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Alt 29.05.14, 18:19   #151
jack000
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Zitat von jack000 Beitrag anzeigen
Ein Clip, der offensichtlich aus der rechten Ecke kommt, hat aber eine Kernbotschaft, die ich durchaus teile:
http://www.youtube.com/watch?feature...&v=3-KVJG5gv7s

Es geht darum, das Architektur und Gestaltung weltweit sich ähneln und gar nicht mehr Ländern oder Regionen zuzuordnen ist.
Ich habe für diesen Beitrag einen roten Punkt von jemandem bekommen, der zu feige ist, sich hier im Forum dazu zu äußern.

Ich habe erwähnt, dass der Clip leider aus der "rechten Ecke" kommt aber das angesprochene Problem ist trotzdem richtig. Es wäre wünschenswert, wenn sich andere als die Rechten sich dem Thema annehmen würden, denn es ist dort völlig falsch aufgestellt, denn es sind die Rechten, die Vielfalt ablehnen!

=> Gerade die Vielfalt (Statt Einheitsbrei) und dessen Akzeptanz ist es doch, die erhalten werden muss!
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Alt 30.05.14, 10:43   #152
nothor
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Zitat:
Zitat von jack000 Beitrag anzeigen
Ich habe für diesen Beitrag einen roten Punkt von jemandem bekommen, der zu feige ist, sich hier im Forum dazu zu äußern.
Das ist mir in diesem Faden auch schon passiert. Anscheinend ließt hier ein Forist mit, hat aber nicht verstanden, dass die Diskussion hier laufen soll, anstatt im Bewertungsportal.
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Alt 09.06.14, 12:44   #153
kunnukun
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kunnukun befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Ist es nicht eher anzustreben kulturelle Vielfalt zu bewahren, so dass wenn man sich an einem anderen Ort (Sei es Deutschland, Europa oder Weltweit) befindet, dieses auch weitestgehend optisch bemerkbar ist oder hat es auch einen Vorteil, da man sich ja sofort zurecht findet?
Das mag man als Wert annehmen. Theoretiker aus dem Umfeld des International Style hatten eher andere Werte. Eine Architekturtheorie darf nicht von derartigen Beschränkungen ausgehen, sondern sollte eine Beschreibungsrahmen liefern, der Ansichten wie oben als spezielle Fälle allgemeinerer - wohl gradueller - Kriterien charakterisiert. Zudem: Entwerfen ist Handeln, also von mehr oder weniger ausdrücklichen Zielen geprägt. Die wiederum können komplex sein: Architekt x mag räsonnieren:
- Mein Bauwerk a soll 40 kleinen Familien und 20 Singles eine Wohnung bieten.
- Es wird sich neben einer Großsiedlung der 70er befinden.
Je mehr Ziele im Detail angegeben werden, desto mehr werden die Wahlmöglichkeiten eingegrenzt. Aber immer bleibt ein Spielraum. Bei den obigen Voraussetzungen kann x z.B. entscheiden, on sich a irgendwie dem Look der Großsiedlung anpassen oder von ihm abgrenzen soll. x kann auf ein bekanntes Projekt der nächsten Innenstadt anspielen. a kann den Bewohnern mehr oder weniger Gestaltungsspielraum lassen. ................... Die Möglichkeiten und deren Verbindungen sind extrem vielfältig. Das 20. Jh. war sehr von stark eingrenzenden Ideologien geprägt. Spannend ist zum Beispiel, wenn diese zu Resultaten führten, die sich im Laufe der Jahrzehnte ungeplant verändert haben ...
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Alt 09.06.14, 16:19   #154
Chandler
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Zitat:
Zitat von jack000 Beitrag anzeigen
Ich habe erwähnt, dass der Clip leider aus der "rechten Ecke" kommt aber das angesprochene Problem ist trotzdem richtig. Es wäre wünschenswert, wenn sich andere als die Rechten sich dem Thema annehmen würden, denn es ist dort völlig falsch aufgestellt, denn es sind die Rechten, die Vielfalt ablehnen!

=> Gerade die Vielfalt (Statt Einheitsbrei) und dessen Akzeptanz ist es doch, die erhalten werden muss!
Der "Rechte" möchte, dass alles dort bleibt wo es aus seiner Sicht traditionell hingehört. Also nicht nur die Menschen sondern auch ihre Kultur inklusive Architektur. Die Vorstellung die Vielfalt der Welt in der eigenen Stadt zu erleben ist ihm eher ein Graus.

