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Alt 28.10.12, 00:44   #1
Ted Mosby
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Infrastrukturprojekte

Stadtbahn Volkmarode-Nord

Da es zur Verkehrsplanung in Braunschweig bislang offenbar nichts im Forum gibt, starte ich mal einen neuen Thread. Ein heißes Eisen ist derzeit die geplante Verlängerung der Stadtbahnlinie 3 nach Volkmarode-Nord. Der Bau ist seit Jahren angekündigt und wird insbesondere von der SPD-Fraktion im Stadtrat gefordert. Ein Gutachten, das die Braunschweiger Verkehrs-AG in Auftrag gegeben hatte, kam jüngst jedoch zu dem Schluss, dass der Kosten-Nutzen-Faktor für die geplante Strecke so niedrig sei, dass dafür keine Fördergelder nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) abgerufen werden könnten. SPD und Grüne vertreten jedoch die Auffassung, dass das Ergebnis des Gutachtens von der „Auto-Fraktion“ politisch gewollt war und die kostengünstigste Variante überhaupt nicht untersucht worden sei. Dazu muss man wissen, dass die Verlängerung der Linie 3 im Vorfeld der letztjährigen Kommunalwahl ein zentrales Versprechen der SPD und insbesondere ihres Fraktionsvorsitzenden Manfred Pesditschek war. Der Rat hat daher beschlossen, ein neues Gutachten in Auftrag zu geben. Zudem hat der Oberbürgermeister der Stadt, Gert Hoffmann (CDU), nun auch die Öffentlichkeit dazu aufgerufen, das bisherige Gutachten zu beurteilen. Siehe auch den entsprechenden Bericht der „Braunschweiger Zeitung“: http://www.braunschweiger-zeitung.de...-id787561.html

Das umstrittene Gutachten kann hier heruntergeladen werden: http://www.braunschweiger-verkehrs-a...ode_121018.pdf
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Alt 01.11.12, 23:50   #2
chief
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Ich vermute der Ausbau des Flughafens ist hier auch am besten aufgehoben:

http://www.braunschweiger-zeitung.de...-id792625.html

Die Diskussion scheint aktuell ja gerade deswegen wieder enorm hochzukochen, da die Verkehrssituation für betroffene Anlieger schwierig ist.
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Alt 04.11.12, 23:53   #3
chief
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Der zweigleisige Ausbau der ICE Strecke Braunschweig Hildesheim ist fertiggestellt. Die Züge können jetzt deutlich schneller fahren. Anstatt 120 kmH werden jetzt 160 möglich.

Fraglich bleibt wann die Strecke Braunschweig Wolfsburg endlich ausgebaut wird.

http://www.braunschweiger-zeitung.de...-id794794.html
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Alt 05.11.12, 19:58   #4
Ted Mosby
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Helmstedter Straße

Gebaut wird derzeit in der Helmstedter Straße, weswegen die Stadtbahnlinie 4 derzeit nicht bis zum Krematorium fährt, sondern am Betriebshof wendet. Erneuert werden Gleise und Fahrbahn, zudem werden die Stadtbahnhaltestellen niederflurgerecht ausgebaut. Hier ein aktuelles Bild der Haltestelle "Hauptfriedhof":



Nicht ganz verständlich ist mir, warum man die Gleise im Straßenplanum belässt. M. E. wäre es sinnvoll gewesen, die Helmstedter Straße auf zwei Fahrspuren zurückzubauen und somit Platz für einen eigenen Gleiskörper zu schaffen.

(Alle Bildrechte liegen bei mir.)

