Deutschlandhaus [realisiert]

  • Das Deutschlandhaus am Valentinskamp soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Der Neubau soll sich optisch stark am Bestand orientieren. Angeblich ist der favorisierte Neubau-Entwurf von Hadi Teherani.


    > Bericht (Paywall)


    > Lage in Google Maps


    > Google StreetView


    Ich bin unschluessig. Der Bestand ist aktuell nicht toll und durch Kriegsbeschaedigungen, billige Nachkriegs-Reparaturen und Verschlimmbesserungen der 80er und 90er Jahre ziemlich ruiniert. Trotzdem sollte man ersteinmal sicher gehen, dass man sich mit einem Neubau nicht etwas noch schlaechteres an dieser Prominenten Lage einhandelt.


    Irgendwie fuehlt es sich an wie 'Da laeuft was falsch in Hamburg', wenn dieser Bau weichen soll und direkt nebenan auf beiden Seiten des Valentinkamps die schlimmsten 80er-Jahre Buero-Kisten stehenbleiben sollen. Dort muesste eigentlich Stadtreparatur viel dringender stattfinden.


    Auch der Name Hadi Teherani laesst einen nicht grade ruhiger schlafen. Immerhin ist Hadi sowohl fuer Gutes als auch fuer furchtbare Bausuenden in Hamburg verantwortlich...



    Das Deutschlandhaus bei Wikipedia



    Von Wolfgang Meinhart, Hamburg - Eigenes Werk, Bildlizenz: CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=342647

  • Da ja angeblich Hadi Teherani den Wettbewerb um den Neubau anstelle des Deutschlandhauses gewonnen hat, koennen wir rueckschliessen, dass dieser Entwurf von Mueller-Reimann...



    Bild: Thomas Müller Ivan Reimann Gesellschaft von Architekten mbH


    ...es nicht auf Platz eins geschafft hat. Also Augen auf - es werden wohl nach und nach Ergebnisse aus dem Wettbewerb im Internet auftauchen. In meinen Augen sehen Mueller-Reimann's Staffelgeschosse irgendwie Max-Dudler-isch aus... :D


    Und damit: Frohe Weihnachten, DAF!

  • Jetzt nochmal im richtigem Thread....


    Hadi Therani's Entwurf fuer das 'neue' Deutschlandhaus ist raus. Er orientiert sich sehr stark am Bestand und dem urspruenglichen Entwurf von Fritz Block und Ernst Hochfeld.



    Bild: Hadi Therani Architect


    Soweit ganz gut, aber Lieber Herr Franz-Josef Höing, bitte reden Sie dem Investor das dritte Staffelgeschoss aus. Das ist einfach 'too much'.


    Der Oberbaudirektor wird das Vorhaben morgen gemeinsam mit dem Architektenbuero Hadi Teherani Architects und dem Investor ABG Gruppe vorstellen und ueber die geplanten naechsten Schritte (vulgo: Den Abriss des Bestands) informieren.


    So faende ich es ertraeglich:



    Bildmontage: ich (auf Basis von Hadi Therani Architects)


    Man muss dazu sagen, dass das (inTeilen) auch beim aktuellen Bestand vorhandene dritte Staffelgeschoss in dieser Form nicht (!) Teil der Originalentwurfes ist, sondern, dass es bei einer Nachkriegs-'Sanierung' spaeter mal unauffaellig draufgeklatscht wurde und seitdem die Proportionen stoert.


    Hinweis: Mit dem dritten Staffelgeschoss und dem (im Vergleich zum Original) doppelt so hohen Erdgeschoss ist der Entwurf gefuehlt zwei Etagen zu hoch. Das ist eindeutig zuviel. Das weiss der Hadi auch wenn er ehrlich ist. Das ist reine BGF-Schinderei.


    Das Deutschlandhaus bei der ABG Gruppe


  • Bild (c) HÄUSER


    Es wirkt irgendwie solala. Und ob ein solala reicht?


