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Alt 07.05.10, 11:06   #61
RainerCGN
 
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@Tobias_CC

Wohnst oder arbeitest Du in einem dieser Gebäude? Oder warum wetterst Du so gegen die Neubaupläne?

Man sollte die Mieter natürlich nicht vertreiben, aber für die Altstadt wäre es sicher ein Gewinn wenn auch die drei Häuser mit abgerissen würden.

Wer behaubtet denn überhaubt das die Pläne hinfällig sind, wo sie doch gerade erst vorgestellt wurden??
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Alt 07.05.10, 14:55   #62
Tobias_CC
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Tobias_CC befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Also ich kenne einige Geschäfte in der Gürzenichstr. als Kunde, ich bin dort weder Mieter noch Mitarbeiter oder Hauseigentümer . Obwohl letzteres doch aus finanzieller Sicht wünschenswert wäre

Ich kann nur das wiederholen was mir der eine und andere Geschäftsinhaber gesagt haben: "Im Neubau gibt`s keinen Platz für Sie, das können Sie eh nicht bezahlen..." Und wie`s dann weitergeht kann man sich wohl denken: entweder Geschäftsaufgabe oder ganz weit außerhalb (Korb-Jansen).... Sollte das Gürzenich-Quartier kommen, dann werden wohl nur aus "Investorensicht" "geeignete Mieter" in Frage kommen. Also ich brauche keinen vierzigsten Handyladen, der dann nach 3 Monaten wieder dicht macht...

Nach meiner Ansicht wäre es ein sehr großer Gewinn für die Altstadt, wenn insbesondere das Eckhaus Gürzenichstr./ Martinstr. restauriert und die alte Vorkriegsfassade wiederhergestellt wird. Abreissen und einen neuen oberirdischen Betonbunker hinstellen kommt aber günstiger
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Alt 25.05.10, 11:22   #63
Kölner84
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Kölner84 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zu dem Einwand, dass alle Pläne hinfällig sein könnten möchte ich nachfolgend aus der Welt zitieren:


"Man sei in Gesprächen, heißt es seitens der Pareto, die aber durchklingen lässt, dass es eine Schmerzgrenze gibt. Weigern sich die Eigentümer, ihre Parzellen zu verkaufen, wird der Astoc-Entwurf architektonisch angepasst. Das Gesamtprojekt sei durch die Verhandlungen mit ungewissem Ausgang jedenfalls nicht gefährdet."

http://www.welt.de/die-welt/regional...ster-Lage.html

Ich finde es schade um Mieter wie Samen Grun, jedoch kann ich auf diesen merkwürdig-ranzigen neuen Outletladen gut verzichten.
Kamps und den hässlichen Heumarkt-Passagen werde ich auch nicht nachtrauern, so überwiegt bei mir die Freude über ein neues Ensemble, dass die ganze Ecke aufwerten wird.
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Alt 26.06.10, 12:13   #64
Tobias_CC
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Tobias_CC befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich war im Kiosk Ecke Martinstr./Gürzenichstr. da kommte man Markierung am Boden von Probebohrungen für den Abriß sehen. Dieses Haus stammt aus der Vorkriegszeit und somit sind wohl keine Unterlagen mehr vorhanden. Gerade dieses Haus finde ich erhaltenswert, insbesondere wenn die alte Fassade (nun verputzt) wiederhergestellt würde...
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Alt 15.04.11, 16:51   #65
Salzufler
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Salzufler wird schon bald berühmt werdenSalzufler wird schon bald berühmt werden
Mittlerweile sind einige Geschäftsräume an der Ecke gegenüber Hard Rock Cafe verbrettert. Ebenso sind weitere Geschäfte ausgezogen.

