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Alt 25.01.12, 13:51   #61
Midas
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Midas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiell
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welche Interessen du verfolgst, lässt sich aus deinen Posts hier ja recht gut herauslesen und deine Antwort kannte ich schon, bevor du diese geschrieben hast
Das ist natuerlich schon sehr 'souveraern' wenn man hinterher schreibt, dass man schon vorher haette sagen koennten was der jeweils andere (...)

Vielleicht faellt Dir ja auch am Sonntag ein, dass Du eigentlich Freitag schon ganz genau wusstest wie alle Samstagspiele der Bundesliga ausgehen. Eine wahrlich beeindrueckende Faehigkeit - da kann der Rest von uns natuerlich nicht mithalten.

Welche Interessen ich verfolge, laesst sich nebenbei denke ich nicht so klar aus meinen Posts herauslesen. Da ich mein muehsam ueber die Jahre zur Seite gelegtes Geld (z.T.) in Hamburger Immobilien angelegt habe muesste ich eigentlich jeden Neubau in der Stadt ablehnen und jeden Kleingarten als hoch schuetzenswert ansehen. Schliesslich senkt jedes staatlich gefoerderte Wohunsbauprogramm den Marktdruck und somit die Verzinsing meines eingesetzten 'Investment'.

Allerdings gehe ich nicht mit einem festen Weltbild 'a la Pispers' und Scheuklappen durch die Welt. Der bestehende, hohe Inwertsetzungsdruck auf Flaechen in Hamburg ist schlicht und einfach ein Fakt. Wer das ignorieren will, weil (z.B.) in seinem Weltbild auf zentral gelegene Kleingartenkolonien auf ewig unantastbar sind, der traegt diese Haltung am Ende auf dem Ruecken von wohunsgsuchenden Familen mittleren Einkommens aus.
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Alt 25.01.12, 20:15   #62
NewUrban
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Ganz einfach wie im Wien der 20er Jahre: Hohe Steuern auf Luxuswohnungen á la Elbphilharmonie und diese Steuer direkt umleiten in den sozialen Wohnungsbau. Wien hat einen der höchsten Anteile sozialen Wohnungsbaus. Auch Aufstocken bestehender Bauten kann ein Weg sein in einigen Fällen. Lieber kleine, innerstädtische Grünflächen versiegeln, dafür aber viele Wohnungen schaffen.
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Alt 25.01.12, 21:20   #63
Oeconom
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Ach Gott Midas,welche Interessen du verfolgst, lässt sich aus deinen Posts hier ja recht gut herauslesen und deine Antwort kannte ich schon, bevor du diese geschrieben hast....
Naja, Deine Weltanschauung ist aber auch offensichtlich. Du hast offenbar eine Art neosozialistisches Weltbild, das leider völlig an der Realität vorbei geht. Aber dafür kann man sich ja dann als Weltverbesserer und Revoluzzer fühlen.
Ist übrigens gar nicht böse gemeint, Du meinst es wahrscheinlich auch nur gut.

Es wäre übrigens hochgradig schwachsinnig im großen Stil Büroflächen in Wohnungen umzuwidmen. Das macht partiell sicher Sinn. Aber wenn man es übertreibt, dann fehlen irgendwann auch diese Flächen. Daher ist es wesentlich sinnvoller erstmal nachzuverdichten, Lücken zu schließen und eben Kleingärten zu bebauen.

