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Alt 22.08.19, 05:15   #496
Dvorak
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Zitat von Xysorphomonian Beitrag anzeigen
Einzig das Schloss und den Vorplatz trennte ich nur ungern mit einem Gebäude von der Georg-Eckert-Straße, vielleicht würde ich den Straßenanschluss einfach neben das Schloss legen und den neuen Riegel zwischen Kaufhof und Georg-Eckert-Straße. Und das Rizzi-Gebäude pferchte ich nur ungern in einem Blockrand ein, sondetn liesse ihm seine prominente, sichtbare Position.
Man kann den Abstand zur Schlossattrappe diskutieren, die Straße gehört aber an den Südrand und vom Schlossplatz weg verschoben. Welchen Vorteil sollte es denn haben, den Verkehr über eine Platzfläche zu führen, wenn man diese vom Verkehr befreien kann? Das gilt für den Schlossplatz und den Platz vor der Südfassade der Schlossattrappe gleichermaßen. Grundsätzlich sollten Fahrbahnen nicht die Nordseiten von Freiräumen einnehmen, da diese am besten besonnt sind und für Aufenthalt besser geeignet. Eine Fassung des Schlossplatzes kann durch das Horten-Gebäude nicht erfolgen, auch wenn man die Nord-West-Ecke ergänzte. Dabei entstünde keine ausreichende Raumkante nach Süden oder eine Definition zur Georg-Eckert-Straße hin. Daher sollte man sich an den ursprünglichen Plan mit den Platz-umfassenden Kolonnaden halten und am Südrand ein Gebäude als Raumabschluss erstellen. Dadurch würde auch ein Karrenführerplatz gebildet, der dann klar Verkehrsplatz ist.

Das Rizzi-Gebäude würde ich abreißen. Ich wollte nur auf Grund des Hinweises, es handle sich um ein Kunstwerk nicht so konsequent vorgehen. Ich habe auch zum ersten Mal eine Meinung vernommen, die diesem Ding eine wertigkeit unterstellt.
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Alt 23.08.19, 23:59   #497
Xysorphomonian
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Was das Rizzi-Gebäude abelangt, so kam es mir so vor, als feiere Braunnschweig dieses als Top-Sehenswürdigkeit: Googelt man 'Sehenswürdigkeiten Braunschweig', findet man es zwar nirgends unter den Top 3, aber in nahezu allen Aufzählungen direkt dahinter auf Platz 4.

Es schien für mich also aus der Sicht nicht eben weniger Leute wichtig für Braunschweig zu sein. Daraus leitete ich ab, dass es vielleicht nicht das Optimum wäre, es de facto in einen Hinterhof zu stellen.

Den Vorteil, den es hätte, den Verkehr den Platz tangieren zu lassen, ist der, dass man somit direkte Sicht- und Wegebeziehungen von den Haltestellen 'Schloss' und 'Georg-Eckert-Straße' zu der nach historischem Vorbild aufwendig gestalteten Westfassade der Schlossarkaden behielte. ich halte es für fatal, da einen Riegel dazwischen zu stellen, weil sich die Wege von diesen Haltestellen entweder länger anfühlen oder tatsächlich länger sind. Aber insbesondere die Haltestelle 'Schloss' sollte als eine der wichtigsten Umsteige im Stadtbahnnetz den Eindruck aufrecht erhalten, sie habe etwas mit dem Schlossplatz als der größten Freifläche in der Innenstadt zu tun. Gleiches gilt für Fußgänger, die vom Damm auf den Bohlweg treten.

Der dadurch weiterhin über den Platz fließenden (MI-)Verkehr verliefe, soweit ohnehin die Prämisse, auf einer deutlich schmaleren Georg-Eckert-Straße. Im Bereich der Haltestelle Georg-Eckert-Straße böte sich auf den MIV-Spuren eine verkehrsberuhigte Zone an. Diese sollte dann, ganz im Sinne einer Shared-Space-Zone, dem Pflaster des Schlossplatzes angepasst werden. Diese Verkehrszone ginge bis zur Ostkante der Bahnsteige. So ist dafür gesorgt, dass die Stadtbahn durch die reduziere Geschwindigkeit nicht behindert wird, denn im Haltetsellenbereich und in der engen Kurve auf den Bohlweg kann die Stadtbahn ohnehin nicht schnell fahren.
Der Bohlweg wird ohnehin dafür sorgen, dass dieser Platz immer mit erheblichem Nicht-Fußverkehr belastet ist.

