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Alt 02.10.06, 22:57   #16
ollinrw
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@Raskas

erste Siedlungen auf dem Stadtgebiet von Manchester wurden schon im ersten Jahrhundert nach Christus gegründet. Die Römer gründeten das Fort "Mamucium", was sowas wie hügelige Gegend beutet. Der Zusatz "chester" erinnert immer noch an die Römerzeit. Es leitet sich vom latainischen Wort "castrum" ab und bedeutet Lager. Nach dem Rückzug der Römer war zwischen 400 und 700 nach Christus das Gebiet unbewohnt. DIe Angelsachsen gründeten dann eine Siedlung Namens "Mameceaster". Mit dem Lauf der Zeit wurde daraus Manchester.


Manchester wurde auch relativ heftig von Bombenangriffen im Krieg getroffen. Allerdings eher in den Industrievierteln.

Ich weiss, dass das Royal Exchange Theatre (zu sehen auf meinen Bildern in dem vorherigen Eintrag) ziemlich zerstört war. Da war ein ganzer Flügel weggebrochen. Man hat den Flügel aber nach alten Plänen wieder aufgebaut.

Auch andere Gebäude wurden nach Originalplänen wieder erichtet. Sicher wurden auf einigen Flächen dann auch Bausünden im Stil der 60iger erichtet. Er hielt sich aber in Grenzen. Viele dieser Gebäude wurden in den letzten Jahren auch wieder abgerissen. Ganz krass war es in Salford, wo eine riesige Plattenbau-Trabantenstadt vor ein paar Jahren gesprengt wurde!
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Alt 05.10.06, 21:30   #17
Raskas
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Raskas könnte bald berühmt werden
Ich muss nochmal sagen das ich ziemlich beeindruckt von den Stadbildern Manchesters bin. Hab mir nun auch die Fotos von Liverpool und Birmingham angeguckt und diese haben mich ebenfalls überrascht. Diese drei Städte gelten ja als Musterbeispiele der engl. Industrialisierung.

Das sie nach der Krise der Montanindustrien wieder so aufblühen hätte ich nicht gedacht. Es sieht fast so aus als hätte es dort nie einen großen Umbruch gegeben, ganz anders als im Ruhrgebiet wo man den immernoch andauernden Strukturwandel deutlich erkennt.

Wie lange hat den der Strukturwandel in England angedauert? Der Untergang der Kohle und Stahlindustrie in England fand ja in der gleichen Zeit wie der Untergang der KS-Industrien in Deutschland statt.
Im Ruhrgebiet hat sich sicher einiges getan aber wenn man das mit diesen drei Städten vergleicht kann man schon Fragen was die Leute von der Insel anders gemacht haben.
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Alt 06.10.06, 10:26   #18
ollinrw
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@Raskas

was haben die briten anders gemacht? viel. obwohl es eher keine frage der stadtpolitik sondern der wirtschaftspolitik allgemein ist

großbritannien hat die globalisierung und deren folgen früher erkannt. die schwerindustrie liess man ja quasi in den achtzigern bewusst untergehen. man konnte nicht mehr mithalten in der hinsicht mit anderen regionen der welt. also wurden auch nicht unsinnige milliardensubventionen in industriezweige gesteckt die eh den untergang geweiht waren. in deutschland wurden aber sogar noch in den neunzigern marode industriezweige subventioniert die eigentlich schon lange unrentabel waren. ich nenne nur mal den "kohlepfennig".

ich glaube es liegt aber auch ein wenig an den mentalitätsunterschieden. hätte in den 80igern irgendein politiker in deutschland tatsächlich gewagt zu sagen "so liebe leute. die montan- und schwerindustrie ist nicht mehr rentabel. wir werden keine subventionen mehr geben. dadurch werden diese zwar verschwinden und es wird euch die nächten jahre sogar richtig beschissen gehen, aber für die zukunft unseres landes ist das wichtig".......
nö. man hätte sich ja unbeliebt gemacht.

