Zurück   Deutsches Architektur-Forum > Architektur, Städtebau und Bauwesen: Regionale Themen > Norden > Hamburg > Hanse-Lounge

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 02.11.09, 17:06   #1
DiggerD21
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 02.12.2004
Ort: Breslau
Beiträge: 1.117
DiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer Mensch
Gentrifizierung in Hamburg

Mod: Beiträge aus BP außerhalb der Wallanlagen hierher verschoben.

Und in 10 Jahren besteht die Schanze fast nur noch aus Eigentumswohnungen und die kreative Szene ist auch nicht mehr da, womit die Schanze zu einem durchschnittlichen Viertel voller langweiliger Vermögender wird. Naja, hab gehört, dass Teile von Rothenburgsort bei Künstlern immer beliebter werden.
DiggerD21 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.09, 23:17   #2
Donjon05
weniger ist mehr
 
Registriert seit: 24.07.2005
Ort: HH
Beiträge: 1.045
Donjon05 wird schon bald berühmt werdenDonjon05 wird schon bald berühmt werden
(Aus BP außerhalb der Wallanlagen. Frl. Wegner: "Ich liebe dich, Donjon.")
Oh Frl.Wegner.... endlich.


@ DiggerD21: Die aktuelle Gentrifizierung des Schanzenviertels begeistert mich auch nicht. Dieser Stadtteil war aber ursprünglich bürgerlich und hat im Laufe der Zeit verschiedene Entwicklungsstadien durchlaufen. Die zentrumsnahe Lage begünstigt die aktuelle Entwicklung. Diesem Wandel sind weiter außerhalb gelegene Stadtteile nicht so stark ausgesetzt. Wer sich dem kreativen und meist knappen Broterwerb verschreiben möchte, muss sich mit diesem Verdrängungswettbewerb arrangieren.
Donjon05 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 02.11.09, 23:27   #3
DiggerD21
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 02.12.2004
Ort: Breslau
Beiträge: 1.117
DiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer Mensch
Nagut, dann holt sich die Gentrifizierung halt die ursprünglich bürgerlich geprägten Viertel zurück. Allerdings greift sie bereits weiter: Mit der Zeit werden traditionelle Arbeiterviertel ebenfalls gentrifiziert. Die Anfänge dessen sieht man in Barmbek-Süd. Auf der Veddel wird es ja geradezu forciert mit dem Studentenansiedlungsprogramm.
DiggerD21 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 10:15   #4
Elbjunge
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 07.01.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 247
Elbjunge sorgt für eine nette AtmosphäreElbjunge sorgt für eine nette AtmosphäreElbjunge sorgt für eine nette Atmosphäre
Warum muss denn ie Veränderung IMMER nur schlecht sein?

Da können alle von profitieren... Künstler suchen sich immer gerade das, was passt und bringen damit in andere Ecken auch leben.

Die apokalytische Vorstelung, dass eines Tages kein Platz mehr für Künstler sei, halte ich für Humbug. Es wird immer Orte und Plätze und Statteile geben, die attraktiv sind.

Was gestern die Schanze war, kann morgen schon Rothenburgsort und Vedel und Wilhelmsburg sein. Warum dann nicht übermorgen Fuhlsbüttel oder Harburg?

Stadtteile entwickeln sich immer und erleben Hochs und Tiefs.

Der Lauf der Dinge, der mir in letzter Zeit zu stark mit dem negativ besetzten Begriff Gentrifizierung abgetan wird, ist nichts dramatisches und nichts schlimmes.

Ich finde viel eher dieses zutiefst konservative, verhaftetete, Besitzstandswahrende und eigentlich auch wider-der-Urbanität Verhalten einiger Personen aus Gängeviertel / Schanze / Pauli etc. schlimm.

Stadt ist immer Veränderungsprozessen unterlegen. Ein Gebiet mit Nicht-Veränderungs-Gesetzen zu belegen, halte ich für falsch.

