Rhein-Neckar-Raum: Abzug der Amerikaner

  • Rhein-Neckar-Raum: Abzug der Amerikaner

    Heute wurde nun bekannt gegeben, dass sich die Amerikaner in drei Stufen, bis 2015 zurückziehen werden.
    Nach meinen Erkenntnissen, wird in den ersten beiden Schritten(bis 2014), als erstes hauptsächlich der Mannheimer Raum betroffen sein und bis 2015 werden dann noch die komletten Heidelberger Liegenschaften übergeben.
    http://www.rnflink.de/ABLAUF_TRUPPENANDERUNG.pdf


    Nun sind die genauen Pläne raus, obwohl sich die Bürgermeister der betroffenen Städte noch Hoffnungen machten, dass die Amerikaner von Ihren Abzugsplänen zumindest teilweise ablassen. Aber das war wohl nichts.


    Was am Ende noch in der Region von Amerikanischen Einrichtungen übrig bleibt, sind:
    -Heidelberg AFN Relay Facility
    -Germersheim Army Depot
    -AAFES Grünstadt Facility


    Betroffen sind rd. 1000 "ortsansässigen" Arbeitnehmer (nicht US-Zivilbeschäftigte) Ich schätze die Zahlen aber als deutlich höher ein!
    und 6500 US-Soldaten, Familienangehörige, US-Zivilbeschäftigte und einige hundert ortsansässige Arbeitnehmer (die Einheiten oder Einrichtungen angehören und an andere Standorte verlegt werden).


    Als besonders kritisch sehe ich nicht mal die wegfallenden Arbeitsplätze und den Kaufkraftverlust. Sondern ehr die riesigen frei werdenden Flächen. Diese Entwicklung, wird die Verantwortlichen, vor ungeahnte Herausforderungen stellen!

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    Sondern ehr die riesigen frei werdenden Flächen. Diese Entwicklung, wird die Verantwortlichen, vor ungeahnte Herausforderungen stellen!


    Wie man macht isses nicht recht. Andere Städte maulen ständig das sie keine Flächen mehr haben. Und jetzt wird gemault das man sich entwickeln kann. :nono:


    Das Arbeitsplätze usw. wegfallen ist zwar nicht schön, aber die Entwicklungschancen die sich ergeben sollten doch genug neue Arbeitsplätze ergeben.


    Und wenn den Städten halt nichts einfällt kann man immernoch die Kasernen ihren Schicksal überlassen und einen schönen Urwald entstehen lassen (mit den man dann wieder Touristen locken kann) :D

  • Betroffen sind rd. 1000 "ortsansässigen" Arbeitnehmer (nicht US-Zivilbeschäftigte) Ich schätze die Zahlen aber als deutlich höher ein!


    Die 1.045 genannten "local nationals" mit deutschem Pass sind das Saldo, das übrig bleibt, wenn in Wiesbaden und an anderen Standorten entsprechende neue Arbeitsplätze aufgebaut worden sind.
    Insgesamt sinds um die 2.500 Deutsche, die im Rhein-Neckar-Gebiet für die US Army arbeiten, ca 1.000 in HD und 1.500 in MA.


    Verbleibende Standorte:


    -Heidelberg AFN Relay Facility


    Das ist der Sendeturm in Eppelheim. Viel Facility ist da aber net, ich wär mir nicht mal sicher ob der nicht im Regelfall unbemannt läuft.


    -Germersheim Army Depot


    Sollte eher bekannt sein. Eines der drei verbleibenden Hauptdepots der US Army in Europa, von daher war da eine Schließung eh nicht angesagt. Gehört eh zur USAG Kaiserslautern, nicht HD/MA.


    -AAFES Grünstadt Facility


    Ist ein Lebensmittelproduzent, der die AAFES-Eigenmarken herstellt oder umverpackt (m.W. der einzige verbleibende in Europa, wenn Gießen dicht macht). Hauptsächlich Großbäckerei, beliefert AAFES in ganz Europa.


    Sondern ehr die riesigen frei werdenden Flächen.


