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Alt 10.08.08, 18:24   #16
fehlplaner
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fehlplaner braucht man einfachfehlplaner braucht man einfachfehlplaner braucht man einfachfehlplaner braucht man einfachfehlplaner braucht man einfachfehlplaner braucht man einfach
^
Die meisten Rolli-Fahrer kommen da scheinbar ganz gut mit zurecht, zumindest so wie ich das immer seh.

Ja, nach ein paar mal bekommen es die meisten hin. Aber ich kenne einige Rollifahrer die nur mit B-Person die Medi-Lifte befahren können. Ich habe auch schon gesehen wie E-Rollis die untere Platform hineingedrückt haben. Auch im Bus eingeschlossene E-Rollis hat es schon gegeben da zwischendurch einfach der Lift ausgefallen ist.
Zudem habe ich schon von mindestens 2 Fällen gehört wo die Rampe unter einen Schieberolli (!!!) zusammengebrochen ist und auf die Straße hinuntergefallen ist. Der Bus stand dann halt erst mal.

Auf der 31 und 32 werden die Plätze als Stehplätze benutzt - die beiden Linien sind als die Uni-Linien ja immer extrem stark ausgelastet.

In den BRN-Zeiten auf den 35er ist auch auf der 31/32 nicht mehr so viel los.

Richtung Eppelheim (22) steigt man entsprechend am Betriebshof um, wos leider nur einen 20cm-Bahnsteig gibt.

Die 18cm bahnsteige hats ja eigendlich die ganze länge der Bergheimer Straße, auch wenn nur auf höhe der Mitteltür.

Die einzige Straßenbahnhaltestelle mit (20cm-) Bahnsteig, die man so nicht erreichen kann, ist Heiligenbergschule. Wegen Hochflur auf der 21 und 24.

Die 21 bekommt ja bald ihre eigenden RNV8 mit Supercaps fürs Feld.
Und die 22, 24 und 26 bekommen ja irgendwan mal umgebaute M8C im Mischbetrieb mit MGT8D und RNV8

Ach ja, kleiner Nachtrag da meine Bildhochladeseite wieder funkt:

@ kato2k8:

Wenn ich mich jetzt richtig erinnere, liegen viele Karlsruher Straßenbahn-Haltestellen auf Bodenhöhe, d.h. bei praktisch 0cm? Am Bahnhof auch nur so kleine Dinger mit maximal 10cm Höhe?

Das sieht ungefähr so aus:

Tiefbahnsteig -> Nf-Fahrzeug:


Niederfluhrbahnsteig -> Nf-Fahrzeug


Mittelfluhrbahnsteig -> Mf-Fahrzeug
__________________
Bilder: fehlplaner; kein (C)

Geändert von fehlplaner (12.08.08 um 20:00 Uhr)
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Alt 22.06.10, 00:27   #17
Robinium
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zu Beitrag #8:

Sorry wenn ich den steinalten Thread wieder ausgrabe, aber ich finde es wichtig.

Meine Ex ist blind, wir hatten eine Fernbeziehung und von daher hatte sie öfters mit dem Mannheimer Hauptbahnhof und weniger barrierefreien Bahnhöfen (Frankfurt etc.) zu tun. Sie kommt aus Marburg, DER Blindenhochburg Deutschlands, blindengerecht gestaltet wo es nur geht trotz Fachwerk-Altstadt auf einem Hügel. Und sie hat mir gesagt, ihrer Erfahrung nach, der Mannheimer Hauptbahnhof hat das Problem sehr gut gelöst und ist vorbildlich was diese Blindentrassen angeht oder wie man das nennt. Blinde brauchen vernünftige Leitsysteme, die sich beim Blindenstock deutlich anders "anfühlen" als der Rest des Weges, um sich zu orientieren. Also eine klar gewellte Oberfläche an den Leitpfaden o. ä.

Möglicherweise hat sich beim Hauptbahnhof Mannheim auch der Mannheimer Roll-In e. V. durchgesetzt, das ist ein Behinderten-Verein, der sich seit vielen Jahren in Mannheim vehement und erfolgreich für Barrierefreiheit durchsetzt, in öffentlichen Gebäuden, öffentlichen Verkehrsmitteln, Kneipen, Museen etc. Und Mannheim Stück für Stück verwandelt hat von einer Stadt, die für Rollstuhlfahrer/Gehbehinderte/(meist) junge Mütter mit Kinderwagen/Dackelhalter usw. der Horror schlechthin war in eine Stadt, wo man damit zurechtkommt. Sie kämpfen immer noch für weitere Verbesserungen, zu Recht.

