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Alt 06.05.16, 00:36   #136
Urbanist
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Wahrscheinlich werden Radler mit einem der üblichen aufgepinselten Fahrradstreifen (was immer noch besser ist als die z.T. halsbrecherischen "Radwege" der 70er/80er Jahre) abgespeist.
Ich finde es ja auch schade, dass der Senat selbst bei neu angelegten Straßen in Prestigequartieren nicht von den seit Jahrzehnten in den Niederlanden oder auch in Kopenhagen gebauten Best-Practice-Infrastrukturen für den Radverkehr ein wenig lernt.
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Alt 06.05.16, 08:51   #137
merlinammain
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merlinammain hat die Renommee-Anzeige deaktiviert
Und stattdessen werden übertrieben breite Gehwege gebaut, die heute und auch in Zukunft mit Sicherheit viel zu überdimensioniert sind und sein werden. Da zu beiden Seiten der Straße Bäume gepflanzt wurden, hätte man auch auf den mittleren Grünstreifen gut und gerne verzichten können. In jedem Fall hätte man dann genug Fläche für Radwege. Darüber hinaus hätte man so die von RianMa festgestellte Schneisenwirkung reduziert. Der Mittelstreifen in dieser Ausführung passt auch mMn nicht in's Zentrum einer 3,5 Mio.-Stadt, sondern eher in ein Gewerbegebiet am Stadtrand.
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Alt 06.05.16, 09:51   #138
mkwiteaux
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mkwiteaux ist im DAF berühmtmkwiteaux ist im DAF berühmt
Die Optik auf den Bildern mag täuschen, ich kann mir aber keinen Platz für 1,5m (minimum) an aufgemalten Radstreifen vorstellen.
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Alt 06.05.16, 15:12   #139
JanM. Restrigo
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JanM. Restrigo hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Zitat von merlinammain Beitrag anzeigen
Und stattdessen werden übertrieben breite Gehwege gebaut, die heute und auch in Zukunft mit Sicherheit viel zu überdimensioniert sind und sein werden. Da zu beiden Seiten der Straße Bäume gepflanzt wurden, hätte man auch auf den mittleren Grünstreifen gut und gerne verzichten können. In jedem Fall hätte man dann genug Fläche für Radwege. Darüber hinaus hätte man so die von RianMa festgestellte Schneisenwirkung reduziert. Der Mittelstreifen in dieser Ausführung passt auch mMn nicht in's Zentrum einer 3,5 Mio.-Stadt, sondern eher in ein Gewerbegebiet am Stadtrand.
Ja, für das Rhein Main-Gebiet stimmt das wohl, für Berlin aber nicht. Alleen mit Mittelstreifen sind sozusagen eine Berliner Erfindung. Sie sind ein Berliner Original und gehören zu Berlin wie die Berliner Currywurst.
Die breiten Bürgersteige finde ich wunderbar, denn man kann auf ihnen wandeln und flanieren, ohne sich beengt zu fühlen. In Nürnberg zum Beispiel gibt es ganz enge Gehwege - schrecklich!

@Urbanist: Die Berliner Stadt- und Verkehrsplanung sieht nun mal diese auf der Straße aufgemalten Radwege vor, weil diese von Experten als am sichersten bewertet werden. Auf der Agenda ist verordnet, Radwege auf die Straße zu bringen. Daher kann man bei dieser neuen Straße nicht erwarten, dass plötzlich aus dem mir-nichts-dir-nichts "Best-Practise"-Radwege oder sonst irgendetwas neues experimentelles gebaut wird. Solange die Ausführungsvorschriften zu § 7 des Berliner Straßengesetzes über Geh- und Radwege nicht grundsätzlich geändert werden, werden alle neuen Straßen konsequent so gestaltet wie die Heidestraße.

Geändert von JanM. Restrigo (06.05.16 um 15:39 Uhr)
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Alt 06.05.16, 22:55   #140
Rotes Rathaus
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Die Gestaltung ist ausgezeichnet. Das klassische Berliner Straßenpflaster und insbesondere die breiten Granitbordsteine sind ausgezeichnet. Die Laternen würde ich mir klassischer wünschen.

