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Alt 03.01.12, 12:38   #31
Julius Cato
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Julius Cato ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ich wüsste nicht, dass es andere Interessen als partikulare Eigeninteressen gibt. Von diesem Allgemeinplatz abgesehen sollte es ohne Weiteres einsichtig sein, dass die bei Verwirklichung der städtischen Pläne entstehende Grünflächenenklave nur vogelperspektivische Bedeutung erlangt. Den Bürgern der Stadt Köln ist jedenfalls nicht mit einem derartigen Vorhaben gedient, das außer erhöhte Folgekosten für sie nichts bringt. Ein wenig fühle ich mich an die Bürger der traurige Berühmtheit erlangten Stadt Schilda erinnert.
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Alt 03.01.12, 14:32   #32
Citysurfer
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Es ist ja schon aufschlussreich, dass es scheinbar im Weltbild von Julius Cato ausschließlich Eigeninteressen zu geben scheint. Wäre ja mal interessant, zu erfahren, welches Eigeninteresse der werte User hier eigentlich hat? Wie auch immer gearteten Argumentationen scheint der User jedenfalls nicht zugänglich...

Ja, der jetzige Zustand ist sicherlich toll! Von der vorhandenen Wohnbebauung aus ein bezaubernder Ausblick auf ein heruntergekommenes Brachgelände, auf dem die Ratten Tarantella tanzen, der morbide Charme abbruchreifer, alter Bürobehausungen, viele Parkplätze und unbeleuchtete Pinkelecken für die Nachtschwärmer des unweiten Vergnügungsviertels. Das muss natürlich unbedingt erhalten werden!
Es ist natürlich unzumutbar, in einer Straße zu wohnen, wo auf der gegenüberliegenden Seite auch Häuser stehen. Wo gibt es denn sowas?!
Und eine Grünfläche? Das schlägt dem Faß den Boden aus! Dort könnten sich ja Menschen aufhalten, die evtl. grillen und in der Sonne liegen - oder noch schlimmer - Kinder, die Fußball spielen, oder Ähnliches!

Alles andere ist schon gesagt worden...
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Alt 03.01.12, 14:42   #33
Tilou
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@ Julius Cato
Also neben Eigeninteressen gibt es auch das öffentliche Interesse. Und da glaube ich, dass es wohl eher im öffentlichen Interesse liegt, sich die Chance auf einen halbwegs durchgängigen Grüngürtel zukünftig offen zu halten (bei allen Schwierigkeiten, die es dabei zweifellos zu überwinden gibt), als den Anwohnern des Eifelwalls ihren Lärmpegel und Lichteinfall zu bewahren. Denn um nichts anderes geht es den Gegnern doch in erster Linie, weswegen mir der Masterplan hierbei ein wenig als vorgeschobene Begründung erscheint.

Wenn man die Argumentationskette weiter verfolgt, müsste man ja nicht nur den Archivneubau drehen, sondern dann auch eine künftige Bebauung entlang des Eifelwalls gänzlich verbieten (Vielleicht maximal zweigeschossig?), ebenso, wie ein Bepflanzung mit Bäumen (Vielleicht niedrigwachsende Büsche?)