Zitat:
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Ganz einfach wie im Wien der 20er Jahre: Hohe Steuern auf Luxuswohnungen á la Elbphilharmonie und diese Steuer direkt umleiten in den sozialen Wohnungsbau. Wien hat einen der höchsten Anteile sozialen Wohnungsbaus. Auch Aufstocken bestehender Bauten kann ein Weg sein in einigen Fällen.
Jene, die in Deutschland ein gewisses Einkommen haben, werden doch nun wirklich schon genug geschröpft. Frag mal lieber, warum über 50% der Bevölkerung NICHTS zu unserem Gemeinwohl beitragen. Man lässt sich nämlich die immer höhere Besteuerung irgendwann nicht mehr gefallen, wenn man sieht was für Leute damit teilweise finanziert werden. Und damit meine ich sicherlich niemanden, der unschuldig in Not geraten ist. Aber es gibt auch genug Leute, die es sich schön in der sozialen Hängematte eingerichtet haben. Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der sich Gedanken über das Auswandern macht und ich verdiene nicht mal gut. Aber irgendwann ist man es halt leid...
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Alt 25.01.12, 23:59   #64
DiggerD21
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Aber es gibt auch genug Leute, die es sich schön in der sozialen Hängematte eingerichtet haben. Ich bin sicherlich nicht der Einzige, der sich Gedanken über das Auswandern macht und ich verdiene nicht mal gut. Aber irgendwann ist man es halt leid...
Ja, Schmarotzer gibt es auch in den Sozialsystemen. Sie stellen aber mit Sicherheit nicht die Mehrheit der Empfänger von Sozialleistungen dar, sondern nur eine vergleichsweise kleine Minderheit. Und wie ich hier in einem alten Focus-Artikel von 1995 (also weit vor der Hartz4-Reform) lesen kann, gab es auch schon damals gutverdienende Leute, die sich Sozialleistungen erschlichen haben.
Also, bitte nicht alle Sozialhilfeempänger über einen Kamm scheren, sondern differenzierter an die Sache herangehen. Alles andere ist Stammtischniveau.

Und zum Thema Auswandern: Wenn du ein Problem mit der Sozialabgabenlast hast, und das der Grund wäre für dich zum auswandern, dann wanderst du wegen einem "Luxusproblem" aus (kleiner Tipp: wander dann nicht nach Italien aus ). Andere wandern aus, weil sie auf dem deutschen Arbeitsmarkt keine Chance bekommen, im Ausland einfach ein interessantes Angebot finden, sich einfach für das Zielland interessieren oder weil sie die Schnauze voll von der deutschen Neidgesellschaft haben, oder andere Gründe.

Aber was rede ich hier. Ist ja alles schon wieder sehr off-topic.


Jetzt wieder On-Topic: Das von NewUrban hervorgebrachte Wiener Modell klingt interessant. Soweit ich weiß, können sogar relativ wohlhabende Menschen in Wien unter bestimmten Voraussetzungen ganz legal eine Sozialwohnung beziehen und kaum einen juckt es. Offenbar hat man dort auch ein anderes Verständnis von dieser Thematik und ist vielleicht nicht so mit Stigmen und Klischees beladen. Man müsste aber untersuchen, inwieweit so ein System gutverdienende Klientel abschreckt. Wenn sie deswegen von Hamburg fernbleiben, bleiben ja auch deren Steuerabgaben für Hamburg weg.

Eine andere Idee habe ich auch bezüglich der Wohnungsnot: Die Stadt bietet temporäre Wohnungen (also Boardinghouses) verschiedener Preisklassen an zugezogene Arbeitnehmer an, wenn sie auf dem Wohnungsmarkt Probleme haben, eine Wohnung zu finden. So müssen Arbeitgeber nicht erst warten, bis der neue Arbeitnehmer sein Wohnungsproblem gelöst hat, sondern hat etwas Zeit, sich nach etwas passendem Umzusehen, während er aber schon in Hamburg arbeitet und entsprechend Steuern zahlt. Für Arbeitnehmer, die für einen längerfristigen Job (zu erwartendes Beschäftigungsverhältnis ist länger als die max. Nutzungszeit der temporären Wohnung) nach Hamburg kommen, oder die nicht genug Geld für Maklergebühren u.ä. haben, könnten diese Wohnungen günstiger angeboten werden, damit es dem Arbeitnehmer eher gelingt, ausreichend Geld für Maklergebühren, Genossenschaftsanteile usw. anzusparen und damit seine Erfolgsaussichten auf dem regulären Wohnungsmarkt erhöht.
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Alt 26.01.12, 11:10   #65
Midas
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Vielleicht waere es an der Zeit diesen Thread umzubenennen und thematisch ein wenig zu oeffnen in Richtung: "Der Hamburger Wohungsmarkt". An das Ursprungsthema (zur Erinnerung: Kleingaerten kamen darin vor) haelt sich ja eh niemand.

