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Alt 04.02.16, 00:53   #181
Max BGF
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Das Praktikable an der geschilderten Vison ist ja, daß sie modulweise bzw. Seite für Seite umgesetzt werden könnte und daher auch längst nicht solch einer Investition wie am Frankfurter Römer bedarf. Eine schnelle Komplettrekonstruktion scheint ohnehin unrealistisch, zumindest hört man nicht einmal ansatzweise von ernsthaften Bestrebungen in diese Richtung.

Ich hatte ein klein wenig gehofft, daß sich die Grünen vielleicht eines solchen Projekts annähmen, wenn sie schon modernen Großprojekten regelmäßig ablehnend gegenüberstehen; sozusagen als Ausgleich bzw. anderen Stempel, welche sie der Stadtentwicklung aufdrücken, und um vielleicht in Erinnerung zu bleiben. Doch nada.

Wie @Architektator richtig feststellt, wäre die Nordseite die interessanteste. Mit der würde ich beginnen. Es bräuchte auch längst keine Abrisse und Neubau, sondern nur Fassadenrekonstruktion. Dafür diese jedoch hochwertig, möglichst original, mit historischer Materialanmutung. Keine Billiglösung, der man "aufgeklebte" Fassaden ansieht.

Schon das Empfinden zweier kleinteiliger, historischer - und seien es auf der einen Seite gute 50er - Marktplatzseiten könnte weitere Bedürfnisse wecken. Man säße dort bei Außenbewirtung zudem auf der Sonnenseite.

WebCam-Blick auf Nord- und Ostseite

Im nächsten Schritt wäre die Rathausseite (Westseite) dran. Dort gibt es eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

Erstens Belassen, weil zwar häßlich, aber architekturhistorisch soo wichtig. Aus meiner Sicht inkonsequent und kein wirkliches Argument für eine solch zentrale Lage einer 600.000+Landeshauptstadt, wenn man wirklich Stadt reparieren will.

Zweitens Rekonstruktion, wiederum Fassade ausreichend. Man stelle sich allein schon den veränderten Anblick aus der Kirchstraße vor! Oder die Aufwertung und Platzwirkung vom nördlichen Bereich des Marktplatzes.

Eine bloße Freilegung des Rathausturmes, wie auch schon gehört, wäre sicher keine Lösung, würde überhaupt nicht zur modernen Rathausfront passen, wirkte sogar schlechter als jetzt.

Denkbar wäre allerdings doch noch drittens, zunächst Turm und nördliche Flanke dieser Rathausseite wiederherzustellen. Die Mischung Alt und Neuer wäre ohnehin ein Gestaltungselement des Marktplatzes und sieht auch bei der Börse nicht so schlecht aus. Vor allem aber wäre dadurch der Marktplatz trotzdem schon gefühlte 70% ansehnlich gestaltet, befände sich keine Bausünde, kein Bruch im Panorama von Rathausturm bis zur Münzstraße. Zudem wäre die Rathausflucht gen Westen/Hirschstraße homogen.

Mit entsprechender Stadtmöblierung, insbesondere Bäumen, verzeih @madmind, Sonnenfläche Marktplatz + Schillerplatz + Schloßplatz sind schon reichlich, ließen sich die verbliebenen modernen Gebäude(teile) von der attraktiven Nordseite abschirmen.

Dann bliebe noch die Südseite samt Breuninger. Dort sehe ich keine Eile, weil die ersten Stufen schon ihre Zeit brauchen, sich das neue Marktplatzgefühl gerne etwas setzen und neue Ansprüche wecken darf. Außerdem nagt der Zahn der Zeit weiter an diesen Gebäuden, könnte Breuninger schon von sich aus, nachdem das Dorotheenquartier ein paar Jahre läuft, an Neugestaltung denken.
Man könnte diese Seite notfalls auch die nächste Generation vollenden lassen.
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Alt 04.02.16, 06:34   #182
hans.maulwurf
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^^ mach doch bitte mal einen Termin beim BB!