Die Mitglieder sind zwar (mein Eindruck letztes Weihnachtsfeier-Treffen mit denen vor ein paar Jahren) keiner von denen sehbehindert, sondern allesamt "nur" Rollstuhlfahrer mit teilweise entsprechenden Krankheitsbildern (Spastik, Muskeldystrophie usw.). Aber sie denken auch für Blinde mit und haben sich bei Blindeninitiativen entsprechend informiert, was deren spezielle Belange sind und engagieren sich u. a. auch für ein blindengerechtes Mannheim, obwohl denen das persönlich egal sein könnte. Und das tun sie verdammt gut und einfühlsam für Leute, die keine Sinnesbehinderung, sondern eine Körperbehinderung haben, also andere Probleme im Alltag. Hut ab vor soviel Engagement, Respekt und Einfühlsamkeit!

Übrigens, barrierefrei im Sinne von rollstuhlfahrerfreundlich ist meist auch gut für Leute, die Kinderwägen oder Einkaufsrollis oder Rollatoren oder Hunde mit kurzen Beinen, wie z. B. Dackel haben - oder Arthritis oder ein kaputtes Knie. Weil sie im Stadtbild oft mit denselben Hürden kämpfen wie Rollstuhlfahrer, oder ihre Hunde. Also auch allgemein nützlich, das Engagement, nicht nur für die spezielle Zielgruppe/Lobby des Vereins.

Ja, und was extrem unbeliebt ist bei Blinden: wenn man sich bei Treppen an Geländern in der Öffentlichkeit hochhangeln oder runterhangeln muss, die generell schmutzig oder von Vogelsch**ße voll sind. Bäh. Man sieht's nicht im Vornherein, und man braucht den Mist trotzdem zur Orientierung, also muss Körperkontakt zu dem Dreck aufrechterhalten. Man merkt außerdem übrigens oft den Unterschied zwischen wirklich behindertemgerechtem Bauen und lieblos/nachträglich reingequetschten Rollstuhlfahrer-Rampen bei Treppengeländer mit zu steilem Geländer für viele Betroffene und zu dicht an der Wand entlang (mistig v. a. für Elektrorollstühle, die Platz brauchen, aber auch für normale Rollstuhlfahrer).

Was Blindenhunde anbetrifft: diese erleichtern zwar die Orientierung, helfen aber nicht bei allen Problemen (sie können z. B. ein grünes nicht von einem roten Ampelsignal unterscheiden). Und man muss mit Hunden generell klarkommen können und Hunde mögen, kann nicht jeder, da sind Blinde nicht anders als andere. Ist also nicht die 08/15-Lösung für ALLE Blinden, einfach ein Blindenhund, dann ist jedes Problem beseitigt. Dafür sind Hunde nicht intelligent oder flexibel genug, egal wie gut man sie dressiert.

Ich muss aber dazu sagen, in Mannheim ist die Hilfsbereitschaft der Passanten in öffentlichen Verkehrsmitteln sehr groß, wenn ein Rollstuhlfahrer oder eine Mutter mit Kinderwagen, eine Rentnerin mit Rollator oder Gehproblemen usw. Schwierigkeiten hat, ein- und auszusteigen. Irgendwer hilft da meist, wenn es Probleme gibt, egal ob aufgefordert oder nicht.

Was weniger vorbildlich ist, das ist, ob Mannheimer einem Behinderten oder gebrechlichen Senior oder kleinem Kind, das sich noch nicht im Stehen ordentlich festhalten kann in der ruckeligen Straßenbahn, den Platz überlassen. Auf Anfrage meist gerne und ohne Murren, aber von selbst kommen die nicht drauf und bieten das in der Regel nicht an. Aber Mannheim ist eben von der Stimmung her roh und grob, wenn auch eher gedankenlos und plump als feindselig. Insgesamt ist die Stimmung hier tolerant im Sinne von "mir ist völlig egal, was du machst, solang es mich nicht stört, und ich denk nicht drüber nach".