Eine Beschattung von Platzfläche fände kaum statt: Zwischen dem Horten-Gebäude (heute Galeria Karstadt Kaufhof) und dem neuen Riegel gäbe es eine Gasse, die nicht einmal öffentlich sein muss. Und zwischen dem neuen Riegel und dem Schloss verliefe die Georg-Eckert-Straße, als südliche Begrenzung des Platzes, als verkehrsberuhigter Bereich. Somit würde der neue Gebäuderiegel als Südbregenzung des Platzes wahrgenommen, dabei aber nur die Verkehrsfläche und -zugegeben- die Haltestelle beschatten. Und ob nun Kolonnaden oder nicht - an das hier zu bauende Gebäude sind hohe gestalterische Ansprüche zu stellen, insbesondere an das Erdgeschoss.
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Alt 24.08.19, 04:26   #498
GreenLion
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GreenLion sitzt schon auf dem ersten Ast
Zitat:
Zitat von Xysorphomonian Beitrag anzeigen
Ich bin der Meinung, die Straße könnte etwas Aufenthaltsqualität vertragen. So, wie sie jetzt ist, trennt sie das Magnisviertel, dass Schloss und den Museumspark mitsamt Zugang zur Okerumflut für Fußgänger.
Das Problem ist weniger die Straße, als das Magniviertel selbst... Mit seinen kleinen überdurchschnittlich teuren Boutiquen ist das Magniviertel einfach unattraktiv für die Massen und die meisten Innenstadtbesucher... Das Magniviertel ist etwas für Kenner und Liebhaber.. Mal davon abgesehen, dass direkt im Sichtfeld dieser große Klotz hingestellt wurde, hinter dem einfach nichts los ist... Und dabei wurde schon viel hineingesteckt in die Schaffung des Anna-Amalia-Platzes und des St.-Nicolai-Platzes.. Verirren tut sich trotzdem dorthin kaum jemand, außer die, die dort ihre Fahrräder abstellen.

Denn durch die Haltestellen Magnitor, Georg-Eckert-Straße und Schloss ist das Magniviertel eigentlich optimal angebunden... Doch steigt da kaum jemand aus um mal durch das Magniviertel zu schlendern...
Gerade durch die Georg-Eckert-Straße hat das Magniviertel eine bessere Anbindung an die restliche Innenstadt bekommen, als es vorher der Fall war...
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Alt 26.08.19, 08:22   #499
Dvorak
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Wir reden hier über Stadtraum. Oder bin ich da alleine? Direkte, ungestaltete Sichbeziehungen sind das kaum, sondern Inszenierung von Architektur und Leben DURCH den Raum. Der Schlossplatz war von der Ost-West-Achse (Damm und weiterführend) immer getrennt und rein zum Bohlweg hin orientiert. Die Öffnung auf der Südseite ist sein größter Schwachpunkt. Die Haltestelle hieß früher korrekterweise Damm, weil sie exakt auf dieser wichtigen Wegeverbindung liegt (und diese stört). Die Leitfunktion der Straße ist durch die freie Sichtbeziehung zum Schlossplatz und das Horten-Gebäude massiv gestört. DIESE müssste aber gestärkt werden. Dadurch gäbe es mehr Fußgängeraufkommen in das Magniviertel hinein. Von der direkten Leitung in das Schoppingcenter sollte man Abstand nehmen und statdessen daran arbeiten auch durch den Horten besser durchzukommen.

