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Alt 10.02.19, 09:12   #1
kabelschmidt
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kabelschmidt sitzt schon auf dem ersten Ast
Umgestaltung ehemaliger Brauereien (Linksammlung)

Neben mein Interesse für Architektur möchte ich mein Haupt-Hobby nicht vergessen. Ich sammle Brauereiwerbemittel (Bieretiketten) und interessiere mich für Brauereigschichte. In all den Jahren habe ich so manche Schließung einer Brauerei erlebt. Aber es ist durchaus interessant, wie sich/man die ehemaligen Gelände entwickeln/t. Zwar gibt es auch Beispiele für Kahlschlag (positiv ausgedrückt: tabula rasa) wie in Nagold (Anker), Karlsruhe (Wolf) oder Jena. Aber ich möchte hier Beispiele verlinken, bei denen Brauereigebäude in die Neubauten integriert werden.

- Berlin, Bötzow https://www.deutsches-architektur-fo...16&postcount=1
- Berlin, Schulheiss Moabit https://www.deutsches-architektur-fo...84&postcount=1
- Berlin, Schultheiss Kreuzberg https://www.deutsches-architektur-fo...91&postcount=1
- Berlin, Schultheiss, Landsberger Allee https://www.deutsches-architektur-fo...&postcount=352
- Dortmund, Union https://www.deutsches-architektur-fo...32&postcount=1
- Dortmund, Kronen https://www.deutsches-architektur-fo...&postcount=114
- Erfurt, Braugold https://www.deutsches-architektur-fo...73&postcount=1
- Leipzig, Bauer https://www.deutsches-architektur-fo...&postcount=382
- Nürnberg, Tucher https://www.deutsches-architektur-fo...53&postcount=1

Der besondere Reiz dieser oft in der Gründerzeit entstandenen Gebäude ist die halbwegs zentrale Lage. Es handelt sich um Industriegebäude ohne Altlastenrisiko (im Gegensatz z.B. zu Lokschuppen), die sich gut für andere Zwecke umbauen lassen.

Ein internationales, gelungenes Beispiel ist das Einkaufszentrum "Stary Browar" in Posen, das von der ex-Brauereichef-Gattin und Milliardärin Grażyna Kulczyk entwickelt wurde.

Ergänzungen (Links) erwünscht!

kabelschmidt

Geändert von kabelschmidt (12.02.19 um 05:26 Uhr) Grund: +1
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Alt 12.03.19, 12:47   #2
kabelschmidt
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Beiträge: 35
kabelschmidt sitzt schon auf dem ersten Ast
Sternburg-Brauerei in Leipzig-Lützschena

https://www.deutsches-architektur-fo...&postcount=648

Bis 2024 sollen u.a. 350 Wohnungen auf dem Gelände entstehen.
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Alt 14.03.19, 22:52   #3
nikolas
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nikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiellnikolas ist essentiell
Auswahl ehem. Braustandorte in Berlin & Potsdam

@Kabelschmidt: Kleiner Tipp für deine Suche nach Braustandorten in und um Berlin --> ein Blick auf die Landkarte genügt meist schon, denn "wo Berg drauf steht, ist meist auch Brauerei drin". Gemeint sind die Standorte entlang der Ausläufer der Höhenzüge des Barnim und Teltow, nördlich und südlich der Spree. Also Kreuzberg, Tempelhofer Berg (in Kreuzberg), Rollberg (in Neukölln), Prenzlauer Berg, Pfefferberg (in Prenzlauer Berg), Friedrichshöhe (in Friedrichshain), Brauhausberg (Potsdam).

Im Urstromtal, d.h. unmittelbar links und rechts der Spree (also auch in Berlin-Mitte) finden sich hingegen kaum bauliche Überlieferungen historischer Braustätten.

Warum ist das so?
Um das beliebtere untergärige Lager-(!)Bier (Pils, Helles, Potsdamer Stange, etc.) zur Reife zu bringen braucht es konstant niedrige Temperaturen. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein liesen sich diese Temperaturen jedoch nur durch das Anlegen von tiefen Bierkellern sowie dem Einsatz von Stangeneis gewährleisten.
Bierkeller wiederum liesen sich nur schwer unterhalb des Grundwasserspiegels graben und sichern.
Berlins Mitte - das Wort leitet sich etymologisch vermutlich vom slawischen "brlo" ab, d.h. Ort am Sumpf - liegt im Urstromtal der Spree und der Grundwasserspiegel ist hier sehr hoch. Kein guter Ort um untergäriges Bier zu brauen! Historisch behalf man sich deshalb mit dem brauen obergärigen Bieres (Berliner Weisse), das beim Brauprozess weit weniger temperatursensibel reagiert. Dieses Bier wurde überwiegend in kleineren (Haus-)Brauereien produziert, von denen heute kaum noch bauliche Spuren in Berlin überliefert sind.

Im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts begann in Berlin das untergärige Bier immer beliebter zu werden. Es firmierte damals unter der Bezeichnung "Bier baierischer Brauart"/ heute "Helles". Im Zuge der Industrialisierung des Brauprozesses (Dampfmaschine, Saccharometer, Hefereinzüchtungen, neue Finanzierungsinstrumente/ Aktiengesellschaften, etc.) war es möglich dieses Bier nun auch in Berlin wirtschaftlich zu produzieren.

V.a. zwischen Reichsgründung und erstem Weltkrieg entstanden so zahlreiche Großbrauereien in und um Berlin, die untergäriges Bier produzierten. Bei der Standortwahl bevorzugten sie meist die Berliner "Hausberge" (vgl. oben), in die sie ihre Lager-Bier-Keller gruben. Denn erst die Erfindung und Marktreifmachung der Ammoniak-Kältekompressionsmaschine durch Carl von Linde machte es möglich, das "Kälte" zu jeder beliebigen Jahreszeit und an jedem beliebigen Ort wirtschaftlich produziert werden konnte. Diese Erfindung machte fortan auch die Brauereien bei ihrer Standortwahl unabhängiger. Dies erklärt warum einige wenige untergärige Großbrauereien auch im Urstromtal zu finden sind (vgl. Schultheiss/ Moabit oder Bürgerbräu Friedrichshagen/ Müggelsee).

Was für Berlin gilt, das gilt auch für andere Regionen in Deutschland: Weihenstephaner Berg (Freising/ Weihenstephaner Brauerei), Heiliger Berg (Andechs/ Klosterbrauerei) Nockherberg (München/ Paulaner Brauerei), Schwanthaler Höhe (München/ Augustiner Brauerei, Spaten, Hacker), Lieberoser Hochfläche (Niederlausitz/ Klosterbrauerei Neuzelle), usw... --> Alles Braustandorte mit einer dominant-untergärigen Brautradition.

Umgekehrt wird und wurde rund um den platten Nieder-(!)rhein fast ausschließlich obergäriges Kölsch-& Alt-Bier produziert.


Hier noch eine Auswahl ehem. Braustandorte in Berlin & Potsdam sowie deren Umnutzungs- und/oder Abrissgeschichte:
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Alt 14.03.19, 23:51   #4
nikolas
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Auswahl ehem. Braustandorte in Westdeutschland

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Alt 15.03.19, 12:42   #5
Nobbe
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Münster: Germania-Brauerei

Germania-Brauerei Münster https://de.wikipedia.org/wiki/Germania_(Biermarke) wurde zum Germania Campus (https://germaniacampus.de/)
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