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Alt 11.09.13, 00:43   #91
nikolas
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nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
Zitat:
Zitat von Bau-Lcfr Beitrag anzeigen
^ Es gibt keine richtige Richtung der Proteste gegen ziemlich objektive Marktgesetze des Angebots und der Nachfrage. Die Mieten in begehrtesten Wohngegenden steigen nicht weil böhse-böhse Vermieter mehr Geld in der Tasche haben wollen (als ob die Protestierenden nicht selbst mehr in der Tasche durch niedrigere Mieten haben möchten). Sie steigen, weil es genügend Leute gibt, die dorthin ziehen wollen - und die Mieten bezahlen können und wollen. Wo es keine Nachfrage gibt, kann niemand eine höhere Miete verlangen.
Gleichzeitig wird meist gegen Angebotssteigerung durch Neubau und Nachverdichtungen protestiert - oft sind es dieselben Leute.
Doch, doch es gibt sie, die richtige Form des Protests. Deshalb habe ich sie ja auch verlinkt. Auf ästhetische Weise wird hier auf ein Phänomen zahlreicher deutscher Innenstädte aufmerksam gemacht, das sich soziale Entmischung nennt. Die Wirkung ist bekannt: Die, die es sich leisten können sind drinnen und die es sich nicht mehr leisten können müssen eben über kurz oder lang raus in der Vorstadt.
Für die Betroffenen wird man in diesem Fall ruhigen Gewissens von einem Mißstand sprechen können. Darüber hinaus hat jeder Markt ja auch seine Akteure. Und diese sind nun mal nicht so anonym wie das Marktgeschehen selbst. Wen wunderts also, wenn sich Protest regt, bei denen die nicht mehr am Markt im gewünschten Umfang beteiligen können. Dieses Unbehagen auf künstlerische Weise zum Ausdruck zu bringen bedeutet für mich ein Stück weit Zivilgesellschaft.

Das Phänomen ist da, die Folgen auch. Eine Patenlösung habe ich nicht. Deshalb aber auf eine Diagnose zu verzichten und sich hinter anonymen Marktgesetzen zu verstecken bringt uns hier nicht weiter.

"Gut" oder "Böse" bzw. "selbst schuld" oder "nicht selbst schuld" als moralische Kategorien sind meines Erachtens jedoch die falschen Kriterien, um dieses Marktgeschehen im Allgemeinen zu beurteilen. Es gibt ja schließlich "kein Recht auf Innenstadt", das man hier einklagen könnte. Warum auch?

Ästhetisch hingegen betrachte ich eine Innenstadt nicht umbedingt als lebenswert, wenn sie sich homogen aus marktkonformen Gewinnern zusammensetzt. Das Gegenteil ist natürlich auch nicht schön. Hier machts erst die richtige Mischung interessant.
Es sind zudem nicht nur die Menschen, die kommen und gehen sondern auch ihre Dienstleistungen. Der türkische Gemüsehändler, die Eck- und Szenekneipen, das kreative Milieu, der Anwalt, der Nobelschuster und die Maßschneider. Schön wenn sich diese Vielfalt auf engstem Raum in einer Innenstadt zusammenfinden kann...

Und diesen Prozess wiederum kann und soll man städtebaulich steuern.

Passend hierzu ein Interview mit Klaus Brake (z.Z. Gastprofessor am Center for Metropolitan Studies/ Berlin): http://www.berliner-zeitung.de/ueber...,24245764.html
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Alt 11.09.13, 00:58   #92
Bau-Lcfr
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Zitat:
sich hinter anonymen Marktgesetzen zu verstecken
Die Wirtschaftswissenschaften haben seit sehr vielen Jahrzehnten (wenn nicht Jahrhunderten) ihren Platz an den Unis, genauso wie die Naturwissenschaften. Ich bin geradezu erschrocken, dass einige Basics in der angeblichen Wissensgesellschaft ignoriert bzw. negiert werden können.

