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Alt 14.03.17, 20:17   #31
Pumpernickel
 
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^du liest aber sehr viele "Antworten" aus einer sehr simplen, fast schon rein technischen, Fassade.

Die große vergebene Chance ist, dass an dieser vergleichsweise wenig befahrenen Kreuzung, etwas von der Verkehrsachse "Torstraße" zurückversetzt, ein kleines Zentrum für das Viertel hätte entstehen können. Das Potential wäre da, ein ÖPNV Knoten zwischen Tram und U-Bahn, der kleine Platz auf dem Baugrundstück selbst, relativ intakter Blockrand rund um die Kreuzung Linienstraße/RL-Straße. Wenn man vorgesehen hätte, die kleine Freifläche mit Sitzgelegenheiten, vielleicht 1-2 Schachtischen, ein paar Blumenbeeten und einem Brunnen zu bespielen, statt sie einfach mit Gras und Bäumen "aufzufüllen" und dann noch mit der Stadt gesprochen hätte, dass die Grünfläche an der Spitze zwischen RL-Straße und Almstadtstraße entkrautet, ausgelichtet und mit einem kleinen Wasserspiel und 2-3 Sitzbänken ausgestattet wird, dann wäre dies ein nettes kleines Zentrum für das Viertel, wo hochgestochene Literaten und "Alltagsmenschen" auch mal hätten aufeinander treffen können. Das kontemplative Plätschern von Brunnen und Wasserspiel hätte den Lärm der Torstraße in den Hintergrund gedrängt und alles wäre sehr urban und doch fast sowas wie ein kleiner Rückzugsort.

Unweit von Volksbühne und RL-Platz, diese Kreuzung liegt ja eben gerade nicht irgendwo weit draußen in Adlershof, hätte das wirklich funktionieren können.

Sowas muss man IMHO als Architekt sehen und den Bauherren auch ein bischen, mit sanfter Beharrlichkeit, zu seinem Glück "zwingen" und dahingehend überzeugen. Das hätte sozusagen ein Markenzeichen dafür werden können, wie sich der Verlag ja eigentlich gerne selbst sieht. Linksintellektuell, aber nicht elitär.

Dieser Entwurf könnte tatsächlich auch - genau so - in Adlershof oder sonstwo stehen. Und anstatt des Verlags eine Bank oder Versicherung oder oder... beherbergen. Ich kann darin keinerlei genius loci oder "Antworten" entdecken.
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Alt 14.03.17, 21:20   #32
ElleDeBE
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^ Du sprichst von einer „vergleichsweise wenig befahrenen Kreuzung“? Nun, es kommt natürlich darauf an, womit Du sie vergleichst. Aber diese Kreuzung ist gewiss nicht „wenig befahren“, und die Torstraße schon gar nicht, die hier durch Ampeln und Straßenbahn-Station besonders laut ist. Aus dieser Ecke wird gewiss nie ein „Rückzugsort“, glaub’ mir.

Abgesehen davon: Die Vorstellung, ausgerechnet diesen Platz nahe der Volksbühne und den großartigen Poelzig-Bauten, neben dem markanten L40, an einer hochfrequentierten, pulsierenden Kreuzung, „mit Sitzgelegenheiten, vielleicht 1-2 Schachtischen, ein paar Blumenbeeten und einem Brunnen zu bespielen“ (warum nicht noch eine Minigolfanlage?), samt „kontemplative[s] Plätschern von Brunnen und Wasserspiel“ ist so grotesk und hat in ihrer spießbürgerlichen Biederkeit so rein gar nichts mit dem Charakter dieses Ortes zu tun, dass es nicht unkomisch ist, wenn ausgerechnet Du den Architekten vorwirfst, ihr Entwurf könnte auch "in Adlershof" stehen. Nein, kann er aufgrund der vielen Bezüge zur Umgebung nicht. Deine Vorstellungen hingegen könnten, eben weil sie so provinziell sind, in jeder beliebigen Provinz problemlos umgesetzt werden.
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Alt 14.03.17, 21:22   #33
Rotes Rathaus
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Rotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle Zukunft
Die Rückehr der 70er ist jetzt auch nicht so mein Fall, wird uns aber wohl häufig begegnen,wie es aussieht.

