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Alt 16.05.07, 12:51   #151
arnd
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arnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nett
Machst du Witze? An so einer Stelle, welche jetzt ihren Charakter wieder bekommt, hat etwas im Verhältnis dazu so Brutalistisches nix verloren. Das sieht aus, als würde das Technische Rathaus aus FFM in das Herz von Rotenburg ob der Tauber gepflanzt. Das Teil könnte in eine Ecke, die von Plattenbauten umrandet wird, aber nicht in ein von so vielen zumindest äusserlich rekonstruierten Gebäuden. Da passt es echt wie ein Wohnzimmer in "Gelsenkirchener Barock" gestaltet in einem Loft-Apartment.
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Alt 16.05.07, 13:07   #152
Manuel
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Manuel ist ein hoch geschätzer MenschManuel ist ein hoch geschätzer MenschManuel ist ein hoch geschätzer MenschManuel ist ein hoch geschätzer Mensch
@bushfreak: Da sind wir ja schon zu zweit...

Es kann ja auch nicht darum gehen, die schöne alte Welt vollständig wieder aufzubauen. Vielmehr muss die wiedererrichtete Frauenkirche mit zeitgenössischer Architektur ergänzt werden, damit das Gesamtensemble überhaupt glaubwürdig ist. Die Frauenkirche nur mit irgendwie historisierter oder unauffälliger Architektur zu umgeben, wäre ein mutloser Schritt in die Vergangenheit. - Kulissenschieberei, die den Blick in die Zukunft scheut gebaut von Menschen, die sich selbst und ihre Zeit möglichst kaschieren wollen.

Und das Neue Gewandhaus, über dessen Architektur man natürlich streiten kann, schafft diese Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart.
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Alt 16.05.07, 18:47   #153
Trips
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Trips hat die ersten Äste schon erklommen...
Und diese Verbindung von neu und alt erfolgt meiner Meinung nach nicht, da der neue Entwurf einfach zu schlecht ist um als Gegenpol zur, mit Ausnahme der FK, gar nicht mal spektakulären Umgebung zu wirken.
Wenn solcher Quatsch stellvertretend für das heutige Architekturgeschehen stehen soll darf man sich nicht wundern dass die Leute nach Rekos schreien.
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Alt 16.05.07, 18:59   #154
arnd
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arnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nett
^Recht so. Ich kann auch nicht verstehen, wie man was derart grässliches schönfinden kann. So etwas gehört in die Abteilung, die spätestens nach ein paar Jahren im verwitterten Zustand so aussieht, dass sie erst einmal schöngesoffen werden muss. Ich weiss jetzt nicht ob es weiss angestrichen wird oder in Sichtbeton ausgeführt wird. Wenn es letzteres ist, dann kann bei dem Bau erst recht nach der Planierraupe oder Abrissbirne gebrüllt werden, oder etwa nicht?
Ich finde, dass der Platz frei bleiben sollte. Wenn Canaletto schon mit dem Gebäude seine liebe Not hatte, was sollen die heutigen Menschen dazu sagen, besonders dann, wenn es auch noch so ein Schnadfleck wird?
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Alt 16.05.07, 19:58   #155
Ben
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Ben ist essentiellBen ist essentiellBen ist essentiellBen ist essentiellBen ist essentiellBen ist essentiellBen ist essentiellBen ist essentiell
Zitat:
Zitat von bushfreak Beitrag anzeigen
...aus Dresden wieder etwas Besonderes machen!
Naja...Es wär nicht das erste Mal, dass ein (mühsam rekonstruiertes) Ensemble durch eine Fehlentscheidung zerstört wird. Insofern sehe ich darin keine Besonderheit, sondern schon fast Standard...
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Für alle von mir gezeigten Bilder gilt-soweit nicht anders angegeben-"©Ben".
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Alt 17.05.07, 04:41   #156
AeG
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AeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein Lichtblick
Eigentlich wollte ich mich mit meinen Aktivitäten in diesem Forum ja etwas zurückhalten. Aber dieser Threadverlauf reizt doch zu sehr.