Geändert von Ted Mosby (04.12.12 um 17:04 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur in der ersten Zeile
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Alt 09.11.12, 21:41   #5
Ted Mosby
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Stadtbahn Volkmarode-Nord

Die seit mehr als drei Jahrzehnten aktive Bürgerinitiative „braunschweiger forum“ hat dankenswerterweise eine detaillierte Stellungnahme zum umstrittenen Gutachten in Sachen Stadtbahn Volkmarode-Nord verfasst. Das Paper kann hier eingesehen bzw. heruntergeladen werden:
http://www.bs-forum.de/wb/media/AG_N...2012-11-05.pdf

Die Initiative kritisiert u.a. die unklaren Eingabeparameter, die das Ergebnis der Standardisierten Bewertung maßgeblich beeinflusst hätten. Dazu seien insbesondere die zugrunde gelegten Zahlen in puncto Verkehrsnachfrage zu rechnen, die aus dem Jahre 2007 stammen, als Linien- und Fahrplankonzept der Braunschweiger Verkehrs AG noch ganz anders strukturiert waren als heute.

Das „braunschweiger forum“ schlägt abweichend vom „offiziellen“ Gutachten vor allem folgende Maßnahmen vor:

1.) Eine andere Gleisführung entlang der Berliner Heerstraße, nämlich einen ca. 750 Meter langen eingleisigen Abschnitt auf besonderem Gleiskörper auf der nördlichen Straßenseite.

2.) Ein verändertes Linien- und Fahrplankonzept zur Senkung der Betriebskosten. Dieses sieht auch den Bau einer neuen Wendeschleife im Bereich Querumer Str. / Paul-Jonas-Meier-Straße vor, sodass nicht alle Stadtbahnfahrten aus der Innenstadt bis Volkmarode-Nord geführt werden müssten. Vorgeschlagen wird für das Stadtbahnnetz:

a) Verlängerte Linie 3 von Weststadt (Weserstr.) bis Volkmarode-Nord
b) Veränderte Linie 5 von Broitzem bis Querumer Str.
c) Neue Linie 7 von Weststadt (Weserstr.) über Leonhardplatz bis Hauptbahnhof

3.) Aufgabe des Stadtbahn-Parallelverkehrs durch die (Wolfsburger) Buslinie 230.

4.) Einrichtung eines Park&Ride Parkplatzes in Volkmarode Nord (dazu soll die Neubaustrecke ein Stück weiter gebaut werden als in der offiziellen Planung vorgesehen.)

5.) Berücksichtigung eines möglichen Grundstücksverkaufs im Bereich der heutigen Wendeschleife am Moorhüttenweg.

Auf dieser Grundlage sollte laut „braunschweiger forum“ eine Neuberechnung im Rahmen der Standardisierten Bewertung vorgenommen werden, die zu deutlich anderen (sprich: positiven) Ergebnissen des Kosten-Nutzen-Faktors kommen müsste.

Ich persönlich halte die Vorschläge für überaus schlüssig und zukunftsorientiert, zumal der angeregte Bau einer Wendeschleife im Bereich der Paul-Jonas-Meier-Str. auch den Weg für eine Stadtbahnverlängerung nach Querum vorbereiten könnte. Das „braunschweiger forum“ ist m. E. auch zu unterstützen, wenn es das Fehlen eines Gesamtkonzepts für den ÖPNV bzw. den Stadtbahnausbau beklagt.

Nachtrag zum "braunschweiger forum":

Wenn es sich auch um ein mittlerweile "historische" Werk handelt, so ist die Broschüre der Initiative "Braunschweig... Wie man eine Großstadt verplant" noch immer sehr aufschlussreich. Darin wird nicht nur mit der Stadtplanung der 1970er und 80er Jahre abgerechnet, sondern auch die Entwicklung des Stadtbahnnetzes behandelt. Auch im Hinblick auf unseren Thread zur Zukunft Braunschweigs bemerkenswert und interessant für alle, die am Planungsgeschehen der "Löwenstadt" interessiert sind!