Sicherlich muss man gewisse Regeln haben, die diese Heuschrecken-Immobilienwirtschaftler ein wenig in Zaum hält, aber wenn es Wanderungen gibt, sollte man diese nicht aufhalten.
Elbjunge ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 10:40   #5
Midas
Diamant-Mitglied

 
Registriert seit: 20.09.2007
Ort: Paris/Hamburg
Beiträge: 4.439
Midas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiell
Ich bin verlockt am Schreibtisch aufzustehen und zu applaudieren, denn ich sehe das ganz genauso.

Die Aufwertung von Stadtteilen ist an sich eine gute Sache - mit den von Dir beschriebenen Einschraenkungen.

Es wundert mich immer wieder sie 'spiessig' und 'wertkonservativ' das kreative und alternative Milieu auf einmal ist, wenn es um Veranderungen geht die von den betreffenden Personen ein Mindestmass an Flexibilitaet verlangen.

Was ist denn schlimm daran, wenn die Schanze 2020 ein 'langweiliger' Familienstadteil ist, ein Art neues Eppendorf? Dann wird eben dafuer die Veddel bunter, junger, alternativer und hipper. Oder Barmbek-Sued. Oder sonstwo.

Mich nervt ein wenig diese Grundhaltung, als koenne man nur in huebschen Altbauten und in 5 Minuten Fussweg vom Millerntor-Stadion trendy latent alternativ sein...
Midas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 12:13   #6
k-roy
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 22.09.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 330
k-roy wird schon bald berühmt werdenk-roy wird schon bald berühmt werden
die Meinung kommt denke ich immer auf den eigenen Standpunkt (=Wohnort) an. Leute, die nicht davon betroffen sind, können leicht von Flexibilität reden, für leute, die betroffen sind, ist diese Ausdrucksweise ein Schlag ins Gesicht.
man sollte mal sich streng selber prüfen, wie es wäre, wenn man tatsächlich selber von Neuplanungen in irgend einer Form betroffen wäre !

ich habe in einem anderen Thread, hoheluft-tower, sehr schöne ausgleichende Worte gelesen, such ich beizeiten noch mal raus.
k-roy ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 12:46   #7
Midas
Diamant-Mitglied

 
Registriert seit: 20.09.2007
Ort: Paris/Hamburg
Beiträge: 4.439
Midas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiell
Ich kann beim besten Willen keinen 'Schlag ins Gesicht' erkennen, es sei denn einige Menschen empfinden das direkte Aussprechen einer Wahrheit, also einer sozialen und oekonomischen Realiteat, als Schlag.

Fakt ist: Es gibt gewissermassen ein Menschen- bzw Buergerrecht auf bezahlbaren und 'anstaendigen' Wohnraum und es gibt mehr oder weniger einen gesellschaftlichen Konzens, dass eine gewisse soziale Durchmischung und innerhalb der Stadt und innerhalb von Stadtvierteln gewuenscht ist.

Fakt ist aber auch: Es gibt kein Vorrecht eines Buergers an einem bestimmten bevorzugten Ort zu wohnen, sofern er oder sie nicht aus eigenen Kraeften in der Lage ist diese Wohnsituation zu finanzieren.

Veranderung ist an sich ist der Lauf der Dinge und eine gewisse Anpassung an diese Veraenderungen (in welcher Form auch immer) ueber lange Zeitraeume hinweg ist m.E. jedermann zumutbar. Es gibt kein Grundrecht auf einen staatlich garantierten Status Quo.

Die Anpassung kann ueber Wohnortverlagerung geschehen, muss sie jedeoch nicht. Ebensogut kann sie ueber Schaffung von Wohneigentum (z.B. mit staatlicher Hilfe) andere Wohnformen (WG's, andere Wohung im selben Viertel) und Aehnliches passieren.

Ueberspitzt gesagt: Warum sollte z.B. ein im Handwerk berufstaetiger Familienvater mit Wohnsitz in Hamburg-Horn ueber seine Steuern gezwungen sein, die Wohnsituation eines Ehepaares in der Schanze indirekt zu subventionieren, wenn diese sich aus eigenem Einkommen keine Wohung in diesem netten zentral gegegenen Stadtteil leisten koennen? Waere es nicht eher ein 'Schalg ist Gesicht' (um in der Wortwahl zu bleiben) diesem Familienvater zu sagen, dass eine guenstigere Wohung dieses Ehepaars beispielsweise in Eimsbuettel 'unzumutbar' waere? Ich finde man darf diese Dinge nicht so eindimensional sehen.