    Die Heidelberger Flächen sind quasi als Fehlbedarf schon jetzt im Flächennutzungsplan drin. Gegenüber dem vor 10 Jahren festgelegten Soll fehlen bis 2020 rund 3250 Wohnungen in der Planung - wieviel Wohnungen bieten wohl MTV und PHV? ;)


    Das CSC ist bereits überplant (Bahnstadt), die Patton Barracks und ISK bieten sich dort als Ergänzung der Bahnstadt an (primär Kleingewerbeflächen, evtl. auch ein Logistiker), bei der Nachrichtenkaserne (Hospital) war irgendwann letztens was von ner möglichen Nachnutzung als Studentenwohnheim die Rede, und die Campbell Barracks lassen sich verteilen auf eine Erweiterung des Gewerbegebiets Bosseldorn sowie irgendeine Single-User-Nutzung des Hauptblocks (Schule, Campus, Studenten, irgend so was). Heidelberg AAF wird renaturiert, den Rest kann man für irgendwelches Gewerbe nutzen.


    Die Schwetzinger Flächen (Tompkins Bks, Kilbourne Bks) liegen relativ günstig zwischen den geplanten S-Bahn-Halten Schwetzingen Nord und Schwetzingen-Hirschacker und haben eine sehr direkte Anbindung zur B535. Da kann man recht gut rund 200-250 Wohnungen unterbringen, sowie etwas Gewerbe ansiedeln. Schwetzingen-Nord ist eh praktisch zugebaut.
    Der Schwetzinger Teil vom Dossenwald (Schwetzingen Training Area) ist eh ... Wald. Und schon seit längerem nicht mehr genutzt, der war nur nicht formell übergeben.


    Bei den Mannheimer Flächen wirds schon schwieriger. Hammonds Bks wird zu Wohnungen, das ist klar (wurde schon immer so gesagt). Taylor Bks ist vorgemerkt zur Erweiterung des Gewerbegebiets Vogelstang. Die beiden Flächen sollen ja auch schon diesen Sommer zurückgegeben werden, ist auch schon länger geplant. Die großen, komplexen Brocken sind da hingegen:
    - der Block Sullivan Bks / Funari Bks / Benjamin-Franklin-Village (ab 2014) : kriegt man noch locker voll wenn die Bevölkerungsprognose im Flächennutzungsplan in Richtung "maximale Variante" geht.
    - das Coleman AAF (ab 2015) : tja, der Flughafen halt. Weiternutzen oder renaturieren ist da wohl die große Frage. Wird ein Politikum werden.
    - die Spinelli Bks (ab 2015) : Riesenfläche, aber überwiegend einfach nur Beton soweit das Auge reicht. Vielleicht sind ja Bombardier, Alstom oder ABB interessiert, sich da irgendwie zu erweitern.


    Diese Entwicklung, wird die Verantwortlichen, vor ungeahnte Herausforderungen stellen!


    Dass der große Wurf kommen würde, war ja eigentlich allen klar. Wobei man sich eher noch beschweren könnte, das 2015 doch bei einigen Flächen ganz schön spät sein wird.


    Es ist vorgesehen bei Eintreten des Rückzugsfalles den kompletten Flächennutzungsplan zu überarbeiten. Sowohl Mannheim als auch Heidelberg haben einiges an eingeplanten Flächen, die auf die US-Flächen umgelegt werden können - in Heidelberg dürfte z.B. die eh ungewollte geplante Gewerbefläche Marienhöfe/Landschadhöfe westlich des Heidelberger Kreuzes dabei drauf gehen. Alle drei betroffenen Kommunen sind Teil des Nachbarschaftsverbands HD-MA, so daß die Koordination der Planung eh selbstverständlich ist.

    Einmal editiert, zuletzt von kato2k8 ()

  • Wie man macht isses nicht recht. Andere Städte maulen ständig das sie keine Flächen mehr haben. Und jetzt wird gemault das man sich entwickeln kann. :nono:


    Wir reden hier im Falle Mannheims von fünf Quadratkilometern überwiegend bebauter Fläche, darunter eine komplette Siedlung mit rund 5.000 Wohnungen.
    Zum Vergleich: die Konversion von KA-Neureut war etwa 10% davon.