Geändert von Ted Mosby (09.11.12 um 22:04 Uhr)
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Alt 10.11.12, 01:37   #6
Ted Mosby
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Stadtbahn Lehndorf/Kanzlerfeld/Lamme

Die Auseinandersetzung um die Stadtbahnverlängerung nach Volkmarode-Nord ist für die weitere Entwicklung des schienengebundenen Nahverkehrs (SPNV) in Braunschweig von elementarer Bedeutung. Denn im wahrsten Sinne des Wortes geht es hier um eine Weichenstellung für die Zukunft. Sosehr auch die Regentschaft des Oberbürgermeisters Hoffmann der Stadt Braunschweig eine neue Entwicklungsdynamik verliehen haben mag: Der ÖPNV ist von dieser in den zurückliegenden Jahren eher ausgeschlossen gewesen. Die zuletzt errichtete Neubaustrecke nach Stöckheim war eher ein ungeliebtes Kind, das zuletzt deswegen akzeptiert wurde, weil man ansonsten Finanzzuschüsse hätte ungenutzt lassen müssen. Auf der Negativ-Seite ist insbesondere das bisweilen gescheiterte Projekt der „Stadt-Regional-Bahn“ zu verbuchen, für das bereits eifrig Dreischienengleise in Braunschweig verlegt wurden.

Kritisiert werden muss insbesondere die Tatsache, dass große Neubaugebiete, anders als beispielsweise in Freiburg, nicht von vornherein mit einer Stadtbahnanbindung versehen wurden. Dies betrifft insbesondere das Neubaugebiet Lamme. Dort gibt es zwar eine Trassenfreihaltung für eine mögliche Schienenverbindung – mehr aber nicht.

In Freiburg dagegen hat man die neuen Stadtteile Rieselfeld und Vauban von vornherein mit einer Stadtbahnanbindung versehen. Eine solche Vorgehensweise erhöht nicht nur die Attraktivität neuer, innenstadtferner Neubaugebiete, sie steigert auch die Akzeptanz des SPNV.

Schwachstelle des Braunschweiger Stadtbahnnetzes ist eindeutig der Westen, wo wichtige und beliebte Wohnquartiere und Neubausiedlungen einer Anbindung an das Schienennetz harren. Betroffen sind insbesondere Lehndorf (ca. 7.200 Einwohner), das Kanzlerfeld (ca. 4.000 Einwohner – Tendenz steigend) und eben Lamme (ca. 4.000 Einwohner – Tendenz steigend).

Planungen für eine Anbindung des Kanzlerfelds über Lehndorf gibt es seit Jahrzehnten. Sie sind allesamt aus politischen Gründen begraben worden, insbesondere weil es in Lehndorf starke Vorbehalte gegen das Fällen von Alleebäumen bzw. den Wegfall von Parkplätzen gab.

Dass Lehndorf nicht von vornherein mit einer Schienenanbindung versehen wurde, ist übrigens Planungen aus den 30er-Jahren zu verdanken, als die Siedlung entstand. Damals zog man es, im Sinne der in Braunschweig seinerzeit ansässigen Büssing-Werke, vor, eine Omnibus-Verbindung einzurichten.

Um das Braunschweiger Stadtbahnnetz zu vervollständigen und den Bewohnern der westlichen Vororte eine schnelle und komfortable Alternative zum Auto zu bieten, ist eine „Westbahn“, die Lehndorf, das Kanzlerfeld und Lamme mit der Innenstadt verbindet, in meinen Augen unerlässlich.
Hier einmal ein Vorschlag zur denkbaren Linienführung:



Nähere Ausführungen folgen!
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Alt 29.11.12, 05:21   #7
Tarsis
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( .....)

Nicht ganz verständlich ist mir, warum man die Gleise im Straßenplanum belässt. M. E. wäre es sinnvoll gewesen, die Helmstedter Straße auf zwei Fahrspuren zurückzubauen und somit Platz für einen eigenen Gleiskörper zu schaffen.

