Karlsruher Stadtgespräch

  • Karlsruhe: das Stadtgespräch

    Ich weiß nicht warum Höhe inspiriertere Architektur sein soll als andere (Schon gar nicht was die Entwürfe für dieses Gebäude anging). Höhe alleine zeugt weder von guter Architektur noch von Inspiration. Zumindest wenn ich in der Umgegend schaue, sehe ich kein Hochhaus von dem ich mir wünschen würde , es wäre in KA gebaut worden, im Gegenteil, da kommen dann so unproportionierte, das Stadtbild verschandelnde Bauten raus wie das Viktoria Hochhaus in Mannheim oder der Sandoz-Turm in Basel. Sowas braucht keine Stadt. Selbst in Frankfurt sind viele Hochhäuser architektonischer Schrott, dort wirkt halt das Gesamtensemble. In Karlsruhe müsste so ein Hochhaus alleine wirken (wie es zb der Viktoria Turm auch nicht tut). Dazu wäre aber der richtige Inverstor und, noch wichtiger, der richtige Architekt notwendig. Von den Vermietungspreisen her sehe ich weder das eine noch das andere als rentable Konstellation. Insofern fürchete ich bei den Karlsruher Hochhausplänen das Schlimmste, womit ich aber wahrscheinlich auf weiter Flur alleine bin. Die vorherrschende derzeitige Meinung ist dann doch eher hoch = gute Architektur.

  • Du bist sicher nicht allein mit Deinen Befuerchtungen. Ich bin weit davon entfernt, hoch mit guter Architektur gleichzusetzen.
    Oft genug gibt es aber in KA weder das eine noch das andere und dann ist mir doch lieber, dass die schlechte Architektur wenigstens nicht noch mehr Flaeche versiegelt.
    Der dm-Bau ist zum Beispiel absolut nicht meins. Da fand ich die Entwuerfe fuer ein dm-Hochhaus dann doch besser.
    Natuerlich ist das auch immer Geschmackssache. Waehrend ich Dir beim Sandoz-Bau zustimme, finde ich den Viktoria-Tower gar nicht schlecht, vor allem wenn er nicht allein stuende.
    Auch von den Roche-Tuermen wuerde ich hier keinen haben wollen, weder einzeln noch als Cluster. Wirklich toll sind unsere Hochhaeuser in KA ja bisher auch nicht.
    Das was jetzt am Hbf Sued an Hochhaeusern gebaut wird, haut mich zwar auch nicht vom Hocker. Aber es sind nun mal Zweckbauten des Investors.
    Da waren keine grossen Wuerfe zu erwarten gewesen.
    Generell wuerde ich es aber begruessen, wenn KA mehr in die Hoehe wachsen wuerde, aber eben an gewaehlten Standorten.

  • Also das Mannheimer Viktoria Hochhaus als verschandelnde Architektur zu benennen würde ich mal als recht mutige Kritik bezeichnen mit der du nicht viel Punkte bei den Mannheimern machen dürftest. Wir finden die Raute nämlich richtig gut! Der Turm hat absolut was und ist in Deutschland wohl auch von der geometrischen Form mit seinen klaren Lienen her ziemlich einzigartig. Wenn du nun gesagt hättest, das 100 m Monster Colini Center, ja das ist halt Brutalismus, das muss man mögen, oder die 3 100m Türme der Neckarufer Nord Bebauung, die finde ich richtig häßlich, wäre ich bei dir gewesen aber nicht unsere "Grüne" Raute! Was den Sandoz Turm in Basel anbelangt da gebe ich dir allerdings Recht, den finde ich trotz seiner Höhe auch völlig inakzeptabel, da habe ich als ich die Renderings vor dem Bau sah nur gedacht, Back to the 70, ganz schlimm.


    und ManuelGuzman, der Turm steht schon nicht mehr alleine, direkt daneben steht schon der nächste 55m Turm und 2 weitere in ähnlichere Höhe 100, bzw 120m entfernt sind derzeit im Bau. Kollege Bentzibenz hat da vor kurzem ein nettes Photo von der Baustelle geliefert (siehe Bild unten) und direkt gegenüber auf der anderen Seite des Bahnhofs stehen mittlerweile 5 Türme mit 12 - 14 Stockwerken und etwas über 40m und 2 weitere in der gleichen Straße wie der Victoria Tower sind schon geplant. In Sichtweite und auf dem Bild auch zu erkennen ist der Turm der Fachhofschule der schräg gegenüber ebenfalls noch mal ein Pendant in kürze bekommt. Das wird dann schon richtig Großstädtisch wenn das alles in 2 oder 3 Jahren fertig ist auch wenn ich mir persönlich etwas höhere Türme als nur ca. 55m und bis zu 15 Stockwerke gewünscht hätte. Der Victoria Tower sticht da aber dann als 100m hoher Solitär schon sehr schön raus. Die beiden Türme in Karlsruhe die dort nun schon am Bahnhof im Bau sind gefallen mir übrigens recht gut, das hat doch was mit dem "Mittelteil".