  • Konkrete Bilanz der Flächen im Nachbarschaftsverband Heidelberg-Mannheim:


    Paket 2010:


    Hammonds Barracks
    ehemaliger Name: Loretto-Kaserne, Baujahr 1937
    Rückgabe: bis September 2010
    Fläche: 9 Hektar
    Ort: Mannheim-Seckenheim
    Bebauung: 10 Gebäude
    Überplanung: Konversion in Wohngebäude
    Vorhandene Anbindung: Straßenbahnlinie 5, 200m Entfernung


    Taylor Barracks
    Rückgabe: bis September 2010
    Fläche: 46 Hektar
    ehemaliger Name: Scheinwerfer-Kaserne, Baujahr 1939
    Ort: Mannheim-Vogelstang
    Bebauung: 99 Gebäude, hauptsächlich Kleingewerbe-typisch
    Überplanung: Erweiterung Gewerbegebiet Vogelstang
    Vorhandene Anbindung: Buslinie; B38/A6/A67 über Viernheimer Dreieck


    Mannheim Class III Point
    Rückgabe: bis September 2010
    Fläche: 12 Hektar
    Ort: Mannheim-Blumenau
    Bebauung: 12 Gebäude, Tanklager
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: (keine); Gütergleisanschluß


    Schwetzingen Training Area
    Rückgabe: bis September 2010
    Fläche: 112 Hektar
    Ort: Landschaftsschutzgebiet Dossenwald, Schwetzinger Anteil
    Bebauung: 1 Gebäude, Rest Wald
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Anbindung: Nähe geplanter S-Bahn-Halt Schwetzingen-Hirschacker, Nähe B535/B36/A6


    Paket 2014:


    Benjamin-Franklin-Village
    Rückgabe: bis 2014
    Fläche: 88 Hektar
    Ort: Mannheim-Käfertal
    Bebauung: 220 Gebäude, Wohngebiet
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: 2 Straßenbahnhaltestellen (querend); B38/A6/A67 über Viernheimer Dreieck


    Funari Barracks
    Rückgabe: bis 2014
    Fläche: 11 Hektar
    Ort: Mannheim-Käfertal (angrenzend Benjamin-Franklin-Village)
    Bebauung: 25 Gebäude, Kaserne
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: siehe BFV


    Sullivan Barracks
    ehemaliger Name: Flak-Kaserne, Baujahr Ende 30er
    Rückgabe: bis 2014
    Fläche: 44 Hektar
    Ort: Mannheim-Käfertal (angrenzend Benjamin-Franklin-Village)
    Bebauung: 77 Gebäude
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: siehe BFV


    Paket 2015:


    Spinelli Barracks
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 82 Hektar
    Ort: Mannheim-Feudenheim
    Bebauung: 105 Gebäude; überwiegend Lagergebäude
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: Straßenbahnlinie 7, 100m Entfernung; Gütergleisanschluß, Nähe B38, B38a


    Coleman Barracks
    ehemaliger Name: Fliegerhorst-Kaserne, Baujahr Ende 30er
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 216 Hektar
    Ort: Mannheim-Blumenau/Scharhof
    Bebauung: 218 Gebäude; Flughafen, Gefängnis, AFN-Hauptgebäude
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: Buslinie, Gütergleisanschluß, Nähe B44/A6


    Campbell Barracks
    ehemaliger Name: Großdeutschland-Kaserne, Baujahr 1937
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche:
    Ort: Heidelberg-Südstadt-West
    Bebauung: 52 Gebäude, Kaserne
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: Buslinie


    Nachrichten Kaserne (US Army Hospital Heidelberg)
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 9,4 Hektar
    Ort: Heidelberg-Rohrbach Hasenleiser
    Bebauung: 34 Gebäude, Krankenhaus
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: Straßenbahnlinie, Buslinie; B3


    Mark-Twain-Village
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 25 Hektar
    Ort: Heidelberg-Südstadt-West
    Bebauung: 70 Gebäude, Wohngebäude
    Überplanung: mögliche Konversion Wohngebiet (angedacht)
    Vorhandene Anbindung: Buslinie


    Patrick-Henry-Village
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 101 Hektar
    Ort: Heidelberg-Kirchheimer Flur
    Bebauung: 244 Gebäude, primär Wohngebäude und Nahversorgung
    Überplanung: mögliche Konversion Wohngebiet (angedacht)
    Vorhandene Anbindung: Buslinie; B535/A5


    Community Service Center
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 11 Hektar
    Ort: Heidelberg-Weststadt Bahninsel
    Bebauung: 37 Gebäude
    Überplanung: Überbauung Bahnstadt
    Vorhandene Anbindung: angrenzend Hauptbahnhof; Buslinie