@Interview mit Klaus Brake

Zur Mietbremse sagt er dort, diese würde die Einnahmen der Eigentümer begrenzen und ein Umlenken der Investitionen woandershin statt in Immobilien bewirken. Das Problem der Mieten lasse sich nur durch Neubau lösen. Dazu werden die Anwohnerproteste gegen Neubauten erwähnt - die ich ebenfalls angesprochen habe.

Übrigens - nicht jeder in Kreuzberg tätige Gemüsehändler oder Nobelschuster muss genau dort wohnen.
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Alt 11.09.13, 01:26   #93
Schwabenpfeil
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Zitat:
Zitat von nikolas Beitrag anzeigen
Eine Patentlösung habe ich nicht.
Eine mögliche Teillösung ist auf jeden Fall ästethisch unansehnliche Neubaublöcke, die bis aufs Letzte kostenoptimiert sind, zu unterlassen.

Würde man auf dem Reißbrett eine Stadt entwerfen, die überall mehr oder weniger gleich gut ansehnlich wäre, dann gäbe es meiner Meinung nach kaum Probleme mit Entmischung.

Wenn aber schon der Neubau unansehnlich ist, dann braucht man sich mittel- und langfristig über nichts zu wundern. Genau das ist aber das Problem, wenn "bezahlbares Wohnen" gebaut wird. Lieber etwas an der Fläche sparen, als an der Optik.
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Alt 11.09.13, 01:43   #94
nikolas
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@Bau-Lcfr

Ich habe u.a. Wirtschaftswissenschaften studiert. Erfolgreich! Wie so ein Marktgeschehen funktioniert habe ich schon verstanden. Doch solch ein Markt wie der Wohnungsmarkt (genausowenig wie der Bildungsmarkt, der Gesundheitsmarkt, ja eigentlich jeder Markt) funktioniert nun mal eben nicht im luftleeren Raum sondern führt zu sozialen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Veränderungen. Diesen Veränderungen kann man indifferent gegenüber stehen, sie befürworten oder verneinen. Hier bewegt man sich dann stets mit mindestens einem Bein in der sozialen, gesesellschaftlichen und damit letztlich in der politischen Sphäre. Und politisches Geschehen erlaubt wiederum Aushandlungs- und Steuerungsprozesse. Es muss erlaubt sein sich darüber Gedanken zu machen was gesellschaftlich und städtebaulich gewollt ist. Der Markt allein als Abstimmungsmechanismus greift in diesem Fall für mich zu kurz. Das habe ich in meinem vorherigen Posting versucht deutlich zu machen.
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Alt 11.09.13, 08:23   #95
tunnelklick
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Zitat von Schwabenpfeil Beitrag anzeigen
.... aber in Stuttgart gibt es echten Mangel. Da hilft nur massiver Neubau. Hilft ja nix, wenn man im Nordschwarzwald günstig wohnen kann, aber ewig braucht bis man nach Stuttgart zur Arbeit kommt.
Das kann ja sein, aber es beantwortet nicht die Frage, ob das Wohnen im massenhaften Neubau dann auch bezahlbar ist.
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Alt 11.09.13, 11:16   #96
Echnaton
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Wir erleben v.a. einen Paradigmenwechsel in den Wohninteressen. Das Haus im Grünen als Idealbild schwindet, wohingegen das urbane Wohnen in Geschosswohnungen o.ä. populär geworden ist. Mit Blick auf das Thema des Forums sehe ich diese Entwicklung mit Sympathie: Menschen kommen in die Stadt und bringen Ideen und Geld mit. Gewinner dieses neuen Urbanismus' sind die Städte als Habitat!

Es ärgern sich nur diejenigen, die bisher für wenig Geld in Gegenden wohnten, für die sich keiner interessierte. Diese Einwohner kommen mitunter mit den neuen Einwohnern, den Ideen, dem Geld nicht klar und wechseln in die 'früher war alles besser'-Fraktion. Bei sehr alten Menschen habe ich dafür Verständnis. Wo vor 20 Jahren Tante Emma mit ihrem Laden saß, gibt es heute laktosefreie Latte Macchiatos für € 4,80. Zeiten ändern sich.