Soweit also top (Radweg kommt dort sicher ein sehr ordentlicher mit 1,5 m auf die Straße). Fehlt nur noch die Stadt in der Wüste. Ich bin gespannt, was Lüscher so kann. Hier werden wir es sehen. Ich bedaure es sehr aber mit der Schönhauser Alle oder der Gneisenaustrasse oder der Karl-Marx-Allee wird man letztlich wohl nicht mithalten können. Es werden doch eher riesige, coole Schukartons.
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Alt 07.05.16, 01:00   #141
Urbanist
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Am sichersten ist vom motorisierten Verkehr und dem Fußgängerbereich getrennte, ausreichend breite und an Kreuzungen gesondert geführte Radinfrastruktur, das zeigen 40 Jahre Erfahrungen aus den Niederlanden und Dänemark.
Es ist also keineswegs etwas Neues oder Experimentelles.
Die Radstreifen auf der Straße sind sicher besser als der bisher in Berlin gebaute Standard an Radwegen, aber letztlich nur ein halbgarer (und vor allem kostengünstiger) Kompromiss, der vor allem geradezu dazu einlädt, mal eben als Parkstreifen in 2. Reihe ("ist ja nur ganz kurz") mißbraucht zu werden und Radfahrer dann zu gefährlichen Ausweichmanövern zwingt.
Die Ausführungsvorschriften von § 7 BerStVerkG gehören daher überarbeitet.
Wie gut der in den Niederlanden mittlerweile erreichte Standard für Radinfrastruktur ist, kann man sich mal hier anschauen.
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Alt 07.05.16, 11:47   #142
JanM. Restrigo
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JanM. Restrigo hat die ersten Äste schon erklommen...
Nein, Urbanist. Dieser Irrglaube, es sei am sichersten Radverkehr und Autoverkehr strikt zu trennen ist genauso antiquiert wie getrennte Schulen für Jungs und Mädchen.
Am sichersten ist es laut Experten, Radfahrer auf die Straße zu schicken, um sie von Bushaltestellen und Parkbuchten fernzuhalten und Unfälle und Geisterfahrer zu vermeiden.

Diverse Studien haben ergeben, dass das Unfallrisiko auf baulich getrennten Radwegen höher ist als auf gemeinsam genutzten Straßen. Daher wurde erst am 1.9.2009 die StVO auf Empfehlung des ADFC dahingehend geändert, dass bauliche Radwege nicht mehr bevorzugt werden und der Radverkehr wie gesagt auf die Straße geleitet wird.
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Alt 07.05.16, 21:52   #143
Richard Neutra
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Richard Neutra ist ein geschätzer MenschRichard Neutra ist ein geschätzer MenschRichard Neutra ist ein geschätzer MenschRichard Neutra ist ein geschätzer Mensch
Und vor allem werden Radfahrer von Autofahrern eher als Teil des Verkehrs wahrgenommen und beachtet, wenn sie für Rechtsabbieger von vorneherein gut sichtbar bleiben. Eine ausreichend breite Fahrbahn, die es Autofahrern auch ermöglicht den Radfahrer ohne Ausweichen auf die Gegenspur zu überholen wäre das Optimum. Mal abgesehen davon, dass Radwege an Parkbuchten ein weitaus höheres Risiko für die Radfahrer bergen als Schutzstreifen oder Radstreifen auf der Straße. Fahrer achten noch am ehesten auf den Verkehr, bevor sie die Tür nach dem Parken aufreißen, Beifahrer weniger.
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Alt 08.05.16, 00:13   #144
Johannes007
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Zitat:
Zitat von JanM. Restrigo Beitrag anzeigen
Nein, Urbanist. Dieser Irrglaube, es sei am sichersten Radverkehr und Autoverkehr strikt zu trennen ist genauso antiquiert wie getrennte Schulen für Jungs und Mädchen.
Am sichersten ist es laut Experten, Radfahrer auf die Straße zu schicken, um sie von Bushaltestellen und Parkbuchten fernzuhalten und Unfälle und Geisterfahrer zu vermeiden.