(Alle Bildrechte liegen bei mir.)[/QUOTE]

Zum einen wird dort an der Stadtbahn Helmstedter Strasse und nicht Hidesheimer Strasse gebaut und zum andren wäre dort ein eigene Gleiskörper nicht machbar !

Die Helmstedter Strasse ist eine Haupteinfallsstrasse in die Stadt und zu den Stosszeiten svhon mit zwei Fahrspuren je Richtung überlastet. Die Schaffung eines eigenen Gleiskörpers würde das gesamte östliche Einfalls tor in die Stadt in ein Chaos stürzen - der Bau der A 39 hat da nur wenig Entlastung geschaffen. Im gegenteil verlassen an der Abfahrt Rautheim viele die A39 um dann über die Helmstedter in die Stadt zu gelangen.

Interessanter wäre viel mehr wie denn die Stadtbahn Richtung Rautheim verlängert werden soll. Im Neubaugebiet Rautheim sind jedenfalls Flächen für einen Gleiskörper und die Verlängerung der Stadtbahn vorgesehen.

Mir ist es sowieso schleierhaft wieso in Hannover der kontinuierliche Ausbau der U- und S-Bahn seit Jahrzehnten vonstatten geht und es in Braunschweig schlichtweg im selben Zeitraum nicht möglich ist derartiges anzuschieben und zu finanzieren !

Die M 1 wurde ja auch nur aus Versehen gebaut, weil Fördergelder abgerufen werden mussten, die aufgrund von Verzögerungen bei anderen hierfür vorgesehenen Projekten ansonsten verfallen wären. Daher wurde dann die Satdtbahn Stöckheim die ebenfalls jahrelang baureif in der Schublade lag hervorgekramt und fix realisiert.
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Alt 03.12.12, 17:07   #8
chief
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Zukünftig muss man sicherlich auch Gedanken machen wie Orte wie Lehre besser angebunden werden können, auch vor dem Hintergrund, dass diese eingegliedert werden sollen. Denn sicherlich erwarten diese Orte im Gegenzug auch eine bessere infrastrukturelle Anbindung an Braunschweig.
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Alt 04.12.12, 17:16   #9
Ted Mosby
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@ #19

Hallo Tarsis, danke für den Hinweis. Den Fehler habe ich korrigiert.

Zitat:
Zitat von Tarsis Beitrag anzeigen
Die Schaffung eines eigenen Gleiskörpers würde das gesamte östliche Einfallstor in die Stadt in ein Chaos stürzen - der Bau der A 39 hat da nur wenig Entlastung geschaffen.
Ich denke, dass ein Rückbau möglich gewesen wäre, da die Verkehrsmenge auf der Helmstedter Straße etwa der auf der Ebertallee bei Riddagshausen entspricht, die ja auch nur zweispurig ist (vgl. hier: http://www.braunschweig.de/leben/sta...gen-gesamt.pdf) Aber hier ist die Entscheidung ja nun einmal gefallen und gerade weil die Verkehrsbelastung der Helmstedter Straße nicht annähernd so groß ist, wie in der oben diskutierten Hildesheimer Straße, kann man damit wohl auch leben, d.h. der Stadtbahnverkehr dürfte an dieser Stelle nicht unnötig behindert werden.

Zitat:
Zitat von Tarsis Beitrag anzeigen
Interessanter wäre viel mehr wie denn die Stadtbahn Richtung Rautheim verlängert werden soll. Im Neubaugebiet Rautheim sind jedenfalls Flächen für einen Gleiskörper und die Verlängerung der Stadtbahn vorgesehen.
Die Verlängerung der Stadtbahn nach Rautheim rangiert im aktuellen Verkehrsentwicklungsplan der Stadt nur unter „Prioritätsstufe 3“ (vgl.: http://www.braunschweig.de/leben/sta...g/VEP4_K43.pdf.