Wie kann man denn nur anhand eines einzigen, kleinen und unglücklich flach erstellten Renderings und ggf. ein paar technischen Abwicklungen (die vermutlich für keinen Laien und auch für viele Profis nicht hinreichend für eine ästhetische Beurteilung seien dürften) derart reißerische Negativ-Propaganda vom Stapel lassen?

Mag ja sein, dass dieser Entwurf nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Ich bin grundsätzlich auch kein Freund dieser, gerade mal wieder in Mode gekommenen Kuben-schieb-und-wechsel-Architektur.

Ich verstehe auch ehrlich gesagt nicht, wie sich intelligente Menschen immer wieder in haltlose Verschwörungstheorien hineinsteigern, wenn sie mit Ergebnissen anderer Leute Arbeit nicht einverstanden sind. Der böse Architekt als Weltverschandler, der bereits im ersten Semester unterschreiben muss, dass er - komme was wolle - von den schöngeistigen Idealen seiner Zeitgenossen Abstand zu nehmen hat. Ihr vergesst nur, in der Nahrungskette steht vor so ziemlich jedem Architekten ein Bauherr aus Fleisch und Blut. Müssen alle Bauherren (mit Ausnahme von Anderthalbgeschosser-EFHs und Discounter-Filialen mit Satteldach) auch diesen ominösen Geheimbünden beitreten? Oder hat der Architekt für besonders renitente Kunden stets sein Blitzdings dabei?

Selbstverständlich wurden in der Vergangenheit Fehler gemacht und es wird auch in Zukunft welche geben. Aber jede Generation macht ihre Fehler, die Abschaffer der ach so tollen traditionellen Architektur vor knapp 100 Jahren hatten dabei sogar über mehr als 50 Jahre einen größeren Rückhalt in der Masse als jedwede heutigen Tendenzen. Das will nur ein paar gottverdammten Kleingeistern in diesem Forum und anderswo partout nicht in den Schädel, da kann man es so oft wiederholen, wie man will und anhand sich stetig wandelnder gesellschaftlicher Rahmenbedingungen belegen. Aber es werden lieber ohne Sinn und Verstand Parallelen aus dem eigenen beengten Erfahrungshorizont zitiert. Für den selbsternannten Experten aus der vorletzten Reihe - der nicht einmal weiß, was "Brutalismus" tatsächlich bedeutet - ist natürlich alles sonnenklar vorhersehbar.

Weshalb wird wiederholt behauptet, ein zeitgenössischer Bau wie der hier Prämierte gehöre ins Plattenbauviertel, aber nicht an den Neumarkt? Motto: Häßliches zu Häßlichem? Große intellektuelle Leistung, bravo! Jeder, der sich etwas ernsthafter mit der Materie beschäftigt weiß, dass das - schon aus Erfahrung - eben gerade nicht funktioniert. Ein ästhetisch, funktional und handwerklich aufwändiger Neubau inmitten eines Gebietes, dessen Bestand lediglich stilistisch einem annähernd ähnlichen Kontext, jedoch auf sehr viel simplere Art entspricht, führt zwangsweise zu einer Abwertung des Umfeldes. Dem Rest der Bebauung gehen dann nämlich sämtliche Reize verloren, da sie allesamt in besserer Qualität am neuen Bau zu finden sind. Deshalb ist ein extrovertierter Bau der Moderne grundsätzlich in einem Ensemble, mit dem es nicht zu viele Überschneidungen der Attraktoren gibt, deutlich besser aufgehoben. Nur da kann er wirken und sein Umfeld im günstigen Fall bestärken.


