Hamburger Hafen [Ausbauprojekte und Planungen]

  • Hallo Midas,


    da gebe ich dir allerdings recht. Ich halte den Senat angesichts der Ergebnisse der letzten Monate für nahezu unfähig, die Probleme bezüglich unseres Hafens vernünftig anzupacken.
    Ich bin selber Speditionskaufmann und das Geschäft ist in Hamburg so dermassen teuer und zeitaufwändig geworden, dass häufig einzig und allein die Tatsache, dass der Nachlauf per Bahm oder LKW ex Hamburger Hafen für Kunden in Deutschland noch günstiger und flexibler zu besorgen ist, als der Nachlauf per Barge ex Antwerpen oder ex Rotterdam, noch dazu führt, das in Hamburg gelöscht wird und nicht bei der Konkurrenz.
    Der Hamburger Hafen MUSS ganz schnell wieder wettbewerbsfähiger werden, ansonsten wird der Negativtrend wohl erstmal anhalten und wenn die anderen Häfen ihre Hausaufgaben machen, stehen wir bald dumm dar. Im Prinzip ist es jetzt ja schon so.
    Daher klingt es schon etwas absurd, wenn im Hafen auf einmal neue Radwege entehen, anstatt neuer Infrastruktur für LKW, Schiff etc usw.

  • Die Verbesserung der Schienenanbindung der HH'er Hafens steht angelich auf der internen Streichliste der DBAG. Siehe dazu hier.


    Zitat aus dem Artikel: ...laut verschiedener Zeitungsberichte kann der Bund, der das Schienennetz größtenteils finanziert, das Projekt finanziell nicht stemmen. Die Trasse soll für die bessere Anbindung der Seehäfen Hamburg und Bremen sorgen. Das soll aus einem Geheimpapier der Deutschen Bahn AG hervor gehen...


    Anderes Hafenththema:


    Buergermeitser von Beust findet endlich mal klare Worte zu bestimmten Verhinderungs-Initiativen, u.A. im Bereich Hafen. Von Beust sagte woertlich er waere genervt von der 'immer unverhohleneren Artikulation von Partikularinteressen, die heute leider salonfaehig geworden sei'. Die Klagen gegen die Westerweitung Eurogate von Bewohnern der Elbchausse kommentierte er: ,Frueher haette man gesagt: Ihr habt ein Rad ab! Ihr wendet euch gegen den Wohlstand, von dem ihr lebt'


    Wird er langsam altersweise? ;)

    4 Mal editiert, zuletzt von Midas () aus folgendem Grund: Typos

  • Laut Ole von Beust soll die Elbvertiefung Anfang 2011 endlich abgeschlossen sein. Er kritisiert insbesondere, dass sich die Planungen für eine 5-monatige Baumaßnahme über 10 Jahre hinziehen können.


    Vielleicht sollte er mal einen Blick auf seinen Koalitionspartner werfen, der ja wirklich alles versucht, um Hamburg zu vermiesen.

  • Die Verzögerung in der Elbvertiefung, soweit sie überhaupt dem Senat vorzuwerfen ist, beträfe auch andere Regierungskonstellationen, die vorher bestanden haben.
    Der Hieb auf die GAL wirkt zwar verlockend, geht aber fehl.

  • Die Verzögerung in der Elbvertiefung, soweit sie überhaupt dem Senat vorzuwerfen ist, beträfe auch andere Regierungskonstellationen, die vorher bestanden haben.
    Der Hieb auf die GAL wirkt zwar verlockend, geht aber fehl.


    Stimmt. Der Hamburger Senat ist summa summarum am wenigsten Schuld daran. Allerdings machen die Gruenen auch keinen Hehl daraus, dass sie das Projekt ablehnen. Es ist natuerlich auch nicht grade foerderlich wenn man eine Partei mit in der Regierung hat, welche fuer das Land Hamburg essentiell wichtige Projekte im Kern ablehnt.