Geändert von Midas (04.11.09 um 13:27 Uhr) Grund: tippfehler
Midas ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 15:25   #8
Gordon
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 20.09.2006
Ort: Hamburg
Beiträge: 267
Gordon wird schon bald berühmt werdenGordon wird schon bald berühmt werden
Passend zum Thema ein aktueller Artikel aus dem Abendblatt:
http://www.abendblatt.de/hamburg/kom...unkt-wird.html
Gordon ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 20:15   #9
DiggerD21
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 02.12.2004
Ort: Breslau
Beiträge: 1.117
DiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer MenschDiggerD21 ist ein geschätzer Mensch
Zitat:
Zitat von Midas Beitrag anzeigen
Die Aufwertung von Stadtteilen ist an sich eine gute Sache - mit den von Dir beschriebenen Einschraenkungen.
So wie die "Aufwertung" in vielen Stadtteilen stattfindet, ist es eher ein Verdrängungsprozess. Geringverdiener (von denen es immer mehr gibt), werden immer mehr an den Stadtrand gedrängt. Das führt langfristig zu einer örtlichen Separierung von Gesellschaftsschichten, damit auch zu Ghettoisierung. Am Ende besteht die ganze Stadt aus langweiligen, weil monotonen Vierteln. Das kann nicht im Interesse der Stadtentwicklung sein. Warum wird "Aufwertung" in Hamburg fast immer durch den Bau teurer Eigentumswohnungen realisiert? Warum kann man Stadtteile nicht auch mit bezahlbarem Wohnraum aufwerten? Warum werden keine kleinen, aber dennoch bezahlbare Wohnungen in relativ zentraler Lage gebaut?
DiggerD21 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 22:00   #10
NewUrban
Wichtiges Mitglied

 
Registriert seit: 18.10.2007
Ort: Bremen
Alter: 35
Beiträge: 526
NewUrban könnte bald berühmt werden
Hamburg sollte mehr sozialen Wohnungsbau betreiben. Wo geschieht das den in der Hafencity z.B.? Dabei meine ich keine wohnblöcke ausschließlich für Hartz IV Empfänger, sondern angemessene Wohnungen für Studenten, Geringverdiener oder Rentner. So wird es in Wien seit jahrzehnten praktiziert. Dort kann man zentral und günstig wohnen. In Hamburg werden geringverdiener oft an den Rand des kulturellen Lebens der Stadt gedrängt. Nur in München ist es noch schlimmer. Hoffentlich erklärt sich das berühmte hanseatische Mäzenatentum mal wieder bereit und investiert in solche projekte.
NewUrban ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.11.09, 23:14   #11
Donjon05
weniger ist mehr
 
Registriert seit: 24.07.2005
Ort: HH
Beiträge: 1.045
Donjon05 wird schon bald berühmt werdenDonjon05 wird schon bald berühmt werden
Der Bau von preiswertem Wohnraum scheint in Hamburg nicht erwünscht zu sein. Zu klären wäre die Frage, ob die Entscheider in der Politik oder in der Immobilienwirtschaft dafür verantwortlich sind.
Donjon05 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.09, 08:55   #12
wmeinhart
Wichtiges Mitglied

 
Benutzerbild von wmeinhart
 
Registriert seit: 16.01.2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 501
wmeinhart ist ein hoch geschätzer Menschwmeinhart ist ein hoch geschätzer Menschwmeinhart ist ein hoch geschätzer Menschwmeinhart ist ein hoch geschätzer Mensch
Gentrifizierung in Hamburg

Mod: Verschoben aus Gängeviertel Hamburg

Der Spiegel berichtet über über die Künstlerinitiativen die das Gängeviertel und das Frappant betraffen auf einer Metaebene und berichtet über eine Künstlerinitiative.