Ob am Neumarkt aber überhaupt ein solcher Kontrapukt benötigt wird, sei dahingestellt. Es ist aber unheimlich schwierig, einen konkreten Ort, der ohne beachtenswerte historische Bausubstanz als Vorlage auskommen muss, mit einer an die historische bzw. historisierende Nachbarbebauung angepassten Sprache zu entwickeln, die weder übertrumpfend wirkt, noch qualitativ abfällt. Hier könnten sonst die gleichen negativen Effekte entstehen, wie am Beispiel Neu zu Neu beschrieben. Und im Gegensatz zu Orten, an denen Patzschkes und Co. frei historisierend werkeln können, sollte am Dresdner Neumarkt zumindest die Ehre des Bestandes gewahrt bleiben. Das funktioniert ganz sicher nicht, wenn man ein besonders pompöses Disneyland-Märchenschloss hinsetzt, dass seine Nachbarn wie barocke Plattenbauten (oder umgekehrt) wirken lässt. Zur mangelnden historischen Stringenz brauche ich mich hier wohl nicht weiter zu äußern, das haben schon andere (und ich selbst) oft genug versucht (und sind gescheitert).

Nach meiner Meinung sollte also vor allem ganz genau überlegt werden, ob man den Platz überhaupt bebaut, bzw. adäquat bebauen kann. Das betrifft, nicht nur architektonische Fragen, sondern auch städtebauliche und zeitgeschichtlich-soziologische. Sofern man das bereits hinreichend getan hat und dabei zum vorliegenden Ergebnis kam, sei's drum. Mit Sicherheit kennen nicht nur ein paar Schlaumeier dieses Forums das Frankfurter technische Rathaus und Artverwandte. Da kann man sich recht sicher sein. Müßig, zu erwähnen, dass noch vor wenigen Jahrzehnten die (ehedem konstruktiv bedingt) dauerbröckelnden, als menschenunwürdig eingestuften Backsteinkisten mit ihrem Gips-Kokolores gegenüber den günstigen und komfortablen Wohnungen der Nachkriegszeit diesen negativen Nimbus mehrheitlich inne hatten. Oder wie sonst hätten Szene, Studenten und Bohéme so leicht davon Besitz ergreifen und sie sukzessive zum Idealbild des derzeitigen Geschmacks stilisieren können? Was das bedeuten soll: Fehlentwicklungen wird es immer geben, nur bauen sie aufeinander auf und werden selten wiederholt. Es bedingt schon eines gehörig naiven Naturells, will man mit den Maßstäben von heute sowohl die Vergangenheit erklären, als auch die Zukunft deuten.

Im Fall der Fassade des Neubaues am Altmarkt wird es sich weder um "Sichtbeton" (ein weiterer Begriff, der hier in Unkenntnis regelmäßig depalziert verwendet wird), noch um Farbanstrich handeln. Statt dessen ist eine, den regionalen Traditionen angepasste Materialwahl vorgesehen (also vermutlich Sandstein). Das kann man in diversen Publikationen lesen, m. E. auch im Text des verlinkten Wettbewerbsbeitrages. Aber das Lesen ist den hier anwesenden Experten offenbar nicht zuzumuten. Die phänomenale Aussagekraft der einzigen, sich im Umlauf befindenen Visualisierung reicht als Deutungsbasis völlig aus.


Tut mir leid, aber das musste jetzt mal raus. Ihr könnt nun bei Bedarf mit Euren roten Pünktchen um Euch werfen (hoffentlich nur für die fehlende Nettiquette und nicht für gegenteilige Meinungen) und Euer Forum wieder in Ruhe ohne meine aktive Anteilnahme genießen.
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Alt 17.05.07, 11:15   #157
vondraussen
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vondraussen ist im DAF berühmtvondraussen ist im DAF berühmt
Ich finde die meisten Diskussionen hier wirklich gut. Klar es gibt manche Threads die Ausreisser sind, aber dafür gibt es dann wirklich informative und interessante Beiträge in den anderen. Besonders die Fotos sind oft super. Dabei stimme ich auch nicht mit vielen Meinungen überein, die hier vorgebracht werden.

