Zurück   Deutsches Architektur-Forum > Architektur, Städtebau und Bauwesen: Regionale Themen > Osten > Dresden > Stadtlounge Dresden

Antwort
 
Themen-Optionen Ansicht
Alt 17.03.19, 21:10   #46
Chris1988
Goldenes Mitglied

 
Registriert seit: 03.03.2014
Ort: Dresden
Beiträge: 1.826
Chris1988 sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreChris1988 sorgt für eine eindrucksvolle AtmosphäreChris1988 sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Nürnberger Straße und Zellscher Weg sind eigentlich die unkompliziertesten Abschnitte, da ein Grünstreifen vorhanden bzw. die Straße breit genug ist.
Der schwierige Teil ist hier nur das Stück Caspar-David-Friedrich-Straße zum Wasaplatz und bekannterweise die Nossener Brücke zieht sich wegen Umplanung noch eine Weile.

Genauso einfach ist auf der anderen Strecke die Budapester Straße, wo selbst das Brückenbauwerk Richtung Innenstadt relativ einfach wird, da es nur zwischen den schon vorhandenen Brücken ergänzt werden muss.

Bis man die Chemnitzer oder die Nossener Brücke realisiert hat, könnte man also hier schön vom Nürnberger Ei in einem Bogen wieder Richtung Postplatz fahren.
Chris1988 ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.19, 22:45   #47
Elli Kny
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Elli Kny
 
Registriert seit: 20.09.2013
Ort: Dresden
Beiträge: 5.166
Elli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz sein
Auf jeden Fall feiern wir im nächsten Jahr zünftig "Stadtbahnprogramm 2020! - War da was?", denn die Strehlensache war als Anbindung/Verknüpfung zur S-Bahn schon vorher fest im Plan, auch um nicht nochmal die kaputte Wasastrasse tramtauglich machen zu müssen.

Ich bin nun aber gar nicht unglücklich, dass diese herben Verzögerungen am Stadtbahnprogramm eintraten. Die vorgelegten Planungen sind für mich ziemlich inakzeptabel: da wird verbreitert und versiegelt was das Zeug hält, Eingriffe sondergleichen, Megakreuzungen und natürlich in real doch alle Bäume weg. Gerade Nürnberger Strasse, - Ei und -Platz, aber auch bis zum Zelleschen Weg, sind somit eher sehr schwierige Abschnitte. Alle diese Strassen ändern ihr Abbild, die Verkehrsanlagen rücken den Wohnbauten auf den Leib, die Schneisenwirkung wird erhöht.

Infolge der vieljährigen Verzögerung sollte man fast schon überlegen, ob man den bisherigen vorgegebenen Planungsgrundsätzen noch folgen möchte, oder ob man nicht besser die Bau- und Förderrichtlinien-Nouvellierung bis 2023 abwartet. Ab 2023 SOLL es deutlich besser möglich sein, eine Tramstrecke stadtverträglicher zu bauen, auch SOLL der Zwang zum Eigenen Gleiskörper gemildert oder abgeschafft werden. Heisst: die DVB wären wie auch andere nicht mehr gezwungen, den ausschließlich finanzierten eigenen Gleiskörper zu bauen. Das ist nun irgendwie eine Knackpunktfrage.

Gleichwohl bin ich bis dahin äusserst skeptisch, daß man in diesem Land noch zu vernünftigeren bzw vereinfachten Rahmenbedingungen kommt (hier Bundesthema), ich glaube ebensowenig dass unsere tollen Stadtpolitiker solche Dinge mitbedenken, noch daß man nun 2023 abwartet und schaut, was rauskommt (wenn's denn pünktlich käme), noch daß man schonmal vorab losplanen könnte - auf Grundlage einer kolportieren, aber noch unsicheren neuen Richtliniengrundlage. Vermutlich wird man nun in den letzten Jahren der veralteten Richtlinien schöne breite Schneisen mit geheiligten Inselbahnsteigen und Gigaknoten bauen, während die lange Bauzeit sich längst ins neue Zeitalter geläuterter Lösungen erstrecken und man sich qua Eröffnung dann in den Allerwertesten beissen könnte. Der obligatorische Mastenwald samt Himmelsnetz schrumpft dabei fast zur Nebensache.