    Und dann noch etwas total wichtiges, Betreff des Artikels in KA News, Timon-Gruppe, Günther Tetzner hier wäre ich mal ganz vorsichtig, der hat vor fast 5 Jahren, die Tortenschachtel, eigenlich eine Ikone der 50 Jahre in der Mitte der City abgerissen und ein Loch ins Herz Ludwigshafen gerissen, nicht das dies bei der architektonischen Häßlichkeit welche unsere Innenstadt hat was machen würde, nur großkotzig mit dem Versprechen eine 70m Turm da hinzustellen ist er aufgrund fehlenden eigen Kapitals bis heute gescheitert, dafür bringt er einen Luftschloß Investor nach dem anderen, liefert Pläne ab bei denen der Parkraum nicht bedacht wurde, etc.. dem würde ich nicht mal mehr eine Garage zur Sanierung anvertrauen. Der ist hier bei uns zwischenzeitlich Persona no Grata. Also so jemand so ein Projekt anzuvertrauen ist mehr als abenteuerlich!

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  • Na, dann passt das ja iwie doch ganz gut zu KA.
    Hier scheint man ja doch immer mal wieder der Entwicklung hinterherzuhaengen und die Reputation hat sich nicht bis hierher rumgesprochen.
    Oder man glaubt mal wieder, bei uns wuerde alles besser laufen. Wer weiss, womit dieser Investor die massgeblichen Personen hier um den Finger gewickelt hat.


    Das Duo Mannheim - Karlsruhe ist schon interessant. Beide Staedte haben in etwa gleich viele Einwohner und sind doch so verschieden, was natuerlich auch daran liegt, dass das Mannheimer Umland ein ganz anderes ist.
    Mir gefaellt zwar KA generell besser (muss ich ja sagen :D), aber in Sachen Urbanitaet und auch bei der Einbeziehung des Rheins gefaellt mir MA besser.
    Ist imho optisch schon ein himmelweiter Unterschied, wenn man mit dem Zug von MA kommend hier einlaeuft.
    Waehrend man dort enttaeuscht ist, wenn ein Hochhaus mal nur 55m hat, grenzt es hier schon an ein Wunder, wenn die scheinbar fuer uns magische 40m-Marke ueberschritten wird.
    Immerhin lassen die oben gezeigten Neubauten inzwischen auch bei uns den Blick vom Bahnsteig aus etwas urbaner erscheinen.

  • Ähmmm, der Herr Tetzner ist kein Investor, der ist Projektentwickler oder was auch immer, der hat kein Kapital, sonst hätten wir keine 5 Jahre Loch in der Stadt. Bitte auch nicht falsch verstehen das was er hier bauen will findet absolut meine Zustimmung nur wie er das anpackt, erst mal was abreisen das wirklich eigentlich ein Wahrzeichen unserer Stadt war, also die Tortenschachtel, das war ein Rundbau aus den 50er und hätte normalerweise unter Denkmalschutz gehört, ohne Asche auf dem Konto zu haben um dann auch das angesagte fertig zu bauen ist ein NoGO, davon abgesehen hat er vor 15 Jahren 100m davon die Walzmühle zu verantworten, das ist eine Totgeburt getarnt als Einkaufszentrum aus der sogar der McDonalds ausgezogen ist und welche nun wirklich komplett leer steht. Wohlgemerkt hat das Teil sogar nen S-Bahn Anschluß und ist best City Lage überhaupt! Also der Mann hat zwar Visionen aber die Umsetzung ist mit vorsicht zu genießen.


    Zum Thema Karlsruhe - Mannheim, ich bin ja Pfälzer ich sehe das ganz neutral was ihr Badenser da untereinander austragt aber das wäre irgendwie unfair die 2 Städte direkt vergleichen zu wollen. Karlsruhe hat echt seine schöne Seiten und wenn ich ab und an dort bin habe ich immer das Gefühl das sich hier die Kugel langsamer dreht aber Mannheim ist das Zentrum von fast 2 Millionen Menschen auch wenn die Stadt selbst nur 300 000 Plus hat, es ist wie du sagt halt auch das Umland das es ausmacht, das wäre also nicht fair. so ein Vergleich! Karlsruhe ist ne nette Provinzgroßstadt aber kein Zentrum einer Metropolregion, da ist einfach nichts außen rum. Dann hat Mannheim halt auch noch den ICE Knotenpunkt, das macht viel aus und die nähe zum Frankfurter Flughafen macht auch einiges. Ich glaube auch das die Menschen hier zum Thema Hochhäuser etwas offener sind, auch in der Verwaltung. Wir haben hier ja schon seit den 70er einige 100m Türme und wenn dann wie letzte Woche ein Investor kommt und am Entree der Stadt mal ein 65 Turm hinstellen will kommt da höchstens Zustimmung, und man freut sich über neue Arbeitsplätze und Wohnungen, Kritik habe ich da bis heute zu diesem Projekt nirgends gelesen oder gehört.