Beginnt also bald der Abriss?
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Alt 16.04.11, 14:22   #66
ottcgn1
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Beiträge: 466
ottcgn1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäreottcgn1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäreottcgn1 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Für das Gürzenich-Quartier gibt es jetzt auch eine Webseite, die bisher jedoch noch ohne Projektinformationen auskommen muss:

http://www.guerzenich-quartier.de/
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Alt 16.04.11, 20:10   #67
calcaneus-cgn
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Beiträge: 133
calcaneus-cgn befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
man kann nur hoffen, dass dort schnell was geschieht. so ne geisterstadt mitten in der stadt ist nicht schön...
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Alt 17.04.11, 11:59   #68
Monade
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Monade befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Kleinteiligkeit fördern anstatt abzureißen

Der Block gegenüber dem Gürzenich ist in Struktur und Funktion ein Stück erhaltene Altstadt. Mit mehreren historischen Gebäuden, die entstuckt, entstellt und vergessen sind. Wie so oft in Köln.

In fast allen Städten kümmern sich mächtige Bürgervereine um die Wiederherstellung innerstädtischer kleinteiliger Strukturen. Wie etwa in Berlin, Dresden, Frankfurt, Nürnberg etc. Die Kölner kümmert das alles wenig. Sie werfen weg, was sie haben. Und dabei geht es nicht in erster Linie um das umstrittene Thema Rekonstruktionen.

Anschaulich gleich nebenan, was der Kölner Rat unter Denkmalpflege versteht. Die in den riesigen Hilton-Komplex eingemauerte historische Fassade. Als ginge es um das bisschen Stuck. Es geht aber auch um eine funktional erhaltene Altstadt, mit kleinteiliger, unterschiedlicher Bebauung. Um Verdichtung und Lebendigkeit versus einer öden Investoren-City im 70er-Duktus. Um Erhalt des Vorhandenen. Wie dann die einzelnen Gebäude aussehen, darüber liesse sich immer noch ringen.
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Alt 17.04.11, 16:05   #69
RainerCGN
 
Beiträge: n/a
@Monade: Also meines Erachtens nach gibt es nur ein Gebäude welches noch vorm Krieg hätte gebaut sein können und zwar das Gebäude in dem sich das Geschäft "Samen Grün" befindet. Der Rest ist Nachkriegsbau und nun wirklich nicht erhaltenswert. Ich bin durchaus auch ein Fan davon erhaltenswerte Bausubstanz zu bewahren. Aber auf dem Areal gibt es nichts was bewahrenswert wäre.
Gegen die bestehende tristesse hilft leider nur Flächeabriss und Neubau.

Blick von der Augustinerstraße auf den Block:



Meiner Meinung nach das Gebäude im Vorkriegszustand in dem sich "Samen Grün" befindet:


Und heutiger Zustand:
http://maps.google.de/maps/ms?hl=de&...02.54,,0,-7.44

Quelle: Bilderbuch-Koeln.de
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Alt 17.04.11, 17:28   #70
Monade
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Monade befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Danke. Das letzte ist ein schönes Referenzbild. 'Samen Grün' ist also ein entstuckter Altbau, andernorts werden sie wieder in diesen Zustand versetzt. Es gibt mindestens ein weiteres Altbau-Gebäude in der Straße zum benachbarten Hotel mit einer Interessanter Naturstein-Schaufensterfassung.

Aber wie gesagt, die Diskussion führt nicht weit genug. Es geht zunächst weniger um die Fassaden, sondern die Kleinteiligkeit des Blocks. Es wäre natürlich wünschenswert, wenn das ein oder andere bestehende Haus verschwände und durch interessante - von mir aus auch moderne - Gebäude ersetzt würde. Aber geplant ist es ja, die Kleinteiligkeit dieses Altbaublocks unwiderbringlich zu zerstören. Kleinteiligkeit ist aber ein Merkmal einer Altstadt. Was außer kurzfristige Renditemaximierung spricht also dafür, sie zu zerstören?
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Alt 17.04.11, 17:50   #71
Monade
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Monade befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Direkt um die Ecke, die Kleine Sandkaul 2, ist der Altbau, den ich meinte. Links im Bild.