Grosses Lob von mir an die Moderatoren!! Gerade in deutschen Foren ist es nicht so einfach, das nötige Mass an Zurückhaltung zu behalten und zu regeln. Ich hoffe auch, dass dies nicht Dein letzter Beitrag hier war.

Bezüglich Gewandhaus: ich stimme mit Dir überein, dass ein architektonisches Spannungsfeld reizvoll ist. Gerade an der Frauenkirche selbst ist das faszinierende, die alten Steine eingebettet in der neu aufgebauten Kirche zu sehen. Damit wird einem Deutschlands Vergangenheit, Zerstörung und Wiederaufbau so gewaltig und unmittelbar vor Augen geführt, das einem fast die Tränen kommen ob des Unsinns der Kriege und der Anstrengung, deren Folgen zu überkommen. Sowas zu schaffen ist glaube ich wirklich schwer und nach meinem Erachten wird die historische Spannung durch den Siegerentwurf des Gewandhauses nicht erhöht. Er sieht in meinen Augen eher wie ein Fremdkörper aus. Kritisieren ist natürlich immer viel einfacher....

Gut auch, dass Du nochmal ansprichst, dass es überhaupt nicht klar ist, ob diese Stelle bebaut werden sollte. Ich denke, man sollte warten bis die anderen Gebäude stehen, und dann nochmals dieses Thema angehen. Schliesslich gibt es hier keine Eile und ein Fehler wäre dann doch fatal.
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Alt 21.05.07, 10:35   #158
Artec
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Artec ist einfach richtig nettArtec ist einfach richtig nettArtec ist einfach richtig nettArtec ist einfach richtig nettArtec ist einfach richtig nett
So wie es ausschaut, wird nocheinmal neu darüber im Stadtrat abgestimmt, ob das Gewandhausareal bebaut wird.

www.neumarkt-dresden.de
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Alt 21.05.07, 11:13   #159
arnd
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arnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nett
Wenn die Entscheidung revidiert wird, würde ich es begrüßen.
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Alt 23.05.07, 22:24   #160
Dvorak
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Dvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfach
Ich find den Gewandhaus-Entwurf toll! Er ist meiner Meinung nach wirklich gelungen.
Städtebaulich finde ich den Neumarkt mit Gewandhaus wesentlich besser als ohne. Das Johanneum braucht doch einen Konterpart (nicht Kontrast) der seine westliche Bauflucht aufnimmt. Man kann doch nicht ein Buaflucht auf die exakte Mitte eines symmetrischen Baus zulaufen lassen. Das ist ein derart schlimmer stilistischer Fehler (egal in welcher Epoche), dass es einem doch die Tränen in die Augen treiben muss. Ein Jüdenhof, der rechteckig von den Buafluchten des Johanneums und des Gewandhauses begrezt wir, verleiht der Schaufassade ein wesentlich besseres Umfeld, als es ein halber Platz, der nicht gefasst ist, und mit einem anderen ohne Vorbereitung verschmilzt könnte. Ich kenne einige Beispiele für gekonnte Platzsituationen zweier einander gegenüberstehender Gebäude, die dadurch, dass sie eine Platz zwischen einander aufspannen sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken. Z.B. stehen sich der Justizpalast, und die Polizei genau gegenüber, und sind gleich lang. Eine halbe Polizei, würde den Justiz-Palast abwerten. So ist es meiner Meinung nach auch hier. Das Johanneum braucht das Gewandhaus um richtig wirken zu können.