Die frühere internationale Vielfalt und Einheitlichkeit zu Hause gab es ja weil die meisten Menschen nicht reisen konnten und es noch keine Fotografien und Filme gab die ihnen die Welt nach Hause bringen konnten. Sie hatten also kaum Kontakt zur Welt außerhalb ihres unmittelbaren Nahbereichs. Der Adel war auch damals schon kosmopolitisch, lernte Fremdsprachen und brachte architektonische Ideen von Auslandsreisen in Europa mit die in Schlössern und Parks verwirklicht wurden.

Abgesehen davon hat es nach dem zweiten Weltkrieg weltweit einfach eine Versachlichung der Architektur gegeben die günstige Baukosten bei hohem Nutzwert als wichtigstes Kriterium hervorgebracht hat.

Geändert von Chandler (09.06.14 um 20:17 Uhr)
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Alt 10.06.14, 18:21   #155
nothor
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Zitat:
Zitat von Chandler Beitrag anzeigen
Der "Rechte" möchte, dass alles dort bleibt wo es aus seiner Sicht traditionell hingehört.... .
Hier machst du es dir ein wenig zu einfach, in dem du einfach jene, die für Tradition in der Architektur eintreten, in die rechte Ecke schiebst.

Andererseits sprichst du von einer Kultur der Vielfalt. Woraus kann Vielfalt bestehen, wenn es keine lokalen Charakteristika mehr gibt, weil diese "rechts"- oder rückwärtsgewandt sind und damit nicht sein dürfen? Gilt das nicht auch für Kleidung, Essen, Festivitäten?

De facto ist es aus meiner Sicht leider so, dass "internationale Architektur" immer als Grund genommen wird, besonders unspektakulär, um nicht zu sagen "banal" zu bauen. Man schaue sich nur um wofür sich Besucher, Touristen in der Architektur besonders interessieren und was Kritiker als besonders herausragend preisen. Das sind meist die lokal geprägten oder zumindest historisch lokal entstandenen Errungenschaften.
Die Bauhausschule in Dessau ist Weltkulturerbe. Ein vergleichbares Gebäude, 20 Jahre später in Gelsenkirchen entstanden wäre für kaum jemanden mehr interessant. Wie ist das mit den Plattenbauten, die in den neuen Ländern überall gleichartig entstanden sind?

Ein Bauwerk ohne lokale Prägung hat etwas beliebiges und wird daher nie besonders sein.
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Alt 10.06.14, 19:09   #156
Chandler
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Das Bauhaus ist doch nur deshalb interessant weil es kein regionales Phänomen blieb sondern Teil einer weltweiten Änderung der Architektur war.

Wie ich schon schrieb ist die regionale Abgeschiedenheit zumindest in der westlichen Welt längst Geschichte. Die spektakulären Großbauten werden heute von weltweit tätigen Architekturbüros geplant. 6 der 12 neuen Stadien zur Fußball WM in Brasilien wurden von deutschen Büros entworfen. Gerkan Marg und Partner sind wohl derzeit Marktführer im internationalen Stadionbau. Da geht es um effizienten Materialeinsatz usw.

Lokale Prägung wird vielleicht noch bei Neubauten in kleinen Touristendörfern vorgetäuscht wo dann das neue Ferienhäuschen am Meer oder die Apres-Skihütte irgendwie urig aussehen soll.

Ich stamme aus Nordhessen. Die Gegend ist berühmt für ihre Fachwerkhäuser. Sieht urig aus aber freiwillig darin wohnen möchte kaum noch jemand. Und neu bauen würde so ein Haus ohnehin niemand mehr.
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Alt 10.06.14, 21:36   #157
nothor
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Zitat:
Zitat von Chandler Beitrag anzeigen
Das Bauhaus ist doch nur deshalb interessant weil es kein regionales Phänomen blieb sondern Teil einer weltweiten Änderung der Architektur war.
Du vergisst hier ein wesentliches Merkmal, nämlich das revolutionäre am Dessauer Entwurf. Er wird nicht gut, weil er international ist, sondern er ist international, weil er gut war. Jetzt ließe sich forschen, weswegen es nun in Dessau passiert war, aber da fehlen mir die Informationen.