Im Ernst, den Vorschlag finde ich durchdacht und als sehr zielführend, auch wenn mein 50er-Kisten Favorit eigentlich das rechte (grüne) Ex-Haufler-Gebäude ist. Zugunsten der historischen Nordseite allerdings verschmerzbar. Nochmal eine detailliertere Ansicht:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Mark..._Stuttgart.jpg

Großartig, ohne dick aufzutragen.
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Alt 04.02.16, 07:55   #183
Regent
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Kaum sieht der Deutsche Fachwerk bekommt er feuchte Augen. Also mal im Ernst, so häßlich der Stuttgarter Markplatz ist, keines der Häuser ist Rekonstruktionswürdig. Auch das alte Rathaus halte ich jetzt nicht unbedingt für einen herausragenden Bau. Mir gefällt die jetzige Bebauung auch nicht besonders, aber man muss auch mal ehrlich sein und sagen, dass der Marktplatz in Stuttgart eben weder der Grand-Place in Brüssel, noch der Frankfurter Römer war. Sämtliche Bebauung war absoluter Durchschnitt und keineswegs herausragende Bürgerhäuser, Repräsentativ schon garnicht. Die Probleme am Stuttgarter Marktplatz hängen vielmehr mit der Nutzung, oder auch Nicht-Nutzung der Erdgeschossflächen, der Beleuchtung, dem Bodenbelag und einfach generell der Aufenthaltsqualität zusammen. Man stelle sich doch den Marktplatz wie er jetzt ist einfach mal mit hochwertigem Bodenbelag, Lichtkonzept, Sitzgelegenheiten und 3 - 4 Cafe´s und Restaurants mit Außenbestuhlung vor. Meinetwegen auch mit mehr Bäumen.
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Alt 04.02.16, 09:05   #184
hans.maulwurf
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wo siehst du auf diesem (offenes!) Bild Fachwerk? https://upload.wikimedia.org/wikiped..._Stuttgart.jpg

Die Fassade bei meinem Favoritebau (Gebäude links) ist bemalt. Grundsätzlich gebe ich aber schon denen Recht, welche dem Marktplatz eine eher geringe Bedeutung zu sprechen, er war und ist eigentlich imer noch in erster Linie Wirtschaftsfläche.

Das derzeit größte "Problem" sehe ich auch in erster Linie in der Abwesenheit jeglicher Gastronomie oder sonstiger Außennutzung, als auch in der Platzgestaltung. Charmant wie ein Parkplatz in irgendeinem Industriegebiet...Vielleicht könnten die Schnarchnasen im Rathaus einfach mal aus dem Fenster schauen :-)
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Alt 04.02.16, 10:15   #185
Wagahai
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PP hat schon geguckt. Findet er total dufte.
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Alt 04.02.16, 12:31   #186
Regent
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Ja, du hast recht, auch ich sehe überwiegend verputztes Fachwerk mit bemalten Fassaden. Sollte jetzt auch eher etwas polemisch auf den deutschen Historismus-Komplex abzielen. Alles was irgendwie alt aussieht wird direkt als hübscher und besser verkannt. Auch wenn es sich wie in diesem Fall nur um relativ billige Putzfassaden handelt – heute würde man wohl von Fake sprechen. Die Frage ist halt was man hier rekonstruieren will. Kubatur? Bauart? Oder reicht auch ein Fake-Gebäude in historisierendem Stil? Man kann ja auch einfach Schrägdächer auf die jetzigen Gebäude am Marktplatz setzte und die Fassade kitschig-historisch bemalen. Käme wohl auf das gleiche Ergebniss wie eine Rekonstruktion raus. Die Frage ist allerdings ob das an der Aufenthaltsqualität des Platzes etwas ändert wenn es weiterhin keine Gastronomie auf dem Platz gibt, und keine Sitzmöglichkeiten geschaffen werden oder man sich mal dem Belag annimmt.
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Alt 04.02.16, 12:53   #187
hans.maulwurf
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eine endgültige Antwort kann ich dir geben wenn die ersten Rekos am Römer stehen :-)

Als wichtigsten ersten Schritt sehe ich aber auch die Möblierung, Belag und Gastronomie an. Letztere ist wohl in sofern schwierig, das man sich von zwanzig verkauften Tassen Kaffee die Miete nicht leisten können wird.
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Alt 04.02.16, 12:56   #188
Regent
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Die prächtigen Bürgerhäuser am Römer der reichen Stadt Frankfurt sind halt nicht mit denen am Stuttgarter Marktplatz vergleichbar. Ich finde am historischen Stuttgarter Marktplatz weder die einzelnen Häuser, noch das Ensemble oder die Platz-Aufteilung besonders herausragend.
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Alt 04.02.16, 13:45   #189
tyset
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Wenn ich die Diskussion hier so lese dann glaube ich so langsam, dass man den Marktplatz im 50er-Jahre-Stil belassen aber aufhübschen sollte. Rekonstruktionen könnte man stattdessen z.B. im Westen (im dort das eine oder andere wieder stimmiger zu gestallten) oder in anderen Bereichen der Innenstadt (Calwer Straße?) durchführen.
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Alt 04.02.16, 19:12   #190
Max BGF
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Zitat:
Zitat von Regent Beitrag anzeigen
aber man muss auch mal ehrlich sein und sagen, dass der Marktplatz in Stuttgart eben weder der Grand-Place in Brüssel, noch der Frankfurter Römer war. Sämtliche Bebauung war absoluter Durchschnitt und keineswegs herausragende Bürgerhäuser, Repräsentativ schon garnicht.
@Regent, das gebe ich ja zu, schreibe es explizit in #178 unten. Daher ja auch die Idee des Stilmixes, also der nur teilweisen Rekonstruktion. Ich sehe darin aber gerade eine Chance, nämlich, daß ein solche Aufwertung um Längen günstiger zu haben wäre.