Ich wundere mich ausserdem, dass hier so viel in Extremen diskutiert wird. Es geht irgendwie immer ruckzuck in Richtung arm vs reich und politischer Grundsatzfragen. Natuerlich hat es jemand mit (sehr) wenig Geld (sehr) schwer eine schoene (wenn auch kleine), halbwegs zentral gelegene Wohnung zu finden. Daran wird sich jedoch nichts Grundsaetzliches aendern auch wenn es immer mal leichte Anspannungen und Entspannungen im Markt gibt. Man mag das bedauerlich finden, aber es ist doch letztenendes ganz natuerlich, dass wer wenig Ressoucen hat, auch wenig Auswahl hat. Das ist am Wohungsmarkt doch nicht anders als an der Kaesetheke, im Reisebuero oder im Schuhgeschaeft. Dies ist jedoch nicht Hamburgs Problem, sondern wenn ueberhaupt, ein allgemeines.

Genauso ist es bei 'reichen' Menschen. Auch im Luxusmarkt gibt es nicht allzu viele Immobilien in Hamburg. Einziger Untetrschied hier, ist dass das "Problem" der Wohungssuche in bequemeren Lebensumstaenden ausgetragen wird. Aber auch das ist kein Problem fuer Hamburg im Speziellen.

Also warum wird hier immer mit den Extremen argumentiert? Laeuft es am Ende denn immer auf eine Die-alleinerziehende-Krankenschwester-gegen-den-Multimillionaer-Diskussion hinaus? Sowas ist nicht zielfuherend, denn hier liegt nicht Hamburgs Problem.

Das aktuelle (und strukturelle!) Problem Hamburgs ist, dass bezahlbare Wohungen im mittleren Preissegment fehlen. Also schoene, ausreichend grosse und halbwegs zentrale Wohnungen fuer ganz normale Berufstaetige. Fuer normale Steuerzahler. Fuer Durchschnittbuerger. Fuer junge Familien. Fuer grosse Familien. Fuer Alleinverdiener.

Diese Klientel hat durchaus eigne finanzielle Mittel, aber angesichts der permanent steigenden Preise bekommt sie eben langsam Probleme etwas halbwegs Angemessenes in Hamburg zu finden. Diese Klientel will bzw braucht keine Almosen und sie braucht keine Sozialwohung vom Amt. Diese Klientel braucht nichts weiter als einen 'normalen' und funktionierenden Wohnunsgmarkt im Gleichgewicht und eben den gibt es derzeit in Hamburg nicht wirklich.

Wenn die Stadt konsequent weitere zentrale Flaechen fuer Wohungsbau erschliesst, buerokratische Hindernisse abbaut und Foerderprogramme auflegt die der oben beschriebenen Klientel helfen selbst Eigentum zu erwerben, dann wird der Maarkt mittelfristig wieder mehr ins Gleichgewicht kommen und alles ist gut. Allerdings braucht es dafuer auch (zum Teil) zusaetzliche Flaechen. Konversion (ex-Gewerbe, ex-Bahnflaechen) dort wo es moeglich ist und Neuerschliessung (ex Kleingarten, ex Pferdeweide) dort wo es noetig ist.
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Alt 26.01.12, 22:11   #66
NewUrban
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Es mangelt in Hamburg am allermeisten an kleinen Wohnungen für Singles. Das Wiener Modell wird sicher auch seine Tücken haben (Stichwort Erschleichung von Sozialwohnungen) Das Prinzip ist aber, den Geringverdienern (Sozialhilfeempfänger werden nicht zwangsweise bevorzugt) eine annehmbare, bezahlbare Wohnung in der stadt zu bieten. Der Gemeindebau hat eine lange Tradition in Wien. Da müsste Hamburg aber erstmal anfangen eigene Grundstücke zu behalten und selbst zu bebauen. Ich könnte mir durchaus auch vorstellen, die oberste Etage als Penthouse auszubauen und somit das Haus co zu finanzieren. Früher ging das in Berlin auch (Stichwort Vorderhaus Hinterhaus.) Aber heute möchte sich wohl keiner der oberen Zehntausend mit dem Pöbel ein Haus teilen...
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Alt 27.01.12, 11:37   #67
Midas
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(Halbwegs) passend zum Thema: Aufstand der Nimbys. Wir sind ja sehr fuer Wohunsgbau anderswo, aber bitte nicht grade bei uns. Uns ist das nicht zumutbar!

