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Alt 28.02.12, 21:39   #16
Miguel
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Natürlich diejenigen, die für die Planung des Europaviertels verantwortlich sind, also die städtischen Ämter für Stadtplanung und Verkehr kritisiere ich hier, ebenso die gewählten Volksvertreter, die die Stadt führen. Wenn ich vor der Erschließung eines neuen, zentral gelegenen Viertels schon mal die Infrastruktur baue, ist das zum einen nichts Ungewöhnliches (siehe Megaxels Beitrag), zum anderen erhöhe ich dadurch massiv die Attraktivität, sodass die anschließende Bebauung zum Erfolg verdammt ist. Man spart so nicht nur Geld durch die offene Bauweise, sondern kann den neuen Bewohnern und Nutzern auch ein "fertiges" Viertel präsentieren, das eben nicht jahrelang aus Baustellen besteht. Kluge, vorausschauende Planung sollte doch von den Behörden erwartet werden können. Dass dabei rechtliche Fragen gelöst werden müssen, bezweifle ich nicht. Aber Du willst mir doch nicht erzählen, tunnelklick, dass es aufgrund von rechtlichen Problemen nicht möglich war, die U-Bahn schon früher zu bauen?

Und was die Gemeindefinanzreform angeht: das geht wohl etwas über das Themenspektrum dieses Forums hinaus. Das ändert aber nichts daran, dass eine solche Reform überfällig ist. Ich vertraue darauf, dass dieses Land in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln und die Finanzprobleme der Kommunen zu lösen. Und selbst wenn es nicht zu einer großen Reform kommen sollte, dann würde ich eben warten, bis wieder genug Geld in der Stadtkasse ist, bis die für die nächsten hundert Jahre bessere Lösung finanzierbar wird. Ich verlange von der Stadtplanung Weitsicht, die über Legislaturperioden hinausgeht, das ist hoffentlich nicht zuviel verlangt.
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Alt 29.02.12, 00:07   #17
tunnelklick
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^Natürlich hätte man alles mögliche machen können, aber mal ehrlich: eine Stadt wie Frankfurt kann nicht mal eben 180 Mio € vorfinanzieren, zusätzlich zu allem anderen. Ein mit 3% verzinslicher Kommunalkredit wäre mit 5,4 Mio €/a zu verzinsen, das wären in den letzten 10 Jahren nur an Zinsen 54 Mio € gewesen, für einen Tunnel, der jahrelang ohne jeglichen verkehrlichen Nutzen gewesen wäre. Das kann nicht euer Ernst sein. Wofür denn bitte schön? Und das hätten die Bauherren mitgemacht? Wenn ich mal an das Geschrei der Investoren wegen der abgeschafften Stellplatzablöse erinnern darf, die im Vergleich dazu Pfennigkram war (stadtweit ca. 10 Mio €/a), ist so was wie Vorfinanzierung solcher Beträge vollkommen abwegig.
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Alt 29.02.12, 08:41   #18
Megaxel
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Das ganze zeigt die grundsätzliche Problematik der Unterfinanzierung der Kommunen auf. Den Städten bleibt ein zu geringer Anteil am Steueraufkommen, um die kommunalen Aufgaben zu erfüllen und um eigene Gestaltungsideen durchzusetzen.

Mir wäre es lieber, Land und Bund würden die Förderung von derartigen Projekten reduzieren und den Kommunen stattdessen mehr vom Steueraufkommen lassen. Das ist aber wahrscheinlich reines Wunschdenken, da Geld nunmal Gestaltungsmacht bedeutet und die sicher weder die Landes- noch die Bundesparlamentarier reduzieren möchten. Aber das gehört jetzt auch nicht mehr in diesen Thread.
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Alt 29.02.12, 11:45   #19
Azichan
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Wenn ich mich nicht irre, so ist als Gegenbeispiel der Riedberg direkt von einer städtischen Entwicklungsgesellschaft entwickelt worden, also ist hier vieles in Sachen Quartiersentwicklung und Verkehrsplanung Hand in Hand gelaufen. Trotzdem ist die U-Bahn zum Riedberg erst Ende 2010 fertiggestellt worden. Hier mussten die Bewohner viele Jahre ohne U-Bahn auskommen und das war auch gut so, so muß sich eine Strecke auch rentieren.

