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Alt 31.07.15, 20:36   #1
allday
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allday wird schon bald berühmt werdenallday wird schon bald berühmt werden
Urlaub, Regen? Sonst nix los? Lesefutter!

Kennt jemand die relativ schlichten Romane
von Boris Meyn?
http://www.rowohlt.de/autor/Boris_Meyn.5344.html

Für echte Krimileser mag das Spannende hängen, aber wer sich auch für Details Hamburger Geschichte interessiert, die Stadt auch kennt
mögen diese Büchlein unterhaltsam und informativ sein. Schiffsbau Werften, Hafenerweiterung - und der Architekt Martin Haller - Namen die wir noch ständig lesen

Der Autor ist Kunst-und Bauhistoriker - ich habe gerade gelesen "der eiserne Wal" und nun "die Schattenflotte" - ist schon kurios wie sich Geschehnisse der Veränderung wiederholen.
Vor allem - im Wiki steht davon nichts.
Es wirkt als täten die Leute noch leben.

naja, wer mag liest oder setzt noch andere Autoren hinzu, die ähnlich schreiben -
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Alt 14.08.15, 12:21   #2
Bau-Lcfr
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"Wie viele Hochhäuser verträgt Hamburg?"

Aus einen anderen Thread:

Zitat:
Zitat von CRBauer Beitrag anzeigen
Immer diese gekürzten Hochhäuser. Entweder Hochhaus oder nicht. Das geht mir in Hamburg auch auf die Nerven mit diesen ewigen auf halbem Wege verreckten Stummeln.
Gerade flammt in Hamburg eine Hochhäuser-Grundsatzdebatte wieder auf, die Hadi Teherani kürzlich initierte - dieser vorgestrige Mopo-Artikel ist die letzte mir bekannte Stimme dazu (damit als Lesefutter empfohlen). Wenn eine stadtpolitische Sprecherin einer großen Ratsfraktion zum Thema nur unsachliches "Manhattan liegt am Hudson und nicht an der Elbe" verkünden kann, wird die öffentliche Debatte hoffentlich für differenziertere Betrachtungsweisen sorgen.

Persünlich halte ich übrigens wenig von den Kürzung-"Kompromissen", die vor allem schlechtere Proportionen zur Folge haben.
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Alt 14.08.15, 18:48   #3
Donjon05
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Die Überlegung, außerhalb der Innenstadt Hochhäuser zu bauen, finde ich nur dann passend, wenn es sich um Solitäre handelt. Ausfallstraßen mit wichtigen Querstraßen können so akzentuiert werden. Zum Beispiel kann ich mir ein Hochhaus an der Ecke Kieler Straße / Langenfelder Damm gut vorstellen.

Dabei denke ich an schlanke Formen mit bis zu 20 Etagen. Aber warum sollte man - außer an den Elbbrücken - Wolkenkratzer bauen?

Geändert von Donjon05 (14.08.15 um 19:03 Uhr) Grund: Typo
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Alt 14.08.15, 18:57   #4
Häuser
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Paris (La Defense) hat extra außerhalb ein Gebiet, wo die die Hochhauskultur verwirklichen können.

London, das mitten im Zentrum hier und dort ein Hochhaus gebaut haben, finde ich grässlich.

Also wenn dann eine Gegend wie Hammerbrook (City Süd), City Nord oder Harburg und dann richtig. Aber in der Innenstadt (Deutsche Bahn Turm) halte ich von herzlich wenig.

Verschont die Innenstadt. Die City Hochhäuser und das Allianz Gebäude haben gezeigt, was für einen Schaden das verursacht
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Alt 14.08.15, 19:45   #5
hulibobo
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hulibobo ist bald nicht mehr zu helfen
Als ich das mit "Manhattan liegt am Hudson" gelesen habe hier im Thema,dachte ich,dass es ein schlechter Scherz ist.Unglaublich wie man heutzutage sowas noch sagen kann.Manhattan hat ca.650 Gebäude über 100 Meter.Über 26 Gebäude sind über 200 Meter im Bau,9 über 300,4 über 400,1 über 500 Meter.

Daran kann und wird nie eine deutsche Stadt rankommen,nicht mal alle deutschsprachigen zusammen.

Hier geht es um einzelne Projekte,dass man sagt,es können doch auch in Hamburg hier und da vielleicht bis 10 Gebäude entstehen,die um die 100 Meter sind in den nächsten Jahren.
Jeder weiß,dass es wahrscheinlich langfristig in keiner deutschen Stadt außer Frankfurt und vielleicht noch Berlin echte Hochhäuser entstehen werden,auch keine die sich in der Höhe mit Wien,Warschau oder Mailand annährend messen können.