Ein Abwarten auf bessere Tage betrifft vorrangig die "angebauten" Streckenabschnitte wie die Nürnberger Strasse, allerdings vorausschauend auch die Chemnitzer- und Budapester-, Pfote, Pillnitzer- und Striesener Strasse. Auf beiden letzteren würde je etwa die halbe Grünzugbreite geopfert. Schaut man sich das vor Ort an, erkennt man den Wahnsinn. Wie gesagt bin ich skeptisch, daß man ab 2023 plötzlich einfach mal Gleise im MIV-Fahrbahnraum einbaut - und nur die Haltestellen und Knoten anpassen bräuchte, also ohne Raumgreifung daneben. Ebenso, dass man vielleicht auch mal zu Lösungen von Gleislagen am Rand jetziger Kfz-Fahrbahnen käme, usw. Irgendwie hoffe ich, dass man noch drei Jahre weitere Verzögerung fabriziert. Die bisherigen Bauvorschriften sind schuld, da kommt zu viel Mist raus, das ist eher Wirtschaftsförderung mit langen Baustellen zu immer höheren Kosten und natürlich unbedacht zu Lasten der Stadtstrukturen und derer Anwohner. Sollen sie eben die Nossener Brücke machen und das ganze Ding auf "Stadtbahn 2030" umbenennen.
Elli Kny ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 17.03.19, 23:47   #48
Blogrand
Mitglied

 
Registriert seit: 29.07.2014
Ort: Leipzig/Berlin
Beiträge: 142
Blogrand könnte bald berühmt werden
Vielen Dank an Antonstädter und die anderen Kommentator/innen. Gut zu wissen, dass ihr rund um den Schillerplatz eine Variante mit getrennten Richtungsgleisen bzw. Schleife auch am ehesten für realistisch haltet - mal abgesehen von den politischen Risiken. Dass es bei oberleitungsfreien Bahnen zu Kompatibilitätsproblemen mit dem Rest des Netzes kommen würde, leuchtet mir ein. Mögliche Probleme bei Eis und Schnee und Platzprobleme wegen großer Batterien scheinen mir hingegen lösbar. Im Fall von Detroit trotzen die Bahnen deutlich raueren Wintern und Platz ist in den Niederflurbahnen dort auf jeden Fall genug.

Die Gigantomanie neuerer Verkehrssplanungen finde ich ebenso bedenklich. Dazu zählt auch die von der DVB angestrebte Verbreiterung der Bahnen inklusive größerer Gleisabstände. Die Schönheit der Dresdner (und Leipziger) Straßenbahn besteht in ihrer Netzdichte und gemischten Nutzung der Verkehrsräume. Mehr und mehr eigene Gleiskörper und steigender Platzbedarf der Bahnen beeinträchtigt das aus meiner Sicht.
Blogrand ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.03.19, 15:34   #49
tpf_x
Fast ein Mitglied

 
Registriert seit: 14.09.2017
Ort: Dresden
Beiträge: 14
tpf_x hat die ersten Äste schon erklommen...
Naja, das Gleiskörper auf der Straße nicht gerade zur Attraktivität des ÖPNV beitragen, kann jeder bestätigen, der schon mal mit der Bahn auf der Königsbrücker Straße oder Kesselsdorfer Straße im Stau stand. Ehrlich gesagt halte ich die Entwicklung zu baulich abgetrennten Bahnkörpern für eine sehr sinnvolle. Das erlaubt deutlich höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten, wenn man die Kreuzungspunkte mit sinnvollen Ampelschaltungen ausstattet. Das dies nicht zur Verschlechterung der städtebaulichen Situation beitragen muss, zeigt eigentlich gerade die aktuelle Planung für den Zelleschen Weg: mit einer überbreiten Fahrspur für den MIV statt 2 Fahrspuren (pro Richtung) wird die ganze Straße nicht wesentlich breiter als jetzt. Und dank den dann wahrscheinlich vorhandenen Bäumen vllt. sogar ein bisschen weniger hässlich.