Diese grundlegende Entwicklung auf die Mietpreise zu reduzieren, ist mir – offen gesagt – zu stumpf.

@Schwabenpfeil: Deinen Ausführungen zum Erhalt von Bauwerken kann ich nicht folgen. Dessen ungeachtet kann/muss man auch mit einem knappen Gut, das "ewig" hält (wie bspw. Gold) sparsam umgehen. Stichwort: Wohnfläche pro Nase.
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Alt 11.09.13, 12:07   #97
Schwabenpfeil
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Das kann ja sein, aber es beantwortet nicht die Frage, ob das Wohnen im massenhaften Neubau dann auch bezahlbar ist.
Bezahlbarer jedenfalls, als wenn gar kein Wohnraum vorhanden ist.
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Alt 11.09.13, 12:23   #98
Schwabenpfeil
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Zitat von Echnaton Beitrag anzeigen
Wir erleben v.a. einen Paradigmenwechsel in den Wohninteressen. Das Haus im Grünen als Idealbild schwindet, wohingegen das urbane Wohnen in Geschosswohnungen o.ä. populär geworden ist.
Die Erfahrungen mögen regional unterschiedlich sein, aber zumindest für unsere Gegend (Grün im Speckgürtel, 12 min S-Bahn bis Stadtmitte) kann ich nur sagen, dass ich noch nie soviele Häusergesuche an Laternenpfählen und Verkehrsschildern, sowie in meinem Briefkasten gesehen habe wie zur Zeit. Die Makler und Interessenten sprechen einen auf der Straße nach Häusern an und ein erheblicher Teil der wenigen zum Verkauf stehenden Häuser kommt gar nicht erst auf den freien Markt, sondern wird unter der Hand gehandelt.

Wenn Du aus Düsseldorf bist, dann frag doch mal die Leute in Meerbusch, ob sie nicht lieber von ihren Villen in Geschoßwohnungen zögen. Das hat natürlich nichts mehr mit bezahlbaren Wohnraum zu tun, aber das hat ein Einfamilienhaus eh nicht.

Zitat:
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@Schwabenpfeil: Deinen Ausführungen zum Erhalt von Bauwerken kann ich nicht folgen. Dessen ungeachtet kann/muss man auch mit einem knappen Gut, das "ewig" hält (wie bspw. Gold) sparsam umgehen. Stichwort: Wohnfläche pro Nase.
Kann ja sein, dass wir aneinander vorbeireden, aber selbst beim Kölner Dom ist dessen Erhalt praktisch vernachlässigbar gegenüber einem Neubau desselbigen. Und wenn vorhanden, dann kann man natürlich auch nutzen.

Geändert von Schwabenpfeil (11.09.13 um 15:43 Uhr) Grund: Ergänzt.
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Alt 11.09.13, 15:07   #99
tunnelklick
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Zitat:
Zitat von Schwabenpfeil Beitrag anzeigen
Die Erfahrungen mögen regional unterschiedlich sein, aber zumindest für unsere Gegend (Grün im Speckgürtel, 12 min S-Bahn bis Stadtmitte) kann ich nur sagen, dass ich noch nie soviele Häusergesuche an Laternenpfählen und Verkehrsschildern, sowie in meinem Briefkasten gesehen habe wie zur Zeit.
Ich denke, die regionalen Unterschiede sind letztlich gar nicht so entscheidend. Denn was den Immobilienmarkt maßgeblich stimuliert, sind die niedrigen Zinsen für Baugeld, also etwas sehr überregionales. Sie ermöglichen Leuten den Kauf einer Immobilie, die sich das bei höheren Zinsen von 5 oder 6% nicht mehr leisten könnten. Es ist schon ein Unterschied ob du für 300.000 € bei 2,9% Zinsen und 1% Tilgung eine Rate von 975 €/Monat hast oder bei 4,5% und 1% Tilgung eine solche 1.375 €/Monat - deine Wohnkosten variieren um 400 €/Monat bei ansonsten gleichen Betriebskosten. Ich weiß nicht, ob das ein Ausdruck von Wohnungsmangel ist. Denn die Leute, die in deiner Gegend EFH suchen, leben ja nicht unter der Autobahnbrücke oder im Nordschwarzwald.