    Da werden sicherlich noch hitzige Debatten gebührt


    Ich verstehe nicht, wieso eine Kernsanierung sich nicht rentiert und nur ein Komplettabriss die Lösung sein kann

  • ^^ Danke, ich auch nicht.
    Sorry, das ist so lächerlich. Auch wenn der Teherani sich anbiedert. Für mich ein absolutes Armutszeugnis, vor allem seitens der Stadt. In Leipzig lachen die sich tot...

  • Ich verstehe nicht, wieso eine Kernsanierung sich nicht rentiert...


    ^^ Danke, ich auch nicht


    Man kann den neuen Entwurf moegen oder ablehnen aber man kann sinnvollerweise nicht die Realiaet ignorieren. Die Antwort warum eine Sanierung kein gangbarer Weg ist, ist denkbar einfach:


    Es gibt so gut wie keinen (!) Altbau-Bestand mehr den man sanieren koennte. Punkt.


    > Der Kinosaal und das Foyer etc wurden 1945 durch Bombentreffer zerstoert und nicht wieder aufgebaut.


    > (Fast) alle ueberlebende Altbau-Substanz wurde in den 60er / 70ern abgerissen und (hinter der alten, schlecht reparierten Fassade) durch Nachkriegs-Neubauten und Einbauten ersetzt.


    > Die Fassade wurde in den 70er / 80er Jahren abgerissen und durch eine 'neue' (nicht originalgetreue) Fassade ersetzt.


    Was soll man denn nun sanieren? Soll man eine neue Fassade vor ein nicht mehr marktfaehiges 70-er Jahre Buerohaus bauen? Oder soll man das Nachkriegs-Buerohaus innen abreissen und einen 'Neubau' hinter die schlechte 80er-Jahre Fassade stellen?

  • ..es legitimiert in meinen Augen nicht den Abriss des Gebäudes. Ganz einfach.


    ^^ Gegenfrage: Wenn der (in der Vergangenheit bedauernswerterweise stattgefundene) Abriss und Neubau von rund 90% der urspruenglichen Gebaeudesubstanz nicht die Denmalwuerdigkeit aufhebt und somit den Abriss 'legitimiert' - was denn dann zum Beispiel?

  • Jetzt auch beim NDR


    Der Leiter des Denkmalschutzamts sagt: „Zu einer Zeit, als der neuzeitlicher Denkmalschutz in Hamburg wie auch woanders noch in den Kinderschuhen steckte, wurde das Gebäude durch Entkernung und Austausch seiner kompletten Fassade weitgehend seiner Originalsubstanz beraubt.'


    und: 'Dem Erinnerungsbedürfnis der Hamburgerinnen und Hamburger an die außerordentlich schöne und prägende Gestalt des Ursprungsbaus wird mit diesem Entwurf für einen Neubau aber auch ohne Denkmalschutz eine große Referenz erwiesen'.



    Bild: Hadi Therani Architects



    Bild: Hadi Therani Architects

  • [...]
    dann nenn es halt anders. Meinetwegen Rekonstruktion.
    Die Einzelheiten, die du aufführst stimmen ja auch. Diese können aber auch wieder rückgängig zu gemacht werden (gut, Kino jetzt mal ausgenommen). Insofern kannst du es hier runter beten wie oft du willst, es legitimiert in meinen Augen nicht den Abriss des Gebäudes. Ganz einfach.


    Das, was die Stadt hier nun bauen möchte ist eine Rekonstruktion! Eine interpretierte natürlich. Aber es ist mindestens so nah am Original wie das jetzige "Deutschlandhaus"... Und wie bereits erwähnt wurde gibt es nichts am derzeitigen Gebäude, das sich lohnt zu erhalten, also muss man so oder so abreißen, wenn man eine Verbesserung des Zustands will.

