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Alt 13.09.19, 12:11   #1081
mamamia
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Die Infrastrukturabgabe sehe ich kritischer, es gibt "Value Capturing", also wenn der Immobilien-Preis durch eine neue U-Bahnlinie steigt, müssen Besitzer in Sydney zB eine Abgabe dadurch bezahlen. Tiefgaragen ...
Ich meine aber eher eine Ablösesumme für nicht zu errichtende Stellplätze in innenstadtnahen Bereichen, welche nach einem Schlüssel, wie bei der Stellplatzsatzung, erfolgen könnte: z.B. wenn gemäß Nachweis im Bauantragsverfahren 100 Stellplätze erforderlich wären, müssten 40% abgelöst werden und 60% würden dann tatsächlich nur noch gebaut.

Insoweit diese Abgabe pro Stellplatz nicht höher ist, als die entfallenen Erstellungskosten (insbesondere bei Tiefgaragen), sehe ich einen solche Abgabe für den Bauträger/Entwickler sowie den Erwerber neutral.

Statt mehr teure Tiefgaragen Stellplätze zu bauen, würde Geld für den ÖPNV generiert.
Durch den Mangel an Stellplätzen sinkt zudem die Neigung, einen eigenen Pkw anzuschaffen; der Umstieg auf den ÖPNV oder/und Carsharing fällt leichter.
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Alt 13.09.19, 15:44   #1082
sw-grisu
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sw-grisu könnte bald berühmt werden
^^

Die Stellplatzverordnung gehört sogar noch verschärft. Zumindest in den Innenstadtbezirken. Denn, lieber früher als später, muss die Stadt dazu über gehen, parken im öffentlichen Raum zu verbieten. Und dazu werden einfach Stellplätze benötigt. Wer glaubt dass es in Zukunft weniger Autos geben wird, der glaubt auch dass Zitronenfalter Zitronen falten. Die Kisten werden weniger genutzt, aber sie werden immer noch da sein. Wir müssen allerdings dahin kommen, dass die Autos nicht mehr im öffentlichen Raum geparkt werden dürfen. Und dazu werden noch viele Stellplätze benötigt. Ich frage mich nämlich schon seit Jahren, mit welchem Recht die öffentliche Hand Stauraum für private Güter zur Verfügung stellt und auch noch unterhält. Der Platz kann viel sinnvoller genutzt werden.
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Alt 13.09.19, 17:19   #1083
DUS-Fan
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DUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz seinDUS-Fan kann im DAF auf vieles stolz sein
^ Ganz meine Meinung, es müssen mehr statt weniger Stellplätze bei Neubauten errichtet werden, möglichst sogar über den Bedarf des jeweiligen Neubaus hinaus, um Platz für die Autos der Nachbarn zu schaffen.
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Alt 16.09.19, 16:10   #1084
mamamia
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In den bestehenden Quartieren ist die Schaffung neuer Tiefgaragen so gut wie unmöglich, bzw. wenn überhaupt dann nur mit einem hohen Kostenaufwand erreichbar.

Welcher Investor soll so etwas realisieren wollen; so schlimm ist die Zinskrise ja nicht.

Wieso können es Städte wie z.B. Wien hinbekommen; dort wurde bewusst der Parkraum verringert - ohne Ersatz in Tiefgaragen.

Deutschland ist zwar ein Auto-Lobby-Land, aber umdenken sollte trotzdem noch möglich sein. Ohne eine Änderung des Verhaltens von uns allen, wird sich nichts ändern.

Wer sich ein Pkw kauft, und dann kaum nutzt, kann nicht rechnen. Welches Unternehmen würde sich eine Maschine zulegen, die selten benötigt wird? So etwas wird ausgelagert - auf das Auto umgedacht bedeutet das Car-Sharing.
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Alt 17.09.19, 08:34   #1085
sw-grisu
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sw-grisu könnte bald berühmt werden
^^

Also in meiner direkten Nachbarschaft werden gerade zwei zusammenhängende Gründerzeitbauten saniert. Mit Abschluss der Arbeiten werden darin 20 Wohneinheiten zur Verfügung stehen. Ja, ich bin auch fast vom Glauben abgefallen. Der Bauträger lässt tatsächlich im kleinen Innenhof eine "Tiefgarage" graben. Zu-/Ausfahrt erfolgt über einen Aufzug.

Sehr löblich und ich bin mir sicher, dass er nicht auf den Kosten sitzen bleibt.

Bestimmt nichts für jeden Bestandsbau, dennoch, bei Neubauten bin ich bei DUS-Fan. Ansonsten bekommen wir die Straßen nie leer.

Und bezüglich Wien: Ich kenne noch ein besseres Beispiel. Santiago de Chile. Im gesammten Innenstadtbereich, der nicht gerade klein ist, gibt es keinen einzigen Stellplatz im Freien. Dafür wurden rechtzeitig massiv Parkhäuser gebaut. Die Straßen sind nach wie vor voll mit Autos, in den Parkhäusern hatte ich dennoch nie ein Problem einen Platz zu bekommen. Zeugt also davon, dass es ein ausgewogenes Verhältnis gibt.
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Alt 23.09.19, 21:07   #1086
Heidewitzka
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Heidewitzka ist im DAF berühmtHeidewitzka ist im DAF berühmt
Meiner Meinung nach, muss man dieses Thema als Masterplan anpacken, der auf mehrere Dekaden angelegt ist. Großflächige Parkplatzkürzungen ohne Ersatz wird es kurzfristig nicht geben, da viele Bürger in der Stadt ein Auto haben. Dies kann kein Kommunalpolitiker durchbringen.

Deswegen müsste man die Frage stellen, wie man die Düsseldorfer den Umstieg auf andere Alternativen schmackhaft machen kann. Düsseldorf hat ja bereits einige Dinge von Wien kopiert oder versucht, nachzumachen.