    Patton Barracks
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 15 Hektar
    Ort: Heidelberg-Kirchheim Nord
    Bebauung: 56 Gebäude
    Überplanung: Konversion Wohngebiet
    Vorhandene Anbindung: Straßenbahnlinie 26, Buslinien; B535/A5 über L600a


    Kilbourne Kaserne
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 5,4 Hektar
    Ort: Schwetzingen-Nord
    Bebauung: 25 Gebäude
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: Nähe geplanter S-Bahn-Halt Schwetzingen-Hirschacker, Nähe B535/B36/A6


    Tompkins Barracks
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 36 Hektar
    Ort: Schwetzingen-Nord, angrenzend Kilbourne Barracks
    Bebauung: 60 Gebäude
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: Nähe geplanter S-Bahn-Halt Schwetzingen-Hirschacker, Nähe B535/B36/A6


    Heidelberg Army Heliport
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 18 Hektar
    Ort: Heidelberg-Kirchheimer Flur
    Bebauung: 20 Gebäude, kastrierter Flugplatz
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: B535/A5 über L600a


    Oftersheim Small Arms Range / Heidelberg Rod & Gun Club
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 14 Hektar
    Ort: Oftersheim-Aschfeld
    Bebauung: 8 Gebäude, Schützenverein mit Schießanlagen
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: (nicht vorhanden)


    Heidelberg Golf Course
    Rückgabe: bis 2015
    Fläche: 51 Hektar
    Ort: Oftersheim-Aschfeld
    Bebauung: 9 Gebäude, Golfplatz
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: (nicht vorhanden)


    Verbleibende Flächen:


    Heidelberg AFN Relay Facility
    Rückgabe: (nicht geplant)
    Fläche: 1600 m²
    Ort: Eppelheim
    Bebauung: 1 Gebäude, Sendemast
    Überplanung: (nicht vorhanden)
    Vorhandene Anbindung: (nicht vorhanden)


    Außerhalb des Nachbarschaftsverbands befinden sich die gerade mal 4800m² große Edigheim Beacon Site (in Ludwigshafen) und die 17 km² große Lampertheim Training Area im Wald zwischen Viernheim und Lampertheim.

  • Erfolg nach Abzug


    ...
    Und wenn den Städten halt nichts einfällt kann man immernoch die Kasernen ihren Schicksal überlassen und einen schönen Urwald entstehen lassen (mit den man dann wieder Touristen locken kann) :D


    Dass nennt man dann wohl ökologisch verträgliche Entmilitarisierung :lach:
    Ich bin mir sicher, dass den Verantwortlichen schon ziemlich
    schnell was einfallen wird, wie man die frei gewordenen Flächen
    zukünftig noch besser nutzbar machen kann. Und dann wird auch diese
    Regione wie viele andere zuvor aufblühen, nachdem das Militär
    ersteinmal weg ist. Im Grunde ist diese Nchricht deshalb eher als


    http://slideshine.de/browser/u…immungshoch%20Endgeil.jpg
    aus http://slideshine.de/32403


    denn als beunruhigend einzustufen. Aber das ist nur meine
    bescheidene Meinung dazu :D

  • Die BFV wird auf jeden Fall den Mannheimer Wohnungsmarkt noch mehr nach unten drücken. Das kann man schon als problematisch einstufen.


    Der Bürgermeister von Schwetzingen hat heute schon gleich mal quasi sich die Hände reibend angekündigt, dass die Stadt die Flächen dort aufkaufen und entwickeln wird. Sollen Wohnungen drauf entstehen. Schwetzingen hat eh das Problem, daß man sich wegen dem Landschaftsschutz kaum noch nach außen entwickeln kann - der Großteil der verbleibenden Schwetzinger Flächen ist Wald und/oder Naturschutzgebiet.


    Weiß jemand, wann die Mannheimer Pressekonferenz stattfindet? (dpa meldet nur "heute mittag")

  • Mannheim hat auf der Pressekonferenz anscheinend erst mal nur die (fertigen) Pläne für Hammonds Bks und Taylor Bks vorgestellt. Wohngebiet bzw. Industriegebiet. Zur BFV wurde erwähnt, daß die Wohngebäude darauf "die falschen" für Mannheim sind, es also zu einer Neubebauung kommen könnte.


    Außerdem wird ein Projektteam gebildet, das sich des Themas annehmen soll, inklusive Koordination mit Bund und Land und Beteiligung eines Vertreters der US Army.