großbritannien lag in den 70igern und 80igern wirklich am boden. das waren hundsjahre. nun, aber ich glaube diese schlechten jahre waren nötig. um ein umdenken herbeizuführen (besonders in hinsicht auf die globalisierung).

ich glaube von großbritannien können wir in der tat viel lernen. aber die erfolge dort werden allzu häufig ignoriert oder sogar schlecht geredet.

in deutschland glauben tatsächlich noch leute das die niedrige arbeitslosenquote dort durch niedriglohn-jobs erreicht wurde. dabei wird vergessen das die briten heute gut 35% mehr verdienen pro kopf als noch vor 10 jahren und das höchste BIP/kopf von den grossen europäischen industriestaaten haben. durch niedriglohn-politik schafft man das nicht.

oder man denkt der wirtschaftliche aufschwung ging auf kosten der sozialen netze. in den ersten jahren der wirtschaftsreformen war es sogar so. es gab nicht viel zu verteilen. aber heute? in großbritannien gibt es einen mindestlohn usw usw.

wer da mal nähere einblicke bekommen möchte sollte sich mal den bericht unter folgenden link durchlesen:

http://www.britischebotschaft.de/pdf...eech_May06.pdf

ist die seite der britischen botschaft in berlin

sicher, auch in großbritannien gibt es noch viel zu tun. der strukturwandel ist noch lange nicht abgeschlossen. nur habe ich das gefühl das da wirklich angepackt wird. man merkt das auch wenn man da durch die städte läuft. die aufbruchstimmung ist quasi zu fühlen.
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Alt 06.10.06, 10:43   #19
Schmittchen
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Das Vorhandensein eines gesetzlichen Mindestlohns spricht für ein hinlängliches soziales Netz? Das machte meinen Tag!
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Alt 06.10.06, 10:53   #20
ollinrw
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Nein, aber es ist ein Teil davon! Deswegen das usw. dahinter.

Wollte nur nicht zu Tief auf die ganze Geschichte eingehen. Deshalb mein Link zu der Seite von der britischen Botschaft. Da wird das doch mal ganz interessant durchleuchtet!
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Alt 06.10.06, 19:42   #21
Raskas
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Das traurige ist nur das die gleichen Vorschläge und Lösungsansätze auch hier schon seit geraumer Zeit bekannt sind. ( kann mich noch daran erinnern wie Schröder und Blair ein Papier für ein soziales und wirtschaftlich erfolgreiches Europa erstellt haben, glaub 98/99)

Der Unterschied ist aber das die Briten es durchrgezogen haben.
In Deutschland vergingen wieder Jahre bis das erste kleine Reförmchen in Angriff genommen wurde. Man muss ebenfalls erwähnen das Magerete Thatcher , auch wenn ich sehr wenige ihrer Ansichten teile, das Land auf Vordermann gebracht hat und die bitternötigen Reformen durchgezogen hat.

England ist ja nur ein Beispiel. Dänemark und Schweden gehören ebenfalls zu den Ländern in denen die Wirtschaft boomt und das soziale Netzt trotdem noch erhalten geblieben ist. Und ebenfalls wurden die Reformen nicht von "profitsüchtigen Neoliberalen" sondern von Sozialdemokratischen Parteien durchgeführt. Es gibt genügend Beispiele wie man die Wirtschaft wieder flott machen kann ohne dafür auf ein gutes Sozialsystem zu verzichten.

Leider ist Deutschland aber nicht nur ein Land des dichtens und des denkens sondern immer wieder auch des diskutierens ( und zwar extrem langwierig)
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Alt 28.02.09, 12:40   #22
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Manchester Reloaded (2006)


































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Alt 28.02.09, 13:04   #23
Silesia
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Für Englische Städte hab ich persönlich nichts bis gar nichts übrig! Aber das Hilton hat bissle was.
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