Ansonsten ist das Projekt eine enorme Bereicherung für die Gegend und der komplexe Bau fügt sich durchaus gut ein. Bundschuh hat gleich gegenüber sein Büro und man kann dem Entwurf auch entnehmen wieviel er sich dabei Gedacht hat. Er fällt auf, fügt sich aber durchaus ein. Die
südöstlich anschließende Bebauung inklusive der Volksbühne bräuchte vor allem eine Sanierung. Die dortige Linienstrasse müsste dringend aufgefrischt und belebt werden und dort sind auch noch Lücken zu schließen. Da steckt viel Potential drin und dieser Anfang lässt sich sehen.
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Alt 14.03.17, 21:26   #34
Pumpernickel
 
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^^wenn du mir "spießbürgerliche Biederkeit" vorwirfst, weil ich Straßenleben und kleinteilige Gestaltung wünsche, dann kann ich damit leben. Denn ich fand noch keine Architektur jemals so miefig, spießig und bieder, weil die "Moderne" der 1970er. Sozusagen die perfekte Umwelt für Momos graue Herren, mit den Büros der Zeitbank.

Wenn du südliche Länder wie zB die Türkei bereist, dann sitzen dort die Leute gesellig neben vielspurigen Hauptverkehrsstraßen den ganzen Tag auf Bänken und an Tischchen, trinken ihren Tee und spielen Karten oder Schach. "Schichtübergreifend", die junge Frau im Business-Kostüm in der Mittagspause, neben dem alten Greis mit Häkelmützchen. Das ist alles, nur keine "spießbürgerliche Biederkeit".

Grauer Anzug, graue Aktentasche, grauer Sichtbeton, gestutzter Rasen und bischen "Baum-Deko", das ist spießbürgerliche Biederkeit und das alte Vorwende-Deutschland war das Weltzentrum spießbürgerlicher Biederkeit. Daher sträuben sich mir die Nackenhaare beim neuerlichen Trend zu einer Neomoderne.
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Alt 14.03.17, 22:10   #35
TowerMaranhão
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^ Genau das. Ich spüre förmlich, wie ich ergraue und mir die Mundwinkel nach unten fallen, wenn ich zu lange auf den Entwurf starre. Es sieht aus wie ein 60er-Jahre-Rechenzentrum, ein Ort für leblose Roboter.
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Alt 14.03.17, 22:48   #36
Batō
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Zitat:
Zitat von ElleDeBE Beitrag anzeigen
Und gerade wenn du diese Umgebung berücksichtigst, wirst du feststellen, dass sie alles andere als homogen ist:
Die Gegend ist mir wohlbekannt. Architektonisch ist sie hetero-, städtebaulich homogen. Die Bebauung ordnet sich im Wesentlichen dem historischen Raster und dem vorherrschenden Blockrand unter. Selbst bei seinem schwer stadtbildverträglichen L40 hat das RB im Rahmen seiner Möglichkeiten umgesetzt. Auch der Nachwendebürobau orientiert sich am historischen Raster. Er schießt höhentechnisch zwar über den Blockrand hinaus, aber ein Verkehrsknotenpunkt wie dort kann es m.E. gut vertragen wenn es einzelne höhere Gebäude gibt die aus dem Blockrand ragen und die Straßenkreuzung einrahmen.
Gerade weil dort so viele Straßen verlaufen halte ich es für wichtig den Blockrand voll zu bebauen da die Ecke sonst zu fragmentiert wirkt.
RB greift dieses Problem leider nicht auf und lässt die Kreuzung Linien- Ecke Rosa-Luxemburg-Straße unnötig offen. Die Torsituation Tor- Ecke Rosa-Luxemburg-Straße wird nur unzureichend gebildet. Von der Rosa-Luxemburg-Straße in Richtung Torstraße geschaut trifft man regelrecht auf eine offene Hinterhofsituation. Ein kleiner Platz ist dort m.E. aber gar nicht notwendig da der Rosa-Luxemburg-Platz und die Freiflächen neben der Volksbühne nur ein Steinwurf entfernt sind. Auch der Schendelpark liegt direkt um die Ecke.