Fachwerk, nicht einmal unterdurchshnittliches, besaß übrigens das dritte, westlichere Haus der Nordseite: http://www.heimatsammlung.de/topo_un...tplatz-311.jpg


Zitat:
Zitat von Regent Beitrag anzeigen
Die Probleme am Stuttgarter Marktplatz hängen vielmehr mit der Nutzung, oder auch Nicht-Nutzung der Erdgeschossflächen, der Beleuchtung, dem Bodenbelag und einfach generell der Aufenthaltsqualität zusammen. Man stelle sich doch den Marktplatz wie er jetzt ist einfach mal mit hochwertigem Bodenbelag, Lichtkonzept, Sitzgelegenheiten und 3 - 4 Cafe´s und Restaurants mit Außenbestuhlung vor. Meinetwegen auch mit mehr Bäumen.
Zitat:
Zitat von Regent Beitrag anzeigen
Die Frage ist allerdings ob das an der Aufenthaltsqualität des Platzes etwas ändert wenn es weiterhin keine Gastronomie auf dem Platz gibt, und keine Sitzmöglichkeiten geschaffen werden
Zitat:
Zitat von hans.maulwurf Beitrag anzeigen
Als wichtigsten ersten Schritt sehe ich aber auch die Möblierung, Belag und Gastronomie an. Letztere ist wohl in sofern schwierig, das man sich von zwanzig verkauften Tassen Kaffee die Miete nicht leisten können wird.
Eben. Nur sehe ich da offenbar einen anderen Ursache-Wirkungszusammenhang. Bei derzeitiger Bebauung ist Möblierung nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wird Aufenthaltsqualität in 100 Jahren nicht entstehen, der Platz nicht belebt werden. Man könnnte natürlich allabendlich Freibier ausschenken...
Ein merklich, nicht nur möblierungskosmetisch, aufgewerteter Marktplatz wäre gewiß per se attraktiver. Diese Chance gastronomisch zu nutzen, obläge freilich den entsprechenden Betreibern.
Von daher kann ich mir diesen Marktplatz nur sehr schwer mit anderer Möblierung aber belebt vorstellen. Hingegen kann ich mir einen baulich schöneren Marktplatz selbst ohne großartige Möblierung belebt vorstellen.

Mal ehrlich, wer führt seinen Besuch zum Marktplatz, präsentiert diesen gerne? Da hält man sich doch viel lieber an Schloß- und Schillerplatz oder selbst jenseits im Bereich Geißstraße auf.

Es geht wie gesagt keineswegs darum, einen Platz ersten Ranges zu schaffen, ist weder nötig noch vermutlich möglich. Es geht darum, den Platz deutlich aufzuwerten, ihm ein paar Charakteristika jener Plätze zurückzugeben, welche Menschen landauf landab erwiesenermaßen zu schätzen wissen. Mehr Gemütlichkeit, Ambiente, Atmosphäre. Daß dies auch ohne herausragende Prachtbauten geht, sondern schon ein entsprechendes Ensemble ein lebenswerteres Gefühl erzeugen können, zeigen unzählige Altstädte.

Ob die beschriebene Aufwertung ausreicht, die kritische Masse an Aufenthaltsqualität zu erzeugen, genügend Leute anzuziehen, ist dabei keineswegs sicher. Es wäre jedenfalls ein Versuch und selbst wenn sich hernach die Gastronomie nicht so entwickelt wie erhofft: Als Gewinn bliebe, den zentralen Schandfeck beseitigt zu haben. Eine Aufwertung von 0 auf 5 kann übrigens genausoviel, fallweise sogar mehr, bewirken wie eine von 5 auf 10. Wer eine große Delle am Fahrzeug hat, behebt sinnvollerweise zunächst diese bevor er das Styling tuned.