Also Frau Stöver,wenn schon,dann stimmt eher,Wien liegt an der Donau und nicht an der Elbe,oder Warschau liegt an der Weichsel und nicht an der Elbe.
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Alt 15.08.15, 02:56   #6
allday
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bei den Hochhäusern ist evtl, auch zu bedenken, das Hamburgs Flughafen angeflogen werden muss.

Und ehrlich - die dinger die da an der Elbchaussee stehen - unterhalb ist Park
die sehen nicht nur schlimm aus auch wenn man von unten hochguckt - grausam

die Alten Elbbrücken sind für mch auch ein Seh-Denkmal - sollte man auch nicht verbauen.

Ja ja, auch ich mags auch nicht so hoch - ich könnte auch so hoch nie wohnen oder arbeiten.
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Alt 15.08.15, 13:53   #7
CRBauer
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CRBauer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Man kann hier natürlich lang und breit persönliche Geschmäcker miteinander vergleichen, wer es wie hoch mag - ich beispielsweise liebe die Londoner Solitaire! Die Häuser an der Elbchaussee stören mich, weil sie hässlich sind, und nicht, weil sie hoch sind. Ich finde auch, das weithin sichtbare Landmarken eine Stadt gliedern und als Ganzes erfahrbarer machen.
Dazu ein etwas ideologisch-sozialphilosophischer Gedanke: Ich finde es rein persönlich unzeitgemäß bis unangemessen, wenn Stadtbilder architektonisch von Kirchen dominiert werden, und bin somit auch über ein Konzerthaus als säkulares neues kulturelles Wahrzeichen sehr froh. Ich finde, dass Kirchen architektonisch weltlich beantwortet werden müssen. Meinetwegen außerhalb der Wallanlagen.
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Alt 15.08.15, 23:27   #8
darwin
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Nun CRBauer, da gehe ich mit dir weitestgehend konform. Ich finde nicht, dass die Kirchen eine architektonisch tragendere Rolle erhalten sollten als ihnen heute gesellschaftlich zusteht. Man mag das historische Stadtbild gerne wahren, wenn man über die Binnenalster Richtung Rathaus blickt. Mich stört aber, dass das an den Kirchtürmen festgemacht wird.

Zurück zu den Hochhäusern. Viele Hamburger sind diesbezüglich sehr, sehr negativ voreingenommen. Und die Diskussion wird dominiert von Menschen die eine verschrobene und verquere Ideologie mitbringen. Um dieser negativen Einstellung zu begegnen und sie zu ändern bräuchte es ein wirklich überzeugendes Hochhaus, welches das Eis bricht. Dieses Hochhaus müsste anmutig und ausgesprochen schön sein. Es sollte ganz ausdrücklich kein hochgezogener Kasten sein wie fast alle anderen Hamburger Klötzchen oder das langweilige Uptown in München. Sondern eher geschwungene, organische Strukturen mitbringen. Es sollte auch durch seine intelligente Nutzung und ein ökologisch ausgewogenes Energiekonzept überzeugen. Was Anmut und Schönheit betrifft war in meinen Augen Hadis Lighthouse schon sehr nah dran. Bezüglich der Höhe sollte man sich erst mal im 200-250 Meter Bereich bewegen. Damit überragt man den Rest ohne gleich die halbe Stadt zu erschlagen.

Ich selber habe einige Jahre in einer Hochhausstadt gelebt und hatte keine Probleme mit Wolkenkratzern in Innenstädten. Im Gegenteil dort erwartet man sie eigentlich auch. Solche Türme aber locker und weit verteilt um die Innenstadt herum, hier und da mal zu stellen halte ich für wenig ansehnlich. London ist so ein schlechtes Beispiel. Genauso halte ich La Defense für eine schlechte Lösung. Ein solch abgelegener Cluster signalisiert das vermeintliche Stadtzentrum, was es aber nicht ist wie jeder Pariser und Besucher irgendwann weiß. Damit erzeugt man einen Wiederspruch oder zumindest eine städtebauliche Dissonanz. Solch eine Dissonanz kennt jeder Hamburger auch von der Mundsburg, die wohl einiges zur weit verbreiteten Hamburger Hochhausphobie beigetragen hat.

In meinen Augen wäre die nahe City Süd ein ausgesprochen gut geeignetes Hochhausquartier und ließe sich mit dem Baakenhafen gut kombinieren. Nur schade, dass es in der City Süd nur noch wenige freie Flächen gibt.