Zitat:
Er antwortet direkt auf seine Nachbarn: dem markanten L40 setzt er eine markante Fassade gegenüber
Hier musste ich etwas schmunzeln. Es hat schon Chuzpe seitens des Architekten den Neubau so zu entwerfen, dass er mit einem anderen von ihm selbst entworfenen Nachbarbau in Dialog tritt der jedoch selbst nur schwer verdaulich ist.
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Alt 14.03.17, 23:39   #37
ElleDeBE
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^ Ich wünschte mir selbst lange eine Blockrandbebauung an dieser Stelle und kann Deine Sicht nachvollziehen. Warum ich dennoch den jetzigen Entwurf für die bessere Lösung halte, habe ich bereits begründet, aber ich denke, es gibt noch einen tieferen Grund:

Nach Jahrzehnten einer (von mir zunächst entschieden bejahten) überwiegenden Blockrandbebauung erscheint sie mir zunehmend weniger eine heilende Stadtreparatur und zunehmend mehr als nivellierende Vereinheitlichung und abdichtende Homogenisierung. Zumindest im Zentrum Berlins wird es mir mit der (von Dir offenbar bejahten) „städtebauliche Homogenität“ langsam zu viel. Die wenigen Projekte, die diese Tendenz durchbrechen, sei es städtebaulich, sei es architektonisch, haben daher mittlerweile meine Sympathie, auch dieses hier, wenngleich mir nicht alles daran gefällt. Gerade das, was Du ihm vorwirfst, dass er die Gegend nicht genug integriert, halte ich für eine Stärke, zumal diese Gegend, wie Du ja auch selbst sagst, städtebaulich bereits relativ homogen ist.
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Alt 15.03.17, 00:20   #38
Urbanist
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Ich finde es schon ziemlich mutwillig, den hier entstehenden kleinen, lärmgeschützten Platz in Südlage mit Kaffeeterrasse als Hinterhofsituation zu bezeichnen.
Letzten Endes zeichnen sich hier wieder die üblichen Konfliktlinien der Berliner Architektur- und Städtebaudebatte ab: Eine Lösung, die nicht der Doktrin der Blockrandbebauung folgt und (horror vacui!) auch noch Sichtbeton als Material zu zeigen wagt wird als neobrutalistisch klassifiziert und damit schön in die Feindbild-Schublade entsorgt, es werden alle möglichen subjektiven persönlichen Negativassoziationen hinsichtlich der Epoche der 60er/70er Jahre (die Zeit in der wir leben ist ja bestimmt sooo viel besser) zum Besten gegeben, und um sich selbst ein wenig Entlastung zu verschaffen wird das betreffende Bauwerk, noch bevor der erste Spatenstich getan ist vorsorglich zum ganz bestimmt zukünftigen Abrisskandidaten erklärt.
Ziemlich hysterische Reaktion auf ein kleines Eckchen Grün mit drei Bäumen an Stelle der heißersehnten Blockrandwand.
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Alt 15.03.17, 08:47   #39
TowerMaranhão
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^ Vielleicht liegt es daran, dass unsere Städte vollgestellt sind mit dieser Art Architektur aus der Nachkriegszeit und sie nicht dem entspricht, was Menschen von einer Innenstadt erwarten. Eine Blockrandbebauung lebt auch von ihrer Geschlossenheit und der dichten, urbanen Innenstadt, die für viele Menschen so attraktiv ist, entspricht dieser Gebäudetyp nun eben nicht. Er gehört an den Stadtrand und wird dort auch en masse gebaut (von wegen überall Blockrand). Warum kann man eine Innenstadt nicht mal Innenstadt sein lassen, warum muss die bereits flickenteppichartige Struktur an jeder Ecke weiter aufgebrochen werden, warum kann man sich nicht stattdessen an dem orientieren was eine Innenstadt so dicht, urban und aufregend macht und ihr so etwas von dem zurückgeben, was ihr heutzutage fehlt?
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Alt 15.03.17, 09:08   #40
Batō
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Zitat:
Zitat von ElleDeBE Beitrag anzeigen
Nach Jahrzehnten einer (von mir zunächst entschieden bejahten) überwiegenden Blockrandbebauung erscheint sie mir zunehmend weniger eine heilende Stadtreparatur und zunehmend mehr als nivellierende Vereinheitlichung und abdichtende Homogenisierung.
Das sehe ich komplett anders. Gerade die Doktrin des Blockrandes hat sich insbesondere für die geschundene Spandauer Vorstadt als Erfolg herausgestellt. Neben vielen restaurierten Altbauten sind Neubauten entstanden die zwar eine eigene Architektursprache sprechen, das Viertel aber als harmonisches Ganzes und wie organisch gewachsen erscheinen lassen. Wozu davon abweichen? Wer einen komplett anderen Stadtraum erfahren möchte kann nur 500m weiter von der hier besprochenen Kreuzung in die Tristesse des sozialistischen Städtebaus eintauchen.