Meine Zustimmung zu tunnelklicks Beiträgen. Eine U-Bahn in Vorleistung zu bauen wäre für die Stadt einfach ein viel zu hohes Risiko gewesen, so war doch gar nicht klar wann und in welchem Umfang hier gebaut wird. Ich erinnere mich doch noch an das Gewürge mit dem Güterbahnhofgelände, zuerst wollte die die Deutsche Bank hier bauen und den "ganz großen Wurf" landen, dann später die Deutsche Bahn an sich, die jedoch ihre Immobilientöchter veräußerte, naja und letzendlich sind es jetzt Vivico und Aurelis. Das ist schon ein Unterschied zu der Planung aus der Hand einer städtischen Stadtentwicklungsgesellschaft.

Man hat heute auch die Möglichkeit die Anlieger am U-Bahnbau zu beteiligen und macht es nicht, das hätte man bestimmt auch nicht vor 5 Jahren oder dergleichen gemacht. Es ist einfach ein politisches NoGo die Investoren zusätzlich zu belasten. Für mich persönlich wäre es gerechtfertigt gewesen, denn der Vorteil für die Investoren ist nicht von der Hand zu weisen, jedoch dachte die Stadt höchstwahrscheinlich, dass die Entwicklung dann gar nicht in die Puschen kommt. Erschließungskosten für eine U-Bahn zu erheben wäre rechtlich sicherlich möglich, jedoch bin ich mir nicht sicher wie es sich durch die Gemeindesatzung auf andere Projekte auswirken würde, wie der Straßenbahn nach Preungesheim etc., denn die Investoren im Europaviertel hätten sich in den Arsch gebissen, wenn nur sie für ÖPNV Projekt zahlen sollten.

Zitat:
Original von Megaxel
Das ganze zeigt die grundsätzliche Problematik der Unterfinanzierung der Kommunen auf. Den Städten bleibt ein zu geringer Anteil am Steueraufkommen, um die kommunalen Aufgaben zu erfüllen und um eigene Gestaltungsideen durchzusetzen.
Du hast es absolut erfasst, aber einen wichtigen Punkt will ich hier noch erwähnen und das ist der Konkurrenzkampf der Rhein-Main-Gemeinden um die Gewerbesteuer. Es wird besonders im Rhein-Main-Gebiet ein Gewerbesteuerdumping betrieben, was viele Unternehmen aus den Städten in die kleinen Speckgemeinden treibt. Leidtragende sind Frankfurt, Darmstadt, Wiesbaden und Offenbach, die Profitierenden sind die üblichen Verdächtigen ala Eschborn und ihre Kreise.

Durch dieses Steuerdumping gehen der Stadt sehr sehr viele Millionen durch die Lappen, die wiederum fehlen um die Infrastruktur einer Großstadt aufrechtzuerhalten. Gemessen an der Finanzkraft ist der MTK von seiner Infrastruktur vernachlässigenswert. Dieses Ungleichgewicht belastet Frankfurt sehr, siehe letztes herausragendes Beispiel mit der Deutschen Börse.

Die hessische Landespolitik ist nicht gewillt das Problem der ungleichen Gewerbesteuererhebung zu beseitigen, sondern heizt das Problem noch weiter an, um einer gewissen Klientel zu entsprechen, die auf Teufel komm raus jeden Cent an Steuern sparen wollen.