  • Deutschlandhaus

    Das Deutschlandhaus gehörte zu den prägenden Gebäuden der Stadt. Es wurde am Valentinskamp/ Dammtorstraße in Hamburg von 1928 bis 1929 nach Entwürfen von Fritz Block und Ernst Hochfeld errichtet. Das Gebäude wurde ursprünglich als Bürohaus genutzt und zählte somit zu den Kontorhäusern Hamburgs. Neben den Büroflächen nahm das Gebäude ein großes Lichtspieltheater, ein Kaufhaus und Ladenpassagen auf. Das markante achtstöckige Gebäude wurde in Stahlskelettbauweise errichtet; die Backsteinfassade war mittels durchlaufender Fensterbänder horizontal gegliedert. Das Deutschlandhaus war eines von wenigen erhaltenen frühmodernen Gebäuden dieser Art in Deutschland, stand jedoch nicht unter Denkmalschutz.
    Nun wird es abgerissen und durch einen sehr ähnlich wirkenden Neubau des Architekten Hadi Teherani ersetzt.


    Hier das alte Gebäude:

    [


    Der Neubau durch die ABG-Gruppe umfasst rund 40.000 qm BGF oberirdisch. Diese teilen sich auf in rund 29.000 qm Bürofläche, knapp 30 moderne Wohnungen am Valentinskamp und Einzelhandelsflächen mit Gastronomie im Erdgeschoss sowie eine Tiefgarage mit ca. 175 Stellplätzen. Ein Highlight soll das Öffentliche Atrium mit Gastronomieangeboten, Wasserspielen und 20 Meter hohen Palmen sein. Eine Kuppel in 35 Meter Höhe soll diesen Bereich überspannen.


    das neue Deutschlandhaus

    Quelle:https://www.haditeherani.com/d…s/deutschlandhaus-hamburg
    das Atrium


    Quelle:https://www.haditeherani.com/d…s/deutschlandhaus-hamburg


    Zwischenzeitlich hat der Abbruch dieses markanten Gebäudes durch Wilko Wagner begonnen.


    Hier einige Abrisseindrücke:





  • Danke mal wieder für die Bilderflut!


    Ich werde langsam mit der Vision des neuen Gebäudes warm. Es wirkt mindestens so elegant wie der Bestandsbau und setzt dem Ganzen glaube ich sogar ein Extra-Stockwerk auf.


    Zudem war ja meines Wissens das Deutschlandhaus gar nicht mehr sooo original.


    Und die Nutzung des Neubaus verspricht deutlich interessanter/attraktiver zu werden.


    Marco

  • Die Staffelung der oberen Geschosse hat mir beim Original wesentlich besser gefallen. Durch die Verkürzung wurde die runde Ecke mehr betont und gerade das typisch maritime Moment dieses norddeutschen Stils hervorgehoben. Jetzt ist zwar der Eindruck im groben erhalten, die äusserliche Eleganz ist allerdings dahin auch beim Anschluss an das Nachbargebäude links. Mir völlig unverständlich wieso es hier so wenig bis garkeinen öffentlichen Widerspruch gibt.

  • Sind zwar schon ein paar Tage alt. Die Bilder vom Abriss des Deutschlandhauses wollte ich euch nicht vorenthalten.


    deutschlandhaus-016xkbi.jpg


    deutschlandhaus-02jxjf0.jpg


    Bilder sind von mir.

  • und von mir jetzt live-Impressionen!


    Züblin führt den Grundbau durch!


    20200427_075214241_ioliks2.jpg


    20200427_080257000_ioiuj7q.jpg


    Baustellenschild



    Hamburger Geschichte

    so sah es dort 1927 aus....

    20200427_075946000_iotljy3.jpg

    Dort wo die Apotheke auf dem Plakat steht, entsteht jetzt das neue Deutschlandhaus..


    20200427_075956000_iobiklv.jpg


    Übrigens .. Straßenbahnen fuhren in Hamburg bis 1978!!

  • Bin ich der Einzige bei dem die Haelfte von PrinzAli's Bildern 'kopfueber' angezeigt wird?


    (Edit: Unter Windows 10 / Chrome, JFYI)

    Einmal editiert, zuletzt von Midas ()