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Alt 24.01.18, 03:25   #316
(dwt).
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Sanierungsvorhaben, Beckerstraße 15 plus geplante Mehrfamilienhäuser/Stadtteil Kapellenberg

Zuletzt ab Beitrag hier <

Aktuelle Ansichten:

Links, die Beckerstraße 11. Zuletzt hier im Beitrag <

Der Komplex wurde bereits komplett leer gezogen.
Und es steht auch schon ein erster Container vor Ort.





Das Grundstück, wo die Mehrfamilienhäuser einmal stehen sollen..









Januar 2018
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Alt 24.01.18, 03:32   #317
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Wie man via Google Maps gut zu den hier zu sehenden Bildern erkennen kann,
wurde ein Teil des Gebäudes der Beckerstraße 35/Stadtteil Kapellenberg entfernt.
Das zu sehende wird wohl erhalten bleiben.
Wie und was hier geplant ist, ist mir nicht bekannt.

Im Hintergrund, das nun ehemalige Technische Rathaus an der Annaberger Straße.



Januar 2018
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Alt 24.01.18, 08:34   #318
kt_kb
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Dort sollen ebenfalls Eigentumswohnungen entstehen:



Quelle: Wohnen am Stadtpark

Grundrisse mit innenliegenden Bädern halte ich nach heutigem Standard für problematisch, lasse mich aber gern eines Besseren belehren.
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Alt 24.01.18, 09:02   #319
chemnitz_er
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Zitat:
Zitat von kt_kb Beitrag anzeigen
Dort sollen ebenfalls Eigentumswohnungen entstehen:

...

Quelle: Wohnen am Stadtpark

Grundrisse mit innenliegenden Bädern halte ich nach heutigem Standard für problematisch, lasse mich aber gern eines Besseren belehren.
Aus meiner Sicht ganz schick aber direkt daneben ist "richtig echte Industrie", was natürlich zu Problemen führen kann.
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Alt 24.01.18, 15:55   #320
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^^ Danke für's einstellen ...

Die Visualisierung gefällt mir ebenso.

Zitat:
...aber direkt daneben ist "richtig echte Industrie", was natürlich zu Problemen führen kann.
Ja, das dürfte aber eigentlich für die zukünftigen Bewohner nicht so das Problem sein, da ja die Industrie zuerst in der Nachbarschaft war.
Die künftigen Bewohner werden das, wie auch bei der Beckerstraße 15 sicher vorab wissen.

Mich wundern aber die Schuttcontainer am Überbleibsel.
So stehen auch an der Rückseite (Seite an der Chemnitz) ebenfalls mindestens ein Container.
Das Grundstück mit der Hausnummer 35 dürfte passen, also richtig sein.
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Alt 24.01.18, 18:34   #321
lguenth1
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Ich würde mal vermuten, dass man den Gewerbebau nicht abreißt, sondern umbaut, sonst hätte man wohl nicht so sorgfältig den Anbau entfernt. Das könnte die innenliegenden Bäder erklären, würde aber zu einem Extralob für das gelungene Äußere führen. Spätestens mit dem Projekt kann man aber einen gewissen Trend zum Wohnen an der Chemnitz feststellen, die bisher ihr Potential als attraktives Wohnumfeld noch nicht wirklich ausgespielt hat (sichelrlich wegen der jahrhundertelang schlechten Wasserqualität).
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Alt 31.03.18, 02:03   #322
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Ein Bildliches Update von den zumeist Industriellen Bauten an der Lerchenstraße/Zentrum |Einstige SPEMAFA..

Zuletzt im Beitrag hier und auch hier <

Es tut sich weiteres...hier und da..









Blick zum ehemaligen Bahnbetriebswerk:



Vielleicht ist dies mehr als eine Sicherung?
Und vielleicht mag Joseph etwas davon erzählen?

März 2018
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Alt 22.01.19, 11:57   #323
arnold
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arnold ist im DAF berühmtarnold ist im DAF berühmt
Die Gruppe "Stadtbild Chemnitz" hat seine letzten Facebook-Post den Wanderer-Werken in Chemnitz-Schönau gewidmet und kritisiert den schlechten Zustand des Denkmals. Die Fenster sind geöffnet, teilweise wohl ganz entfernt, Regenrohre kaputt und demzufolge Wasserschäden an der Fassade und im Mauerwerk vorhanden.