Es ist der kölsche Klassiker. Der entstuckte, verkachelte Altbau.

http://www.express.de/image/view/200...10413%2529.jpg

Und das ist der Zustand unmittelbar nach dem Krieg:

http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/116248#157430

Und hier die 'integrierte' Fassade von gegenüber. So wird die Altstadt zur Farce.

http://www.bilderbuch-koeln.de/Fotos/157430#72045

Ich find den Umgang mit der wenigen vorhandener Altbau-Substanz in Köln zumindest bedenklich.

Geändert von Monade (17.04.11 um 18:13 Uhr)
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Alt 17.04.11, 18:08   #72
Citysurfer
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@Monade Ich kann deine Kritik nachvollziehen - zumal mich die dort geplante Bebauung nicht wirklich überzeugt. Der Ist-Zustand ist allerdings auch eine Katastrophe.
Der Erhalt einer Kleinteiligkeit auf diesem Areal ist ja auch nur bedingt gegeben. Vor allem fehlt auch der historische Bezug im Umfeld leider komplett. Hier wurde der entscheidende Fehler schon beim Bau des a) an dieser Stelle völlig überdimensionierten und b) monolithischen Klotzes des Interconti-Hotels (incl. der grauenhaften, wie aufgeklebt wirkenden historischen Fassade) gemacht. Dieser "erschlägt" sein Umfeld und wird/würde eine wie auch immer geartete Kleinteiligkeit in seiner Nachbarschaft in seiner Wirkung erheblich mindern - bzw. diese leider fast schon deplatztiert wirken lassen. Ich habe mich hierzu in Beitrag #40 in diesem Thread auch schon geäußert.

http://www.deutsches-architektur-for...8&postcount=40
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Alt 17.04.11, 18:16   #73
Monade
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Monade befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
@ Citysurfer.

Nach dem Ansatz müsste ja ein kleinteilig gebauter Block nach dem anderen fallen, weil er dann nicht mehr zur Umgebung passt.

Aber umgekehrt wird ein Schuh draus. Die zitierten Altstadt-Häuser beziehen sich - geografisch, historisch - auf den Kern der Altstadt. Die nach wie vor vorhandenen Areale um Alter Markt und Heumarkt in unmittelbarer Nachbarschaft.
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Alt 17.04.11, 20:25   #74
mischakr
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mischakr wird schon bald berühmt werdenmischakr wird schon bald berühmt werden
der integrierte Altbau im Interkonti ist allerdings keine neue Erfindeung. Wenn ich mich richtig erinnere,war er bereits integriert in den alten Vorgängerblock (Bauzet ca während des 1. Weltkrieges).
problematisch ist in Köln sicherlich die zahl der sehr schmalen Häuschen, welche eine modernen Entwicklung behindern. Wo gibt es denn in anderen deutschen Großstädten noch im Zentrum nennenswerte Ansammlungen schmaler Häuschen? diesbezüglich steht Köln bestimmt nicht schlecht da,
Hilfreich wäre sicherlich eine Stiftung Gründerzeit, welche sich um die kleinen Häuschen und entstuckten Gebäude kümmert.
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Alt 17.04.11, 21:14   #75
RainerCGN
 
Beiträge: n/a
Ich denke, man kann die Zeit in Köln nicht zurückdrehen und sollte in die Zukunft schauen. Dafür ist die Stadt nach dem Krieg einfach zu flickschusterisch wieder zusammengesetzt worden und ihr fehlt einfach eine zusammenhängende Altbausubstanz. Kleinteilig sollte dort gebaut werden wo es eh schon vorherscht. Die Kleinteiligkeit besteht hier aber nicht. Der Entwurf von Astoc ist ein gelungener Kompromiss, der zwischen dem Dorindt (ehm. Interconti), dem Gürzenich und den anderen Gebäuden vermittelt.

Übrigens war die Stadtverwaltung die vor dem Hotel dort stand auch nicht gerade von Schönheit geprägt.;-) Das soll nicht heißen, dass mir das Gebäude gefällt, aber es ist in der Kubatur kaum schlimmer als der Verwaltungsbau der dort vorher stand.



Quelle: Bilderbuch-Koeln.de
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