Fußballstadien sind in meinen Augen wenig hilfreich bei der Architekturdebatte. Ein kompromissloser auf seinen Zweck reduzierten Bau gibt es ja fast garnicht, zumal es sich auch irgendwie um Wegwerfarchitektur handelt.

Zitat:
Zitat von Chandler Beitrag anzeigen
Wie ich schon schrieb ist die regionale Abgeschiedenheit zumindest in der westlichen Welt längst Geschichte.
Das ist wohl leider wirklich so. Ob das einer spannenden und vielfältigen Welt aber zuträglich ist wird man sehen, ich kann jedenfalls nicht erkennen, dass es zumindest der Architektur als Kunstform hilft, und den Stichworten Stadtbild und Identifikation galube ich auch nicht. Ich finde es deutlich anregender, wenn die Landstriche sich weltweit voneinander unterscheiden, und Städte ein eigenes Stadtbild haben. Dadurch lohnt sich nicht nur das Reisen, sondern es beflügelt auch die Kreativität und den Erfindungsgeist der Menschen, die dort leben.
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Alt 11.06.14, 00:12   #158
Schwabenpfeil
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Zitat:
Zitat von nothor Beitrag anzeigen
Jetzt ließe sich forschen, weswegen es nun in Dessau passiert war, aber da fehlen mir die Informationen.
Weil Hugo Junkers dem Bauhaus in Dessau ein Zuhause geboten hat und weil Flugzeugbau und der von Chandler erwähnte "effiziente Materialeinsatz" sehr gut zusammen passen.
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Alt 11.06.14, 16:05   #159
stativision
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Zitat:
Zitat von nothor Beitrag anzeigen

De facto ist es aus meiner Sicht leider so, dass "internationale Architektur" immer als Grund genommen wird, besonders unspektakulär, um nicht zu sagen "banal" zu bauen. Man schaue sich nur um wofür sich Besucher, Touristen in der Architektur besonders interessieren und was Kritiker als besonders herausragend preisen. Das sind meist die lokal geprägten oder zumindest historisch lokal entstandenen Errungenschaften.
Ich weiß ja nicht. Der Stil in Zentraleuropa war z.B. jahrhundertelang überall recht ähnlich. An Kirchen kann man das ganz gut ablesen. Der Stil wurde dann überall erstmal kopiert und heute gucken sich den dennoch Millionen von Menschen an. Weil es alt ist oder weil es groß ist. Oder/und aufwändig. Umgekehrt gucken sich Touristen auch gerne moderne Architektur an, obwohl nicht unbedingt lokal geprägt. Guggenheim in Bilbao, die Calatrava-Valenciabauten; riesige Hochhäuser in Abu Dabhi, etc. etc.
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Alt 11.06.14, 17:01   #160
nothor
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Zitat:
Zitat von stativision Beitrag anzeigen
Umgekehrt gucken sich Touristen auch gerne moderne Architektur an, obwohl nicht unbedingt lokal geprägt. Guggenheim in Bilbao, die Calatrava-Valenciabauten; riesige Hochhäuser in Abu Dabhi, etc. etc.
Die Antwort steckt ja schon in deiner Aussage, indem du die Orte hinzufügst. Soll heißen, dass ein Gebäude, egal ob neu oder alt, egal ob groß oder klein, eine gewisse Qualität braucht um interessant zu sein. Interessant um betrachtet zu werden und interessant, um als Vorbild zu funktionieren. Interessant genug, um darüber hier im Forum zu berichten.
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Alt 11.06.14, 18:38   #161
Chandler
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Du schriebst
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Ein Bauwerk ohne lokale Prägung hat etwas beliebiges und wird daher nie besonders sein.
Es genügt aber schon wenn es an einem touristisch interessanten Ort steht (Innenstadt, Bergspitze usw.) und nur irgendwie auffällig oder schlicht besonders groß oder so ist.