Auszug:

Eigentümer Michael Börner-Kleindienst, der dort ein "attraktives Rotklinkergebäude mit Rasen und Spielfläche drum herum" errichten möchte. Der 45-Jährige hat sich im Vorwege viele Gedanken gemacht, gerade weil er einen Konflikt mit den Nachbarn vermeiden wollte. Das Gebäude soll sich architektonisch und städteplanerisch gut einpassen, sagt er. (...). Das Gebäude soll nicht mehr als drei Geschosse plus Staffelgeschoss haben - und damit niedriger sein als alle Häuser in der Umgebung.

....

Für die Anwohner war die Genehmigung ein Schock, auch wenn sich die meisten einig sind, dass Hamburg mehr familienfreundlichen Wohnraum brauche. Aber die Bebauung eines (will sagen: ihres) Innenhofes könne keine sinnvolle Lösung sein, weil Innenhöfe doch die Anwohner vor Lärm schützen und Ruhezone sein sollten.
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Alt 27.01.12, 13:43   #68
Urberliner
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Aufstand der Nimbys. Wir sind ja sehr fuer Wohunsgbau anderswo, aber bitte nicht grade bei uns.
Das "Abendblatt" bringt ja fragwürdigerweise ständig diese Geschichten über Menschen, die mit ihren Partikularinteressen den Wohnungsbau blockieren wollen. In diesem Fall trifft die Bezeichnung Nimbys (Not in my backyard) sogar im wörtlichen Sinne zu. Erschreckend fande ich vor allem die dem Artikel beigestellte Online-Umfrage, wonach fast 70 Prozent der teilnehmenden User Verständnis für die Nimbys haben.
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Alt 27.01.12, 16:25   #69
DocHH
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DocHH ist im DAF berühmtDocHH ist im DAF berühmt
Zitat:
Allerdings gehe ich nicht mit einem festen Weltbild 'a la Pispers' und Scheuklappen durch die Welt. Der bestehende, hohe Inwertsetzungsdruck auf Flaechen in Hamburg ist schlicht und einfach ein Fakt. Wer das ignorieren will, weil (z.B.) in seinem Weltbild auf zentral gelegene Kleingartenkolonien auf ewig unantastbar sind, der traegt diese Haltung am Ende auf dem Ruecken von wohunsgsuchenden Familen mittleren Einkommens aus.
Was du einfach nicht begreifst, ist, dass es Menschen mit anderen Ansichten gibt, als du sie hast. Das einem gewissen Druck nachgegeben wird, führt uns doch Schritt für Schritt in die Richtung, dass gebaut und gebaut wird, bis alles schön dicht ist.
DAs sich Schrebergärten zu einem Refugium entwickelt haben, lässt sich nunmal nicht von der Hand weisen und es ist doch vollkommen klar, dass sich die Menschen wehren, die sich dort ein kleines pardies aufgebaut haben und ihnen das auf einem wieder weggenommen werden soll.