Für mich ist das geschilderte Phänomen ein Zeichen dafür, dass eine Menge Leute in der Niedrigzinsphase ihre Erwerbschance wahren wollen. Ich würde deshalb erwarten, dass sich die Nachfrage bei steigenden Zinsen ganz rasch beruhigt.

Wenn du dich entschiedest, jetzt sofort massenhaft Baugebiete auszuweisen, wären die dortigen Wohnungen in frühestens 2-3 Jahren. Wie entwickeln sich die Zinsen bis dahin? M.a.W., je weiter die Bauvorhaben in die Ferne rücken, desto ungewisser ist es, ob sie noch verkäuflich sind.
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Alt 11.09.13, 15:31   #100
Schwabenpfeil
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Ich weiß nicht, ob das ein Ausdruck von Wohnungsmangel ist. Denn die Leute, die in deiner Gegend EFH suchen, leben ja nicht unter der Autobahnbrücke oder im Nordschwarzwald.
Studenten und Berufsanfänger suchen genauso händeringend, nur halt Mietwohnungen und keine Einfamilienhäuser. Und Gebiete mit irgendwie geartetem Leerstand gibt es nicht. Ich glaube 1,6% oder so, habe aber die Quelle nicht mehr parat. Edit: Könnte im Stuttgarter Immobilienbrief gewesen sein.

Wie gesagt, die Situation ist in Deutschland regional sehr unterschiedlich.

Geändert von Schwabenpfeil (11.09.13 um 16:14 Uhr) Grund: Ergänzt.
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Alt 11.09.13, 20:35   #101
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Die Erfahrungen mögen regional unterschiedlich sein, aber zumindest für unsere Gegend (Grün im Speckgürtel, 12 min S-Bahn bis Stadtmitte) kann ich nur sagen, dass ich noch nie soviele Häusergesuche an Laternenpfählen und Verkehrsschildern, sowie in meinem Briefkasten gesehen habe wie zur Zeit. Die Makler und Interessenten sprechen einen auf der Straße nach Häusern an und ein erheblicher Teil der wenigen zum Verkauf stehenden Häuser kommt gar nicht erst auf den freien Markt, sondern wird unter der Hand gehandelt.
Vlt sollte ich nächstes Mal ein großes Schild "Metapher" daneben stellen. Das 'Haus im Grünen' ist natürlich ein Synonym für Immobilie abseits der großen Stadt. 12min in die Stadtmitte ist kein solches 'Haus im Grünen' (auch wenn vor der Hütte ein paar Sträucher stehen). Meerbusch gehört größtenteils ganz sicher auch nicht in die Kategorie.

Für den Erhalt kann man realistischerweise 1% der Bausumme jährlich ansetzen. Vernachlässigbar ist das imA nicht – Geschmäcker sind aber verschieden.
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Alt 14.09.13, 11:45   #102
Bau-Lcfr
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Proteste gegen bezahlbares Wohnen

Als gutes Beispiel könnte die Nachnutzung der Flughafens Berlin-Tempelhof dienen, über die es u.a. diesen Morgenpost-Artikel gibt. Gebaut werden soll nur an den Rändern des Areals - die frei bleibende Fläche in der Mitte (inkl. Landebahnen) wird so groß sein, dass man dort fast den Flugbetrieb weiterführen könnte. Die relativ wenigen Wohnbauten sollen zum Teil Sozialwohnungen für traumhaft billige 6-8 EUR/Qm beherbergen, zum Teil für Neubauten einer Millionenstadt immer noch günstige 10 EUR/Qm. Trotzdem gibt es eine BI 100 % Tempelhofer Feld, die Unterschriften für ein Volksbegehren sammelt - gegen den günstigen Wohnraum.