Diverse Studien haben ergeben, dass das Unfallrisiko auf baulich getrennten Radwegen höher ist als auf gemeinsam genutzten Straßen. Daher wurde erst am 1.9.2009 die StVO auf Empfehlung des ADFC dahingehend geändert, dass bauliche Radwege nicht mehr bevorzugt werden und der Radverkehr wie gesagt auf die Straße geleitet wird.
Was an dieser Diskussion so irrwitzig ist: Es scheint nur diese 2 Möglichkeiten zu geben: Entweder 1. Hochbordradweg hinter Autos oder 2. Schutzstreifen auf der Straße vor den Autos. Leider muss man sagen das die auf Initiative des ADFC durchgesetzten Schutzsteifen leider nicht die beste Lösung für alle Radfahrer sind (insbesondere langsame und ungeübte Radler). Auch dies belegen Studien.

Deshalb setzt sich der Radentscheid zum Beispiel für baulich getrennte Radwege ein die gut sichtbar neben der Straße geführt werden, jedoch durch die bauliche Trennung weder durch Falschparker noch durch unachtsame Autofahrer befahren werden können. Ich selbst bin schon in Amsterdam und Kopenhagen auf solchen Radwegen gefahren und es fühlt sich sehr viel sicherer an als auf einen schmalen Schutzstreifen direkt neben parkenden Autos.
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Alt 08.05.16, 01:07   #145
Urbanist
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Sehr richtig, Johannes.
Im Vergleich zu den in Deutschland üblichen Radwegen mit ihrer suboptimalen Qualität und Wegeführung mag es sicherer sein, den Radverkehr über Radstreifen zu führen.
Die Alternative sollte aber nicht sein, entweder schlechte Radwege oder Wegeführung im Verkehr, sondern gute Radwege die sicher und komfortabel für alle sind.
Zum Thema Sicherheit von Radstreifen auf der Strasse ein aufschlußreicher Artikel hier.
Und ebenso eine Gegenüberstellung deutscher und niederländischer Radwege.
Ich möchte NL-Standard auch in Berlin, Platz genug ist ja vorhanden.
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Alt 08.05.16, 08:41   #146
Richard Neutra
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Ich bin regelmäßig in einer der schlimmsten Städte für Radfahrer, Köln, mit dem Rad unterwegs und habe noch nie Probleme gehabt. Es gibt nur ein paar Grundregeln, und schon habe ich mit dem Autoverkehr kein Problem:

1. Immer auf der Straße fahren.
2. Bei Rot stehen bleiben.
3. Genug Abstand zu geparkten Autos lassen.
4. Schulterblick, wenn man weiter Richtung Fahrbahn ausscheren muss.
5. Ein Fahrrad fahren, das in einem technisch einwandfreien Zustand ist und mit dem man nicht ein schwankendes Verkehrshindernis ist.
6. An Kreuzungen immer einen Blick für die Autofahrer haben und sich im Zweifel versichern, dass man nicht übersehen wird.
7. Die Dummheit anderer Radfahrer und Fußgänger einkalkulieren.

Daher kann ich den Fahrradschutzstreifen in Großstädten nur empfehlen, denn er schafft von allen Lösungen die größte Sichtbarkeit, der Fahrradverkehr ist integriert und wird als natürlicher Bestandteil des Straßenverkehrs wahrgenommen. Das reduziert eindeutig die Unfallgefahr, auch an Kreuzungen mit der Rechtsabbiegerproblematik.

Wenn man kein geübter Radfahrer ist empfiehlt es sich nicht damit im Straßenverkehr zu fahren. Meiner Erfahrung nach sind die größte Gefahr für Radfahrer andere Radfahrer, die sich an keinerlei Regeln halten und sich dann wundern, dass es so viele Unfälle gibt. In Köln ist es ganz normal als Radfahrer bei Rot über eine vielbefahrene Hauptverkehrsstraße zu kreuzen. Sollte man im Interesse der Sicherheit nicht machen und das eine oder andere Lehrgeld musste schon bezahlt werden. Dumm nur, dass man dieses Lehrgeld dann meist nur einmal und dann nie wieder zahlen kann.