Wenn diese Flächen verschwinden, sind sie weg - für immer und das sollte man sich meiner Meinung nach gut überlegen.

Aber so wie ich das lese, was du schreibst, verurteilst du die Würmer und Käfer als etwas schlechtes, was uns sowieso grundlegend unterscheidet....

Vielleicht sollte man auch einfach mal damit aufhören, andauernd Eigentumswohnungen zu bauen und stattdessen ein paar bezahlbare Mehrfamilienhäuser zur Miete hinsetzen....
Aber das bringt den Investoren ja nicht genug Kniste in die Taschen....

Die letzten Quartiere, die neu gebaut wurden, sind fast ausnahmslos Eigentumswohnungen, die sich eine normale Mittelstandsfamilie mit 2 Kindern ( so wie wir auch ) nicht leisten kann ... wo ist das Familiengerecht ??
Und in den Vierteln, wo der soziale Wohnungsbau vorangerieben wird, werde ich meine beiden Kinder definitiv nicht zur Schule schicken.
Ich bin daraufhin nach Relligen gezogen, stell dir vor und eigentlich müsste ich der Erste sein ,der für das Plattmachen der Schrebergärten ist, da ich in HH für meine Familie keinen passenden Wohnraum gefunden habe.
Aber wir haben nunmal auch einen Schrebergarten und den liebe ich, unsere Kinder, meine Frau und meine Eltern ebenso..... der Wert dieser Schrebergärten ist meiner Meinung nach nahezu unbezahlbar, da er eine Einzigartige Rückzugsmöglichkeit für Mensch und Tier bietet und da kannst du mir noch so mit irgendeinem Inwertsetzungsdruck kommen...
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Alt 27.01.12, 20:13   #70
Oeconom
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Lieber Genosse DocHH,

ich möchte Dich zumindest darauf hinweisen, dass der Anteil an Eigentumswohnungen fast überall in Deutschland höher ist als in Hamburg. Also tu bitte nicht so, als gäbe es in Hamburg nur Eigentumswohnungen und kaum Mietwohnungen, das ist schlicht falsch.
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Alt 27.01.12, 20:24   #71
Midas
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Was du einfach nicht begreifst, ist, dass es Menschen mit anderen Ansichten gibt, als du sie hast.
Oh doch, das begreife ich sehr wohl. Ich haette es wohl auch sehr schwierig in meinem Job und im Leben allgemein wenn ich das nicht verstuende. Stell Dir vor: Ich aktzeptiere sogar sehr gern die Ansichten anderer Menschen, was allerdings nicht heisst, dass ich sie mir auch zueigen machen muss. Ich muss jedoch zugeben, dass ich mich normalerweise in einem Umfeld bewege in dem auch bei noch so unterschiedlichen Ansichten ein gewisses Niveau in der Diskussion gewahrt bleibt.

Ich habe in der Tat nichts dafuer uebrig wenn z.B. auf sachliche Argumente nicht eingeganen wird, von mir aus zum Beispiel auch durch deren Widerlegung, aber dafuer gleich die gute alte Klassenkampfkeule aus der Mottenkiste hervorgeholt wird. Wenn fuer Dich ist die am duennsten besiedelte Millionenstadt der Welt (also Hamburg) schon auf dem halben Weg ist eine "monotone Häuserwüste" zu werden, die sich im Wesentlichen "gestaltet aus den Profitinteressen geldgeiler Kapitalisten" (beides Zitate von Dir), dann kann ich das eben nicht vollends erst nehmen.