    Wo Mannheim aber im absoluten Tiefschlaf ist das ist der Rhein, das Potential wird momentan "Null" genutzt. Dazu muss man aber auch wissen das in Karlsruhe die Innenstadt doch schon noch ein paar Meter vom Fluss entfernt ist und in Mannheim diese eigentlich direkt an den Fluss grenzt. Das wird aber nicht genutzt, sicher haben wir hier ne nette Wiese zum Grillen und der Victoria Tower steht 300m Luftlinie davor und das Schloss ist Theoretisch auch in "Spuck" Reichweite, wäre da nicht 10 Gleise und x Fahrbahnen samt Brücken von irgendwelchen Hirn befreiten davor gebaut worden, völlig abartige Auto Stadt Konstruktionen... aber sonst ist da bis auf ne 50 Jahre Kneipe und etwas Bebauung mit Wohnung aus der gleichen Zeit nichts am Rhein!


    Willst du Stadt am Rhein erleben, komm nach Ludwigshafen, hier wurde der Traum wahr, alles abgerissen was da an Industriebebauung südlich der BASF stand, dafür nen endlos lange Uferpromenade welche sogar noch auf ner Insel mündet, mitten in nem 100 Jahren alten Park samt Stadtstrand am Rhein, dazu ein tolles Einkaufcenter und sehr hochwertigen und teuren Stadtvillen hingestellt.


    Das hörst sich nun echt toll an und sieht auch optisch wirklich gut aus, nur leider gibt es da so ein klitze kleines Problem mit der Bevölkerungsstruktur, die will zum Luxus am Rhein nicht so wirklich passen, sozialer Brennpunkt mit Shisha Bars, Döner Läden und Sportwettkneipen direkt 100m dahinter und Frau Merkels Politik der Einladung an die Völker der Welt hat nun auch nicht wirklich zur erhofften Verbesserung der Situation beigetragen! Das darf man zwar politisch korrekt so nicht aussprechen, kümmert mich aber nicht.


    Insofern würde ich mal sagen in KA lebt es ich nach wie vor besser...

  • Naja, als Ludwigshafener ist man da glaube ich nicht so ganz neutral wie du es angegeben hast. Aber ja, natürlich, das Umland um Mannheim ist ein anderes und die Metropolregion ist eben durch das Städtekonstrukt LU/MA/HD geprägt.
    Beim Wort "Badenser" läuft es mir eiskalt den Buckel runter, da kann man schon auf die korrekte Variante "Badner" bestehen :D ;)


    Zum Thema Hochhäuser: Neulich hatte ich ein angenehmes Gespräch mit einem Gemeinderatsmitglied, in dem wir auch über dieses Thema gesprochen haben.
    Die Verwaltung möchte erstmal auf die Ergebnisse des Hochhauskonzepts warten, aber ich denke, dass die weiterhin verschärfte Situation auch zu einem Umdenken führen wird. So ähnlich sah es auch jenes Gemeinderatsmitglied.


    Um nochmal auf das Thema Metropolregion zu kommen: In meiner Vorstellung wäre eine Ausdehnung der Metropolregion Rhein-Neckar in den Raum Karlsruhe sehr sinnvoll, gerade, weil dadurch eine weitere Großstadt mit eher technologischen und verwaltenden Schwerpunkten dazukommen würde, im Gegensatz zu LU/MA/HD, die besonders industriell geprägt sind.
    Jedenfalls ist es mir bis heute unverständlich, warum man die Metropolregion bis Wörth ausgedehnt hat, aber die rechtsrheinische Seite auslässt. Wäre in meinen Augen nämlich ein Gewinn für alle Beteiligten.

  • OK, lach Badner, das ich aber als Pfälzer hier etwas frotzeln muss versteht sich doch von selbst. :)


    Echt man braucht allen ernstes in Karlsruhe ein Hochhauskonzept, oh je... hier zeigt sich wieder in Vollendung die Seele einer Beamtenstadt. Ist den hier wirklich so ein Bedarf vorhanden an "Skyscrapers" oder meint man das die Banken und Versicherungen nun von Frankfurt wegziehen weil in Karlsruhe die Luft besser ist? Ich kann mich dunkel daran erinnern das bis auf die 2 Türmchen die nun am Bahnhof im Bau sind doch seit den 70er in KA kein Haus wesentlich höher als 30m gebaut wurde, wie kommt man auf die schräge Idee das hier nun bald so ein Bedarf sein soll und wer soll diesen Bedarf haben?