Erklär mir mal einer, was so unglaublich schlimm an dem modernen Gewandhaus ist. Ich finde es wirklich schön. Die schwierigsten Ecken, nämlich die wo die Dächer aneinander toßen sind nahezu genial gelöst. Der obere teil des Gewandhauses nimmt ganz klar Bezug zu den angrenzenden, und lässt einen Harmonischen Übergang zu.
Das Gebäude gehört weder zu der Kategorie Beton-Klotz, noch ist es ein Glaskasten. Es gibt doch eine Vielzahl verschiedenster verwandter Formen, die eine hohe grafische Dichte erzeugen, und die Form zusammen mit Überhängen und Balkonen gut betonen.
ich könnte noch wesentlich mehr Argumente für den Bua nennen, da ich aber dagegen nur gehört habe, das es Quatsch ist, es sei brutalistisch, schwachsinnig unsensibel (....) erspar ich mir dass, bis ich wirkliche Argumente gegen den Bau höhre.

So wie der Neumarkt ohne Gewandhaus aussehen würde, finde ich ihn langweilig. Ein wenig gefasster Platz, der an den Enden leicht verschwimmt, und nicht wirklich interessant gestaltet ist. Die verschneidung von vier etwas autarken Plätzen, die so zu einem wachsen finde ich interessante.

Vielleicht kann ja mal jemand andere argumente gegen das Gewandhaus anführen, als dass es Quatsch, Schwachsinn, ....sei. Soo schlecht wie er gardestellt wird sollte es da genug geben.
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Alt 24.05.07, 04:15   #161
Trips
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Trips hat die ersten Äste schon erklommen...
Och man kann da durchaus modern bauen, nur kann ich persönlich mit diesem Entwurf überhaupt nichts anfangen, er erzeugt bei mir eine ungeheure Unruhe, die man nicht mit Spannung verwechseln sollte, die Gliederung mag sich formal an der Umgebung orientieren, wirkt auf mich aber letztendlich ungelenk und gezwungen.
Und letztendlich finde ich die Formensprache sehr beliebig, auch wenn der eigentliche Bau meinetwegen sonst wie stark auf die Umgebung zugeschnitten ist, ich musste mir die Visualisierungen 3 mal angucken bis sich in meinem Kopf überhaupt ein festes Bild hielt.
Gewandhaus Dresden? Volkshochschulanbau Böblingen? Parkhaus Gelsenkirchen nach Bergsenkung?


Das Problem hatte ich mit diesen Entwürfen hier nicht.
http://img508.imageshack.us/img508/8206/s4300325up1.jpg
http://img527.imageshack.us/img527/2430/s4300320eo2.jpg

(Bilder nicht von mir, aber zu Weitergabe freigegeben)
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Alt 24.05.07, 07:28   #162
Dvorak
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Dvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfach
Den letzten Entwurf aus Barcelona fand ich auch klasse. Besonders, weil er mit dem riesige Fenster alle Betrachtern noch einmal vor Augen führt, wer der Platzprimus am Nemarkt ist. Der Rest ist aber ein wenig zu einfach gehalten finde ich. Das Dach und die Anschlüsse an die übrigen Gebäude sind nicht so gut wie beim Sieger.