Man muss sich mal das Geschwurbel des Architekten zu seinen Entwurf durchlesen:
Zitat:
Das Gebäude ist städtebauliches Pendant des Gebäudes Linienstrasse 40 und teil unserer Arbeit an der Auflösung des rigiden Blockrandkonzeptes der hierarchisch geprägten Stadt Berlin zugunsten eines offeneren, heterarchischen Systems.
Für mich völlig unverständlich wie man einen einzelnen Architekten erlaubt seine städtebaulichen Vorstellungen von vorgestern an einer so prominenten Ecke verwirklichen zu können.
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Alt 15.03.17, 09:13   #41
Tomov
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Wieso nicht? Baunetz vergleicht es mit Pölzigs Umgestaltung des RLP.

http://www.baunetz.de/meldungen/Meld...z_5006303.html
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Alt 15.03.17, 09:16   #42
Bau-Lcfr
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^^ Städtebaulich finde ich den Entwurf nicht so tragisch - der Blockrand wird doch einigermassen geschlossen und wenn ein kleiner Platz belassen wird - auf der Zeichnung 3/3 unter dem Link sieht man zwei andere kleine Plätze an den Straßenecken in direkter Nachbarschaft. Insgesamt ein etwas größerer Platz, das betont die zentrale Lage an der U-Bahn-Haltestelle.

Die kopierte Gestaltung mit Sichtbeton-Zeugs ist denkbar einfallslos. Ein Architekt, der mehr als nur einen Entwurf beherrscht, könnte den beiden Baukörpern zwei differenzierte Gestaltungen verpassen. Wer stattdessen nur Schwurbeln beherrscht, sollte bitte kein Architekt, sondern Werbetexter o.ä. werden.
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Alt 15.03.17, 09:31   #43
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Ich weiß auch nicht so recht, warum hier soviel Augenmerk auf den Hof gelegt wird. Es ist ja nicht so, dass rundherum alles dicht wäre. In unmittelbarer Nähe liegen der Luxemburg-Platz, die Grünflächen links und rechts der Volksbühne, der Schendelpark und (noch) das freie Grundstück an der Zolastraße. Warum es angesichts dessen städtebaulich kriegsentscheidend sein soll, ob hier eine Grünfläche mit Brunnen und Schachtischen entsteht oder mit Bäumen und Café-Terrasse, leuchtet mir nicht ein.