Als dringlicher wird dort die Verbindung vom Krematorium nach Mascherode eingestuft, allerdings unter der Voraussetzung, dass entlang der Strecke Neubaugebiete erschlossen werden, insb. das einst vorgesehene große Neubaugebiet „Stöckheimer Forst“ südlich von Mascherode. Um letztgenanntes Vorhaben ist es ja schon geraume Zeit sehr still geworden – auch im FNP taucht es nicht auf.

M. E. gehört ein Ausbau der Stadtbahn im Südwesten der Stadt dennoch auf die Agenda. Um ein attraktives ÖPNV- bzw. Stadtbahnnetz zu erreichen und Menschen zum Umsteigen zu bewegen, müssen auch Vorleistungen erbracht werden. Eine politische Grundsatzfrage ist dabei, wie die Kommunen die Kosten für Ausbau und Betrieb stemmen können. Der ÖPNV kann nun einmal kaum kostendeckend abgewickelt werden. Das kann der Pkw-Verkehr allerdings erst recht nicht (ein Punkt auf den viel zu selten hingewiesen wird.)

Zitat:
Zitat von Tarsis Beitrag anzeigen
Mir ist es sowieso schleierhaft wieso in Hannover der kontinuierliche Ausbau der U- und S-Bahn seit Jahrzehnten vonstatten geht und es in Braunschweig schlichtweg im selben Zeitraum nicht möglich ist derartiges anzuschieben und zu finanzieren!
Das ist natürlich v.a. eine politische Frage. In BS hat im vergangenen Jahrzehnt eine CDU/FDP-Mehrheit regiert. Beide Parteien treten in BS, gelinde gesagt, nicht gerade als große Stadtbahn-Befürworter in Erscheinung. Zudem lag die oberste Priorität (gerade des OB) auf der Sanierung der städtischen Finanzen. Insgesamt keine gute Voraussetzung für große SPNV-Projekte.

In Hannover hat man im Zuge der Wachstumseuphorie der späten Wirtschaftswunderjahre ein beispielhaftes Stadtbahnnetz mit Metro-Charakter in der Innenstadt geschaffen und später die EXPO 2000 geschickt genutzt, um ÖPNV-Projekte auf die Schiene zu bringen und ein S-Bahnnetz zu etablieren, während in BS seit Mitte der 1990er anderthalb Jahrzehnte lang die StadtRegionalBahn geplant wurde, um sie dann jämmerlich zu beerdigen (was m. E. auch auf mangelnden politischen Willen zurückzuführen ist).

Gerade das Scheitern dieses Projekts wiegt besonders schwer, da es auch eine Stärkung Braunschweigs als Oberzentrum bewirkt hätte. Von dem, was als Ersatz für das ursprüngliche Projekt angekündigt wurde, ist ja leider weiterhin nichts zu sehen. Der schon vor Jahren vorgeschlagene Bahnhof „BS-West“ im Bereich Donaustraße ist noch immer nicht existent, der Bahnhof Gliesmarode verfällt immer weiter (obwohl hier ein idealer Umsteigepunkt zur Stadtbahn besteht, der jedoch auch im Hinblick auf eine mögliche Fahrplan-Abstimmung schlecht genutzt wird) und potenziell reaktivierbare ehemalige Haltepunkte wie Querum, Leiferde und Wenden-Bechtsbüttel werden von Gras und Unkraut überwuchert…

Geändert von Ted Mosby (04.12.12 um 20:24 Uhr)
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Alt 17.08.18, 23:36   #10
Braunschweiger
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...und ein paar hundert Meter versagen wir in der Infrastruktur, weil wir es nicht schaffen, die Autobahn 2
auf 4 bzw. 8 Spuren im östlichen Niedersachsen auszubauen und die Verkehrsleitsysteme (besonders nachts-Lichtanlagen) auf den Stand der Technik zu bringen.


Somit bleibt es bei einem Sicherheits- und Unfallschwerpunkt (leider besonders in der letzten Zeit).