Zum Sieger noch einmal:
Ich glaube man soll das Gebäude nicht sofort fassen können. Das ganze hat ja etwas von einem Lisitzky-Proun, also verschiedenen Volumina, die frei in einen Raum gestellt werden. Das Beispiel ist nicht das beste, aber verdeutlicht hoffentlich was ich meine. Genau das braucht das Gewandhaus glaube ich. Wenn es sich gank konservativ als Klotz verhalten würde, dann würde es mehr schaden. So aber stellt sich ein Hybrid zwischen den umgebenden Plätzen, und dem Innenraum ein. WEnn die Öffnungen dabei mit einem bestimmten Ziel angelegt werden, dann verstärken si nich nur die Wirjung des Gebäudes als solches, sondern machen es einmalig, und es bekommt so stark einen Bezug zu dem Ort, dass es nur und ausschließlich am Neumarkt stehen kann. Die großen Fenster im Südteil der Ostfassade binden das Gebäude gezielt in den Freien Platz ein, während übergroße Fenster an der Nordfassade das Johanneum stören würden, besonders wenn es Eckfenster wären, die harte Ecke ein wenig mildern. Dort ist es ja richtig, die Bauflucht gegenüber dem Johanneum so stark wie nur irgend möglich heraus zu arbeiten, um diesem seine Wirkung zu geben. Im Süden verschwimmt die Ecke, um die beiden Plätze stärker aneinander zu binden. Ich glaube, dass man alle Fenster sehr gezielt entworfen hat, und auch wenn es auf den ersten Blick nicht so scheint, sie alle einen Sinn speziell für den Neumarkt haben.
Das mit der Ausstauschbarkeit kann ich so auch nicht stehen lassen, weil so ziemlich alle übrigen Gebäude am Neumarkt, oder besser alle bs auf die Frauenkirche wesentlich austauschbarer für ihre Zeit waren, als es die Kunsthalle heute ist. Die Besonderheiten der Neumarkt-Bauten sehe ich nicht. Das Johanneum als solches gibt es sicher mehrere zehntausend mal in Europa. Vielleicht mal ohne eine solche Treppe, oder ein Stockwerk höher, es bleibt aber eine austauschbare Architektur des 19Jhdt (das eutige Erscheinungsbild wurde ja mit dem Umbau 1873 geschaffen).

PS: Ich finde "Unruhe" wie du es nennst auch mal ganz gut. Egal von wo man guckt, es ergibt sich so immer ein neuer Blick auf das Gebäude, und es wird nicht so schnell langweilig. Das Unruhigste Gebäude am Neumarkt ist meiner Meinung nach auch die Frauenkirche, die eine unglaubliche Dynamik entwickelt, und deshalb so fasziniert.
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Alt 24.05.07, 08:39   #163
Trips
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Trips hat die ersten Äste schon erklommen...
Siehst du genau das meine ich mit "gezwungen", man hat krampfhaft versucht jede Flucht und jede Fensterachse der Umgebung (die ich auch nicht überragend finde) aufzunehmen, dummerweise hab ich das Gefühl dass der Architekt dann nicht so recht wusste was man damit anfagen soll.
Das Ergebnis sieht dann aus wie ein Absturz im CAD Programm.

Und das mit der Unruhe meinte ich dem konkreten Fall uneingeschränkt negativ.
Anders als bei dem Holzer Kobler Entwurf (der wie ich finde die Dachlandschaft deutlich eleganter aufnimmt) oder der Frauenkirche sorgt die Unruhe nicht dafür dass ich den Bau (bzw die Visualisierung des selbigen) intensiver betrachte um ihn zu greifen, sondern vielmehr dafür dass ich mich zwingen muss nicht wegzusehen weil er mich nervt.

Und dieser konkrete Bau mag konzeptionell nur an diese Stelle passen, aber die ihm zu grunde liegende Formensprache, mit Verlaub, ich finde die könnte beliebiger nicht nicht sein, hier ein Fenster, dort ein Winkel, da eine Fläche.
Die dahinter stehende Konzeption mag für manchen interessant sein, aber was hilft das wenn man 99% der Bevölkerung die selbige erst erklären muss und in den Meisten Fällen dann trotzdem der (berechtigte) Einwand kommt dass das Ding immer noch ästhetisch fragwürdig, (um nicht zu sagen stockhässlich) ist.
Der gröstmögliche intellektuelle Anspruch ist nunmal selten der Königsweg, zumindest an so prominenter Stelle, das kann man betrauern, aber ich finde nicht ignorieren.

Zwölftonmusik und Death Metal haben sicher ihren Platz in der Musiklandschaft, trotzdem würde ich jeden der sowas auf einer Party auflegt mit Gewalt von der Stereoanlage fernhalten, ganz ähnlich geht es mir hier, natürlich wäre es durchaus paradox ausgerechnet eine Kunsthalle für zeitgenössische Kunst in einen historisierenden Neubau zu setzen, das will ich auch nicht, aber solche verkopften Dinger sind letztendlich Wasser auf die Mühlen derer die an der Stelle ausschliesslich historisierend oder aber gar nicht bauen möchten.