    Also auf so eine Idee kam bis jetzt hier keiner, ich glaube aber Heidelberg hat so was ähnliches oder zumindest ist die Altstadt mal total tabu zum Thema Hochhaus was ich auch absolut befürworte.


    In Mannheim gibt es meines Wissens die Beschränkung oder das Einvernehmen das in den Quadraten keine Hochhäuser entstehen sollen, daher stehen die alle außerhalb des Rings und dann gibt es wohl noch nen Höhenbeschränkung rund um den Bahnhof von 100m wegen dem City Airport und der Landebahn. In Ludwigshafen gibt es irgendwas in der Form meines Wissens gar nicht. Da regelt man das noch mit dem gesunden Menschenverstand nach Bedarf und Bebauungsplan.


    Ich weis nicht ob Karlsruhe sich da einen Gefallen tun würde Mitglied in der Metropolregion Rhein-Neckar zu werden! Man wäre da ja ziemlich weit am Rand gelegen ohne Bezug auf das Zentrum rund um Mannheim und irgendwie habe ich auch in Erinnerung das KA nie zur Kurpfalz gehörte welche ja der historische Hintergrund der Metropolregion Rhein-Neckar ist und sich hier viele nach wie vor als Kurpfälzer sehen und fühlen. Wörth war das übrigens also Teil der Kurpfalz. Ein Beitritt hätte aber eventuell den Vorteil das euch dann in 100 Jahren keiner mehr als Badenser betitelt *lol* :D

  • Es sei dir verziehen :lach:
    Hoch gebaut wurde in Karlsruhe bisher seltener, das stimmt.
    Aber jetzt kommen zusätzlich zum bekannten Platzproblem eben noch Neubauprojekte zustande, wie zB für das Landratsamt.


    Meines Erachtens nach ist aber schon ein deutlicher Unterschied zu spüren, wenn man Karlsruhe heute mit der Zeit von vor 10 Jahren zum Beispiel vergleicht und so langsam kommen auch die Möglichkeiten wieder hoch, alte und unattraktive Baukörper durch Neubauten zu ersetzen.
    Das geplante Hochhauskonzept soll potenzielle Standorte ausweisen, an denen ein Hochhaus durchaus eine Option wäre. Es darf zum Beispiel nicht der "Fächerstruktur" entgegenstehen und sollte zum Beispiel an einem der Stadteingänge zu finden sein, ähnlich wie zum Beispiel am Mannheimer Hbf.


    Klar, die Metropolregion ist eher kurpfälzisch geprägt, allerdings gehört die rechtsrheinische Seite schon seit über 200 Jahren zu Baden und hat dadurch auch sehr profitiert. Ich kenne aber auch viele, die zum Beispiel in Mannheim wohnen und in Karlsruhe arbeiten, genauso andersrum. Ein Zusammenschluss würde in meinen Augen wesentliche Vorteile mit sich bringen, zum Beispiel ein einheitlicher Verkehrsverbund, bessere Verbindungen zwischen den Städten, eine Aufwertung des Portfolios (wie gesagt, vor allem durch einen technischen Schwerpunkt bei den Unternehmen/Hochschulen). Auch im Vergleich zu den anderen Metropolregionen hätte man die Chance, Stärken auszubauen, aber klar, die Politik müsste sich dann auf eine weitere Großstadt einrichten. Kulturell wäre das meines Erachtens nach aber kein Problem, da es durchaus Gemeinsamkeiten gibt.

  • @tomcat
    Bei der Erwaehnung des Unwortes hab ich geahnt, dass sich Protest regen wuerde.
    Ich als Zugezogener betrachte das eher als interessierter Zuschauer, genau wie die lokalen Rivalitaeten inklusive Frotzeleien, die ich so aus Berlin nicht kannte. Was natuerlich nicht heisst, dass es die dort nicht auch gibt. Aber ich schaetze wir waren einfach dermassen mit uns selbst beschaeftigt, dass wir weder Zeit noch Interesse fuer die Wahrnehmung in den Augen der "Randvoelker" hatten :D


    Ich selbst moechte daher auch gar nicht KA mit MA vergleichen, weil eben die Voraussetzungen grundverschieden sind.
    Allerdings scheint es hier nicht wenige Leute zu geben, die eben diesen Vergleich ziehen. Gibt ja nicht nur im Fussball eine gewisse Rivalitaet unter den beiden Staedten.
    Provinzgrossstadt beschreibt das Gefuehl hier ziemlich gut, waehrend MA, eben auch durch LU und HD sowie die generelle Infrastruktur uns weit voraus ist.
    Da ich MA idR nur auf der Durchreise per Zug sehe, habe ich nicht gesehen, dass MA das Potential am Rhein brach liegen laesst.
    Das ist natuerlich fatal, denn was man da gewinnen kann, sieht man in Koeln, vor allem in D (das ja wie MA auch nur auf der rechten Rheinseite liegt) und scheinbar auch in LU.
    Darauf muss ich bei der naechsten Durchfahrt mal speziell ein Auge werfen.