Zitat:
Original von Schmittchen
Gerade die Architektur verdient meines Erachtens nicht die Kritik die ihr hier zukommt. Ohnehin stützt sich diese meist auf Photos, die von der Emser Brücke aufgenommen wurden. Es wird - durchaus nachvollziehbar - die Monotonie aus dieser Perspektive kritisiert (womit es auch eher Kritik am Städtebau ist). Schaut man sich die Wohngebäude aber aus der Nähe an, ist die Architektur in meinen Augen durchaus gelungen und die Ausführung wertig, verglichen etwa mit den Gebäuden auf dem nicht weit entfernten Rebstock-Areal. Auch lassen die vielen vorgesehenen Gewerbeflächen in den Erdgeschossen und die großzügigen Flächen vor den Häusern schon eine spätere Belebung erwarten. Allerdings ist es in diesem Zusammenhang sicher nicht hilfreich, wenn der Raum zwischen den Fahrspuren später nur aus Gleisen, Oberleitungsmasten und vor allem aus Rampen besteht.
Meine Zustimmung! Das Europviertel ist gar nicht mal so hässlich, als das es hier viele sehen. Es ist ein modernes zeitgemässes Stadtquartier mit wenig Schnickschnack. Die Aufnahmen von der Emser Brücke aus irritieren ein wenig, wenn man selber an den Häusern vorbeiläuft so fällt einem die monotone Flachdachlandschaft gar nicht auf.

Ich persönlich finde das Europaviertel sogar richtig gelungen, da es Frankfurt in diesem Bereich einen anderen, einen großstädtischen Flair gibt. Die Wohnhäuser haben durchweg sieben Obergeschosse. Von der Emser Brücke aus gesehen wandert das Auge schnell an den Fassaden entlang hin zum Skylinepanorama. Man kann auch schreiben, die Häuser nehmen sich zurück und sich nicht aufdringlich, um den Blick auf etwas anderes richten zu lassen. Besonders ansehnlich ist das Europviertel bei Sonnenschein, in dem die hellen Fassaden in Verbindung mit dem Boulevard richtig zu Geltung kommen. Im Gegensatz zur Mainzer Ldstr. macht das Spazieren hier richtig Spaß. Klar wäre architektonisch vieles besser zu machen gewesen, aber das Endprodukt ist doch ganz passabel.
Die Tunnelrampe würde hier aber definitiv störend wirken.
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Alt 29.02.12, 14:14   #20
tunnelklick
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Zitat:
Zitat von Azichan Beitrag anzeigen
Man hat heute auch die Möglichkeit die Anlieger am U-Bahnbau zu beteiligen und macht es nicht....
Erschließungskosten für eine U-Bahn zu erheben wäre rechtlich sicherlich möglich
Leider nicht. Erschließungsanlagen sind gesetzlich abschließend definiert in § 127 BauGB; Einrichtungen des ÖPNV zählen nicht dazu. Das BauGB liegt in der Gesetzgebungskompetenz des Bundes (kann also dauern).

Kostenbeteiligung geht bisher nur auf freiwilliger (vertraglicher) Basis. Etwas anderes wäre vielleicht ein PPP-Projekt, ist aber m.W. noch nie versucht worden.

Übrigens, gar nicht weit enfernt liegt schon eine "Investorenleiche": der Abgang vom Platz der Einheit zur U-Station Messe. Den Rohbau hat die Stadt im Zuge des Stadtbahnbaus als Vorleistung hergestellt, den Ausbau sollten die Bauherren der umliegenden Hochhäuser tragen. Darüber gibts auch einen Vertrag, an den sich aber anscheinend niemand gebunden fühlt. Und so bleibt der Zugang auch weiterhin, was er seit 10 Jahren ist: zugemauert.
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Alt 29.02.12, 16:02   #21
Azichan
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Zitat:
Original von tunnelklick
Leider nicht. Erschließungsanlagen sind gesetzlich abschließend definiert in § 127 BauGB; Einrichtungen des ÖPNV zählen nicht dazu. Das BauGB liegt in der Gesetzgebungskompetenz des Bundes (kann also dauern).
Hmm, schwer zu sagen, ich habe es als rechtliche Grauzone interpretiert.