Ich kann ottcgn1 daher nur beipflichten: Es gibt nunmal kein dauerhaftes Bestandsrecht, wenn man gegenüber von niedrig oder nicht bebauten Grundstücken wohnt. Argumente wie Beschattung oder eine Erhöhung des Lärmpegels sind da einfach nicht genug für derartig umfassende Planänderungen. Fast jede Baumaßnahme in der Stadt könnte auf diese Weise irgendwie verhindert oder zwangsverändert werden.
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Alt 03.01.12, 19:52   #34
hotelfreak
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hotelfreak könnte bald berühmt werden
Zitat:
Zitat von Citysurfer Beitrag anzeigen
Es ist ja schon aufschlussreich, dass es scheinbar im Weltbild von Julius Cato ausschließlich Eigeninteressen zu geben scheint. Wäre ja mal interessant, zu erfahren, welches Eigeninteresse der werte User hier eigentlich hat? Wie auch immer gearteten Argumentationen scheint der User jedenfalls nicht zugänglich...
Lieber Julius Cato,
Der Erstbeitrag, so provokant er sein mag, hatte zunächst hier in Köln Verblüffung erzeugt. Mit der Konsequenz sich mit der Thematik näher zu beschäftigen. Der aktuelle zweite Beitrag zeigt mir jedoch ein Unbehagen ob der Fachkompetenz und schliesse mich den vorigen Ausführungen von CITYSURFER völlig an.
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Alt 03.01.12, 19:59   #35
Salzufler
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Auch ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.

Bezüglich Verlegung des historischen Stadtarchivs:

Nur weil die Umsetzung eines bis zum Rhein durchgehenden Grüngürtels recht teuer und nicht kurzfristig möglich ist, soll diese Option für Jahrzehnte verbaut werden, indem man das Archiv in diese geplante Grünachse baut?

Im Übrigen: Ich bewerte die Chancen als recht gut im Zuge einer Buga den Grüngürtel zu verlängern; auch über die Bahnstrecken hinweg!
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Alt 08.01.12, 16:09   #36
Julius Cato
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Julius Cato ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ich glaube, lieber Citysurfer und andere, dass hier gleich mehrere Missverständnisse vorliegen:

Zunächst dürften die Eifelwall-Anwohner wohl die Beseitigung der chaotischen Verhältnisse und die Schaffung einer Grünanlage auf der in Rede stehenden Fläche nur begrüßen. Dies scheint mir zweifelsfrei zu sein und so habe ich die KStA-Artikel verstanden. Sie befürchten nur, dass ihnen ein aus ihrer Sicht von Gigantomanie geprägter Klotz zu dicht vor die Fenster gesetzt wird. Diese Angst ist ohne Zweifel legitim. Denn für seine Positionierung auf diesem Gelände gibt es auch aus meinem fernen Blickwinkel taugliche Alternativen, die eine Verlängerung des Inneren Grüngürtels nicht in Frage stellen, aber offenbar bisher nicht ansatzweise erörtert werden. Die im KStA-Artikel vorgeschlagene Drehung in Richtung Luxemburger Straße sollte man in diesem Zusammenhang nur als "eine", auch m.E. etwas suboptimal erscheinende Variante betrachten.

Zu meiner Interessenlage: Großes Verständnis für die Anwohner des Eifelwalls und Umgebung.

Im Übrigen bin ich mir sicher, dass, sollte die bisherige Planung Realität werden, OB Roters (der m.W. Langstreckenläufer ist) sich beim Überqueren des Gleisdreiecks, aber auch der Luxemburger Straße höchst ungern von Schienenfahrzeugen bzw. Autos überfahren lassen möchte. Dies ginge mir ähnlich. Es bliebe ihm nur, weiterhin auf dem asphaltierten Eifelwall vom und zum Volksgarten zu laufen.

Zu den übrigen Einlassungen schweigt des Sängers Höflichkeit.
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Alt 08.01.12, 17:18   #37
Tilou
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Zitat:
Zitat von Julius Cato Beitrag anzeigen
Zu den übrigen Einlassungen schweigt des Sängers Höflichkeit.
Ich fände es noch wesentlich höflicher, wenn du dich mit den sachlichen Argumenten, welche dir gleich von mehreren Leuten dargelegt wurden, auch nur ansatzweise auseinander setzen würdest. Da dir das aber anscheinend nicht möglich ist, kannst du meinetwegen hier gerne weiterhin das letzte Wort schwingen und auf deinem Standpunkt beharren. Viel Spaß. Ich schließe mich Citysurfer an: Alles andere ist schon gesagt worden.
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Alt 09.01.12, 08:29   #38
So_Ge
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So_Ge befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ganz grundsätzlich mal gesprochen: Es zeigt sich immer mehr, dass Anwohner, egal wie und wo und wann, immer auf den Plan gerufen werden, sich zu beschweren. Wir hätten bei jedem Standort für das Stadtarchiv irgendwelche schlüssigen Alternativvorschläge und vermeintlich unwiderlegbaren Gegenargumente vonseiten der Anwohner oder anderer Interessengruppen. Das kann nicht der Maßstab sein für solch eine städtebauliche Entscheidung. Aus Anwohnersicht gibt es immer eine bessere Idee für die eigene Aussicht.