Dies betrifft auch weitere Altbauquartiere die aufgehübscht werden sollen.
wmeinhart ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.09, 09:36   #13
bayer
Senior-Mitglied

 
Registriert seit: 13.09.2009
Ort: Bayern
Beiträge: 307
bayer wird schon bald berühmt werdenbayer wird schon bald berühmt werden
Bei dem Artikel fiel mir spontan ein, "mag sein, aber warum gibt es diese Debatte über Gentrifizierung nur in Berlin und Hamburg, nicht aber in München und Stuttgart was wesentlich wohlhabendere Städte sind und wo schon der Begriff der Gentrifizierung dermaßen unbekannt ist dass die meisten erst einmal danach googlen müssen". Das fällt mir schon stark auf. Vielleicht weil man das in Süddeutschland nicht als "Bedrohung" sondern als "Chance" begreift? Ich komm nicht aus dem Norden, kann nur spekulieren. Dass es diese Debatte nun aber selbst in Hamburg gibt verwundert mich schon, von Hamburg hatte ich immer den Eindruck dass diese eine "Insel des Erfolgs" in der nördlichen Hälfte der Republik ist.
bayer ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.09, 09:58   #14
nitsche86
Silbernes Mitglied

 
Benutzerbild von nitsche86
 
Registriert seit: 26.04.2005
Ort: Berlin
Alter: 32
Beiträge: 802
nitsche86 wird schon bald berühmt werdennitsche86 wird schon bald berühmt werden
Liegt vielleicht daran, das man sich in Hamburg und Berlin nicht München als Vorbild nimmt. Bzw. man möchte keine aalglatte saubere Stadt haben.
nitsche86 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 06.11.09, 10:44   #15
Midas
Diamant-Mitglied

 
Registriert seit: 20.09.2007
Ort: Paris/Hamburg
Beiträge: 4.439
Midas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiellMidas ist essentiell
Laut Abenblatt-Bericht moechte die Stadt die Kuenstler eventuell in die Oberhafencity (eine neue Wortkreation) umsiedeln.

Ehrlich gesagt, stoesst mir das ganze Gerede von der 'kreativen Stadt' und das auf Druck der GAL enstandene neue wollig-weiche- Hamburger Wohlfuehl-Leitbild namens 'Wachsen mit Weitblick' sauer auf.

Ich habe nichts gegen guenstigen Wohn- und Arbeitsraum fuer 'Kuenstler'. Ich habe nichts gegen kreativ angehauchte und leicht alternative Modelle der Stadtentwicklung. Ich habe auch nichts gegen die Grundidee, Bildung und Wissenschaft staerker in den Mittelpunkt der Ausrichtung der Stadt zu stellen.

Nur: Ich finde die Stadt muss erst ihre Hausaufgaben machen, dann kann man sich soetwas nettes leisten. Man koennte anders ausgedrueckt auch sagen: Erst die Pflicht, dann die Kuer.

Es passt m.E. nicht zusammen, dass es an den wirtschaftlichen Grundlagen der Stadt an allen Ecken und Enden broeckelt, aber im Ach-So-Kreativen bereich fleissig geplant wird. Der selbe Senat der auf der einen Seite mit Kuenstlern und Hausbesetzern Dialoge fuehrt und nach Loesungen sucht, behindert auf der anderen Seite gezielt und massiv Milliardeninvestitionen in die Wirtschaftskraft der Stadt: Das Kraftwerk Moorburg, die Hafeninfrasrtuktur, Moebel-Hoeffner, etc.

Irgendwas passt hier nicht zusammen.

Zu Hamburg-Muenchen: Im Gegensatz zu Hamburg ist Muenchen nebenbei eine Stadt die ihre wirtschaftlichen Hausaufgaben gemacht und ihre wichtigen Infrastrukturprojekte beizeiten auf den Weg gebracht hat. Da ist es fuer Hamburg noch ein langer Weg hin :-(

Geändert von Midas (06.11.09 um 11:00 Uhr)
Midas ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 01:12 Uhr.


Powered by vBulletin (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.
©2003 - 2019 Deutsches Architektur-Forum