Dein Vorschlag einen schmalen Riegel auf die heutige Verkehrsfläche zu stellen wird nicht funktionieren. Er wird zu schmal um irgend einen Investor zu finden. Bei 10-15m und Belichtung rein über die Nordseite kann man nur einen Einspänner bauen. Das wird seit Jahrzehnten nicht mehr gemacht. Er müsste direkt vor die denkmalgeschützte Fassade.
Dafür erhielte man einen Ladestraße ohne Qualitäten, keine ausreichende bauliche Kante für die Südseite des Schlossplatzes, und auch keine Fassung des Platzes an der Seite des Schlosses, wie sie immer intendiert war. Ich sehe da große Probleme und auch gegenüber der heutigen Situation mehr Nach- als Vorteile.

Die Gestaltung der rückwärtigen Plätze ist unterschiedlich gut gelungen. Während auf dem Anna-Amalia-Platz regelmäßig viel Publikumsverkehr herrscht ist der Nicolaiplatz praktisch tot. Hier wäre es wichtig, die Platzkanten besser zu fassen und diese unsäglich Nicht-Wasser-Wand abzubauen und gegen Stufen zu ersetzen. Eine fußläufige Durchwegung zum nördlichen Magnikirchplatz wäre sehr wünschenswert.

Zum Schluss zwei Bilder, die die intendierte und umgesetzte Situation um das Schloss zeigen:

Wettbewerbsplan

Situation Ende 19. Jahrhundert

Große, indifferente Räume sehe ich da nicht, sodern einen präzise gefassten Schlossplatz.
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Alt 03.09.19, 12:39   #500
Dvorak
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Es war nicht meine Absicht die Diskussion abzuwürgen.
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Alt 03.09.19, 19:24   #501
Architektenkind
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Architektenkind ist jedem bekannt und beliebtArchitektenkind ist jedem bekannt und beliebtArchitektenkind ist jedem bekannt und beliebtArchitektenkind ist jedem bekannt und beliebtArchitektenkind ist jedem bekannt und beliebtArchitektenkind ist jedem bekannt und beliebtArchitektenkind ist jedem bekannt und beliebt
^ Ich habe gar nicht angefangen zu diskutieren, weil ich Dir voll zustimme. Deinen Plan für die Georg-Eckert-Straße und insbesondere den südlichen Abschluss des Schlossplatzes finde ich grandios. Habe die Zerklüftung dieses Areals immer als großes Manko empfunden.
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Alt 04.09.19, 16:55   #502
Braunschweiger
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Braunschweiger ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Straßenbahnen

Auch hier Stillstand bei den neuen Straßenbahnstrecken:

https://www.braunschweiger-zeitung.d...gert-sich.html


ob es noch vor 2035 klappt?
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Alt 05.09.19, 01:13   #503
Tarsis
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... nur das im verlinkten Artikel nirgends von Stillstand die Rede ist - lediglich von Verzögerung, durch erhöhten Planungsaufwand aufgrund von u.a. durch intensive Bürgerbeteiligung zusätzlich in Betracht gezogenen und diskutierten Planungsvarianten, die ebenfalls geprüft werden und das auch noch nicht einmal bei allen Strecken !!!

Die Art der Vorgehensweise halte ich für grundrichtig und bei einem Projekt dieser Größenordnung eine Punktlandung hinzulegen ausgehend vom ersten Grundsatzbeschluss des Rates noch ohne konkrete Ausführungsplanung dürfte wohl kaum jemand erwartet haben!

Zudem spielt die Zeit zu unseren Gunsten : Das Klimaschutzpaket des Bundes wird massive Förderungen des ÖPNV inkl. Ausbau beinhalten!

Es gilt also : Gut Ding will Weile haben !

Abgesehen davon würde eine verkürzte Planungszeit nebst reduzierter Bürgerbeteiligung keinen größtmöglichen Konsens beinhalten und daraus resultierende rechtliche Auseinandersetzungen ggf. ungleich längere Verzögerungen hervorrufen!
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Alt 05.09.19, 20:53   #504
Braunschweiger
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Braunschweiger ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Wie möchten Sie das den Bürgerinnen und Bürgern erklären?