Im Übrigen: Um nicht gänzlich die Maßstäblichkeit zu verlieren, sollte man das Projekt Stadtarchiv nicht als "gigantomanisch" bezeichnen. Das ist es nun beileibe nicht.
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Alt 10.01.12, 00:10   #39
hardy
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Beiträge: 152
hardy hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Zitat von Julius Cato Beitrag anzeigen
Der Verfasser wohnt nicht in Köln, sondern in Berlin und ist mithin nicht dem Vorwurf dörflicher Denkungsweise ausgesetzt.
Achja, dann natürlich nicht. Ich komme dagegen aus einem 1000-Einwohner-Dorf in Niedersachsen. Daher leide ich leider zwangsweise seit jeher unter dörflicher Denkungsweise. Auch gelegentliche Ausflüge z. B. nach Hannover und das Wohnen in Dortmund, Köln und Bonn konnten mich nicht davon abhalten. Dafür entschuldige ich mich schonmal.

Im mit 3,5 Millionen weltstädtischen Denkern besiedelten Berlin übrigens liegt innerhalb des Wilhelminischen Gürtels die festgelegte Traufhöhe bei 22 Metern, eine typische Wohnstraße dürfte dabei auch um die 18-20 Meter Breite haben. Somit dürfte einem aus der Voreifel zugezogenen Eifelwallbewohner bei einer Traufhöhe von sage und schreibe 13,5 Metern und einer Gesamthöhe von 21 Metern im zurückgesetzten Bereich des Archivbaus ein einigermaßen großstädtisches Denken nicht allzu schwer fallen. Oder verhindert gar eine zu niedrige Traufhöhe städtisches Gedankengut? Ich verstehe es nicht ganz. Jetzt trifft jedenfalls die bemitleidenswerten Eifelwallanwohner möglicherweise das gleiche Schicksal, wie die geschätzt 1 Mio Hauptstädter, die in den unteren Stockwerken ihrer Mietskasernen wohnen und niemals wissen können, welche Tageszeit gerade ist.

Entschuldigung, aber das neue Archiv wird aus meiner Sicht viel zu niedrig.