    KA liegt gerade mit seinem Kern weiter weg vom Rhein, aber auch hier gab es ja Plaene, die Stadt weiter zum Rhein hin zu entwickeln.
    Was den Bau von Hochhaeusern hier betrifft, gibt es durchaus Bedarf, da der Platz offenbar ausgeht und die Stadt aber lt Prognosen weiter wachsen soll.
    Da bleibt dann eigentlich nur in die Hoehe zu wachsen, wenn man nicht noch weitere wertvolle Gruenflaechen versiegeln will.
    Selbst ein Ueberbauen von Strassenbahntrassen wurde schon ins Gespraech gebracht. Insofern kann man schon erahnen, dass es Potential gibt, ohne Frankfurt iwas abspenstig machen zu wollen ;)
    Einen Hochhausrahmenplan finde ich daher auch sinnvoll, um diese Hoehenentwicklung zu lenken. Allerdings beschleicht mich zuweilen das Gefuehl,
    dass die Erstellung eines solchen Plans auch gerne als Verzoegerungstaktik genutzt wird. Proteste wird es hier ohnehin geben, egal ob mit oder ohne Plan.


    Die Idee KA mit in die Metropolregion zu nehmen, klingt fuer mich interessant. Duerfte, die einzig denkbare Variante sein, wenn man ein solches Modell verfolgt.
    Weder nach Westen noch nach Sueden bietet sich das Potential eine aehnliche Region zu schaffen und nach Osten hin kann man sich nicht orientieren :D
    Aber ich denke, bis dahin muss sich noch eine Menge im Bereich zwischen KA und MA entwickeln. Aktuell ist da noch zu viel Brache.
    Und was bringt es Woerth fuer Vorteile in der Metropolregion zu sein? Welche Auswirkungen hat das auf die Wirtschaft und das Leben der Menschen in der Stadt?


    Einen kleinen Fortschritt fuer KA hat es zuletzt immerhin auch bei der Bahn gegeben. Jetzt fahren auch durchgehende Regionalzuege vom Karlsruher Hauptbahnhof zum Frankfurter Hauptbahnhof.
    Es bringt zwar glaub zeitmaessig keinen Vorteil, aber dennoch sehe ich darin eine verbesserte Anbindung, da zumindest ich lieber Verbindungen ohne Umsteigen nutze.
    Allerdings ist das bisher nur in Richtung Frankfurt moeglich und leider nicht in die Gegenrichtung. Aber vllt kommt das auch noch.

  • ManuelGuzman
    Steig doch mal aus dem Zug aus und gönne dir mal ein paar Stunden in Mannheim oder laufe mal von der RheinGallerie, das ist das fette Einkaufscenter in Lu die Promenade am Rhein Richtung Parkinsel. Das könnte interessant werden nicht nur architektonisch.


    Meine Frage zu Ka. wäre wo man denn genau Hochhäuser bauen will? Es war ja nun irgendwo von einem "Entre" die Rede... Hochhäuser halte ich nur für Büros, Hotels, Krankenhäuser oder Exklusives Wohnen momentan für Sinnvoll. Die Erfahrung der 60 und 70 Jahre mit Wohnhochhäusern mit unteren Mietpreisklassen sind ja eher Negativ, wir haben hier ja DREI 60 - 70 Meter "Bunker" in der Mitte der Stadt, wenn du die Adresse bei ner Bewerbung angibst kannst es auch gleich an den Papierkorb versenden.


    Was mich auch interessieren würde welche Pläne es denn zum Thema Öffnung zum Rhein gibt, momentan ist da ja wirklich nur Industrie und Hafen, da steht so viel ich das in Erinnerung habe ja nicht ein Wohnhaus oder?


    In Ma gibt es übrigens eine Vision zu dem Thema, die kam bei einem Wettbewerb zur Neugestaltung der Uni und des Schlossparks auf und ich würde mal sagen wenn das Glückstein Quatier bebaut ist und das Thema Konversation der US Flächen und Bundesgartenschau politisch abgearbeitet ist wird das wohl früher oder später auf der Tagesordnung landen, weil hier gehen ja auch die Flächen aus und Grundstücke welche nur mit Lagerhallen bebaut sind, 500m vom Schloss und 1 km vom Bahnhof weg und das auch noch in attraktiver Rheinlage wird früher oder später Begehrlichkeiten wecken.