  • Noch eine Berichtigung: bei der AFN Relay Facility handelt es sich nicht um den Sendemast bei Eppelheim, der Sendemast bei Eppelheim versorgt Pattrick-Henry-Village mit AFN-TV (Abschaltungstermin für alle TV-Sender in HD/MA ist übrigens geplant im August 2010). Es handelt sich um den AFN-Radio Sendemast in Heidelberg-Wieblingen (UKW und MW-Sender). Dieser wird nicht abgeschaltet und soll über das Jahr 2015 hinaus die in Heidelberg verbleibenden NATO-Headquarter US-Einheiten weiterversorgen. Da sich das verbleibende NATO-HQ hinter den Campbell-Barracks in einem Neubau befindet könnte zukünftig eine räumliche Abgrenzung mit eigener Zufahrt ermöglicht werden. Überhaupt wäre aber denkbar, dass die NATO an den Campbell-Barracks generell festhält und eine Übergabe an den Bund so nicht stattfinden wird, zudem die NATO weiterhin eine Kaserne benötigen wird für ihre Soldaten. Ebenso werden für die NATO-Angehörigen evtl. Einkaufsmöglichkeiten erhalten bleiben oder neu geschaffen werden müssen (AAFES stores, PX). Die Schließungen betreffen ja nur Einheiten, die direkt der US-Army unterstellt sind, nicht aber das NATO-HQ. Insofern bleibt zumindest in Heidelberg noch ein kleiner Rest der US-Army erhalten, unter dem Dach des NATO-HQ.

  • Zitat: Germersheim Army Depot


    Sollte eher bekannt sein. Eines der drei verbleibenden Hauptdepots der US Army in Europa, von daher war da eine Schließung eh nicht angesagt. Gehört eh zur USAG Kaiserslautern, nicht HD/MA.


    Falsch, gehört im Moment zur USAG Heidelberg, das US-Depot gehörte ursprünglich zur US-Army Karlsruhe, nach Schließung aller Karlsruher Einrichtungen wurde es Heidelberg angegliedert. Das Depot ist als strategisch sehr wichtig einzustufen und wird nach 2015 als die einzige operative militärische Einrichtung der US-Army im Rhein-Neckar Raum erhalten bleiben. Wer hätte das gedacht, es gab oft Gerüchte, das das Depot geschlossen werden könnte, jetzt wird es sogar weiter ausgebaut und Personal hinzugezogen.

  • Da sich das verbleibende NATO-HQ hinter den Campbell-Barracks in einem Neubau befindet könnte zukünftig eine räumliche Abgrenzung mit eigener Zufahrt ermöglicht werden.


    Das NATO-HQ-Gebäude ist das südlich des Eingangsgebäudes auf dem ehemaligen Parkplatz, keine 20 Meter von der Römerstraße. Nicht "hinter den Campbell Barracks".
    Dem HQ FC Heidelberg (aka CC-LAND) kanns aber durchaus eh schnell an den Kragen gehen. Im wesentlichen hängt die derzeit nur noch an ISAF, und da gibt es ja Gerüchte in Richtung Rückzug der Amerikaner...


    Ebenso werden für die NATO-Angehörigen evtl. Einkaufsmöglichkeiten erhalten bleiben oder neu geschaffen werden müssen (AAFES stores, PX).


    Für die Nicht-Amerikaner? Ganz sicher nicht. Die leben doch jetzt schon "on the economy", und dürfen zum Großteil auch gar nicht bei den Amis shoppen. Der US-Anteil am HQFC HD (ex-CC-LAND) liegt bei etwa 200 Mann (etwas größer als der deutsche), das ist subkritisch.


    Wer hätte das gedacht, es gab oft Gerüchte, das das Depot geschlossen werden könnte, jetzt wird es sogar weiter ausgebaut und Personal hinzugezogen.


    Daß das Depot Germersheim geschlossen werden könnte war nie wirklich drin. Zumindest solange irgendwas von der USAREUR noch irgendwo in Europa verbleibt.

  • Hallo,


    man muß aber auch bedenken, dass die Städte in einem "Finanzfiasko" stecken.
    Und du sagst, es wäre für Mannheim problematisch? Ich denke in Heidelberg wird es auch nicht besser!