Den Entwurf für das neue Archiv finde ich zwar architektonisch gelungen, städtebaulich aber an dieser Stelle nicht angemessen. Eine Orientierung an den Traufhöhen der Neustadt wäre hier geboten gewesen. Das Potenzial Kölns liegt doch gerade in seiner Urbanität. Die Neustadt ist der urbanste Bereich Kölns und das sollte mit jedem Neubauprojekt doch besser noch gesteigert werden. Das heißt Blockrand, Korridorstraßen, hohe Bebauung, kleinteilige Nutzung. Es gibt genug Siedlungsbrei im Land, wo man noch weitere niedriggeschossige Kisten hinsetzen kann. Aber genau dort an den Eifelwall gehören sie nicht hin (wer ist eigentlich auf die Idee gekommen, auf der gegenüberliegenden Seite die Uni-Gewächshäuser aufzustellen? Die könnten genau so gut auf dem Dach eines 22m hohen Uni-Erweiterungsgsbaus errichtet werden). Also, statt den Grüngürtel abzuriegeln oder das wertvolle Bauerwartungsland mit 13,5m flachen Klötzchen minderzunutzen sollte auf 22m aufgestockt werden und das dadurch gewonnene Bauland dem dringend benötigten urbanen Wohnungsbau zur Verfügung gestellt werden.
hardy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.01.12, 22:12   #40
Stadtgaucho
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Stadtgaucho ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Ich bin neu in diesem Forum, habe aber vermutlich anders als die übrigen Diskutanten den Vorzug, unweit des Eifelwalls zu wohnen sowie irgendwie und irgendwann auch vom geplanten Neubau des Historischen Stadtarchivs betroffen zu werden. Aus diesem Grunde habe ich Eure bisherigen Beiträge, wenn auch als Laie, aufmerksam und vor allem kritisch verfolgt, habe aber auch eigene Recherchen angestellt. Nach meinem Eindruck wollen die meisten von Euch nicht die von der Bürgerinitiative (der ich nicht zugehöre) und von User Julius Cato vorgetragenen zwei Kerngesichtspunkte zur Kenntnis nehmen bzw. würdigen, wobei mich das Erste besonders ärgert:

Zum Einen handelt es sich um die Sorge der nahezu alle Anwohner vertretenden Bürgerinitiative, ein dicht an ihre bestehende Wohnbebauung errichteter, in dunkler Baubronze gehaltener Baukörper von gut 140 m Länge werde sie vom Sonnenlicht mehr oder minder abschirmen. Den in diesem Zusammenhang angebrachten Hinweis des Users Tilou, es gäbe neben dem Partikularinteresse der Anwohner auch ein sog. öffentliches Interesse, kann ich nur als pharisäerhaft bezeichnen. Denn ein „belastendes“ öffentliches Interesse wird stets von der Belastung nicht betroffenen Personen (auch des Stadtplanungsamtes) definiert. Ich möchte hier auf ein etwas antiquiertes, von aktuellen Individualinteressen unstreitig nicht geprägtes Werk von Wolkenstein „Der Städtebau“ 1910, S. 69 ff., verweisen. Danach sollten „die unmittelbaren Sonnenstrahlen täglich mindestens wenigstens eine oder zwei Stunden lang in alle Wohnräume einfallen“ (Wolkenstein räumte allerdings ein, dass diese aus „gesundheitlichen Gesichtspunkten“ als wünschenswert erachtete, den früheren städtischen Verhältnissen geschuldete Forderung sich in „alten Stadtteilen“ nicht verwirklichen lässt). Den diesbezüglich unwidersprochenen Darlegungen des Users Julius Cato zufolge wäre bereits diese hinter den heutigen gesundheitspolitischen Maßstäben zurück bleibende Mindestanforderung an modernes, menschenwürdiges Bauen bei Realisierung des Vorhabens in weiten Bereichen des Eifelwalls nicht gewährleistet. Die vielen schlechten Bespiele anderen Orts in Köln bzw. anderer Großstädte sind wenig nachahmenswert.

Bürgerinitiative und User Julius Cato machen ferner geltend, dass die Baumaßnahme den bereits grenzwertigen Lärmpegel am Eifelwall deutlich steigerte. User ottcgn1 schlägt eine Linderung dieses Problems durch offenporigen Asphalt („Flüsterasphalt“) vor. Ob die durch Straßenverkehr mittelbar ausgelösten zusätzlichen akustischen Probleme durch Flüsterasphalt nachhaltig gemindert werden können, kann ich nicht beurteilen, da auch zusätzliche Echowirkungen zu berücksichtigen wären. Der User übersieht aber geflissentlich, dass mit einer solchen Maßnahme den bereits allein im gesundheitsschädigenden Bereich liegenden Lärmemissionen des angrenzenden Eisen- und Straßenbahnverkehrs nicht begegnet werden kann. Außerdem sind die laufenden Unterhaltskosten zur Aufrechterhaltung der physikalischen Eigenschaften des Straßenbelags nicht unerheblich. Hierauf, aber auch auf die Frage, ob die Stadt angesichts ihrer finanziellen Dauermisere zu solchen Maßnahmen bereit wäre, geht der User nicht ein. Er lässt es angesichts fehlender Lärmemissionsgutachten und konkreter städtischer Aussagen bei seinem Allgemeinplatz bewenden. Der Aktionsplan „Köln aktiv gegen Lärm“ scheint dabei völlig in Vergessenheit geraten zu sein.