Ich hätte mir ein komplett bebautes Grundstück gewünscht (ja, mit Blockrand), finde den Entwurf aber gut gemacht. Viel besser als das Pendant vom gleichen Architekten auf der anderen Straßenseite. Dennoch werden beide Gebäude ein neues Tor in der Torstraße (*kicher*) bilden und gemeinsam einen runden Eindruck machen. Sehe ich anders als Bato.

Und den Wutschnaubern sei gesagt: Den Begriff "Neomoderne" kann man für solcherlei Architektur durchaus verwenden. Die dauernden Abkotz-Vergleiche vom "60er-Jahre-Rechenzentrum" über "perfekte Umwelt für Momos graue Herren" bis zur unvermeidlichen (und wie fast immer unpassenden) "Platte" zielen aber allesamt daneben. Wer meint, der Entwurf sehe aus wie aus den 70ern, der zeigt, dass er genaues Hinschauen überflüssig findet, weil er sein Urteil nach einem flüchtigen Blick bereits fertig hat. Als pars pro toto:

Zitat:
Zitat von Pumpernickel
Und wie schon bei der "Original"-Moderne der 70er wiederholt man den alten Fehler nicht auf die Umgebung zu achten.
Was für die Original-Moderne stimmen mag, ist hier nur ein Klischee. Wer sich diese Zeichnung mal genauer anschaut, sieht die vielen Korrespondenzen, die das Gebäude mit den Nachbarn zur Tor- und in der Linienstraße eingeht. Die Balkone in der Linienstraße nehmen die Balkone des Bestandsgebäudes wieder auf, die Gebäudegrenze in der Linienstraße passt zu dem kleinen Pavillon am Luxemburg-Platz, der "Betonkern" zur Luxemburg-Straße ist ein Pendant zur "Lücke" in der Dachlandschaft des Solitärs gegenüber, die Höhe zur Torstraße entspricht nicht der Trauf-, aber der Gesamthöhe des Gegenübers, usw. usf.

Man muss das alles nicht toll finden, und man kann den Entwurf trotzdem ablehnen - man sollte die Bezüge aber wenigstens sehen. Wer das nicht tut und stattdessen nur endlose Assoziations-Girlanden dreht, wird dem Gegenstand nicht gerecht.
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Alt 15.03.17, 09:34   #44
Batō
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Zitat:
Zitat von Tomov Beitrag anzeigen
Wieso nicht? Baunetz vergleicht es mit Pölzigs Umgestaltung des RLP.

http://www.baunetz.de/meldungen/Meld...z_5006303.html
Beim Baunetz finde ich immer amüsant wie sich Leserkommentare und Redaktionsbeitrag diametral gegenüberstehen. Der Entwurf wird ja regelrecht verrissen.
Und Pölzig kann ich in RBs Entwurf nun gar nicht wiederfinden. Weder in der kalten Architektur, noch in der Kubatur.
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Alt 15.03.17, 09:44   #45
Batō
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Zitat:
Zitat von Bau-Lcfr Beitrag anzeigen
^^ Städtebaulich finde ich den Entwurf nicht so tragisch - der Blockrand wird doch einigermassen geschlossen
Es gehört schon mehr zu einer erfolgreichen Blockrandschließung als nur einen für das Umfeld fehldimensionierten Zeilenbau zu bauen.
Zitat:
auf der Zeichnung 3/3 unter dem Link sieht man zwei andere kleine Plätze an den Straßenecken in direkter Nachbarschaft.
Wie wäre es denn mal damit wenn du dich mal persönlich in die Ecke begibst und auf diese Basis deine Meinung zu dem Viertel bildest?
Zitat:
Insgesamt ein etwas größerer Platz, das betont die zentrale Lage an der U-Bahn-Haltestelle.
Eine Grünfläche mit 3 Bäumen ist noch lange kein größerer Platz. Ich würde mal davon ausgehen, dass die Fläche hauptsächlich von den Mitarbeitern von Suhrkamp für kurze Pausen genutzt wird. Aber dafür hätte auch ein kleiner begrünter Innenhof ausgereicht.
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