    Mein Hauptvorwurf an die Gruenen ist in diesem Kontext, dass sie mental immer noch in einer 80er-Jahre Blockadehaltung stecken die neimandem weiter hilft und, dass sie ausser 'dagegen' zu sein zumeist keine tragfaehigen Alternativen im Angebot zu haben. Wenn es naemlich um Alternativen geht, dann kommen fast immer nur politische Hohlphrassen, die sich - mit etwas gesundem Menschenverstand - schon bei grober Ueberschlagsrechnung und aus grosser Distanz als nicht tragfaehig erweisen.


    Ich finde es unehrlich, wenn die GAL - nur um die irrationalen Emotionen ihrer besserverdienenden (siehe Statistik!) Waehlerklientel zu bedienen - wider besseres Wissen Politik gegen Hamburger Interessen betreibt.


    Beispiel: Die GAL malt die negativen oekologischen Folgen der Elbvertiefung an die Wand, aeussert sich aber mit keinem Wort zu den negativen oekologischen und(!) oekonomischen Folgen einer weiteren Verzoegerung der Massnahme. Ausserdem distanziert sie sich in keiner Weise von den nachweislich falschen Aussagen die von einigen Elbausbau-Gegenern in Niedersachsen hervorgebracht werden, sondern solidarisiert sich stattdessen gern mit allerhand fragwuerdigen Initiativen.


    Sinnvolle Politik waere, wenn die GAL die Elbvertiefung mittragen wuerde, sie ihre Klientel in Kenntnis setzen wuerde dass auch das Beibehalten des Status Quo Konsequenzen haette und im Gegenzug als Garant dafuer eintritt, dass alle oekologischen Ausgleichsmassnahmen zeitnah, vollstaendig und sogar ueber das erforderliche Mass hinaus geleistet werden.

  • Die Hamburg Port Authority (HPA) hat den ersten Auftrag für den Neubau der Retheklappbrücke im Hamburger Hafen heute vergeben. Das Bauunternehmen Züblin erhielt für rund 8,5 Millionen Euro den Zuschlag für den Bau der neuen Straßenführung „Blumensand“ und die geplante Straßenbrücke „Hohe Schaar“.


    Hier die komplette Pressemeldung.

  • Die Elbe soll für schwere Schiffe passierbar werden. Dafür sollen Regelungswerke repariert und Ablagerungen ausgebaggert werden. Das Transportvolumen soll um das Vierfache gesteigert werden. Es besteht keine Gefahr für Naturräume, dennoch jammern die Naturschützer mal wieder.


    http://www.abendblatt.de/regio…fe-passierbar-werden.html


    Ich wäre ja dafür, dass die Naturschützer, die von ihnen angerichteten wirtschaftlichen Schäden bezahlen müssen. Leider sind diese so gut wie nie in der Lage die Verhältnismäßigkeit zu wahren.

  • ^^


    Wenn Du schon linkst, dann sei doch so nett und nimm mal eine frei verfuegbare Quelle damit man es auch lesen kann. Hier zum Beispiel die PR des BMVBW.


    Es noch dazu gesagt, dass es sich hier im die Mittelelbe oberhalb von HH handelt - es geht nicht um den Fahrwasserausbau Hamburg-Nordsee. Die Wiederherstellung des Zustandes von vor der Flut 2002 ist in der Tat wuenschenswert. Weitere Ausbauvorhaben an dem ansonsten noch recht naturnahen Fluss muesste man in der Tat sehr ganau abwaegen, da der wirtschaftliche Nutzen zwar gegeben, aber m.E. relativ gering ist. Die Mittelelbe ist also vielleicht einer der Fluesse bei dem man tatsaechlich zum Erhalt des Status Quo tendieren koennte/sollte auch wenn es dem Hamburger Hafen (geringfuegig) schadet.


    Allerdings habe ich noch nie zuvor soviel Lug und Trug und Unsachlichkeit von Umweltschutz-Gruppen gehoert, wie von denen um an der Mittelelbe, die sich um einen gewissen Herrn P. D. vom B.U.N.D. geschart haben. Da hat sich ueber die Jahre wohl Einiges an Aktionismus verselbstaendigt...