Obwohl in Wien keine Wohnhochhäuser stehen, ist die Einwohnerdichte deutlich höher, 2.800 zu 4.600 pro km2. Aber es gibt deutlich mehr 5-10 stöckige Häuser als hier. Das 365-Euro Ticket und die dichte Abdeckung der Stadt mit gutem ÖPNV ist bekannt. Aber meines Erachtens spielt die Parkraumbewirtschaftung eine wichtige Rolle. Bis auf 3 von 23 Bezirken zahlt man überall als Anwohner für ein Parkpickerl. Dies kostet im teuersten Fall 177 € pro Jahr (1 Jahr offline im in der teureren Zone), im günstigsten Fall 111 € pro Jahr (2 Jahr Ticket online in der günstigeren Zone). Alle ohne Parkpickerl zahlen Gebühren.

Ein P+R-Platz kostet in Wien pro Jahr ca. 600 €, mehr als manche Garagen hier, trotzdem stehen die Parkhäuser nicht leer, bzw. sind sogar teilweise überfüllt. Eine große Hauptstadt kann dies wahrscheinlich politisch einfacher durchsetzen als eine flächenmäßig kleinere Landeshauptstadt, die stark mit den Nachbarstädten verknüpft ist. Übersicht zu P+R und Bericht zur Auslastung

Und Düsseldorf ist von anderen Großstädten wie Köln, Duisburg und Essen umgeben. Die Angst davor, dass die Stadt die andere unterbietet, hat wahrscheinlich in der Vergangenheit auch dazu geführt, dass Autofahrer hier mit Samthandschuhen angefasst werden.

Die Ausweitung der Anwohnerparkgebiete in Düsseldorf ist für mich ein erster Schritt, um die Parksituation anzugehen. Höhere Strafen für Falschparker und oder ausreichend Kontrollen sorgen dafür, dass diese keine reine Symbolpolitik bleiben. Und mittlerweile hat man hier auch erkannt, dass kein Weg am Ausbau des ÖPNV vorbeiführt.
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Alt 24.09.19, 13:55   #1087
mamamia
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Ich kann mir auch vorstellen, dass dieses Thema in Österreich ohne eine starke Auto Lobby etwas entspannter angegangen wird.
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Alt 24.09.19, 19:02   #1088
Vulcanus
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Vulcanus sitzt schon auf dem ersten Ast
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Deswegen müsste man die Frage stellen, wie man die Düsseldorfer den Umstieg auf andere Alternativen schmackhaft machen kann. Düsseldorf hat ja bereits einige Dinge von Wien kopiert oder versucht, nachzumachen.
Von Wien kann man durchaus lernen - aber das sind dann doch zwei Paar Schuhe. Wien verfügt über ein ziemlich gutes und weitläufiges U-Bahn-Netz, bis weit in die Vororte hinein. Das kann Düsseldorf nicht bieten. Die Wehrhahnlinie ist ja ganz fein, aber sicher keine echte U-Bahn. Denn sobald hier die Bahnen an die Oberfläche kommen, stehen sie wieder nur doof an den Ampeln rum und kommen nicht richtig vorwärts.

Das ist auch einer meiner Hauptkritikpunkte an der Rheinbahn: trotz Ankündigung durch OB Geisel wurden bisher keine Vorrangschaltungen für Busse und Bahnen gebaut. Ich nutze das Netz täglich, und ärgere mich ein ums andere Mal über die langen Standzeiten an den Haltestellen. Ein besonders blödes Beispiel: die neu errichtete (eigentlich nur verlegte) Haltestelle "Auf'm Hennekamp". Dort wurde die Haltestelle ja nach Süden verlegt, auf die andere Straßenseite. Aber anstatt dass die aus der Stadt kommenden Bahnen direkt durchfahren können, stehen sie (wie auch früher schon) eine Minute an der Ampel herum, fahren dann langsam über die Kreuzung, um direkt wieder an der neuen Haltestelle zum Stehen zu kommen. Hier wurde überhaupt nicht nachgedacht.

Ähnliche Beispiele für Schleichstrecken und überflüssige Wartepunkte gibt es im Netz zigfach. Ganz schlimm auch die Strecke Hbf - Bilker Kirche der 709. Egal ob am Stresemannplatz, an der Berliner Allee, am GAP oder an der Poststraße: Überall legt die Bahn Meditationspausen ein. Die Linksabbieger zur Königsallee haben IMMER Vorrang, sogar an der Einmündung zum Horionplatz kommt die Bahn jedes Mal zum Stehen.

Wie soll man angesichts solcher Fahrgeschwindigkeiten die Leute zum Umstieg auf Bus und Bahn bringen? Ganz zu schweigen davon, dass etwa der ganztägige 5-Minuten-Takt zwischen Hbf und Polizeipräsidium vor einiger Zeit abgeschafft wurde. Die 709 kommt chronisch verspätet aus Ri. Neuss - was dazu führen kann, dass dort auch mal 15 Min. keine einzige Bahn fährt.

Hinzu kommen viel zu schmale Haltestellen und unmögliche Einstiegssituationen: Paradebeispiele sind die Haltestellen "Lindemannstraße", "Engerstraße" oder "Schlüterstr.". Schlüterstraße total eng, an den anderen Haltestellen muss mitten auf der Straße eingestiegen werden. Attraktiv ist etwas vollkommen anderes.

Es gibt soviel zu tun bei der Rheinbahn - aber anstatt endlich diese Dinge anzupacken, baut man ein paar Hochbahnsteige mehr. Und macht die Straßen durch sinnlose "Umweltspuren" unpassierbar.
Vulcanus ist offline   Mit Zitat antworten
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