Persönlich empfinde ich die Wanderer-Werke als eines der imposantesten Chemnitzer Gebäude. Allerdings stelle ich mir schon seit längerem die Frage, ob und wie dieses Gebäude wohl gerettet werden kann. Die Zwickauer Straße ist bei weitem nicht die beste Wohnlage, soziale und technische Infrastruktur nur in geringem Ausmaß vorhanden und das Gebäude für eine Wohnnutzung aufgrund seiner schieren Größe wohl auch schwierig zu nutzen. Auch die Kreativbranche sehe ich in dem großen Komplex verloren. Und ob das Gebäude den heutigen Anforderungen an einen Gewerbestandort entspricht, bezweifle ich leider ebenfalls.

Mich würden hier eure Ideen und Visionen wirklich interessieren.
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Alt 22.01.19, 19:19   #324
Joseph
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Joseph könnte bald berühmt werden
Meines Wissens nach war Frau Korneli an den Wanderer-Werken mal interessiert. Sie erwarb ja auch vor vielen Jahren das Werk nebenan.

Die Wanderer-Werke wurden ja lange als Zwischenlager für Autoteile o.ä. genutzt, die ehemalige Heizzentrale wurde vor einigen Jahren im Dachbereich mal ein wenig gesichert...

Es ist ein geiles Areal und ich glaube kaum, dass man das dort nicht gewerblich genutzt bekäme. Sicherlich, ein großer Betrieb hätte da heutzutage seine Bedenken, weil man nicht mehr über mehrere Etagen produzieren will. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass ein Ansatz wie in der Schönherrfabrik auch hier gut funktionieren könnte. Die Lage ist ja ähnlich gut, wenn man sich nur mal die Nähe zur Autobahn / Innenstadt / anderen Gewerbestandorten ansieht.

Die großen und vor allem alten Fabrikbauten haben allerdings so ihre Tücken... Ich erlebe das in der Spemafa ja live mit. Man stellt sich das so lange einfach vor, bis dann der Statiker auf der Matte steht und einem erstmal erklärt, dass das ja alles gar nicht geht und die heutigen Normen usw. usf. Ich übertreibe jetzt ein wenig, keine Frage, aber es ist wirklich schwierig bei den heute geltenden Regeln so einen Bau halbwegs wirtschaftlich wieder in eine Nutzung zu bekommen. Da sind richtig alte Fabriken mit Holzbalkendecken oder Kappengewölben wirklich einfacher zu handhaben als die moderneren Betonbauten aus der Anfangszeit des Eisenbetonbaus...

Wohnen ist da aufgrund der höher zu erzielenden Preise wahrscheinlich die einzige Nutzung die sich am Ende bezahlt macht.

Übrigens: Die Stadt ist selbst schuld, dass gerade die größeren Fabrikbauten größtenteils immer noch ungenutzt sind... Zumindest bei der Tüllfabrik ist mir bekannt, dass der letzte Eigentümer da sehr viel vor hatte und auch schon einige Mietinteressenten Schlange standen, gescheitert ist es aber wohl an einer Unterschrift - näheres schreibe ich jetzt aber nicht öffentlich. Die Folge dort: Das Ding ist immer noch ungenutzt und wurde zum Spekulationsobjekt. Der jetzige Eigentümer bot es vor einiger Zeit mal für sagenhafte 900.000€ an... und es steht noch immer leer...

Die wenigen Highlights die es in den letzten Jahren in dem Bereich gab sind meist nur aufgrund sehr sehr engagierter einzelner Personen entstanden - nicht durch städtische Bemühungen. Zu nennen wäre da allen voran die Schönherrfabrik, der Neubau von Intenta nebst aktueller Sanierung der Union-Fabrik und der Spinnereimaschinenbau - denn auch da passiert recht viel, auch wenn das von außen nicht so wirkt.

Die Stadt äußert selbst bei direkter Nachfrage auch keinerlei Interesse an gewünschten Nutzungen - der Ball wird zurückgeschossen und es wird einem lediglich erklärt was baurechtlich am Standort möglich wäre. Dabei bin ich mir sicher, dass der ein oder andere Neubau gespart werden könnte, wenn man Firmen davon überzeugt und dabei unterstützt solche alten Standorte neu zu beleben. Die Zentrale der Eins Energie oder auch das neue technische Rathaus hätten sicherlich auch in dem ehemaligen Post-Gebäude in der StraNa Platz gefunden - und dort einen wesentlichen Beitrag zur Belebung geleistet. Nebenan wurde jetzt übrigens ein Grundstück beräumt und zukünftig wohl ein Altersheim neu gebaut - auch diesen Neubau hätte man sich vielleicht sparen können...
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Alt 22.01.19, 19:50   #325
Joseph
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Joseph könnte bald berühmt werden
Nachtrag zur Spemafa

dwt.´s Frage kann ich auch nur zum Teil beantworten.