Um es zusammenzufassen: Radfahrer sind zu einem nicht unwesentlichen Teil ignorante Amateure, die es allen anderen Radfahrern unnötig schwer machen.
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Alt 08.05.16, 09:15   #147
Rotes Rathaus
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Rotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle ZukunftRotes Rathaus hat eine wundervolle Zukunft
^ da ist viel Richtiges dran, der Anspruch ist aber sehr hoch. Eine tötliche Gefahr sind die Rowdy-Radfahrer auch nur sehr sehr selten, sondern fas IMMER Autofahrer, sehr häufig Berufsfahrer, insbesondere LKW.

Ursache ist eine starke Rücksichtslosigkeit und Hektik im Verkehr. Mich hat zB eine Linksabiegerin erwischt, ich konnte nichts machen und den Kontakt nicht voraussehen. Die junge Frau war sicher kein Rowdy, aber viel zu hektisch unterwegs.

Neben baulichen Maßnahmen und viel wichtiger würde nur ein gesellschaftliches Umdenken hin zu mehr Rücksicht nutzen und viel härtere gehaltsadaptierte Bußgelder sowie konsequenter Entzug der Fahrerlaubnis auch bei Berufsfahrern. Leider ist unser Land viel zu ruppig und Auto-geil für solche Standarts. Zahlen müssen Schwerverletzte und Hinterbliebene.
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Alt 08.05.16, 09:20   #148
mkwiteaux
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mkwiteaux ist im DAF berühmtmkwiteaux ist im DAF berühmt
^^
Dieser Post ist ein Paradebeispiel für eine verkehrstechnische Perspektive, die man in den Niederlanden und in Dänemark abgelegt hat.

Es wird langsam ein bisschen OT, aber ich versuche es in wenigen Sätzen zusammenfassen worum es in den Niederlanden ging:

In den stadtplanerischen Diskussionen der letzten Jahrzehnte, hat man in den Niederlanden immer den Grundsatz verfolgt, dass die allgemeinen Verkehrsregeln für den Autoverkehr gemacht wurde (im Auto hat man schlechte Sicht, man ist akustisch ein wenig abgetrennt und nimmt viel Platz ein, außerdem ist man aufgrund von Geschwindigkeit und Gewicht gefährlich) und der Fuß- bzw Fahrradverkehr musste sich um sich selber zu schützen, diesen Regeln unterordnen.

Daher gibt es sowas wie eine positive Diskriminierung des Autos: Fahrradwege werden als erste vom Schnee befreit, Fahrradwege werden vergrößert und zweispurige Autostraßen auf eine Spur reduziert.

Auch Ampeln wurden für den Autoverkehr eingeführt. Fahrradfahrer und Fußgänger haben eine ganz andere Übersicht (akustisch und optisch) auf den verkehr. Weshalb in immer mehr Ländern die Interpretation von rotem Ampellicht abgeschafft wird. Dass für Fahrräder zB eine rote Ampel als Stop-Schild gilt.
etc. etc.

Ich möchte noch auf ein paar deiner Punkte eingehen:

Zitat:
Zitat von Richard Neutra Beitrag anzeigen
1. Immer auf der Straße fahren.
Warum sollte man das?

Zitat:
Zitat von Richard Neutra Beitrag anzeigen
2. Bei Rot stehen bleiben.
S.o.

Zitat:
Zitat von Richard Neutra Beitrag anzeigen
3. Genug Abstand zu geparkten Autos lassen.
Heißt aber auch, dass man in einer Stadt wo überall geparkte Autos stehen, man nicht mehr auf dem Fahrradstreifen fahren kann, sondern auf die Autospur ausweichen muss. Stadtplanerisch deshalb sinnlos.