Zitat:
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Vielleicht sollte man auch einfach mal damit aufhören, andauernd Eigentumswohnungen zu bauen und stattdessen ein paar bezahlbare Mehrfamilienhäuser zur Miete hinsetzen.... Aber das bringt den Investoren ja nicht genug Kniste in die Taschen...
In diesem Falle ist die Realitaet vielleicht etwas komplexer als Dein Eindruck. Es ist duchaus moeglich Zinshaueser zu bauen die eine gute Wohnqualiatet bieten, die fuer den Mieter durchaus bezahlbar sind und die troztdem das Investment ausreichend refinanzieren. (Die Verzinsung in Form von Mieteinnahmen ist zwar relativ bescheiden, aber dafuer ist die Immobilie mindestens inflationsstabil was wiederum die reale Verzinsung unterm Strich erhoeht - auch wenn man diesen Teil des Geldes natuerlich nicht 'ausgezahlt' bekommt ohne die Immobilie zu verkaufen.) Darueber hinaus gibt es in Hamburg sehr aktive und engagierte Genossenschaften, die gerne das Geld ihrer Mitglieder in neue Wohnhaeuser im mittleren und unteren Preissegment anlegen wuerden.

Unmoeglich gemacht wird dies jedoch zum Teil durch den Mangel an bezahlbaren und geeigeten Grundstuecken. Dieser Mangel treibt natuerlich die Preise nach oben. Ich wuerde daran gern etwas aendern und neue Flaechen fuer solche Bauheren zur Verfuegung stellen. Wenn man jedoch wie Du kategorisch jede von Bauten freie Gruenflaeche (in der am duennsten besiedelten Millionenstadt der Welt um das noch mal zu wiederholen) als auf ewig unantastbar betrachtet, dann wird das natuerlich schwierig bzw gar unmoeglich.

Auch gegen den Bau von Wohneigentum ist nichts einzuwenden. Ich bin sogar sehr dafuer, dass mehr Menschen Eigentuemer der vier Waende werden die sie bewohnen und nicht mehr mieten muessen. Es ist doch gut, wenn man sein eigener Vermieter wird. Auch dem Mietmarkt schadet das nicht: Fuer fast jede neu gebaute Eigentumswohung in Hamburg wird anderswo in der Stadt eine Mietwohnung frei und kommt auf den Markt wenn der bisherige Mieter in sein neues Wohneigentum zieht.

Zitat:
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Und in den Vierteln, wo der soziale Wohnungsbau vorangerieben wird, werde ich meine beiden Kinder definitiv nicht zur Schule schicken.
Welche Viertel meinst Du denn damit konkret und warum sind die Schulen dort nur gut genug fuer anderer Leute kinder und nicht fuer Deine?

Zitat:
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Aber wir haben nunmal auch einen Schrebergarten und den liebe ich, unsere Kinder, meine Frau und meine Eltern ebenso..... der Wert dieser Schrebergärten ist meiner Meinung nach nahezu unbezahlbar, da er eine Einzigartige Rückzugsmöglichkeit für Mensch und Tier bietet und da kannst du mir noch so mit irgendeinem Inwertsetzungsdruck kommen...
Du unterliegst hier nach wie vor einem Missverstaendnis: Besagten Inwertsetzungsdruck gibt es nich weil ich 'damit ankomme'. Er ist schlicht und einfach da, weil Hamburgs Bevoelkerung und Wirtschaft wachsen, aber die Flaechen der Stadt nun einmal eben nicht wachsen. Das heisst nicht, dass diesem Druck immer und ueberall nachgegeben werden muss, aber ihn zu ignorieren nach dem Motto 'Mir doch egal, was ich nicht sehe gibt es nicht!' ist sicher keine Loesung.

MOD: Ich habe den Thread jetzt mal umbenannt, dann muss nicht immer der Bogen zu den Kleingärten geschlagen werden. Beste Grüße, Dykie!
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Alt 28.01.12, 23:01   #72
Oeconom
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Nehmen wir zunächst mal an, dass wir in Hamburg zu wenige Wohnungen/Häuser haben, um die vorhandene Nachfrage zu befriedigen. Ich denke das ist unbestritten, da sollten wir uns also alle einig sein. Dadurch steigen teilweise leider auch die Mieten bzw. Kaufpreise stärker als wünschenswert (zumindest aus Sicht der Nachfrager nach Wohnraum). Auch da sind wir uns doch alle einig.

