
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Oeconom befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Kleingärtenflächen sind nunmal Reserveflächen. Auch wenn sie die Lebensqualität für die Inhaber und für einige Spaziergänger erhöhen mögen, so sollte doch der eigentliche Nutzen von innerstädtischen Flächen im Vordergrund stehen, sobald ein sinnvolles Investitionskonzept für vor allem aber nicht nur Wohnungsbau besteht.
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Alt 05.01.12, 20:04   #5
DiggerD21
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DiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer Mensch
Die riesige Kleingartenkolonie in Wandsbek-Gartenstadt ist im Grunde sehr ruhig. Man könnte das ganze Gelände in etwa der Dichte des benachbarten Dulsberg bauen und entlang der Hochbahnstrecken kommen halt Büro- und Geschäftsriegel hin.

Ein Teil des Kleingartengeländes westlich der S-Bahn Rübenkamp könnte man zu einem Wohngebiet machen. Der Rest wäre wohl zu stark dem Güterbahnverkehr ausgesetzt, als dass man dort Wohnungen bauen könnte,

Die Kleingärten südlich vom Stadtpark zwischen U3 und der Straße Südring könnte man für Wohnbebauung nutzen, ebenso die angrenzende Kleingartenzeile entlang des Wiesendamms. Auch gleich in der Nähe: Die Kleingärten gegenüber vom Atisha an der Barmbeker Straße und im Süden durch den Osterbekkanal abgegrenzt.

Ausländische Freunde hielten die Kleingärten generell erstmal für Slums, bis ich ihnen erzählte, dass dies keine Wohnungen im eigentlichen Sinne sind, sondern Erholhungsgebiete für die Eigentümer.

[Sarkasmus] Und die Kleingartenanlage am Diebsteich kann man mit einer Seniorenwohnanlage bebauen. Die Friedhöfe sind dann gleich in der Nachbarschaft [/Sarkasmus]
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Alt 05.01.12, 20:34   #6
Midas
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Zitat:
Zitat von DiggerD21 Beitrag anzeigen
Ein Teil des Kleingartengeländes westlich der S-Bahn Rübenkamp könnte man zu einem Wohngebiet machen. Der Rest wäre wohl zu stark dem Güterbahnverkehr ausgesetzt, als dass man dort Wohnungen bauen könnte,
Wieso 'koennte'? Das Hebebrandquartier ist doch beschlossene Sache. (Plan pdf)

Zitat:
Zitat von DiggerD21 Beitrag anzeigen
Ausländische Freunde hielten die Kleingärten generell erstmal für Slums
Geht den Franzosen hier in Paris genauso - hier gibt es keine Schrebergaerten und allein die Tatsache, dass man in Deutschland grosse zentrale Areale einer Stadt einer kleinen Minderheit der Buerger ueberleasst, nur damit diese dann dort Kartoffeln und Erbsen anbauen kann stoesst hier (zurecht) auf allgemeines Unverstaednis.

Geändert von Midas (05.01.12 um 20:51 Uhr)
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Alt 05.01.12, 20:37   #7
DiggerD21
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DiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer Mensch
Na gut, dann halt eben "wird". Seit ich in Breslau lebe, lese ich keine Hamburger Lokalpresse, sofern es nicht hier verlinkt wird.
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Alt 05.01.12, 20:59   #8
Urberliner
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Urberliner befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Kleingärten sind eine Idee aus der Jahrhundertwende. Dahinter steckt der Gedanke, dass einfache Arbeiter auch ein kleines privates Erholungsgebiet haben können. Das war damals ein höchst sozialer und fortschrittlicher Gedanke. Damals gab es noch keine großen öffentlichen Parks. Der Jenisch Park gehörte der Familie Jenisch, der Fischerspark der Familie Fischer und so weiter. Zudem gab es noch viele Freiflächen (meist alte Acker, die zu klein zum bewirtschaften geworden waren).

Aber mit der Öffnung der Parks, der neuen Urbanisierung und dem daraus resultierenden Mangel an innerstädtischen Flächen werden die Privat-Parzellen zu etwas höchst unsozialen. Sie widersprechen der Idee des modernen gemeinschaftlichen Wohnen.
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Alt 05.01.12, 21:15   #9
Midas
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@ Urberliner: Stimmt - so habe ich es noch gar nicht gesehen, aber da ist was dran. Die ehedem soziale Grundidee wird unter heutigen Rahmenbedingungen in der Tat Gegenteil verkehrt.

@ Digger: Sorry, dass sollte nicht 'altkug' rueberkommen falls es sich so angehoert hat. (PS: Ich lese die HHer Presse ja auch nur noch online aus der Ferne, aber ich habe ein paar sehr nuetzliche Google-Alterts laufen)
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Alt 05.01.12, 22:05   #10
nairobi
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nairobi wird schon bald berühmt werdennairobi wird schon bald berühmt werden
Ich freue mich über die viele Beiträge.

Auch ich sehe die Kleingärten als eine Art "Flächenreserve" an. Sowohl was den Wohnungsbau angeht, als auch für die Erweiterungen von Gewerbeflächen (etwa wenn LH Technik sich vergrößern möchte).

Aber Kleingärten haben auch eine wichtige soziale Funktion. Für viele, gerade ältere Bürger sind sie ein wichtiger Teil ihres Lebens. Die Pflege ihrer Scholle ist zu so etwas wie ein Lebensaufgabe geworden. Diese als unsozial zu bezeichnen kann ich ehrlich gesagt nicht nachvollziehen.