Vor der IBUG 2017 mussten erstmal einige Notsicherungen ausgeführt werden, sonst hätte die Veranstaltung dort nicht stattfinden können. Unmittelbar nach der IBUG wurde das Dach des Kopfgebäudes repariert.

Da der Schmuckgiebel absturzgefährdet war, musste dieser vor der IBUG abgetragen werden und er wurde im letzten Jahr wieder aufgesetzt. Leider lief da planungseitig mangels Zulieferung einiges schief, sonst hätte man sehr viel mehr in dem Jahr schaffen können - auf Details hierzu gehe ich aber öffentlich nicht weiter ein. Faktisch ist es verdammt schwer heutzutage Leute zu finden, die überhaupt bereit sind sich mit den alten Konstruktionen zu befassen UND gleichzeitig noch eine verträgliche + nutzerfreundliche + ansehnliche Lösung zu finden - es ist wirklich schwer, meistens ist alles alte ganz sehr schlecht und nur ganz neues ist gut...

Durch den sehr verzögerten Giebelaufbau konnten dann natürlich auch andere Arbeiten letztes Jahr nur noch in geringem Ausmaß weiter verfolgt werden. Es geht aber in diesem Jahr weiter, sobald die Temperaturen wieder steigen.

Zur zukünftigen Nutzung kann ich derzeit noch nicht viel sagen, der Eigentümer ist aber für sehr vieles offen, was ja die IBUG auch gezeigt hat. Ich würde mich freuen, wenn man in diesem Jahr wenigstens mal wieder ein klein wenig was für die Öffentlichkeit dort machen könnte: Eine Kunstausstellung, Workshops, Konzerte o.ä. Aber darum kann ich mich nicht auch noch kümmern, ich hab genug um die Ohren.

Der Bau wird jedenfalls weiterhin betreut und es geht in "kleinen" Schritten voran.

Für den Giebelaufbau / die bisherigen Fassadenarbeiten gab es übrigens dickes Lob und große Zufriedenheit seitens der Betreuer vom Landesdenkmalamt bzw. der unteren Denkmalschutzbehörde. Die hatten ja gefordert, dass der Giebel innerhalb von 3 Jahren wieder steht und auch ich bin froh, dass wir dieses Unterfangen geschafft haben.

Für die Qualität ist die Verfahrensweise des Eigentümers jedenfalls entscheidend: es bleibt genug Zeit die Arbeit gewissenhaft und gut zu machen, was sich in einigen Details bereits jetzt schon widerspiegelt. Wenn ich mir da die Schnellbauweise an anderen Stellen der Stadt anschaue, kommt mir das nackte Grauen... Trotzdem sind manche Punkte der alten Baukonstruktion schwer zu lösen - auch weil es keinen gibt, der sich im Detail mit derlei Dingen auskennt. Lösungen müssen oftmals langweirig entwickelt werden.

Im Anhang mal ein Bild des Giebels.

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Alt 22.01.19, 20:04   #326
lguenth1
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^Eine Nutzung für gewerbliche Zwecke mit einer Vielzahl von unterschiedlichen Mietern ist die Möglichkeit, die ich bei den Wanderer-Werken auch am ehesten sehe (als Beispiel fällt mir noch der Wirkbau in der Annaberger Straße ein). Dafür braucht es aber einen sehr mutigen Investor mit ganz langem Atem und risikobereite Banken, weil die Nachfrage eben nicht von heute auf morgen zu einer Vollauslastung führt und die zwangsläufig immensen Investitionskosten kurzfristig refinanzieren. Das genannte Positivbeispiel der Schönherrfabrik ist nämlich insofern anders, dass dort mehrere kleine Gebäude schrittweise saniert werden konnten, wenn die vorherige Investition voll vermietet war. Bei einem Großobjekt wie den Wanderer-Werken dürfte das schwieriger werden, keine Ahnung ob man dort irgendwie etappenweise vorgehen könnte oder die nötigen Anfangsinvestitionen alles Kapital auffressen würden. Was man so vom Spinnereimaschinenbau in der Presse liest, ist der Weg zur gewinnbringenden Vollvermietung auch dort eher ein Marathon als ein Sprint.