Zum Anderen sollte man der Bürgerinitiative hoch anrechnen, dass sie es nicht bei negativer Kritik belässt. Sie wendet sich nicht gegen die Verlängerung des Inneren Grüngürtels entlang dem Eifelwall und gegen die Errichtung des Historischen Stadtarchivs auf dem Gelände des früheren Bauhofs; sie begrüßt diese Maßnahmen aus verständlichen Gründen (was viele von Euch überhaupt nicht zur Kenntnis nehmen). Sie unterbreitet aber einen Vorschlag, der neben ihren partikularen Interessen auch vor allem dem öffentlichen/nichtsubjektiven Anliegen einer Verlängerung des Grüngürtels gerecht werden soll. Wenngleich man die von der Initiative vorgeschlagene Drehung des Baukörpers, um mit User Julius Cato zu sprechen, als suboptimal betrachten kann (nicht muss), lassen hier Eure Beiträge entweder fehlende Ortskenntnis und/oder eine gewisse Böswilligkeit erkennen. User Salzufler bemüht allerdings seine über Jahrzehnte hinausreichende visionäre Kraft, der ich genauso zukunftsweisend entgegenhalten kann, dass dann – bei Anhalten der Polkappen- und Gletscherschmelze - weite Teile Kölns unter Brackwasser stehen werden, so dass sich die hier erörterten Fragen erledigt haben dürften. Aber zurück: Die Anwohner beanstanden doch nur, dass bei Realisierung des Vorhabens entlang dem Eifelwall die auf dem verbleibenden durch Luxemburger Straße/Hans-Carl-Nipperdey-Straße/Rudolf-Amelunxen-Straße/geplantes Archiv begrenzten Areal zu schaffende Grünfläche praktisch unzugänglich wäre. Diese Kritik ist sachlich begründet und daher sehr wohl berechtigt. Auch der Masterplan fordert die Vermeidung derartiger Brennpunktflächen. Dem öffentlichen/nichtsubjektiven Interesse an einer solchen Fläche, also der Durchlässigkeit des Inneren Grüngürtels trägt die städtische Planung demgemäß gerade nicht Rechnung; auch dies verkennen User Tilou und vor allem Citysurfer in seinem abwegigen Beitrag vom 03.01.. Soweit wie ich das Anliegen der Anwohner verstehe, befürchten sie die Fortführung eines der öffentlichen Kontrolle, spätestens nach 17.00 an Werktagen bzw. an den Wochenenden auch der aufmerksamen Beobachtung des Users hotelfreak im „Caffe“ des Justizzentrums entzogenen Angstraumes. Der städtische Vorschlag brächte für alle Kölner, auch für die Eifelwallbewohner, also keine Verbesserung gegenüber dem Jetzt. Das wäre nur anders, wenn die Grüngürtelverlängerung nicht durch eine im Wesentlichen undurchlässige Bebauung zum Eifelwall abgeschnürt würde.