Die erwarten schnelle und praktische Lösungen für ihre täglichen Wege.


Gerade im Hinblick darauf, dass Sie immer wieder fordern, Parkplätze und Autos im Stadtgebiet zu reduzieren.
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Alt 06.09.19, 01:10   #505
Tarsis
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Die Erklärung schrieb ich ja gerade in meinem Beitrag !

Hingegen habe ich nach wie vor keine Erklärung erhalten woher denn die Aussage stammt, dass es einen kpl. Stillstand beim Projekt Stadtbahnausbau gibt.

Gemäß Ihrer Aussage müsste man dementsprechend auf den Beteiligungsprozess verzichten und direkt die Vorgaben der Stadt ohne Beteiligung umsetzen - und als logische Konsequenz auch den Rechtsweg ausschalten - ich bin gespannt wie das möglich sein soll ! :-))

Die Diskussion über lebenswerte Stadträume mit angemessenem Verkehrsanteil und Parkoptionen ist mehr als erschöpfend geführt und von Ihnen hinreichend Behauptungen aufgestellt worden, u.a. schon jetzt massiver Kaufkraftabfluss aufgrund akuten Pakplatzmangels und Ausbluten / Veröden der Innenstadt wegen Nicht-Erreichbarkeit mit dem Auto, zu denen Sie Allesamt nicht ein ein einziges mal die von allen Beteiligten geforderten Belege, Studien und Zahlen liefern oder auch nur benennen konnten.

Alle mir bekannten Daten ( AAI, Zählung Kundenströme, Kaufkraftindex etc. ) belegen das Gegenteil und beispeilsweise wird erstaunlicherweise auch die Ägidienkirche noch zu Gottesdiensten erreicht und besucht und die Außengastronomie dort erfreute sich wachsender Beliebheit - auch ohne vorm Restaurant parken zu können.

Mich hats ob der massiv negativen Prognosen und Polemik hier und in den Kommentaren der Gazetten fast aus den Schuhen gehauen ! Wie konnte das nur passieren und trotzdem funktionieren??? Nicht mal der Verkehr auf der Stobenstraße ist zusammengebrochen obwohl doch dort jetzt wirklich Fußgänger kreuzen und die Autos dort mit Tempo 30 auf unglaublichen zwei Spuren verkehren.... da muss der Herrgott seine Hand im Spiel gehabt haben..... ��
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Alt 06.09.19, 17:21   #506
Braunschweiger
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Braunschweiger ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Zu erklären, die Bürgerinnen und Bürger sollten warten - und vor allem - wenn es sich über einen solche langen Zeitraum erstreckt, ist Anmaßung.



Hinzu kommt, dass Handel und Arbeitsplätze aufs Spiel gesetzt werden.
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Alt 07.09.19, 01:00   #507
Xysorphomonian
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Zitat:
Zitat von Dvorak Beitrag anzeigen
Es war nicht meine Absicht die Diskussion abzuwürgen.
Keine Sorge, ich bin gerne auch mal diskussionswütig, und lasse mich nicht so leicht abschrecken. ;-) Ich hatte zum einen bisher kaum Zeit. Zum anderen war ich noch einmal dort, und gebe Ihnen in einigen Punkten recht, und muss manches neu überdenken, und dazu vielleicht ein paar Skizzen machen (was ich bisher auch nicht recht geschafft habe). Ich reiche nach, falls noch Interesse besteht.

Etwas anderes:
Zitat:
Zitat von Tarsis Beitrag anzeigen
Gemäß Ihrer Aussage müsste man dementsprechend auf den Beteiligungsprozess verzichten und direkt die Vorgaben der Stadt ohne Beteiligung umsetzen - und als logische Konsequenz auch den Rechtsweg ausschalten
- Ich erlaube mir, das näher zu erläutern: Denn da letzteres kaum möglich ist, gibt es zwei Wege. Weg 1 ist der beschrittene: Bürgerbeteiligung ab der ersten Sekunde. Manchmal lähmend. Und manchmal bremst es ein Projekt. Aber es hat einen großen Vorteil gegenüber Weg 2, dazu gleich mehr.