    Soweit ich weiß, sind viele Wohnblöcke stark sanierungsbedürftig und die Energiebilanz, ist nicht auf der Zeit. Ich halte die Bürgermeister, eh nur für Schwätzer. Als wenn sie nicht wüßten, was wirklich los ist.


    Eine weitere Gewerbegebietschwämme, wäre unvorteilhaft. Sollen sie doch erstmal Namen nennen, welche Firmen sich ansiedeln wollen. Und danach, warum es gleich ein Neubau sein muß und Gründe warum sie nicht in die vorhanden leerstehenden Büros ziehen können?
    Und der Standort der US- Wohnblöcke(wzb.MT,PH), ist meiner Meinung auch unvorteilhaft. Sollten sich dort einmal Horden von Unterschichten und armen Mittelschichten ansiedeln, hätte es die Stadt geschaft ein neues Ghetto zu bilden. Die Leute würden aus dem Umland wieder in die Stadt ziehen, weil die Mieten dort erschwinglich sind und es Wohnraum on mass gibt.
    Aber in Rohrbach sollen es ja eh Studentenwohnungen werden.


    Also ich würde 50% der Wohnungen abreißen und den Rest renaturiesieren! Dazu noch einen See und Urwald!

  • man muß aber auch bedenken, dass die Städte in einem "Finanzfiasko" stecken


    Und wieso sollten Heidelberg bzw. Mannheim da was finanzieren müssen? Konversion findet heutzutage im PPP-Rahmen statt.


    Soweit ich weiß, sind viele Wohnblöcke stark sanierungsbedürftig und die Energiebilanz, ist nicht auf der Zeit.


    Die Heidelberger US-Wohnungen wurden überwiegend gerade vor 6-7 Jahren saniert, inklusive Wärmedämmung etc.


    Beim Gewerbe ist klipp und klar zu sagen: Heidelberg hat ein vorgesehenes Gewerbegebiet draußen in den Feldern von über 50 Hektar. Unmittelbar nördlich von Eppelheim. Solche Flächen werden schlicht in der Planung auf die US-Flächen umgelegt.


    Und danach, warum es gleich ein Neubau sein muß und Gründe warum sie nicht in die vorhanden leerstehenden Büros ziehen können?


    Das Thema hatten wir doch schon, das ist in dem anderen Thread ganz gut aufgehoben. Wir haben keine "Gewerbegebietsschwemme", Punkt Aus.


    der Standort der US- Wohnblöcke, ist meiner Meinung auch unvorteilhaft


    Kommt drauf an welche? Die Mark-Twain-Village liegt sehr innenstadtnah, ist hervorragend erschlossen, und war bis 2003 (Zaunbau) praktisch Teil der Südstadt. Die Patrick-Henry-Village ist da ein anderes Thema. Das wird der Billigbau.


    Die Leute würden aus dem Umland, wieder in die Stadt ziehen, weil die Mieten dort erschwinglich sind und es Wohnraum on mass gibt.


    Erschwingliche Mieten und Wohnraum en masse in Heidelberg? Der war gut. Heidelberg hat selbst mit den ganzen US-Wohnungen und sämtlichen geplanten Neuausweisungen und Neubauten bis 2020 noch einen Fehlbestand von etwa 1000 Wohnungen. Beim Mietpreis würde ich die US-Wohnungen übrigens schon im Bereich von Südstadt oder Kirchheim ansetzen. Also €7-8/m² für Neuvermietung minimum, für die Offizierswohnungen kann da auch mehr drin sein. Und nur um die Perspektive zu bewahren, das ist weder billig noch Ghetto.

  • Anbei mal ein Auszug, was die Aufgaben des NATO-HQ in Heidelberg sind:


    Mission Statement


    Headquarters Allied Force Command Heidelberg
    (HQ FC Heidelberg)


    Provides trained and ready “Deployable Joint Staff Elements” (DJSE) to the Allied Joint Force Commands (JFC) in Brunssum, Naples and Lisbon
    Will be prepared to support the JFC’s planning, conduct and sustainment of the full range of military operations
    Will provide, when directed, a core Land Component Command HQ for MJO (+) size military campaign
    Will be the focus for all land-specific functional tasks regarding both the NATO Command Structure and the NATO Force Structure
    Conducts other activities, including land advocacy, within means and capabilities, as directed by SACEUR
    On Mar 1, 2010, an interim working structure (IWS) was implemented by the HQ in order to carry out its new mission. Final transition to a new default peace establishment is anticipated for the end of 2010.