Das Flughafengelände ist von Bebauung umschlossen, also leichter zu erschliessen als ein Neubaugebiet in der Pampa. Es ist auch kein Wald oder Park, kein Biotop - bloß ein Flugfeld mit verwildertem Rasen.

Aus Düsseldorf kenne ich Stadtrat-Parteien, die einerseits die Immobilienpreise beklagen, aber mal den Umbau eines Hochbunkers für Wohnzwecke bekämpfen (in Heerdt), mal neben der 19 Etagen hohen Vodafone-Zentrale ein geplantes siebengeschossiges Gebäude zum unerwünschten Hochhaus erklären.
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Alt 15.09.13, 07:59   #103
HelgeK
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Ich denke, die regionalen Unterschiede sind letztlich gar nicht so entscheidend
Das halte ich denn doch für eine gewagte These. Es mag zutreffen, wenn man den Blick auf 1 oder 2 Bundesländer im Süden beschränkt.

In Norddeutschland sind die Unterschiede auf kurze Distanz gewaltig. In Hamburg und unmittelbaren Umland ist der Immobilienmarkt leergefegt. Das Angebot innerhalb Hamburgs für Eigenheime geht gegen Null.

Etwas weiter nördlich, beispielsweise im schleswig-holsteinischen Neumünster, kann ebenfalls kaum noch von einem "Immobilienmarkt" gesprochen werden, nur aus dem gegenteiligen Grund - es gibt praktisch keine Nachfrage.
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Alt 16.09.13, 09:41   #104
Hirschin
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Hirschin ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Bezahlbar bleibt das Wohnen in der Stadt sicherlich, nur die Frage ist für wen!
Irgendwann wird es so sein, dass die Innenstadt/Zentrum nur noch von Oberschicht und der gutverdienenden Mittelschicht besetzt wird. Geringverdiener und Arbeitslose dürfen sich dann in den Randbezirken niederlassen.
Ich habe Glück und lebe im Osten Deutschlands (Eisenhüttenstadt), wo es noch nicht ganz so krass wie in anderen Teilen Deutschlands ist. Aber dank Gentrifizierung etc, werde ich mich hier wohl auch in den nächsten Jahren von meiner geliebten Citywohnung trennen dürfen :/
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Alt 17.09.13, 20:18   #105
Bau-Lcfr
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^ Sorry - gibt es so etwas wie mediale ansteckende Massenpanik? Eisenhüttenstadt hat 27.410 Einwohner, seit 1988 immer weniger - die Zuzüge der größten Metropolen machen um die Stadt einen großen Bogen. Dort greift wohl das, was kürzlich im Spiegel beschrieben wurde - Schrumpfung, immer mehr Wohnungen stehen leer. Wie kann ein Vermieter die Miethöhe schrauben, wenn die Mieter unter enorm vielen leer stehenden Wohnungen beliebig wählen dürfen?
Nicht eine Gentrifizierung steht dort an, sondern verstärkte Bemühungen um die raren Mieter - wo ich wohne (und die Bevölkerung ebenfalls schrumpft, obwohl etwas langsamer) wird oft mit nur mässigen Kostenumlagen modernisiert, damit Mieter bleiben. Für die Zentralheizung statt Nachtspeicher wurde die Miete sogar gar nicht erhöht.

Nach dieser Prognose der Bevölkerungsentwicklung dürften es 2030 in Eisenhüttenstadt etwas zwischen 20 und 23 Tsd. Einwohner sein. Da wird die Auswahl freier Wohnungen noch größer.

Geändert von Bau-Lcfr (17.09.13 um 20:38 Uhr)
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