Zitat:
Zitat von Richard Neutra Beitrag anzeigen
5. Ein Fahrrad fahren, das in einem technisch einwandfreien Zustand ist und mit dem man nicht ein schwankendes Verkehrshindernis ist.
Was meinst du damit genau? Wenn Bremsen funktionieren ist die Sicherheit gewährleistet. Ein Fahrrad wird selten mitten auf der Straße auseinanderbrechen.
Nachts ist ein Licht auch durchaus von Vorteil. Auf großzügigen Fahrradwegen bei Straßenbeleuchtung und 10km/h aber auch nicht unbedingt ein Muss.
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Alt 08.05.16, 11:08   #149
Johannes007
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Johannes007 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von Richard Neutra Beitrag anzeigen
Es gibt nur ein paar Grundregeln, und schon habe ich mit dem Autoverkehr kein Problem:

1. Immer auf der Straße fahren.
2. Bei Rot stehen bleiben.
3. Genug Abstand zu geparkten Autos lassen.
4. Schulterblick, wenn man weiter Richtung Fahrbahn ausscheren muss.
5. Ein Fahrrad fahren, das in einem technisch einwandfreien Zustand ist und mit dem man nicht ein schwankendes Verkehrshindernis ist.
6. An Kreuzungen immer einen Blick für die Autofahrer haben und sich im Zweifel versichern, dass man nicht übersehen wird.
7. Die Dummheit anderer Radfahrer und Fußgänger einkalkulieren.

Daher kann ich den Fahrradschutzstreifen in Großstädten nur empfehlen, denn er schafft von allen Lösungen die größte Sichtbarkeit, der Fahrradverkehr ist integriert und wird als natürlicher Bestandteil des Straßenverkehrs wahrgenommen. Das reduziert eindeutig die Unfallgefahr, auch an Kreuzungen mit der Rechtsabbiegerproblematik.
Du hast ja grundsätzlich Recht, das in einer Stadt mit schlechter Infrastruktur und mit einer überholten Straßenverkehrsordnung all diese Punkte das überleben sichern. Auch ich als Vielfahrer befolge diese Punkte zu meiner eigenen Sicherheit.

Aber, es ist leider nicht jeder so fit, dynamisch und erfahren um so zu fahren. Um das Radfahren für alle Schichten zugänglich zu machen ist es notwendig die Infrastruktur anzupassen (wie ich bereits oben schrieb).

Nach meinem Eindruck finden sich leider sehr viele Radfahrer die deine Meinung vertreten im ADFC organisiert (deshalb die sehr einseitige Lobby-Arbeit). Ich bin davon überzeugt, dass es einen weit größeren Anteil an (Noch-Nicht-)Radfahrern die nicht im ADFC organisiert sind und die sich eine andere/bessere Infrastruktur wünschen.

Auch wenn ich nicht direkt am Radentscheid beteiligt bin möchte ich trotzdem dafür werben, weil hier nicht Einzelinteressen vertreten werden sondern ein gesamtheitliches Konzept erarbeitet wurde.
Johannes007 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.05.16, 16:33   #150
Urbanist
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Ich denke auch, dass die Position des ADFC ganz wesentlich durch die Vehicular Cycling Ideologie geprägt ist, die aber zur Folge hat, dass Radfahren in Städten zu einer Art Extremsport wird, der eigentlich nur wirklich fitten und geübten Fahrern zu empfehlen ist und viele potenzielle Radfahrer abschreckt und ausschließt.
Wer das Radfahren zu einer echten Verkehrsalternative für Alle, also auch für Senioren, für Kinder und alle Ungeübten und nicht so Fitten, die sich jetzt höchstens mal im Urlaub auf ein Rad trauen machen will, muß die Bedingungen dafür schaffen.
Und das heißt eine hochwertige, vor motorisiertem Verkehr geschützte Infrastruktur, die einladend ist und sich subjektiv sicher anfühlt und objektiv sicher ist.
Und ja, man wird dafür auch Platz umverteilen müssen, dem motorisierten Verkehr Platz (und Fahrspuren) nehmen und ihn Radfahrern und Fußgängern geben.
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