Jetzt sollten wir mal schauen, welche Möglichkeiten es gibt dieser Nachfrage möglichst zeitnah und ohne größere Nachteile gerecht zu werden. Weitgehend unproblematisch sollten eigentlich Aufstockungen und Lückenschlüsse sein, diese führen nicht zu (relevantem) zusätzlichem Flächenverbrauch. Es ist aber problematisch dies im großen Stil umzusetzen, da sich jeweils einzelne Eigentümer zu solchen Maßnahmen durchringen müssten. Hier kann die Stadt allerhöchstens informatorisch tätig werden und vielleicht kleinere Förderanreize setzen.

Dann gibt es die Möglichkeit der Nachverdichtung, indem man in sehr großen Innenhöfen oder auf Flächen nahe vorhandenen Wohnraums zusätzliche Wohnungen oder Häuser errichtet. Das hat eigentlich auch kaum ernsthafte Nachteile, dennoch gibt es gegen solche Maßnahmen erhebliche Proteste.

Eine weitere Möglichkeit ist der Abriss von zu niedrigen alten Bestandsbauten und die Neuerrichtung höherer Gebäude, die auf der gleichen oder ähnlichen Grundfläche mehr Wohnraum zur Verfügung stellen. Auch hier ist leider mit erheblichen Proteste, nicht nur durch die bisherigen Nutzer der abzureißenden Wohnungen sondern auch durch in der Umgebung wohnende Menschen, die Lärm und Schmutz während der Abriss- und Bauzeit befürchten.

Es gibt die Möglichkeit bisher anders genutzte Flächen für Wohnungsbau umzuwidmen. Das erfolgt oft bei nicht mehr genutzten Kasernen, Krankenhäusern oder Bahnflächen. Darüber hinaus können auch ehem. Industrie- oder Gewerbeflächen umgenutzt werden, ebenso wie Kleingärten. Bei Kleingärten ist leider auch mit erheblichen Protesten zu rechnen. Umnutzungen der anderen Flächen gehen meist relativ glatt über die Bühne, leider kommt es auch hier immer wieder zu dem Problem, dass Bürgerbeteiligung zu geringeren Gebäudehöhen und damit geringeren Wohnflächen führt.

Eine weitere Möglichkeit wäre bestehende Parks oder Grünflächen zu bebauen, das ist wohl nur in den seltensten Fällen erwünscht.