Der §127 lässt ja ein bischen Interpretationsspielraum offen und Stadtbahnbau ist ja auch in Deutschland kein alltägliches Phänomen

Ich habe aber ganz ehrlich keine Ahnung wie das in Realität gehandhabt wird, da ich kein Jurist bin. Das Nähere wird ja auch in Gemeindesatzungen geregelt.

In §128 steht auch, dass für Unterführungen, Rampen und Tunnels, so wie für Umfahrungen keine Erschließungsgebühren anfallen, ganz logisch, da ja in dem Fall auch nichts erschlossen wird.

Zitat:
Original von tunnelklick
Übrigens, gar nicht weit enfernt liegt schon eine "Investorenleiche": der Abgang vom Platz der Einheit zur U-Station Messe. Den Rohbau hat die Stadt im Zuge des Stadtbahnbaus als Vorleistung hergestellt, den Ausbau sollten die Bauherren der umliegenden Hochhäuser tragen. Darüber gibts auch einen Vertrag, an den sich aber anscheinend niemand gebunden fühlt. Und so bleibt der Zugang auch weiterhin, was er seit 10 Jahren ist: zugemauert.
Tja, da sieht man einfach, das viele private Investoren so gut wie gar nichts machen, was ihrem eigenen Profit widerstrebt. Na dann müssen die Mitarbeiter von "Castor und Pollux" eben ein paar Meter weiterlaufen, um zur U-Bahn zu gelangen, mich soll es nicht stören. Eine Frechheit ist es aber schon, keine Frage.
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Alt 29.02.12, 18:05   #22
itchedSky
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Hmm, ich gebe Azichan recht, dass die U-Bahn Planungen mit hohen Risiken verbunden waren. Man stelle sich vor es hätte keine Einigungen in Sachen Europaviertel-Investition gegeben, dann hätte man jahrelang eine U-Bahn auf der grünen Wiese stehen gehabt. Die Häme, den Spott und den Zorn über solch ein Schildbürger Projekt (z.B vom Bund der Steuerzahler) mag man sich gar nicht ausmalen. Ich glaube das war der Grund warum Lutz Sikorski so zögerlich war
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Alt 29.02.12, 18:27   #23
Schmittchen
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Da der Name ja nun gefallen ist: Als Lutz Sikorski im Juli 2006 das Verkehrsdezernat übernahm, wäre exakt die richtige Zeit gewesen, die U-Bahn-Planung im Europaviertel voranzutreiben und die Zuschüsse zu sichern. Das ist aber nicht geschehen. Im Gegenteil wurde in Sachen Stadtbahn der Schwerpunkt einseitig auf den Riedberg gelegt, wo es kein böser Tunnel, sondern ein gutes oberirdisch zuckelndes Bähnle geworden ist. Ein aufwändiges neues Planungskonzept für den Riedberg wurde notwendig, weil die Grünen nach der Kommunalwahl von März 2006 den fertig geplanten D-II-Tunnel kurz vor Baubeginn kippten. Im östlichen Europaviertel war im Juli 2006 die Erschließung weitgehend fertig gestellt (Anfang Mai 2006 sah es dort so aus). Der westliche Teil war zwar als Bahnfläche noch nicht entwidmet, aber auch hier hätte bereits geplant werden können, nein: müssen. Dann hätte der Bau im vergangenen oder laufenden Jahr beginnen können - mit Zuschüssen und komplett unterirdisch. So wie es den Investoren sowie deren Kunden und Endkunden versprochen wurde.
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Alt 01.03.12, 10:34   #24
tunnelklick
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Zitat:
Zitat von Schmittchen
... Ein aufwändiges neues Planungskonzept für den Riedberg wurde notwendig, weil die Grünen nach der Kommunalwahl von März 2006 den fertig geplanten D-II-Tunnel kurz vor Baubeginn kippten. ...
Auch mit D-II-Tunnel wäre die Riedbergbahn genau so gebaut worden, an der Planung hat sich durch den Wegfall von D-II nichts geändert; lediglich das Linienkonzept (eine zusätzliche Linie auf der Eschersheimer) hat sich geändert, weil die Riedberger sonst ohne Umsteigen nicht in Innenstadt kämen.