Trotzdem wäre es sicher sinnvoll die eine oder andere Fläche für den Wohnungsbau zu erschließen. Midas Kriterien sind da sehr vernünftig.
Ein guter Anschluß an U- oder S-Bahn sind eine zentrale Voraussetzung.
Die meisten Kleingartenkolonien liegen aber abseits dieser Linien. Diese großflächig für Wohnbebauung zu nutzen birgt die Gefahr, das Buslinien völlig überlastet werden.
Sollte einmal eine Stadtbahn von Steilshoop nach Rahlstedt fahren, würde sich genau das für viele Kleingärten in dem Bereich ändern.
Aber dann bitte erst die Erschließung durch den ÖPNV und dann Wohnungsbau.
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Alt 06.01.12, 01:10   #11
DiggerD21
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Hier findet Ihr übrigens die (wie ich vermute) komplette Auflistung von Kleingartenanlagen in Hamburg: http://www.kleingarten-hh.de/index.php?id=2132#c4744

Ihr könnt ja mal gucken, welche Anlagen dort in der Nähe von U- oder S-Bahn sind, und dann können wir ja mal zum Spaß wild rumspekulieren, wieviele Wohnungen man auf diesen Anlagen errichten könnte.
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Alt 06.01.12, 08:51   #12
micro
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micro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblickmicro ist ein wunderbarer Anblick
@Urberliner, auf der von Digger verlinkten Seite findet sich auch ein Link zu FAQ, u.a. zur 200-jährigen Historie. Dort stehen noch mehr Entstehungsgründe, die heute nicht mehr gelten. So dienten die Kleingärten vor allem der Lebensmittelversorgung und als Spielplätze für Kinder, weil es sonst keine gab. Heute gibt es Spielplätze überall, in den Kg sieht man dagegen kaum Kinder. Die Lebensmittelversorgung ist heute kein Problem, und die Mobilität der Bevölkerung hat immens zugenommen. Wer einen Garten haben will, könnte den heute auch außerhalb der Stadt erreichen.
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Alt 06.01.12, 18:40   #13
Oeconom
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Bevor man jetzt anfängt alle Kleingärten platt zu machen, sollte man vielleicht erstmal schauen, wo es sich noch mehr anbietet zusätzlichen Wohnraum, aber auch Büros und Gewerbe zu schaffen. So wären Lückenschlüsse und Aufstockungen in vielen Bereichen sicherlich erstmal die näher liegenderen Lösungen, wenn diese auch schwerer umzusetzen sind. Auch der Abriss schlechter Bausubstanz und Ersatz durch neuere modernere Häuser wäre teilweise sicherlich sinnvoll, allerdings scheitert dies ja leider sehr oft aus nicht nachvollziehbaren Partialinteressen kleiner Personenkreise. Dennoch sollten die Kleingärten immer als das gesehen werden, was sie sind, nämlich Reserveflächen für andere Nutzungen.
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Alt 19.01.12, 18:42   #14
Elbjunge
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Also hier möchte ich auch mal Position beziehen...

Ich finde diese "Vereinfachung", dass Kleingärten per se Restflächen seien und einer städtischen Entwicklung entgegenstehen würden, sehr kritisch.

Erst einmal sollte man doch froh sein, dass wir auch grüne Zonen in der Stadt haben, die nicht zugebaut sind. Gerade Hamburg hat mit seinen vielen innerstädtisch gelegenen Kleingartenkolonien ein großes Plus an Lebensqualität für viele Menschen – gerade auch für Kinder (in Zeiten, wo Kinder sonst kaum mehr Kontakt mit Natur haben).

Nichtsdestotrotz kann der aktuelle Status nicht auf Ewigkeit betoniert werden. Viele Flächen z.B. in Barmbek, fände auch ich ideal als Standort für Wohnbebauung, die HH zudem sehr dringend nötig hat. Dann gibt es aber Flächen z.B. in Wilhelmsburg, Harburg oder Wandsbek, die schon fast periphere Stadtlagen sind, kaum erschlossen geschweige denn mit ÖPNV angebunden, die auch ruhig Kleingartenkolonien bleiben dürfen.
Das Hebebrandquartier ist dafür eine ideale Fläche, auf der Kleingärten tatsächlich eine Sünde sind.

Ich sehe aber auch ein großes Problem in der Haltung von Politik und Verwaltung gegenüber den Kleingärtnern. Ihnen wird stets entgegengebracht, dass sie nur eine Restfläche seien, die städtisch unbedeutsam und für Entwicklungen bereitstehen würde.
Im Tausch gegen Gemeinschaftsgärten gebe ich gern die ein oder andere Kleingartenkolonie auf.
Elbjunge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.01.12, 21:54   #15
Urberliner
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Zitat:
Zitat von Elbjunge Beitrag anzeigen
Im Tausch gegen Gemeinschaftsgärten gebe ich gern die ein oder andere Kleingartenkolonie auf.
Sehr richtig! Hier in Berlin gibt es zahlreiche derartige Projekte. Sie werden alle sehr gut angenommen und tragen enorm zu der Aufwertung der angrenzenden Quartiere bei. Hier eine kleine Übersicht: http://www.tip-berlin.de/kultur-und-...sgarten-berlin

Hinzu kommt die Fläche auf dem Tempelhofer Flugfeld.
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