P.S.: Danke für die Ausführungen zur Spemafa, ich hätte sonst auch eine neugierige Frage dazu gestellt... :-) Sich ein solches Projekt vorzunehmen, verdient allerhöchsten Respekt und zahlt sich dann hoffentlich auch irgendwann finanziell aus. Der Giebel macht jedenfalls schon einen tollen Eindruck.
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Alt 22.01.19, 20:31   #327
Joseph
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Deine Ausführungen zu dem Vergleich zwischen Schönherrfabrik und Wanderer sind völlig richtig und ich habe mir das beim Schreiben in ähnlicher Weise auch schon gedacht.

Dennoch glaube ich, dass das mit ein wenig Engagement seitens der Stadt schon möglich wäre auch solche Objekte zu nutzen. Es ist meiner Ansicht nach zu viel erwartet und auch falsch gedacht bei jedem größeren Objekt auf einen neuen tollen Investor zu warten - dafür gibt es einfach zu viele Großbrachen hier.

Die CWE bräuchte nur mal analysieren welche Betriebe in der Stadt in welchem Maße wachsen und welche Gewerbestandorte in Zukunft bedroht sind. Vielleicht ergeben sich ja auch Synergien? Dann muss man die Leute nur noch "einsammeln" und zu einem gemeinsamen Projekte bewegen - oder mittels Vertragsdreieck dem Eigentümer die Möglchekit geben das Ding bei der Bank über die Bühne zu bekommen.
Hilfe könnte da auch von Banken wie der SAB kommen - dafür sind die ja eigentlich da.

Zeitgleich könnte die Stadtverwaltung reagieren, indem sie gewisse Neubauprojekte behindert oder zumindest versucht, die Leute in andere Richtungen zu lenken.

Solange aber für jeden Rotz masslos Baugrundstücke zur Verfügung gestellt werden, wird man dem Leerstand einfach nicht Herr.

Ich kann nur sagen: Uns Betrieben in Altendorf wurde kein Ersatzstandort angeboten und wir waren sowohl der Stadtverwaltung als auch der CWE ziemlich egal - so zumindest der Eindruck. Nur vom neuen Eigentümer kam mal das Angebot im Wirkmaschinenbau nach Flächen zu sehen, da gab es aber nix geeignetes.

Chemnitz hat ein gewaltiges Problem: Einerseits mangelt es seit Jahren an kleinen Gewerbeflächen für die es sehr viel Nachfrage gibt, andererseits stehen sehr große Areale / Gebäude leer. Das sind aber seit zig Jahren bekannte Probleme und getan wird nix wirklich sinnvolles. Bestehende Gewerbebeflächen werden verdrängt / bedrängt und neue Flächen werden auf der grünen Wiese ausserhalb der Stadt geschaffen - gleichzeitig will man aber den Verkehr reduzieren....

Was in den Köpfen vorgeht, wird sich mir jedenfalls nie erschließen und ich bin heilfroh, zumindest für mich einen erstmal fixen Ort gefunden zu haben und damit (hoffentlich) relativ unabhängig zu sein.

Nutzbaren Bestand gäbe es jedenfalls genug, aber der wird oft plattgemacht, in der Erwartung dass kleinere Betriebe sich einen Neubau leisten können - was ja Quatsch ist. Produktenbahnhof wäre so ein Beispiel...

Umso dankbarer bin ich übrigens den privaten Betreibern (wie zum Beispiel im Falle des Spinnereimaschinenbaus) die jungen Leuten geeignete Flächen zu einem fairen Preis zur Verfügung stellen.

Wie war gleich das neue Motto der Stadt? Entfalte dich?

Nur: WO liebe Stadt - außer bei den Privaten....?
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Alt 23.01.19, 12:19   #328
arnold
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Ich frage mich hier immer, was die Schuld der "Stadt" genau sein soll. Die Wanderer-Werke (hier beispielhaft) gehören einer Privatperson. Diese Person kann mit ihrem Eigentum generell erstmal machen, was sie will. Die Stadtverwaltung kann die Eigentümerin jetzt gerne bitten, hier doch mal zu sanieren und eine neue Nutzung zu suchen. Machen muss das die Eigentümerin aber nicht, wenn die nicht will/ es sich nicht leisten kann. Die Stadt kommt frühestens dann ins Spiel, wenn Teile des Gebäudes auf die Straße stürzen und eine Gefahr für die Sicherheit darstellen oder die Eigentümerin tatsächlich (mit Fördergeldern) sanieren möchte und sich an die Verwaltung wendet. Anders sieht das freilich bei Gebäuden der GGG aus. Hier haben die Stadtverwaltung und die Räte in Form des Aufsichtsrates durchaus Handlungsspielräume. Dass hier in der Vergangenheit oft falsch gehandelt wurde, wissen wir. Dennoch: Auf Privateigentum hat die Verwaltung nur einen sehr geringen Einfluss. Ich sehe hier eher die Öffentlichkeit gefragt: Es muss bei den Chemnitzern endlich der Wert derartiger Architektur und Industriekultur erkannt werden und öffentlich eine Diskussion über die Nutzung solcher Gebäude einsetzen (Freie Presse, Morgenpost, überregional wie mit der Brücke an der Beckerstraße). Damit können Eigentümer unter Druck gesetzt werden, entweder zu sanieren oder eben zu verkaufen.