    Zum Thema Metropolregion, ich habe da kein Problem KA mit ins Boot zu holen nur was dann halt verloren geht ist das Zugehörigkeit Gefühl zu einem gemeinsamen Lebensraum, Badenser sind halt keine Pfälzer oder Kurpfälzer... upps Sorry Badner :) Eine Region mittlerer Oberrhein könnte da eventuell eine Lösung sein nur ich kann mir jetzt dann schon das Geschrei der Ettlinger und BadenBadner vorstellen wenn die dann außen vor sind. Dann doch vieleicht eher die große Lösung und eine Metropolregion Oberrhein von Worms bis Freiburg oder auch eine neue von Karlsruhe bis Freiburg. Geographisch wäre das ja zu Vertreten und wenn man sich die Karte der anderen ansieht wäre die immer noch relativ klein!

  • Um das hier richtig zu stellen, ich lehne Hochhäuser nicht ab.
    Das Cloud Center in Stuttgart oder das Bitzerhochhaus in Sindelfingen finde ich zb ganz interessant, wenngleich auch nicht an den Stellen an denen sie stehen.
    Ich bin Freund guter Architektur und angesichts der Kästen die zB in Mannheim um den Bahnhof stehen (und ich bleibe dabei, der Viktoriaturm ist langweilig und vor Allem unproportioniert) habe ich etwas gegen Aussagen die Hochhäuser per se als gute und niedrige Häuser als schlechte uninspirierte Architektur bezeichnen.
    Schlechte langweilige Architektur ist und bleibt schlecht und langweilig, egal wie hoch.
    Im Gegenteil je höher umso mehr fällt es auf, dass es eigentlich keine architektonische Glanzleistung ist. Im Umkehrschluß heißt das, lieber auf ein Hochhaus verzichten als eines zu bauen von dem man in wenigen Jahren sagt, es wäre besser, würde es hier nicht stehen.
    In Karlsruhe gilt zumindet hier im Forum, niedrig ist schlecht, hoch ist gut. Ich bin sicher, hier wäre auch noch Jubel ausgebrochen, hätte man am Rande des Marktplatzes das Colini Center nachgebaut. Wer die Ausstellung im DAM zum Brutalismus gesehen hat, weiß allerdings auch, dass auch soetwas seinen Reiz haben kann, wenn es in der entsprechenden Umgebung steht.
    In Frankfurt sieht man, dass in der passenden Umgebung auch schlechte langweilige Architektur von Hochhäusern trotzdem seine Wirkung erzielen kann. Wenn ein Hochhaus allerdings relativ alleine steht, wie es in Mannheim und natürlich in Karlsruhe der Fall ist oder wäre, entstehen m.E. extrem hohe Ansprüche an Form und Kubatur, die beim Viktoriaturm nicht erreicht sind und -dem Sparzwang geschuldet- auch bei fast allen Neubauprojekten nicht erzielt werden.
    Urbanität hat genausowenig mit Hochhäusern zu tun. Ich glaube niemand würde München, wo in der Innenstadt nicht höher als die Frauenkirche gebaut werden darf, mangelnde Urbanität bescheinigen.


    Trotzdem hat sich die Meinung durchgesetzt mit einem Hochhaus würde eine Stadt an Bedeutung gewinnen oder interessanter werden, ein Ansatz der sich spätestens seit dem Hochhausboom in Dubai oder Asien erledigt hat. Solche Hoffnungen wirken angesichts des weltweiten Baubooms bei Hochhäusern mehr als lächerlich, mit diesen Hochhäusern kann sich keines bei uns messen.
    Solche Versuche wirken irgendwie wie in früheren Jahren als Volksbank- und Sparkassenchefs deutschlandweit in kleinen Orten meinten sie müssten "urban" bauen und damit nur erreicht haben, dass meistens die einzigen Gebäude die nicht in den Ort passen genau diese Bankfilialen sind.
    Unsere Städte müssen eigene Wege finden um an Attraktivität zu gewinnen, jedenfalls nicht mit dem Metermass.


    Was den Vergleich Karlsruhe Mannheim angeht, lassen sich die beiden Städte trotz ähnlicher Größe meiner Ansicht nach nicht vergleichen. Karlsruhe war schon immer eine Verwaltungsstadt, während Mannheim eine klassische Industriestadt ist. Der Großraum MA/HD/LU lässt sich eher mit Nürnberg denn mit Karlsruhe vergleichen.
    Trotz der vielen Firmensitze von Großunternehmen sowie der vielen Industrie, die Mannheim im Vergleich zu Karlsruhe hat, ist das Steueraufkommen je Einwohner annähernd gleich, dh die Struktur der Stadt ist eine vollkommen andere. Die Mittelständischen Unternehmen in KA haben meist deutlich weniger Finanzkraft, was bedeutet, dass meist das Kapital fehlt um architektonische Großprojekte qualitätvoll umzusetzen. Das gilt für Hochhäuser gleichermaßen wie für normale Bauten.
    Die neuen Dommermuthgebäude am Karlsruher HBF finde ich, wenn sie entsprechend den Bildern umgesetzt werden eher mißlungen, wenngleich ich (auch wenn man die Symmetrie heute nicht mehr so umsetzen würde) die Anlage in ihrer Kubatur im Hinblick auf die Symmetrie der Karlsruhe Innenstadt als "Zitat" am Stadteingang ganz interessant finde.