Ich habe in Euren bisherigen Beiträgen nichts entdeckt, was irgendwie geeignet wäre, substanziell gegen diese Argumente ins Feld geführt zu werden. Ihr verliert Euch in Binsenweisheiten wie „Auch für Anwohner gibt es in einer … Großstadt kein ewiges Bestandsrecht auf die Umgebungssituation“ (User ottcgn1), in spinnerte Visionen (User Salzufler) oder gar in mehr oder minder unverhohlenen Beschimpfungen. Ich vermisse eine alle sachlichen Gesichtspunkte einbeziehende, fachkundige (auch gutachtlich belegte) Abwägung zwischen sämtlichen in Betracht zu ziehenden anwohnerfreundlichen und zugleich den öffentlichen/nichtsubjektiven Belangen Rechnung tragenden Positionierungsmöglichkeiten des Stadtarchivs auf dem Areal. Soweit User ottcgn1 in seinem Beitrag vom 26.12. überhaupt diesen Gesichtspunkt zur Sprache bringt, geschieht dies sehr oberflächlich. Als Student dürfte ich mich jedenfalls nicht auf Euer derart plattes Niveau begeben.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich die Errichtung des Stadtarchivs entlang dem Eifelwall gerade unter besonderer Herausstellung öffentlicher/nichtsubjektiver, aber auch nachhaltiger haushalterischer Aspekte für die schlechteste aller in Betracht zu ziehenden Lösungen halte. Wahrscheinlich trüge eine Position parallel zur Hans-Carl-Nipperdey-Straße oder entlang der Rudolph-Amelunxen-Straße allen öffentlichen und partikularen Anliegen, aber auch der in seiner düsteren Schlichtheit zum Ausdruck kommenden Funktionalität des Bauwerks am ehesten Rechnung. Bei einer Errichtung entlang der Hans-Carl-Nipperdey-Straße könnte User hotelfreak sich jedenfalls werktäglich mit verträumtem Blick aus dem „Caffe“ an der Aussengestaltung des Archivs mit „vornehmer Baubronze“ erfreuen. Sollte sich die Realisierung des Restareals als Grüngürtelverlängerung wegen chronischer haushalterischer Engpässe der Stadt verzögern, bliebe ihm bei dieser Lösung jedenfalls der Anblick des weiterhin dahinter liegenden Durcheinanders erspart. Darunter hätten dann die Eifelwall-Bewohner zu leiden; Recht geschähe ihnen.

Abschließend möchte ich auf das sog. Quartiersmanagement hinweisen. Dieses noch neumodisch und unausgegoren erscheinende, lt. Wiki von der ArgeBau u.a. entwickelte Instrument zur Verbesserung urbaner/sozialer Lebensqualität sieht außerhalb der im BauGB verankerten Beteiligungs- und Abwägungspflichten ausdrücklich die Einbeziehung aller Akteure an vorgesehenen städtebaulichen Maßnahmen, darunter auch die Unterstützung der betroffenen nicht organisierten Bewohner vor. In Köln stelle ich diesbezüglich, zumindest soweit es die Beplanung der Fläche Luxemburger Straße/Eifelwall anbelangt, ein schwarzes Loch fest.

Es tut mir leid, dass ich meine Verärgerung nicht unterdrücken kann und mein Debüt daher etwas ausgeufert ist.
Stadtgaucho ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.01.12, 01:34   #41
Citysurfer
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@Stadtgaucho Ich bin wirklich beeindruckt, wie wenig man mit so vielen Worten sagen kann!

Wir wollen also die ach so fundierten Argumente nicht zur Kenntnis nehmen? Wo sind die denn bitte? Ich fasse mal zusammen. Der Bau nimmt also den Anwohnern des Eifelwall das Sonnenlicht weg. Es wird unerträglich laut. Angeblich. Sonst noch was...?!!

- Es wird auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Baukörper errichtet, der niedriger ist, als eine beliebige, anderweitige Blockrandbebauung in dieser Stadt. Von einer übermäßigen Verschattung kann also keine Rede sein. Das es sich dabei um einen Baukörper handelt und nicht um x nebeneinander stehende Gebäude spielt hierbei ja wohl keine Rolle - ebenso wenig wie die Frage, aus welchem Material dieser besteht.