Denn Weg 2 ist der des "'Tatsachen schaffen" - Wir fangen einfach mal an. Geht erstmal schneller. Heimlich, still und leise die Pläne im Rathaus auslegen, kommt eh keiner. Und dann loslegen, dann geht es ganz schnell, bis man die ersten Ergebnisse sieht, und alles ist cool. Bis zur ersten Klage: Und die kann in Stillstand oder -schlimmer sogar- in Teilrückbau münden. Und jeder Handschlag, der nach Eingang der Klage getan wird, kann womöglich überflüssig sein, weil dei alte Planung überdacht werden muss. Und Bürger, auf deren Meinung im Vorfeld eines Projektes ihrem Vernehmen nach nicht genug eingegangen worde ist, werden extremst kreativ, wenn es um das Klagefühern geht: in Düsseldorf wollen sie gerade ein Nachtfahrverbot auf einer der wichtigsten Bahnstrecken Deutschlands erwirken.. Begonnen hat das damit, dass Bahn ausbauen muss, und dabei die Bürger in Angermund ihre Belange (ibs. den Lärmschutz) ignoriert sahen. Und die Mühlen der Justiz mahlen langsam. Nur mal ein Beispiel: Plötzlich werden Gutachten beantragt, die sicherstellen sollen, dass dort keine Brutstätte des sehrgemeinen Ausbrremskäfers gibt. Diese fiktive, jedoch vollkommen zurecht vom Aussterben bedrohte Art kommt nur alle zwei Jahre zu ihrem Legeplatz zurück. Also muss der Beobachtungszeitraum zwei Jahre sein. in dem zwei Jahren passiert also auf der Baustelle: Nix.

Dann doch lieber Rechtssicherheit haben, bevor der Bagger rollt. Auch wenn's dem von Braunschweiger unterstellten Bürgerwillen angeblich nicht schmeckt, dass es mal wieder länger dauert:
Einen Tod muss man sterben. Also streitet und versöhnt sich mit den Anreinern gleich zu Anfang, und findet Kompromisse, dann isset gemacht, und alle sind so zufrieden, dass das überlastete Justizsystem nicht noch mehr zu tun kriegt.

Also, hart vereinfacht: Mehr Beteiligung im Vorfeld = Weniger Klagen während des Projekts = Schnellere und günstigere Abwicklung der Arbeiten.

Deswegen fand ich diesen Satz doch sehr verwirrend:

Zitat:
Zitat von Braunschweiger Beitrag anzeigen
Zu erklären, die Bürgerinnen und Bürger sollten warten - und vor allem - wenn es sich über einen solche langen Zeitraum erstreckt, ist Anmaßung. .
Ich würde auch lieber jetzt um etwas Geduld bitten als in fünf Jahren zugeben zu müssen, dass Klagen mit langwierigen Gutachten das Projekt um Jaaaaaahre verzögern. Und wenn Sie wissen, was Bürger so alles wollen (Wie war das mit den zu unterlassenen Unterstellungen?;-)), und dass solche Infrastrukturprojekte wichtig sind, erinnere ich sie an das St.-Florians-Prinzip oder alternativ daran, dass IMMER mit mindestens einem NIMBY zu rechnen ist, der das ganze Ding zu verhindern versucht.

Geändert von Xysorphomonian (07.09.19 um 01:18 Uhr)
Xysorphomonian ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.09.19, 11:51   #508
Braunschweiger
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Braunschweiger ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Wer gibt Ihnen denn in diesem Fall die Rechtssicheheit, dass der Kompromiss (nach 10-15 Jahren), nicht doch vor Gericht kommt?
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Alt 07.09.19, 14:32   #509
Dvorak
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^

Verjährung.
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Alt 07.09.19, 16:16   #510
Braunschweiger
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Braunschweiger ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt
Bis dahin kann trotzdem jeder Einwände erheben und das trotz Kompromisssuche.
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