Zitat:
Im östlichen Europaviertel war im Juli 2006 die Erschließung weitgehend fertig gestellt (Anfang Mai 2006 sah es dort so aus). Der westliche Teil war zwar als Bahnfläche noch nicht entwidmet, aber auch hier hätte bereits geplant werden können, nein: müssen. Dann hätte der Bau im vergangenen oder laufenden Jahr beginnen können - mit Zuschüssen und komplett unterirdisch. So wie es den Investoren sowie deren Kunden und Endkunden versprochen wurde.
Zu diesem Zeitpunkt war aber noch nicht ganz klar, was am anderen Ende der U5 geschehen würde. Bekanntlich hatte es heftige Auseinandersetzungen um den Verbleib der U5 im Stadtbahnsystem gegeben. U5 als Stadtbahn hieß: entweder Tunnel in der Eckenheimer (hätte die Stadt allein zahlen müssen, da nicht förderfähig) oder oberirdische Führung um den Preis von Hochbahnsteigen im Straßenraum, was städtebaulich allerhöchst umstritten war und noch ist, aber inzwischen wenigstens entschieden; wenn mich nicht alles täuscht hat allein die öffentliche Diskussion mindestens drei Jahre in Anspruch genommen.

Wäre es im Nordend anders gekommen (d.h. Umwandlung der U5 in eine Niederflur-Straßenbahnstrecke), hätte das unweigerlich ins Europaviertel zurück gewirkt. Das kann halt passieren, wenn lautstark vorgetragene und damit politisch wirksame Einzelinteressen den Blick aufs Ganze verstellen.
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Alt 01.03.12, 23:40   #25
Miguel
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Was hat denn der Bau einer unterirdischen U-Bahnstrecke ins Europaviertel mit der U5 in der Eckenheimer zu tun? Wer sagt denn, dass es genau diese Linie sein muss, die ins Europaviertel weitergeführt wird? Wenn man sich im Nordend tatsächlich für eine Niederflurstraßenbahn entschieden hätte, na und? Es hätte genauso gut eine beliebige neue Linie (eine U10?) werden können, die vom westlichen Ende des Europaviertels bis zur Konstablerwache fährt und wieder zurück, oder die nach Bornheim oder bis nach Enkheim weitergeführt wird. Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, dass die unselige Diskussion um die U5 in der Eckenheimer den Bau des Tunnels ins Europaviertel verhindert hat?
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Alt 02.03.12, 00:44   #26
Azichan
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Leider schon, vielleicht nur indirekt und nicht maßgeblich, aber sicher zu einem gewissen und nicht vernachlässigbaren Teil.

Bei der Planung von Stadtbahnstrecken muß man ein Gesamtkonzept haben und an die Rentabilität denken. Vielleicht wäre eine Stadtbahn von der Konstablerwache zum Europaviertel denkbar gewesen, jedoch hätte die Bahn an der Konstablerwache wenden müssen, was gewisse Grenzen der Taktung nach sich zieht.

Die Probleme an der Konstablerwache hätten wiederum Kritiker auf den Plan gerufen, die eine Straßenbahn anstatt einer Stadtbahn ins Europaviertel gefordert hätten. In der Politik im Allgemeinen und der Verkehrspolitik im Speziellen hat man es mit sehr vielen kleinen Interessensverbänden zu tun, jeder mit seinen eigenen Forderungen. Mag der Bau eines Hauses meist nur Nachbarn betreffen, so betrifft der Bau einer Stadtbahn gleich die halbe Stadt.