Wir können nur hoffen...
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Alt 19.08.18, 17:45   #11
Dvorak
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Dvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfach
... und wieder Unsinn. Es reicht ein Blick in die Verkehrsmengenkarten für das Autobahnnetz um festzustellen, dass es deutlich stärker belastete Autobahnabschnitte gibt, als die A2 in Ost-Niedersachsen. Der Regelquerschnitt der A2 lässt bis zu 100.000 Kfz DTV zu, es gibt dort aber nur 75.000-90.000. Ein Ausbau ist objektiv unnötig.
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Alt 19.08.18, 21:58   #12
GreenLion
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GreenLion sitzt schon auf dem ersten Ast
Unsinn?

Dann schau dir doch in deinem eigenen Link den Schwerlastverkehr an. Da ist die A2 in ganz Deutschland am meisten belastet.
Die unzähligen Verkehrstoten (und das im Zusammenhang mit LKWs) auf der A2 in Niedersachsen sprechen für sich. Es muss gehandelt werden.
Es braucht mindestens alternative Strecken für einen Ausgleich.
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Alt 20.08.18, 09:23   #13
apolloss
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apolloss befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von GreenLion Beitrag anzeigen
Es muss gehandelt werden.
Es braucht mindestens alternative Strecken für einen Ausgleich.
Und die werden ja hoffentlich bald mit der A14 ab Magdeburg und A39 ab Wolfsburg in Richtung Norden gebaut - für die A2 zumindest eine Entlastung von Ost nach West bis Hannover.
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Alt 20.08.18, 20:22   #14
Braunschweiger
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Braunschweiger ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Diese Verbindungen werden die A2 nicht entlasten.

Allerdings wird die A7 und der Großraum Hamburg durch die Vollendung der A39 zwischen BS/Wob und Lüneburg entlastet. Der starke Güterverkehr und die Baustellen haben die Situation auf der A7 dieses Jahr überstrapaziert.
Ähnlich war es zwischen Peine und Hannover-Ost.

Mittelfristig wäre dann auch ein weiterer Elbtunnel nördlich von Lauenburg angebracht, um den bestehenden Tunnel in HH-West zu entlasten.

Freunde, wir sprechen hier auch von Sicherheitsaspekten. Jeder Unfalltod ist einer zu viel!
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Alt 24.08.18, 13:07   #15
Dvorak
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Dvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfachDvorak braucht man einfach
Zitat:
Zitat von GreenLion Beitrag anzeigen
Dann schau dir doch in deinem eigenen Link den Schwerlastverkehr an.
Das mache ich gerne. Der hohe Schwerverkehrsanteil ist kein hinreichendes Argument für einen vierstreifigen Ausbau. Der heutige Querschnitt ist:
Zitat:
Geeignet für den Bereich zwischen 50.000 und 100.000 Fahrzeuge pro Tag und hohem Lkw-Anteil.
Das Sicherheitsargument für einen Ausbau kann ich nicht verstehen. Da die Kapazitätsgrenze auf der A2 nicht erreicht wird, kann die Kapazität auch nicht ursächlich für mangelnde Sicherheit sein. Eine Erhöhung der Kapazität kann daher auch die Gefährdung nicht reduzieren. Die ständigen LKW-Unfälle werden auch durch eine vierte Fahrspur nicht weniger, denn die LKW benutzen weiterhin nur die beiden rechten (im Regelfall). Die Stauassistenten gehen auch nicht von alleine wieder an, wenn ganz links mehr Asphalt liegt und die Handys wandern dadurch auch nicht zurück in die Hosentasche.

Außerdem ist die Bauzeit und die damit einhergehenden Behinderungen und eben auch das erhöhte Unfallrisiko über mehrere Jahre mitzudenken. Eine Maßnahme, die die Sicherheit nicht erhöht, in der Umsetzungsphase aber mit massivem Sicherheitsverlust einhergeht kann man kaum mit dem Sicherheitsargument rechtfertigen.
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