- Der Lärmpegel im Eifelwall dürfte m.E eher unterdurchschnittlich sein. Von nennenswertem Verkehr in dieser Straße kann nicht die Rede sein. Es ist auch nicht zu erwarten, dass durch das Historische Archiv nennenswerte Verkehrsströme zusätzlich in die Straße gelenkt werden. Ein hoher Lärmpegel geht von der Luxemburger Str. aus. Durch den Bau des Archivs wird der Eifelwall hiervon jedoch eher noch abgeschottet. Zumindest sehe ich in der künftigen Situationden im Vergleich zum Status Quo keinesfalls eine Verschlechterung.

- Die Grünfläche ist abgeschottet und nicht zugänglich durch einen 140 Meter langen Bau? 140 Meter?! Das schafft jede Oma mit Rollator. Man soll doch bitte nicht so tun, als der komplette Eifelwall von der Grünfläche abgeriegelt würde. Jener ist wohl länger als 140 Meter...

Du verlangst fundierte, gutachterliche Aussagen? Bringst aber selber nur aufgewärmte, dafür aber episch und langatmig ausgewalzte Behauptungen?

Lieber Neu-User, wenn das Diskussionsniveau hier einem Studenten wie dir nicht gerecht wird - und die hier postenden Menschen ohnehin ignorant und böswillig sind ... es gibt sicherlich andere Möglichkeiten für dich!

Ach übrigens. Ich wohne weder in Berlin, noch in Chorweiler oder Bickendorf - sondern in fußläufiger Nähe zum Eifelwall... wollt' ich nur nochmal erwähnt haben...


Die Positionen sind deutlich gemacht, es ist denke ich überflüssig, an dieser Stelle weiter auszuholen - das gilt für beide Seiten. Bevor es hier böses Blut gibt bitte ich die Debatte zu beenden, solange es nicht offiziell neue Fakten zu der Angelegenheit gibt. Vielen Dank. rec
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Alt 18.04.12, 22:47   #42
Citysurfer
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Der WDR berichtete heute in der Lokalzeit-Kurzausgabe um 18:00 Uhr, dass sich die geplante Fertigstellung des neuen Stadtarchivs um ca. 2 Jahre - also 2017 statt 2015 - verzögern werde.
Gründe hierfür seien das langwierige Wettbewerbsverfahren und die Tatsache, dass ein im Architektenwettbewerb unterlegenes Architekturbüro gegen die Entscheidung geklagt habe.
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Alt 19.04.12, 16:53   #43
calcaneus-cgn
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das scheint wohl Mode zu werden, dass die Architekten bei Nichtberücksichtigung klagen...Schade, dass die verzögerten Baukosten dann nicht umgelegt werden, sollte die Klage vor Gericht abgewiesen werden...
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Alt 19.04.12, 22:01   #44
_CCAA
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Wie kommst du darauf, daß dies in Mode kommt?
Wenn man bedenkt, was so ein großer Wettbewerb ein Architekturbüro kostet und welche geringen Gewinnchancen (beim Archiv waren es glaube ich 35 Teilnehmer), verwundert es allerdings schon, daß nicht mehr geklagt wird. Soll nicht heißen, daß ich ein Freund von solchen Klagen bin - man sollte schließlich ein guter Verlierer sein und dem Gewinner seinen Erfolg gönnen, was in der Regel auch durch die Architektenreihen hindurch der Fall ist.
Ich frage mich, was hier zur Klage geführt hat.
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Alt 20.04.12, 19:03   #45
RebellHAI
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Ich pers. finde es auch bedenklich bei sowas zu klagen.

Es ist ein Wettbewerb! Da gibt es am Ende nunmal nur einen Gewinner! (bzw. mehrere bei Splittung der Preisgelder. Dann aber gestaffelt)

Ausnahme wäre nat. ein begründeter Verdacht z.B. Richtung Bestechung o.ä.
RebellHAI ist offline   Mit Zitat antworten
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