    Dass da nur ISAF bedient wird kann ja nicht sein.
    Zum Thema Einkaufsmöglichkeiten AAFES und PX: selbst an so kleinen reinen NATO-Standorten wie in Geilenkirchen oder Kleine Brogel (Belgien), Schinnen (NL) gibt es PX und AAFES-Shops, u.a. auch Burger King, Anthonys Pizza usw.
    Das NATO-HQ kann nicht einfach so verlegt werden, da haben wir Deutsche auch noch ein Wörtchen mitzureden. Grundsätzlich ist festzustellen, dass es viele NATO-Standorte in Europa gibt, wo auch keine US-Army vor Ort ist.
    (z.B. Schinnen, Mons, Brunssum, Moenchengladbach, Ulm, Kleine Brogel und noch viele andere)

  • Mögliche Entwicklungsachse Bahnstadt - Rohrbach

    Hallo zusammen,


    ich hatte mir schon länger mal überlegt, dass man Bahnstadt und Konversionsflächen in Rohrbach langfristig über das Gewerbegebiet östlich der Bahnstadt und dem Wirrwarr nördlich von Kirchheim miteinander verbinden könnte. Diese Achse könnte man dann punktuell mit variabel bespielbaren Brücken mit den bestehenden Stadtteilen vernähen.


    Prinzipiell wäre - als nächster städtebaulicher Entwicklungsschritt - eine städtebauliche und landschaftsplanerische Neuordnung des ganzen Areals zw. Bahnstadt, Pfaffengrund, Südstadt, Kirchheim und Rohrbach denkbar.

  • ich hatte mir schon länger mal überlegt, dass man Bahnstadt und Konversionsflächen in Rohrbach langfristig über das Gewerbegebiet östlich der Bahnstadt und dem Wirrwarr nördlich von Kirchheim miteinander verbinden könnte.


    Nö, dazwischen ist das "Kirchheimer Loch" - Frischlufterzeugergebiet für die Altstadt und mehr oder minder Naherholungsgebiet. Die "Rohrbacher" Flächen liegen übrigens alle in der Südstadt (nach der Rückgabe letztes Jahr komplett), außer du meinst das Hospital. Gemarkungsgrenze zwischen Südstadt und Rohrbach ist die verlängerte Sickingenstraße von der Bahnlinie bis zum Wald. Westliche Gemarkungsgrenze der Südstadt ist der Bahndamm westlich des Kirchheimer Lochs bzw. die alte Zufahrt zum Rbf aus Richtung Süden.
    Eine Verbindung der Mark-Twain-Village, der Patton Barracks und der Bahnstadt wird bereits über die im Rahmen der Bahnstadt neu verwebten Fußwege durchs Kirchheimer Loch hergestellt. Die ist halt nur noch nicht so "wirksam" wegen dem 4-Meter-Zaun am Hinterausgang der Rheinstraße ;)


    Das "Wirrwarr nördlich von Kirchheim" ist übrigens das Sportzentrum Süd, das da eine Spielfläche neben die nächste setzt - ausm Kopf raus sinds derzeit 4 Hallen und ein gutes Dutzend Freispielflächen für verschiedene Sportarten, dazu die dorthin verlegte Realschule, das Verwaltungsgebäude des DAV als größtem Sportverein Deutschlands und das Jugendzentrum am Harbigweg. Alles rund um dieses Wirrwarr soll bis 2020 mit Wohngebäuden zugekleistert werden.


    Zum Verbinden... ich seh die Flächen in der Südstadt primär als Wohnflächen. Die Südstadt hat sonst eh keinen Platz zum Ausbreiten, und hat ohne Expansion bei eh schon niedrigem Stand rückläufige Bevölkerungszahlen. Mit den Wohnungen der Mark-Twain-Village würde die Südstadt vermutlich auf rund 5.800-6.000 Einwohner (Haupt- und Nebenwohnsitze) anwachsen. Bevor man auch nur ein Gebäude der Campbell Barracks umwandelt.