Freie Flächen sind mein letztes Stichwort. Nun hat Hamburg ja schon einige Hochhäuser. Naja Hochhäuserchen, weil richtig hoch sind sie ja nicht. Aber wenn dann doch gelegentlich mal eines wieder abgerissen wird, dann sollten die freiwerdenden Grundstücke auf jeden Fall bevorzugt wieder für Hochhäuser vorgesehen werden. Das erspart viele lästige Diskussionen und Auseinandersetzungen. Aus diesem Grund kann ich die jetzigen Pläne zur Neubebauung des Euler Hermes Hochhauses überhaupt nicht befürworten. Bedenkt man die Proteste welche den Gewerbebau auf dem Zeiseparkplatz begleitet haben, dann verstehe ich schon zweimal nicht warum die Gewerbefläche des Euler Hermes Hauses direkt an der S-Bahn nun für einfache 5-stöckige 08/15 Wohnhäuser verschleudert wird. Gewerbeflächen werden immer rarer und irgendwo wollen die vielen neuen Bewohner ja arbeiten.
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Alt 18.08.15, 16:58   #9
allday
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die verqueren haben in der Hanselounge weiter über Hochhäuser palavert.. erhellend und beruhigend.
an euch gilt dann auch, entwickelt mal schöne 60 Etagen - mit sicherem Balkon
und Müllschacht - und zwei Fahrstühlen, falls mal eier ausser Betrieb sein muss.
ab seite 39-40 http://www.deutsches-architektur-for...t=6365&page=39
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Alt 18.08.15, 17:16   #10
darwin
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Ich lasse meine Antwort erst mal hier in der Hanse-Lounge.
Die Aufgaben mit Balkon, Müllschacht und Fahrstühlen sind doch alle schon gelöst worden, also nix wirklich anspruchsvolles. Ein erstes höheres Hochhaus in Hamburg würde ich aber nicht für Wohnungen planen. Damit vereinfacht sich die Balkonfrage schon mal.
Trotzdem gibt es auch nette Entwürfe die das 20 Etagen Stummelhochhausniveau deutlich überragen und auch die gewünschten Balkone liefern.

Das My80 in Melbourne ist dem Marco Polo Tower recht ähnlich und eben nicht so mickrig.

https://en.wikipedia.org/wiki/List_o...0_May_2014.png
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Alt 18.08.15, 17:25   #11
allday
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so als Skyline und Foto ganz nett - aber so wohnen - ne nein danke
Melbourne hat aber artig zugelegt in den Höhen - über 100 meter - wenn ich das richtig gesehen habe.

danke auch
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Alt 19.08.15, 09:28   #12
Häuser
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Meine Meinung:

Hamburg hat mit seinen Kirchen St Nikolai (5. höchste), St Petri (11. höchste), St Michaelis (12. höchste), St Jacobi (15 . höchste) und St Katharinen (28. höchste Sakralgebäude DER WELT!) schon etwas sehr bedeutendes in Sachen Kirchentürme und somit als Panorama zu bieten. Niemand würde neben dem Mailänder Dom ein Hochhaus bauen mit der Begründung "aber in einer Großstadt gehört sich das"

Ich glaube wir sind uns alle einig: die Innenstadt ist TABU für Hochhäuser. Ich finde den Kiez mit den tanzenden Türmen schon hart an der Grenze. Dass jetzt ausgerechnet an der Esplanade einer drauf gesetzt wird, entsetzt mich.

Dabei dachte ich, dass mit dem Glaxo Smith Hochhausabriss an der Alster eine Trendwende eingeläutet worden sei. hier und hier

Die Höchhäuser Philosophenturm, , Gorch-Fock-Haus, Geomatikum, Finnlandhaus sind eine Beleidigung fürs Auge. Mal wieder wird pradoxerweise die, die noch ansehnlich sind, abgerissen Hermes Zentrale

Man erkennt den Beton-Hochhausstil der 50er.

Zum Glück werden schon einige abgerissen. Besonders in der City Süd:

Hier

Hier

oder werden überarbeitet hier

Wenn dann noch die furchtbare Hochbrücke in Hammerbrook weg kommt (links im Bild), kann es zu einem tollen Großstadtflair kommen.

Und zum Platz: Diese ganze Mitte mit Staples und komischen Lagerräumen sind doch Grotte hier. In der City Süd kann man noch verdammt viel anstellen. Aus der Nordkanalstraße kann man viel machen. Der Wandalenweg ist eher ein Geisterweg.

Also ich sehe verdammt viel Platz in bester Stadtnähe.

In Sachen Wohnhochhaus fällt mir spontan Marina City ein. In den 50ern gebaut, bis heute legendär.
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Alt 19.08.15, 09:55   #13
Bau-Lcfr
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Zitat:
Zitat von Häuser Beitrag anzeigen
Niemand würde neben dem Mailänder Dom ein Hochhaus bauen mit der Begründung "aber in einer Großstadt gehört sich das"
Die Frage, wie man die Nachbarschaft definiert - hier auf dem vierten/fünften Foto sieht man den Eingang der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II am Domplatz und weiter in der Perspektive ein Hochhaus (kein Wolkenkratzer, eins gemäßigter Höhe) - ungefähr 300 Meter vom Dom entfernt. Gerade eine Innenstadt ist der Ort, wo Hochhäuser hingehören - abgesehen von den altstädtischen Tabuzonen. Die Reeperbahn mit den Tanzenden Türmen etwa liegt außerhalb der Wallanlagen und eindeutig weit von der Altstadt weg. Ich sehe auch keine Gründe, wieso kein Hochhaus an der Wallanlage entstehen dürfte, wenn nicht gerade historische Häuser in der Nachbarschaft stehen - was in Hamburg ein seltener Fall ist. Wichtiger wäre z.B., ob es im EG Läden/Gastronomie gibt - auch ein Büroblock mit 7-8 Geschossen ohne welche kann abweisend wirken.