Ich kann zumindest die von tunnelklick genannten Gründe nachvollziehen.

Vielleicht besinnt man sich doch noch darauf die Bahn zumindest bis unter die Emser Brücke unterirdisch zu verlängern, es wären nur ein paar hundert Meter mehr und eine unterirdische Station mehr, dafür könnte man an anderer Ecke sparen, zum Beispiel der Regionaltangente West, die der Stadt eher schädlich wäre. Vielleicht könnte man zumindest ein Teil der Kosten freiwillig von der Gründstücksbesitzern an der Allee einsammeln, die würden sich über eine Rampe vor der Haustür sicherlich nicht freuen.
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Alt 02.03.12, 08:39   #27
tunnelklick
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Zitat:
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Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, dass die unselige Diskussion um die U5 in der Eckenheimer den Bau des Tunnels ins Europaviertel verhindert hat?
Genau das behaupte ich.
Das Problem der Diskussion scheint mir grundsätzlich darin zu liegen, dass der Tunnel im Europaviertel wird primär unter städtebaulichen Aspekten diskutiert wird, während die - ich nenn' sie mal so - verkehrlichen Aspekte eher nachrangig erörtert werden.

Unter rein verkehrlichen Aspekten ist die Frage, ob vollständig oder teilweise unterirdisch, nicht der primäre Aspekt. Als der Bau des Stadtbahnsystems begonnen wurde, war von Europaviertel keine Rede. Das Problem besteht nunmehr darin, die Europaviertelstrecke irgendwie in die bestehende Infrastruktur einzubauen. Die unterirdische Infrastruktur kann (jedenfalls nicht zu vertretbaren Kosten) beliebig verändert oder auch nur angepasst werden und birgt deshalb systemsbedingte Sachzwänge. Hinzu kommt, dass der schienengebundene ÖPNV defizitär ist, der wirtschaftlichen Betriebsführung (Unterhaltung der Strecken, kostengünstiger Fahrzeugeinsatz und und und) recht hohe Bedeutung zukommt.

Einen Tunnel aus dem Europaviertel kann man nur am Platz der Republik in den bestehenden Tunnel einfädeln, womit die Endpunkte einer möglichen Linienführung festliegen, entweder Seckbacher Landstraße oder Richtung Eckenheimer Landstraße. An der Konstabler zu enden ist mangels Wendeanlage nicht möglich, eine weitere Linie nach Bornheim macht irgendwie keinen richtigen Sinn, wenn zugleich der Nordosten (Eckenheim, Preungesheim, Berkersheim) abgehängt wird. Deshalb liegt es auf der Hand, dass die im Nordend aufgeworfene Systemfrage (Hochflur vs. Niederflur) sich auf das gesamte Netz auswirkt.

Deshalb hatte die Diskussion um den Verbleib der U5 im Stadtbahnnetz unmittelbar und direkt sehr viel mit dem Europaviertel zu tun.
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Alt 20.04.12, 09:34   #28
EV-FFM
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Farbbeutel an der Europa-Allee

leider lassen die Beschmutzungen und Schmierereien an der Europa-Allee nicht nach, "Juppies raus" und "Gallus" sind mittlerweile an jedes neue Haus in der Europa-Allee geschmiert, jetzt kommen noch Farbbeutel zum Einsatz, u.a. am ersten Haus in der EA und auch auf der Rückseite des Dormero Hotels



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Alt 20.04.12, 13:27   #29
RMA
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Läuft eher unter verfehlter Protest – in diesen modernen Plattenbauten wohnen wohl kaum Juppies, sondern allerhöchstens Mittelstand.
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Alt 20.04.12, 13:38   #30
Schmittchen
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Aha. Wenn jetzt aber "Juppies" drin wohnen würden, wäre dann der Farbbeutel gerechtfertigt? Sollte man sich als Werfer vorher Einkommensnachweise zeigen lassen? Wie hoch liegen die Einkommens-Freigrenzen?
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