    Einmal editiert, zuletzt von Midas ()

  • Ein paar Neuigkeiten zum geplanten Central Terminal Steinwerder: Die HPA hat einen der Teilnehmer (ISL plus Anhang) aus dem Ideenwettbewerb geschmissen, weil dieser entgegen den Spielregeln vorab Informationen ueber das Projekt veroeffentlicht hat. Das Abendblatt berichtet heute.


    Ich lach' mich Weg - da hat die HPA ja in letzer Minute noch einen halbwegs eleganten Ausweg gefunden sich eine Totalblamage zu ersparen. Vielleicht lesen die hier mit ;) Gruesse in die Speicherstadt!

  • Welche Totalblamage erspart sich die HPA hier so elegant ?
    Es war nirgendwo zwingend, den Bietern, die jetzt rausgeflogen sind, den Zuschlag zu geben. Wenn das Konzept nichts taugt oder nicht umzusetzen ist, gibt's halt keinen Zuschlag.
    Interessant ist eher die Frage, aus welchem Grund hier so geheimniskrämerisch getan wird mit solch rigorosen Konsequenzen.
    Man darf gespannt sein.

  • Welche Totalblamage erspart sich die HPA hier so elegant ?


    Der versammelten Oeffentlichkeit und dem weltweiten Fachpublikum einen Stapel Wettbewerbsergebnisse zu praesentieren der zur Haelfte aus solchen albernen Luftnummern wie der ISL-Idee besteht (siehe den Link in obigem Post).


    Interessant ist eher die Frage, aus welchem Grund hier so geheimniskrämerisch getan wird mit solch rigorosen Konsequenzen.


    Na, und wie lautet die Antwort darauf? Ich traue mich eigentlich gar nicht zu Fragen, denn ich fuehle schon wieder eine Verschwoerungstheorie im Anmarsch...

  • Die hamburger Grünen stehen übrigens im Ruf zusammen mit den bayrischen Grünen der pragmatischste Landesverband zu sein. Warum wird daraus eine Generaldebatte über Ökologie Vs. Ökonomie gemacht? Klar ist dass sich Hamburg schleunigst nach einer Alternative umschauen muss wenn die Zahl der Arbeitsplätze die mit dem Hafenbereich zu tun haben nur zu halten ist indem dem Hafenbetrieb immer größere Flächen und Naturräume hingegeben werden. Dies muss früher oder später an natürliche Grenzen stoßen, auch ohne "Umweltschützer".


    Im Übrigen sind Flußbegradigungen und Schiffbarmachungen (der hamburger Hafen ist nun einmal ein Binnenhafen der über einen Fluß angefahren wird) wesentlich mehr "80er" als irgendwas anderes. Ökonomie und Ökologie gebieten neue Hafenkapazitäten nicht mehr in Hamburg sondern in Wilhelmshaven - dem einzigen deutschen Tiefseehafen - zuzubauen. Der hamburger Lokalpatriotismus ist ja nun bekannt und mindestens so stark wie der Bayernstolz - mindestens! - aber gerade darum muss euch doch wichtig sein dass Hamburg nicht mehr so abhängig von einer Branche, dem Hafen, ist an dem direkt und indirekt rund 150.000 Arbeitsplätze hängen sollen.

  • Bitte nicht schon wieder die Debatte Hamburg vs. Wilhelmshaven!


    Wilhelmshaven hat die tieferen Hafenbecken, dafür fehlt es an fast allem anderen (v.a. ausreichende Kapazitäten der Hinterlandanbindung). Wilhelmshaven zum Ersatz für den Hamburger Hafen zu machen, würde Zig-Milliarden Euro kosten.


    Natürlich muss man sich trotzdem in Hamburg Gedanken über die Zukunft machen. Dazu gehört auch das Szenario, dass der Hamburger Hafen irgendwann aufgrund natürlicher Gegebenheiten nicht mehr konkurrenzfähig sein könnte.