Neben bürokratischen Problemen hemmen somit in erheblichem Maße Proteste von sogenannten Wutbürgern und Linksautonomen die Schaffung von Wohnraum. Bislang drängt sich der Eindruck auf, dass ein Mehr an Bürgerbeteiligung nicht dazu führt, dass die Proteste geringer werden. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Was kann man daher tun? Hürden für Bürgerbegehren wieder erhöhen? Bestimmte Maßnahmen von der Möglichkeit dagegen vorzugehen ausnehmen?
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Alt 29.01.12, 10:12   #73
HelgeK
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Ein par Probleme, die meiner Meinung nach die Verbesserung der Situation verhindern:
  • Auf dem Hamburger Immobilienmarkt ist praktisch kein Bauland für Wohnungsbau verfügbar. Juristische Bedenken verhindern die Nutzung der größten Flächenreserve, der hafennahen Gebiete. Anwohner könnten gegen Lärm und Abgase durch den Hafenbetrieb klagen. Zwar gibt es an jeder halbwegs befahrenen Straße viel mehr Lärm und Abgase als am Hafen, aber dafür keine juristisch aussichtsreiche Grundlage für Klagen
  • Auf den zahlreichen nicht mehr genutzten Wasserflächen der östlich des alten Elbtunnels gelegenen Hafenbecken könnte theoretisch preiswert und hochwertig auf Hausbooten gewohnt werden. Praktisch scheitert das ebenfalls an den genannten rechtlichen Bedenken und am Freihafenstatus (nur Zweitwohnsitze sind zugelassen)
  • Die bereits diskutierten Kleingärten. Lieber Grün für eine kleine Minderheit, als bezahlbarer städtischer Wohnraum für die Mehrheit
  • Die stadtplanerischen Vorgaben verhindern eine dichte Bebauung wie zur Gründerzeit. Absurderweise sind gerade die Stadtquartiere aus dieser Zeit, als noch "menschenunwürdig" dicht gebaut wurde, heute außerordentlich begehrt. Wertvolle Flächen gehen so für "Abstandgrün" drauf, und Spielräume zur Nachverdichtung nach Oben bleiben ungenutzt
  • Der Mieterschutz behindert potentielle Kleininvestoren. Großvermieter lassen sich Mietausfälle durch Problemmieter per Umlage durch die anderen Mieter bezahlen. Kleinvermieter haben diese Option nicht, und werden mit dem Risiko "Problemmieter" alleine gelassen, Kündigungen gegen Mieter, die nicht oder zu wenig zahlen, ohne regelmäßiges Einkommen sind kaum durchsetzbar. Faktisch wird hier die Finanzierung eines gesellschaftlichen Anliegens (niemand soll auf die Straße gesetzt werden), Privatpersonen überlassen
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Alt 29.01.12, 11:31   #74
Stadtmensch
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Es sollte die vorhandene Bebauung aufgewertet werden!
In diesem Thread wurde ja schon erwähnt, dass sich die starke Nachfrage auf wenige In-Viertel beschränkt, während man z.B. in Wandsbek nicht tot überm Zaun hängen möchte!

Dieses Experiment - aufwerten der vorhandenen Bebauung - ist ja in Wilhelmsburg schon gestartet und wir werden sehen, wie es sich da langfristig entwickelt...

Eine weitere Möglichkeit sind die "Plattenbaughettos" Mümmelmannsberg, Steilshoop oder Osdorfer Born. Da zieht heutzutage auch keine junge Familie hin, weil die Kinder nicht auf eine Schule mit hohem Migrantenanteil sollen. Da muss man auch die Bevölkerungsmischung in diesen Stadtteilen verbessern.

Aufwertung von Einfallstraßenrandwohnungen: Viele Wohnungen sind entlang der großen Einfallstraßen und da wohnt auch keiner freiwillig. Hier könnte man flächendeckend in Hamburg Tempo30 einführen und die Straßen generell von momentan bis zu 6spurig auf zukünftig höchstens 4spurig zurückbauen.
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Alt 29.01.12, 12:12   #75
HelgeK
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Eine weitere Möglichkeit sind die "Plattenbaughettos" Mümmelmannsberg, Steilshoop oder Osdorfer Born. Da zieht heutzutage auch keine junge Familie hin, weil die Kinder nicht auf eine Schule mit hohem Migrantenanteil sollen. Da muss man auch die Bevölkerungsmischung in diesen Stadtteilen verbessern.
Zustimmung. Aber wie? Die kosmetischen Maßnahmen, die bisher probiert wurden, haben in dieser Hinsicht nichts gebracht. Die Quartiere bleiben einfach unattraktiv.
Zitat:
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Aufwertung von Einfallstraßenrandwohnungen: Viele Wohnungen sind entlang der großen Einfallstraßen und da wohnt auch keiner freiwillig. Hier könnte man flächendeckend in Hamburg Tempo30 einführen und die Straßen generell von momentan bis zu 6spurig auf zukünftig höchstens 4spurig zurückbauen.
Tempo 30, aber dafür Dauerstau - ich fürde, die B5 oder die Osdorfer Landstraße werden so nicht wirklich attraktiver! Der Schlüssel liegt glaube ich eher an der Art der Randbebauung. Höher, dichter an die Straße, Blockrand. 3fach-Verglasung mit perfektem Schallschutz. Dafür hinten raus größere Gärten, die dann perfekt gegen den Lärm abgeschirmt sind.
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