20 quatloos dass genau das passieren wird.

Geändert von Trips (24.05.07 um 18:23 Uhr)
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Alt 24.05.07, 20:48   #164
Dvorak
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Dvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfach
Absturz CAD-Programm, 99% der Bevölkerung, Zwölftonmusik...:iognore:

Wenn ich mir den Bauplatz angucke, und mir überlege, welche Gestaltungsprinzipien ich einem möglichen Bau zu Grunde legen will, dann kommen für mich verschiedene Aspekte in Betracht.
Das Gebäude sollte hier nicht Teil einer einfachen Blockrandbebeauung sein, sondern mehr Teil des Platzes selbst. Nicht nur, weil man sagen kann, der Neubau steht auf einem ehemaligen Platz, ist also Teil des Ganzen Trubels der auf ihm statt findet. Gleichzeitig definieren sich Kunst und Kultur ja dadurch, dass sie inmitten der Gesellschaft stehen, und von den Einflüssen selbiger durchflossen und beeinflusst werden. Auch sind die Künste einem ständigen Wandel und einer Neuinterpretation unterworfen, die das Gebäude auch nach außen zeigen muss, wenn es die Kunst repräsentieren will.
Daher muss Dynamik für mich sein weil:
-sie grundlegend zum Ort gehört, und nicht ignorert werden kann
-sie die Kunst nur mit Dynamik repräsentieren kann.

Dass man sich daher eine art Proun gebaut hat, der in den Platz zu greifen scheint, ist für mich absolut logisch und nachvollziehbar. Unter allen Entwürfen gefallen mir auch nur die, die den Raum in das Gewandhaus hinein holen. Mäckler hat meiner Meinung nahc vollkommen versagt, weil er den Ort ignoriert.

Ich bin der Meinung, das man immer nur intellektuell bauen sollte, auch wenn das heißt den Willen der Bevölkerungsmehrheit zu ignorieren. Was heute schön ist, kann morgen hässlich sein, was aber gute Architektur ist, die intelektuell sich an der Architekturtheorie orientiert, wird so lange gut sein, wie die Architekturtheorie gilt. Auch die Moderne folgt jahrhunderte alten Grundsätzen, und ist deshalb wenn sie gut gemacht ist absolut zeitlos. Der geschmack der Zeit kann das nicht sein.
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Alt 24.05.07, 21:51   #165
Trips
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Trips hat die ersten Äste schon erklommen...
Wenn Kunst also inmitten der Gesellschaft stehen soll, kann man es dann trotzdem in Kauf nehmen den Grossteil der Selbigen zu ignorieren?
Ich weiss nicht ob du mit der Argumentation so viel weiter kommst.

Und oben schreibst du was davon dass das neue Gewandhaus den Platz einfassen soll damit er nicht verschwimmt, und jetzt willst du dass er "Teil des Platzes selbst" werden soll. Na was denn nun.

Und Architekturauffassungen ändern sich genau so wie Geschmäcker, viele hochtrabenden Theorien unterlagen am Ende auch nur Mode und dem Wandel der Zeit. Und dass die Moderne, abgesehen davon dass sie selbst auch schon ein paar Jahrzehnte auf dem Buckel hat, als solche sich sonderlich um "jahrhunderte alte Grundsätze" schert, ausser zumindest in der Anfangszeit krampfhaft alles anders machen zu wollen, wäre mir neu.

Ich will nicht dass man intellektuell anspruchslos baut, sondern dass man einen Kompromiss aus Anspruch und Akzeptanz findet, an erstem hat der Bau ja genug, an zweitem mangelt es wenn man gängigen Umfragen glauben schenken kann doch deutlich.
Damit scheitert er für mich an dieser von allen Seiten ausgesprochen kritisch beäugten Stelle.
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