    Konkreter:


    Den hinteren (westlichen) Bereich der Campbell Barracks kann man evtl. ganz gut dem Gewerbegebiet Bosseldorn anschließen; der zentrale Bereich (sagen wir Eingangsgebäude, LANDCENT-Gebäude und ein bis zwei andere) läßt sich meinetwegen durch die NATO weiternutzen, der Abschnitt nördlich davon in Wohngebiet umwandeln.
    Wenn man den Bogen etwas weiter spannt, wäre es sogar diskutabel, an der Mark-Twain-Village bei der Gelegenheit etwas Fläche zurückzunehmen (braucht nicht viel, würden keine Häuser drauf gehen), und dafür die Bahnstrecke vom HBf bis Kirchheim dreigleisig zu gestalten (oder das zumindest vorzubereiten) - das gestaltet sich sonst langfristig zum Flaschenhals. Möglicherweise mit neuem S-Bahn-Halt auf Höhe Rheinstraße, um das neue Wohngebiet anzuschließen. Das Gelände der Heidelberg High School in der MTV dürfte schon verteilt sein. Das wird schätzungsweise das Willy-Hellpach-Gymnasium als Außenstelle einnehmen, dann spart man sich das Gezetere um den Neubau. Der Rest sind rund 50 Wohngebäude, teilweise 6-Parteien-, teilweise 24-Parteien-Häuser. Die übernimmt man genau so, wie sie sind.
    Ach ja, die Kirche gibts noch. Naja, da werden sich schon welche für finden, in Heidelberg schießen die ja eh ins Kraut. Könnte auch z.B. die Markus-Gemeinde übernehmen, die hat nämlich keine Kirche und sitzt gleich schräg gegenüber.

  • Dass da nur ISAF bedient wird kann ja nicht sein.


    Das "HQ FC"-Konzept ist ein teilverlegbares Hauptquartier auf Armee- oder Armeegruppen-Ebene. Siehe Mission Statement. Für einen Auftrag - für mehr als das bräuchtest du auch schon etwas mehr als die 480 Hansel. Und dieser Auftrag (für den Heidelberg als erstes "HQ FC" umgeformt wurde) ist halt eben aktuell ISAF.


    Zum Thema Einkaufsmöglichkeiten AAFES und PX...


    Bei 480 Mann Gesamtstärke und rund 160-180 Mann US-Truppen wird es keinen PX oder AAFES geben. Da wird es auch nicht groß Wohngebäude geben, die werden "on the economy" untergebracht.
    In Geilenkirchen (3000 Soldaten!) gibt es übrigens keine AAFES-Dependancen (außer einem kleinen Kleiderladen). Die Leute werden auf die nächste Commissary in 15 km Entfernung über die Grenze nach Schinnen verwiesen. In Geilenkirchen gibts einen - ziemlich kleinen - von den Kanadiern betriebenen NATEX. Und da wohnt übrigens auch kaum einer "on post".

  • Armeegruppen gibts im Deuschen nicht. Das deutsche Äquivalent zur Army Group ist die Heeresgruppe. *Klugscheißmodus aus* Auf jeden Fall ziemlich weit oben, noch eine Ebene höher als zB das Heeresführungskommando und, wenn ich mich recht entsinne, auch das Einsatzführungskommando.

  • Ist doch eigentlich egal was CENTAG äh LANDCENT äh CC-LAND äh das HQ FC jetzt macht. Fakt ist, der Laden umfasst weniger als 500 Soldaten, und würde bei weitem nicht die Campbell Barracks ausfüllen.


    Mal wie ich mir eine Aufteilung vorstellen könnte:

    Bildquelle: Google Earth


    Rot - Campbell Bks, verbleibende NATO-Gebäude (ca 4-5 Hektar)
    Gelb - Campbell Bks, Erweiterung Bosseldorn (ca 10 Hektar)
    Blau - Campbell Bks, Konversion in Wohngebiet (ca 4-5 Hektar)
    Grün - Mark-Twain-Village, Wohngebäude
    Orange - Mark-Twain-Village, Heidelberg High School


    Das Gelände im Ausschnitt ist etwa 1,1 km breit, als Maßstab.

  • Die Mannheimer Flächen

    Alle Bilder: Google Earth.



    Gelb - Hammonds Barracks



    Grün - Coleman Barracks (Flughafen)
    Lila - Mannheim Class III Point (Tanklager)



    Lila - Funari Barracks
    Grün - Sullivan Barracks
    Gelb - Benjamin-Franklin-Village



    Gelb - Taylor Barracks



    Grün - Spinelli Barracks