Jetzt stelle man sich aber mal vor, die Verwaltung oder die CWE beschränkt ihre Wirtschaftsförderung - und Standortpolitik lediglich auf private Eigentümer und überlässt jegliche Neuansiedlung den Privaten - in der Hoffnung, dass die Pläne nicht doch noch platzen? Ich kann den Aufschrei der Stadträte sowie der Medien schon jetzt hören. Ganz vom Compliance-Problem abgesehen: Welchen Eigentümer unterstützt jetzt die Verwaltung/ CWE zuerst? Wo wird zuerst angesiedelt und investiert? Im "schönsten" Objekt? Im Größten? Und was wenn der mit dem kleineren Industriebau (zurecht) klagt?

Die einzige Möglichkeit die ich sehe wäre es, städtebaulich/ architektonische/ oder industriekulturell wichtige Objekte ins Eigentum der Stadt zu bringen - durch das Vorkaufsrecht in eine Holding (falls denn die Eigentümer überhaupt verkaufen möchten). Allerdings kenne ich bundesweit keine einzige Stadt, die sich derartige Klötze ans Bein binden möchte. Der Trend geht (leider) eher in die andere Richtung.
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Alt 23.01.19, 19:01   #329
Joseph
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Joseph könnte bald berühmt werden
Ich lese da bei dir irgendwie schwarz / weiß -Malerei raus...

Ich sage ja nicht, dass sich die CWE oder die Stadt ausschließlich nur noch um solche Objekte kümmern soll - das ist ja auch Quatsch. Aktuell besteht lediglich das Angebot der Stadt / CWE dass sich die Eigentümer dort melden können.
Da erwarte ich einfach ein wenig mehr Aktivität und ein direktes Zugehen - und das erlebe ich nicht wirklich, zumindest nicht in einem Maßstab der was bringt.

Man könnte zum Beispiel mal konkrete Konzepte spinnen - gerade Wanderer und die ehemalige Strumpffabrik nebenan (später war da glaub ich ne Fabrikation von Schreibmaschinen/Rechenmaschinen drin) wären zwei sehr große Areale für die es lohnen würde mal was anzuleiern - übrgens: Beim Technologiecampus / Spinnereimaschinenbau kümmert man sich ja schon um eine gute Verbindung - ist also auch nicht alles schlecht!

Klar, die CWE bemüht sich schon ein klein wenig, aber oftmals bleibts dabei einen Kontakt herzustellen - manchmal auch unabhängig davon ob es zum Unternehmen passt oder nicht.

Erst kürzlich hat sich ein Bekannter von mir sebstständig gemacht und seine Firma wächst rasant. Er hat lange nach einer geeigneten Fläche gesucht und ist von alten Fabrikbauten richtig angetan und hätte auch Lust sowas selber in die Hand zu nehmen / umbauen zu lassen etc. Nun ist er zwar unterkommen - wohl eine pragmatische Lösung- die für ihn sicher gut funktionieren wird. Er wäre aber einer derjenigen gewesen, der durchaus auch für solche Objekte wie Wanderer zu haben gewesen wäre.

Die Stadt könnte ebenfalls den Druck auf solche Gebäude erhöhen, wenn man weniger neue Gewerbegebiete erschließen würde. Wenn ein Unternehmer die Wahl hat zwischen Neubau direkt an der Autobahn und Fabrikhalle in der Nähe der Autobahn - für was wird er sich wohl entscheiden?