Mir scheint nur, man hat sich in dieser Stadt längst mit einem häßlichen Marktplatz abgefunden. Dabei ist ein "häßlicher Marktplatz" in der in- wie ausländischen Städtelandschaft eigentlich ein Widerspruch an sich, besitzen gerade Marktplätze doch häufig mit das größte Anziehungspotential, bilden die schöne Ortsmitte, werden mit der Stadt erinnert. Gut, letzteres passiert mit Stuttgart auch, nur eben nachteilig. Denn aus etlichen Rückmeldungen weiß ich, daß das Stutgarter Image extrem unter dem Marktplatz samt seinem selten häßlichen Rathaus leidet. Würde sagen, 90% derer, die sich für Architektur interessieren, verbinden Stuttgart mit seinem Marktplatz negativ und knapp 100% der Menschen kämen nicht auf die Idee, ausgerechnet an diesem Marktplatz verweilen zu wollen. Was weder an falschen Baumarten, noch billigen Leuchten noch zuwenig Bänken liegt.
Max BGF ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 04.02.16, 20:41   #191
ippolit
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die unaufgeregte Argumentation hat was.

Mein Türöffner war das Adlon in Berlin, das Gebäude war sicher nicht ganz billig nur es schreit einem gerade zu an, dass hier was nicht stimmt. Was ich sagen will ist; das auch teure Fakes, Fakes bleiben. Beim Ritz Carlton hat man dieses Gefühl nicht, ist aber auch kein Fake.

Gerade an einem Marktplatz wird man genauer hinschauen und ein Fake wird hier das Gegenteil von dem bewirken, was Du willst.

Ich würde beim Breitling anfangen und dort eine Architektur hinstellen, die von Heute ist. Vielleicht wäre der Breitling auch kein schlechter Mieter im Dorotheen-Quartier und man könnte dafür dort ein Konzerthaus oder ein 5-Sterne Hotel hinstellen, dass an den Bunker angeschlossen wird.

Der Bunker rottet vor sich hin und könnte wenn er raus geputzt wird und von Stuttgarter Künstlern bewohnt und bespielt wird, helfen eine Einzigartigkeit zu erzeugen, die man gerne seinen Gästen vorstellt.

Dein Vorschlag die Zeit zu nutzen, bis dies Früchte trägt halte ich für einen sehr guten Vorschlag.

Geändert von ippolit (04.02.16 um 20:58 Uhr)
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Alt 04.02.16, 21:16   #192
Max BGF
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Wie gesagt müssen die paar Gebäude wirklich wertig rekonstruiert werden, was angesichts der jeweils nur einen Fassadenseite finanziell wie auch handwerklich machbar sein würde. Erfahrungen mit Rekos gibt es viele, ist kein riskantes Versuchsfeld.

"Fake" könnte auch noch sowas wie Disney implizieren, was freilich ebensowenig gemeint ist. Sonst könnte man tatsächlich aus ehemals "nur" guten Bauten plötzlich aufesehenerregende Prachtbauten machen. Nein, das ist nicht gewollt, vielmehr Marktplatzauthentizität in seiner jeweils schönsten oder interessantesten Form und also auch die irgendwie liebgewonnene 50er-Zeile behalten.

Dein Vorschlag einer Konzerthalle anstelle Breitling würde klasse passen, eigentlich genau der richtige Ort dafür und gute Idee, was mit der Südseite geschehen könnte, bei der meine Vorstellungen noch am wenigsten konkret waren.
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Alt 04.02.16, 22:09   #193
Regent
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Das mit dem Breitling hätte was. Ich könnte mir dort im Erdgeschoss auch großflächig außenterasse mit Gastro vorstellen. Auch die Bunkeridee, diesen als Kunsthaus zu nutzen gefällt.
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Alt 05.02.16, 06:23   #194
hans.maulwurf
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Zitat:
Zitat von Wagahai Beitrag anzeigen
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gibt ja auch nichts besseres als Ruhe vor der Hütte. Endlich in Ruhe schlafen .

Ansonsten muss man realistisch bleiben was großflächige Abrisse anbelangt.
hans.maulwurf ist gerade online   Mit Zitat antworten
Alt 05.02.16, 08:55   #195
Regent
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Ich denke Max BGF hatte gar keine großen Abrisse im Sinn wenn ich Ihn richtig verstanden habe. Eher sowas wie neue (alte) Fassaden vorzuhängen. Nur finde ich das eigentlich keine der Fassaden eine Rekonstruktion würdig ist.
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