Dass manche Hochhäuser der 1950er/1960er/1970er Jahre gestalterisch misslungen sind, ist keine Begründung, dass genau alle immer misslungen sein müssen. BTW: Das da hätte man tatsächlich abreissen und ersetzen sollen, und auch wenn durch ein neues Hochhaus - mit wirklich interessanter Fassade und ohne blinde Seitenwände. Bereits das Hotel Pullman in der Kölner Altstadt empfand ich stets als Bereicherung - hier sind die schmalen Wände zwar auch blind, doch viel interessanter gestaltet.

Etwa in Frankfurt gibt es längst Hochhäuser innerhalb der Wallanlagen, doch nicht sie sind das eigentliche Problem des Altstadtgebiets - es sind die vielen Zeilensiedlungen der 1950er Jahre ohne zentrumsbildende Funktionen. (Solche gibt es in Hamburg zwar inmitten des Wallrings nicht, doch knapp außerhalb - schon, etwa im Osten.) Es ist viel zu vereinfacht, alles auf die Frage der Höhe zu reduzieren.
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Geändert von Bau-Lcfr (19.08.15 um 10:28 Uhr)
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Alt 20.08.15, 08:11   #14
f-r-a-n-k
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@Häuser: Das geplante kleine Hochhaus an der Esplanade reiht sich aber doch vollkommen in den Bestand ein… man könnte jetzt fragen, ob man die Büroflächen wirklich braucht, aber ansonsten sehe ich da kein Problem.

Und das Finnlandhaus, was ist an dem auszusetzen? Es kann ja nix dafür, dass man es in den 60ern ausgerechnet an die Esplanade setzte bzw. dass man in der Nachkriegszeit die Esplanade als klassizistischen Straßenzug aufgab.

Hat übrigens eine sehr interessante Baugeschichte, quasi von oben nach unten gebaut, war seinerzeit eine Novität.

https://de.wikipedia.org/wiki/Finnlandhaus
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Alt 31.08.15, 09:25   #15
Häuser
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Frank, es ist eine reine (meine) Geschmackssache. Die Esplanade könnte ähnlich wie die Palmaille sein. Aber man meinte in den 60ern, dort in so einer kleinen Allee unbedingt Hochhäuser reinknallen zu müssen und hat somit den Charme zerstört. Und genau das macht das Finnlandhaus. Mich verwundert, dass diese Ecke nicht unter die von Midas erwähnten Binnenalsterverordnung fällt.

Finde, dass man hier Stadtreparatur betreiben sollte und nicht noch einen drauf setzen muss.

Gucken wir unsere "Hochhausgegenden" mal an:

City Nord - tot
City Süd - tot
Mundsburg - gruselig

und weil das so toll ist, brauchen wir noch mehr davon?

In einem Zeitungsartikel der Welt Warum Radfahrer fuer jede Metropole ein Segen sind fällt ein Satz:

"Um das Leben in einer Stadt zu ersticken, gibt es kein effizienteres Mittel als Autos und Wolkenkratzer"

Warum dieser Drang nach oben? Müssen wir unbedingt amerikanische Städte kopieren, während die amerikanischen Städte die europäischen kopieren?

Egal in welcher Stadt empfand ich die Gegend um die Wolkenkratzer als tot. Das Leben findet in den kleinteiligeren Vierteln statt. Dort sitzt man draußen in der Sonne und nicht im Schatten eines Wolkenkratzers.

Generell finde ich, dass Hamburg international zu unselbstbewusst agiert. Immer schielt es zu den anderen Metropolen der Welt, will kopieren, dazu gehören, will seinen Namen in der Metropolengesellschaft bekommen. Deswegen - scheint es so mir - muss man jetzt auch unbedingt ein richtiges Hochhaus im Stadtbild haben. Warum?? Kopenhagen braucht es auch nicht.

Und zum Zeitungsartikel: Das Auto hat mehr als bewiesen, dass es das Stadtleben zerstört hat (Willy-Brandt-Straße). Durch die autofreie Innenstadt kam übrigens das Leben in die Innenstadt zurück. Aber das ist ein anderes Thema.
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