  • @tomcat
    zum Hafen:
    Die Stadt Karlsruhe hat sich selbst auferlegt nur noch durch Nachverdichtung zu wachsen (Alle schon ausgewiesenen Gewerbeflächen wurden wieder zurückgewidmet), deshalb braucht man jeden Quadratmeter Industriegebiet und hat sich deshalb eindeutig gegen eine Umnutzung im Hafen in Richtung Wohnen positioniert.


    Zu Hochhäusern:
    Als Hochhausstandorte sind für gewerbliche Hochhäuser einer hinterm HBF mit (Gewerbe und Hotel), einer im Rondell am Rheinhafen und einer in dem Dreieck an der Zeppelinstrasse, rechts wenn man von der Zeppelinbrücke Richtung Grünwinkel fährt, nicht zu vergessen das Areal Badenwerkhochhaus .
    Im räumlichen Leitbild wurden zumindest mal die Sportvereinsflächen links der Ettlinger Allee nach der Schwarzwaldbrücke als möglicher Standort für Wohnhochhäuser identifiziert, was sich m. E. in Karlsruhe nicht umsetzen lässt, weil Grünfläche geopfert werden müsste (Ich bin schon auf die Bürgerinitiative gespannt , wenn mal das Forum Recht am BGH gebaut werden soll).
    Dommermuth hat ja auch noch eine Fläche am HBF gekauft auf die ein Wohnhochhaus soll, ob's gebaut wird, k. A.?
    Was die Metropolregionen angeht, geht das Interesse Karlsruhes denke ich auch aufgrund der bisherigen Erfahrungen mit Technologieregion Pamina und Trinationaler Uni, eher in Richtung Metropolregion [URL='http://www.rmtmo.eu/de/home.html']mittlerer Oberrhein].
    Ich finde das Konzept der Metropolregionen sowieso lächerlich, wenn ich nach Nürnberg fahre und 100 km vorher "Willkommen in der Metropolregion Nürnberg" lese, das ist ein Witz.


  • Trotzdem hat sich die Meinung durchgesetzt mit einem Hochhaus würde eine Stadt an Bedeutung gewinnen oder interessanter werden...


    Wenn du nun sagen würdest mit einer Skyline an Hochhäusern wie z.b. in Frankfurt würde eine Stadt an Bedeutung gewinnen oder interessanter werden dann würde ich dem zustimmen, das ein oder zwei, drei Hochhäuser im 50 - 150m Bereich so etwas zustande bringen sollen ist natürlich Blödsinn und ich kann mir auch nicht vorstellen das man so was ernsthaft glaubt. Klar ist aber auch das Frankfurt gerade wegen seiner Türme und seiner Skyline enorm an Strahl-kraft gewonnen hat, auch im Ausland und auch in Asien oder Dubai und das obwohl die Türme dort wesentlich höher in den Himmel ragen.


    Prinzipiell halte ich Hochhäuser erst mal für ganz unmenschliche Architektur, leben mag ich in so einem Tower ganz sicher nicht. Als Hotel für eine oder zwei Nächte können Türme zwecks der Aussicht ganz interessant sein und wie mir ein Freund sagte der in Frankfurt im 40 Stock arbeitet als Arbeitsplatz Vor und Nachteile haben. Daher bejubele ich auch nicht jeden Bau der entsteht. Das Cloud in Stuttgart, welches dir gefällt finde ich übrigens abgrundtief hässlich, die Geschmäcker sind halt verschieden was ja auch gut ist.


    Wir werden aber auch hier in Deutschland nicht um Türme herum kommen sollte das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum so anhalten. Unsere größeren Städte sind zu-betoniert und will man nicht noch mehr Fläche versiegeln geht es halt nur nach oben.


    Danke für die Info zu den geplanten Hochhaus Standorten in KA, wirklich sinnvoll ist da aber eigentlich nur das Areal rund um den Bahnhof und wer kommt auf die Idee am Rondell am Rheinhafen bauen zu wollen?