Geändert von Robinium (22.06.10 um 01:12 Uhr)
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Alt 22.06.10, 00:59   #18
kato2k8
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Zitat:
Zitat von Robinium Beitrag anzeigen
Marburg, DER Blindenhochburg Deutschlands, blindengerecht gestaltet wo es nur geht trotz Fachwerk-Altstadt auf einem Hügel.
Naja. Wenn man dort von der Blindenschule über die Brücke geht, kommen erst mal zwei Treppen, dann ein mit Feinkies bestreuter Platz, bei dem am einen Rand ein Haufen Stolperfallen stehen, und am anderen Ende ein Wasserlauf durchgeht. Hab ich zumindest so im Kopf.

In Mannheim noch recht aktiv ist auch der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein. Die arbeiten auch mit VRN und RNV beim Barriereabbau für Blinde zusammen.
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Alt 22.06.10, 01:19   #19
Robinium
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Zitat:
Zitat von kato2k8 Beitrag anzeigen
Naja. Wenn man dort von der Blindenschule über die Brücke geht, kommen erst mal zwei Treppen, dann ein mit Feinkies bestreuter Platz, bei dem am einen Rand ein Haufen Stolperfallen stehen, und am anderen Ende ein Wasserlauf durchgeht. Hab ich zumindest so im Kopf.
Ich will nicht behaupten, dass alles in Marburg genial ist. Habe selber in den 80ern in Marburg gewohnt, als Barrierefreiheit noch ein Fremdwort in Deutschland war. Insgesamt haben die sich damals aber ziemlich gut auf ihr Blindengymnasium eingerichtet, für damalige Zeiten. Z. B. Ampeln mit Blindensignalen waren revolutionär damals. Wie das jetzt ist in Marburg im Vergleich, keine Ahnung. Und ist auch nur ein subjektiver Eindruck, ich war damals ein Kind und kannte keine Blinden/Sehbehinderten.

Zitat:
Zitat von kato2k8 Beitrag anzeigen
In Mannheim noch recht aktiv ist auch der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein. Die arbeiten auch mit VRN und RNV beim Barriereabbau für Blinde zusammen.
Danke für diese Ergänzung. Ich kenn bislang nur den Roll-In e. V. persönlich, diesen Verein jedoch nicht. Generell begrüße ich jede Initiative in der Richtung Barrierefreiheit, weil es die Städte generell praktischer und damit lebenswerter macht, für viele Zielgruppen. Freut mich, dass es da nicht nur den Roll-in e. V. gibt. Kann gut sein, dass beide Vereine mitgewirkt haben, dass der Mannheimer Hauptbahnhof so blindenfreundlich gestaltet ist (und für Rollstuhlfahrer wohl auch, habs aber noch nicht persönlich auf Herz und Nieren abgeprüft). (Bin selbst übrigens weder Sehbehindert noch Rollifahrer und nicht hinsichtlich etwaiger, sofern existierender Differenzen/Streitigkeiten zwischen den Vereinen involviert.)
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Alt 22.06.10, 01:45   #20
kato2k8
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Für Rollstuhlfahrer hat der Mannheimer HBf einen gewichtigen Nachteil: Da das Bahnhofsgebäude zwischen 1 Uhr und 4:30 Uhr gesperrt ist kommt man über die Aufzüge als Rolli nicht von den Bahnsteigen runter - weil man sich den Aufzug außen am Gleis 1 gespart hat. Und da fahren durchaus einige Züge um die Zeit, das geht dann als Rolli nur mit entsprechender Voranmeldung. Üblicherweise dann wohl über den östlichen Versorgungstunnel und den Lastenaufzug, das geht einfacher als das Bahnhofsgebäude unten und oben aufzusperren.
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Alt 22.06.10, 02:02   #21
Robinium
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Das ist ja mistig. Wie machen das die Rollis dann? Mit Hilfe der Bahnhofsmission?
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Alt 22.06.10, 09:05   #22
kato2k8
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Man kann glaube ich bei der S3-Zentrale anrufen, und die hinterlassen die Schlüssel für den Lastenaufzug bei Bahnhofsmission oder Bundespolizei, je nachdem wo jemand da ist. Oder das Reinigungspersonal macht das, die sind meist bis halb vier da.

Die S-Bahnen fahren ab 1 Uhr grundsätzlich vom zugänglichen Gleis 1 (in beiden Richtungen), dürfte auch damit zusammenhängen. Betroffen sind da 2 oder 3 ICEs und die ganzen Nachtzüge. Und ein oder zwei Regionalbahnen früh morgens.
kato2k8 ist offline   Mit Zitat antworten
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