Selbst wenn Gebäude eine "lokale Prägung" haben, Fachwerkhäuser, Fischerhütten, Häuser mit Reetdach whatever sind sie ja auch nur interessant wenn sie besonders groß sind oder an einem besonders idyllischen Ort stehen usw. ansonsten sehen die ja alle gleich aus und sind dann eben wieder langweilig.
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Alt 12.06.14, 01:33   #162
Bau-Lcfr
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Zitat von Chandler Beitrag anzeigen
Selbst wenn Gebäude eine "lokale Prägung" haben, Fachwerkhäuser, Fischerhütten, Häuser mit Reetdach whatever sind sie ja auch nur interessant wenn sie besonders groß sind oder an einem besonders idyllischen Ort stehen
Es reicht, dass sie genügend Alleinstehungsmerkmale aufweisen - wieso ist etwa Bremer Schnoor stets von Touristen überlaufen? Der Stadtteil ist in der Summe besonders idyllisch, aber nur, weil die einzelnen Häuser sind, wie sie sind - eine Ansammlung der Reihenhäuser im Bauhaus-Stil würde die Touristen genausowenig anziehen wie jede andere austauschbare Reihenhäuser-Siedlung.
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Alt 12.06.14, 11:02   #163
Chandler
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In Bremen war ich noch nie. In Potsdam war ich schon häufiger da es direkt neben Berlin liegt. Dort gibt es ein zusammenhängendes Innenstadtqaurtier mit kleinen einheitlichen Häuschen im holländischen Stil und eines mit Holzhäusern im russischen Stil. Auch die großen Repräsentationsbauten und Schlösser dort sind mal französisch, italienisch, russisch usw. usw. inspiriert. Es ist eine wilde Mischung aus aller Welt. Aber eben alt genug um nicht als Disneyland zu gelten.

Viele schicke Gebäude im Bauhausstil findet man z.B. in Israel in Tel Aviv.

Seit dem zweiten Weltkrieg wird halt weniger verspielt sondern mehr sachlich, rational, kosten- und nutzenorientiert gebaut. Bei einigen Repräsentationsgebäuden wie Museen, Opernhäusern oder Bankzentralen usw. erlaubt man sich noch Extravaganzen.
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Alt 12.06.14, 15:16   #164
stativision
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Zitat von nothor Beitrag anzeigen
Soll heißen, dass ein Gebäude, egal ob neu oder alt, egal ob groß oder klein, eine gewisse Qualität braucht um interessant zu sein.
Ja, ganz genau und sehr richtig. Es muss also nicht unbedingt irgendwas lokales haben. Und eine "Qualität" ist sehr subjektiv, zeit- und betrachterabhängig. Beim Bauhaus ist es ja auch nicht nur die Neuigkeit und die zahllosen Nachahmer, sondern eben auch die Handwerkliche Hochwertigkeit, das Achten auf passgenaue Details, etc. - die eben bei den meisten Nachfolgebauten insbesondere nach dem 2. Weltkrieg nicht gegeben ist.
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Alt 12.06.14, 16:43   #165
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Richtig, wobei man Qualität auch darin sehen kann, wenn ein Objekt aufgrund seiner lokalen Prägung eine gewisse Einzigartigkeit besitzt, die ihm dadurch eher künstlerische, historische oder soziale Qualitäten verleihen. Und so kommt es, dass für den Laien die Fachwerkhäuser überall gleich aussehen, Fachleute aber in der zimmermannsmäßigen Bauweise deutliche Unterschiede sehen und daher keines ist wie das andere.

Zitat:
Zitat von stativision Beitrag anzeigen
Beim Bauhaus ist es ja auch nicht nur die Neuigkeit und die zahllosen Nachahmer, sondern eben auch die Handwerkliche Hochwertigkeit, das Achten auf passgenaue Details, etc. - die eben bei den meisten Nachfolgebauten insbesondere nach dem 2. Weltkrieg nicht gegeben ist.
So ist es, denn die Kunst der Reduziertheit, der Klarheit in den Proportionen sowie die Materialwahl ist dem Bauhaus zwischenzeitlich in der Form zum Verhängnis geworden, dass es heute als Stilrichtung für die ewig einfallslosen Reihenhauskisten herhalten muss. Wer Bauhaus richtig verstehen will darf sich nicht nur die Gebäude mit diesem Prädikat ansehen, sondern sollte auch mal sehen was Behrends usw. an Möbelstücken und sonstigen Gebrauchsgegenständen entworfen haben.
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