    Was Hamburgs Abhängigkeit vom Hafen betrifft: viele der indirekt vom Hafen abhängigen Arbeitsplätze (damit meine ich einen Großteil der Bürojobs) könnten auch in Hamburg bleiben, wenn der Hamburger Hafen wegfällt und stattdessen ein anderer Deutscher Hafen Hamburgs Position einnimmt.


    BMW würde ja auch nicht komplett aus München verschwinden, nur weil die Produktion im Stammwerk eingestellt würde.

  • In der Tat sind Industriekonzerne, aber auch andere Sparten der Logistik, ein Beleg dafür dass dem so ist. Das eigentliche Laden und Löschen ist doch eh immer und immer stärker automatisiert.


    In Hamburg fehlt es auch "an allem", so wird immer ausgeführt die Anbindung über Straße und Schiene sei bereits jetzt hoffnungslos überlastet sei und müsste ausgebaut werden - warum das prinzipiell soviel billiger ist neue Schienen von Hamburg in die Republik zu legen als von Wilhelmshaven in die Republik ist mir unklar. Und das Geld was man dann bei Elbvertiefung etc. spart muss ja ebenfalls mit eingerechent werden. Ich sehe das, als Süddeutscher, natürlich nur makroökonomisch und aus der Distanz im Sinne von "Was ist für die Bundesrepublik als solches wohl die beste Lösung". Dass man dann aber vor Ort in Hamburg schon beim puren Gedanke den Hafen zu "verlieren" ungehalten wird kann ich trotzdem nachvollziehen. Nicht bös gemeint.

  • Hamburgs Hinterlandanbindung ist bei weitem besser als die von Wilhelmshaven, und trotzdem überlastet.
    Wilhelmshavens Hinterlandanbindung müsste man erstmal auf Hamburgs Niveau bringen, und dann noch zusätzlich die Investitionen, die jetzt schon in Hamburg fehlen.


    Natürlich sollte man Wilhelmshaven ausbauen (was ja auch gerade geschieht), aber nicht als Ersatz für den Hamburger Hafen, sondern als Ergänzung.

  • Sollte Wilhelmshaven die Hinterlandanbindung noch nicht haben, die der Hafen braucht, so wird er sie bekommen. Der Hafen wird [B]der[B] Tiefwasserhafen für dies Land und man wird ihn nicht im Regen stehenlassen.
    Das Terminal hat aber bereits direkten Autobahnanschluß und der Bahnanschluß ist im Bau.
    Was aber gern übersehen wird ist die Tatsache, dass Wilhelmshaven im Feederbereich große Vorteile gegenüber Hamburg hat.
    Diesen Vorteil wollte die HHLA mit dem Bau eines eigenen Terminals in Lübeck beantworten. Die Container sollten von Hamburg per LKW oder Bahn dorthin transportiert werden, damit die Feeder noch in der Ostsee die Container entgegennehmen können.
    Dies Angebot ist von den Feedern nie wirklich angenommen worden. 2009 ging der Umschlag dort um 70% zurück. Die HHLA hat den Terminal in Lübeck verkauft, und Wilhelmshaven kann nach Inbetriebnahme seine Vorteile in vollem Umfang einsetzen.

  • Auch wenn's nicht direkt mit Bauen oder Planen zu tun hat - so war hier die Wettbewerbsfähigkeit hier doch stets umstrittenes Thema.


    Dazu gibt's folgende Neuigkeit: Die Bundesregierung senkt - zunächst befristet auf ein Jahr - die Gebühren für die Lotsen in deutschen Seehäfen um 10 Prozent um "gegen die Konkurrenz besser bestehen zu können".


    Quelle: Weser Kurier

    Einmal editiert, zuletzt von Turaga () aus folgendem Grund: Tippfehler


  • Was aber gern übersehen wird ist die Tatsache, dass Wilhelmshaven im Feederbereich große Vorteile gegenüber Hamburg hat.


    Das wären welche Vorteile?



    Wilhelmshaven kann auf maximal 24 Liegeplätze ausgebaut werden, Hamburg aber locker auf 40, also kann Wilhelmshaven nur eine Ergänzung zu Hamburg sein!