Klingt aus meinem Mund ein wenig unverständlich, da ich ja immer bemängele dass es zu wenig Gewerbeflächen in Chemnitz gibt - damit meine ich aber kleine Gewerbeflächen, bestenfalls mit Bestand. Objekte die auch für kleinere Unternehmer bewirtschaftbar und bezahlbar sind - und die werden immer knapper. Neulich ist mir zu Ohren gekommen, dass sich die Japo nun erweitert hat und dadurch eine Menge Leute ihre kleinen Werkstätten/Garagen verlieren. Die Nachbarn nebenan zittern bereits ebenfalls...

Klar, die kleinen "abgeranzten" Gewerbehöfe die es (noch) in Chemnitz gibt sind nach außen hin nicht sehr attraktiv - sind aber oft die Geburtsstätten größerer Firmen - mein Bekannter von dem ich gerade sprach, war früher ebenfalls in so einem Objekt ansässig - und jetzt platzt sein Betrieb quasi aus allen Nähten.
Leider sind diese Flächen immer öfter bedroht - auch die Jungs von den ehemaligen Kunstwerkstätten in der Heinrich-Schütz-Straße zittern seit Jahren. Dort hatte ich auch mal nach einer Unterkunft nachgehakt und die sagten mir, sie wissen auch nicht wie das in Zukunft bei denen werden wird...

Das ist übrigens einer der Punkte, weswegen ich den Plan der Stadt am Produktenbahnhof für total bescheuert empfinde. Klar, einige der Hallen dort sind unrettbar, manche aber sind rettbar. Die Güterschuppen wären gerade für kleinere Handwerksbetriebe idealer Ansiedlungsort: Auf dem Sonnenberg/ in Hilbersodrf/ auf dem Brühl gut oder günstig wohnen, mit dem Fahrrad oder Bus auf kurzer Strecke in den Betrieb und mit dem Auto von dort aus schnell in der Stadt unterwegs. Für Reparaturbetriebe auch für die Kunden sehr gut erreichbar - egal ob mit Auto oder Bus - und schlussendlich auch mitten in der Stadt und nicht am Rand.
Alles Unrettbare dort könnte ja zugunsten neuer Gewerbebauten weichen, der Rest könnte aber durchaus "Scheibchenweise" verkauft werden oder auch direkt von der Stadt verpachtet werden. Da könnte ein sehr schöner Mix entstehen aus kleinen und großen Unternehmen.

Ich hatte ja seinerzeit von Herrn Stötzer mal eine Nummer bekommen zu dem Ansprechpartner des Gebietes der Stadt. Die Besichtigung fand zwar statt, aber es hieß, dass selbst der denkmalgeschützte Rest-Schuppen der bis an die Böschungsmauer reicht am liebsten abgerissen werden solle - obwohl der nach wie vor genutzt wird. So gesehen war die Besichtigung dieses Schuppens eigentlich für die Katz... Zu dem Zeitpunkt war auch noch nicht klar, was für Gewerbe auf dem Gelände zukünftig angesiedelt werden sollte, mittlerweile ist man an der Stelle hoffentlich ein Stück weiter. Für mich wäre das jedenfalls sehr attraktiv gewesen - und ich kenne einige für die das ebenfalls attraktiv wäre /gewesen wäre.

Wenn ich also von einer Stadt spreche die aus meiner Sicht "schuld" ist, dann meine ich damit vor allem solche Misstände, die einfach wider besseren Wissens krampfhaft nicht behoben werden. Keine Kleinstadt würde sich so ein Verhalten erlauben - aber Chemnitz hat halt die große Industrie, da scheint alles andere nicht wirklich wichtig zu sein...
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Alt 23.01.19, 21:31   #330
KMS1983
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KMS1983 hat die ersten Äste schon erklommen...
Wanderer

Die Sanierung der Wanderer Werke hätte DAS Projekt für die Bewerbung zur Kulturhaupstadt 2025 sein können. Zusammen mit den angrenzenden Industriebauten bis hin zur Messe hätte dieses Gebiet auf völlig neue Beine gestellt werden können. Und dafür wären Fördertöpfe in Millionenhöhe aufgegangen. Ein Gebäude mit einer derartigen Geschichte hätte DAS Aushängeschild für die Stadt werden können. Das Fahrzeugmuseum hätte endlich eine würdige Präsentationsfläche bekommen und es wären hunderte von ideen zur weiteren Nutzung entstanden. Dieses Jahr ist Bewerbungsschluss und ich kenne NICHTS was uns von den anderen Bewerberstädten unterscheidet. Chance vertan. Hauptsache Hutfesitival. Alles Luftnummern ohne Nachhall.
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