    Was man übrigens beim Vergleich Ka - Ma nicht außer acht lassen sollte ist die Fläche. Karlsruhe hat mit 173,46 km zu 144,96 km2 in Mannheim davon doch wesentlich mehr bei fast gleicher Einwohnerzahl. Da ist also noch Luft für Entwicklung welche Mannheim fehlt. Auch sind die Innenstädischen Bezirke in KA von der Fläche wesentlich größer während sich in Mannheim alles rund um die eng bebauten Quadrate drängelt die sich eigentlich nur in Richtung Oststadt erweitern. Im Westen kommt direkt der Rhein und die Hafengebiete die fließend mit der Innenstadt übergehen im Norden der Neckar und im Süden der Lindenhof und dann wieder dank der Flussschleife der Rhein. Da ist einfach kein freier Platz mehr zum in die Fläche bauen und es ist zu erwarten das hier in den kommenden Jahren gerade was Büros anbelangt eher nach oben gebaut wird. Wenn man es genau nimmt war das Glücksstein Quatier und Gegenüber das ehemalige Postareal die einzigen verbliebenen Erweiterungsflächen in Innenstadt nähe. Daher war es einfach auch nur Logisch das man hier einige Türme direkt mit ein geplant hat. Nur die leider meines Erachtens mit 15 Stockwerken max. ein paar Stockwerke zu niedrig. In Zukunft muss man schon Bestand abreisen will man überhaupt hier noch bauen.

  • @ tomcat


    Zum Lokalpatriotismus:
    Also eigentlich gehört oder gehörte die rechtsrheinische Kurpfalz auch zu Baden. Heute wird im Stadion der TSG Hoffenheim beispielsweise wie in Karlsruhe oder Freiburg vor jedem Spiel immer noch das Badnerlied gespielt... (Oh Heidelberg du Feine....in Mannheim die Fabrik....) ;)


    Zu den sogenannten Metropolregionen:
    Also Mannheim und Ludwigshafen kann man mMn definitiv als einen urbanen Raum zusammenfassen. Aber Heidelberg ist schon ein bissl weiter weg. Da könnte man dann auch fast schon Karlsruhe/Rastatt/Baden-Baden oder sogar Pforzheim als eine Region betrachten- alles Ansichtssache.


    Zu dem Hochhauskonzept von KA:
    Bin auch skeptisch ob Karlsruhe wirklich ein HH-Konzept oder ein räumliches Leitbild im Detail braucht. Allerdings war und ist Karlsruhe nun mal eine Planstadt und ich denke diesen Gedanke will man auch heute noch ein wenig so weiterführen. Aber ja ich finde Städte in denen nicht alles zu durchgeplant wird teilweise auch eher etwas interessanter.


    Wenn man sich verschiedene Rankings zur Wirtschaftskraft der Regionen in der BRD oder Europa aus den letzten Jahren so anschaut kann ich mir schon gut vorstellen dass es einen Bedarf an Hochhäusern in Karlsruhe für Gewerbe geben könnte (auch ohne Frankfurt dabei die Banken wegzuziehen :D).

  • Zu den Regionen: Also Regionen sind ja sehr oft keine "geographischen Tatsachen", sondern oftmals wirtschaftspolitische Projekte. Das dahinterliegende Problem ist, dass es immer fraglicher wird, welche Rolle der "Kommune" in diesen Zeiten zukommt. Die Wahrnehmung von "Stadt" in der Öffentlichkeit gleicht oft immer noch der einer "Containerstadt" mit klaren Grenzen ohne zu berücksichtigen, dass die Alltagasroutinen zwecks Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Kultur gewissermaßen städteübergreifend organisiert werden.


    Mit dem Konzept der "Europäischen Metropolregionen" hat man nun Konstrukte geschaffen, die diesem Umstand Rechnuung tragen sollen, es ist jedoch offenkundig schwierig, sie mit Substanz zu füllen. Die MRN ist hier deutschlandweit sicherlich ein Sonderfall, weil dieser Raum historisch und zu großen Teilen auch heute noch eine sozio-kulturelle Einheit ist, aber eben auf zwei, bzw. drei Bundesländer aufgeteilt ist. Nun hat man zumindest eine gemeinsame Regionalplanung.


    Speziell für Nordbaden finde ich auch, dass man irgendetwas braucht, um die TRK und MRN besser miteinander zu verzahnen, bzw. zu vermarkten, die hochgradige Profilierung der Städte und die schon vorhandene Vernetzung spricht mMn einfach dafür. Auch der Gesamtraum Rhein-Main, Rhein-Neckar, Karlsruhe, Stuttgart könnte etwas mehr Zusammenarbeit vertragen.

    • 80 % Energieeffizienter als das alte Hochhaus des Badenwerks aus den 60er-Jahren

    Es würde mich interessieren, ob die Klimabilanz überhaupt noch positiv ist, wenn der Energiebedarf für Abbruch / Recycling des alten Gebäudes und natürlich der Primärenergiebedarf für das neue Gebäude mit einberechnet werden würde (Graue Energie).