Auch finde ich hier die Hoffnung danach, dass es jetzt ruhig auch noch dauern kann, etwas bedauerlich. Der aktuelle Zustand ist zu Uni-Zeiten auslastungsmäßig echt problematisch und es wird echt Zeit, dass sich da mal was tut.

Geändert von tpf_x (19.03.19 um 23:13 Uhr)
tpf_x ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.19, 23:00   #50
Elli Kny
Diamant-Mitglied

 
Benutzerbild von Elli Kny
 
Registriert seit: 20.09.2013
Ort: Dresden
Beiträge: 5.166
Elli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz seinElli Kny kann im DAF auf vieles stolz sein
Da ^tpf_x die (erwarteten) Bedenken ansprach, möchte ich nochmal erläutern:
Es geht um einen wirtschaftlichen (auch beschleunigten) Verkehrsträger Tram - aber stadtverträglich wo sinnvoll und nötig.
Der Zellesche Weg weist bereits einen Mittelstreifen auf, dort kann es durchaus einen separaten Gleiskörper (gar auf Länge) geben. Ebenso ist dies entlang der Nossener Brücke kein Problem.
Hingegen sollten großzügige Grünachsen (freilich noch zu qualifizieren) wie entlang der Nürnberger Strasse nicht unreflektiert als Raumgreifungs-"Platz" mißdeutet und an die Bestandsbauten deutlich enger rangerückt werden (auch wegen Schall). Es geht also nur um jene Abschnitte in "integrierten Lagen" bzw wie hier um eine Querung durch ein Stadtteilzentrum am Ei sowie durch die Uni-Umgebung.
Die Beschleunigung und Wirtschaftlichkeit einer Tramlinie ergibt sich aus der Beschau des Umlaufs auf ihrer Gesamtlänge hin und rück. Ich plädiere für gewisse Abkehr vom vereinfachenden Dogma (welchem leider die DVB auch oft genug aufgesessen sind), wonach auch die letzte Sekunde auszureizen ihr unhinterfragbares Recht auf Kosten von Stadtstruktur und Stadtbild sei. Ich hoffe also auf jene Vernunft zu einem neuen Konsens, welcher alle Belange verträglich unter den Hut bekommt und geringe Abstriche nicht ideologisch zurückweist.

In Dresden braucht es doch nun ernsthaft nicht um eine Hetz-Mobilität um Sekunden gehen, die DVB müssen geringe Fahrzeitverluste (meist nur Sekunden) auf solchen Kritischen Abschnitten mitbedenken. Damit ist keinem wirklich geschadet, setzen sich Reisezeiten doch aus vielerlei Zeitaufwänden zusammen (Fußwege, Anfahrten Rad, Ampelwartezeiten, Baustellen, Staus, Unfall-Blockaden etc.). Auf gesamtem Linienumlauf werden zB 20 Sekunden Verlustsumme noch zu keinem weiteren erforderlichen Stadtbahnwagen führen.

Zudem heisst nicht-separates Gleis (zB in der Fahrbahn) NICHT, dass man per se schechter durchkommt. Das ist heute qua Telematik (zu deutsch: Vorlauf-Grün und Pulkführer) händelbar, die Tram also kaum noch Bremser der Autospur, wenn man es richtig plant und steuert.
Insofern muß man nicht nur in den DVB, sondern ebenso in Stadtpolitik (Entscheider) und Verwaltung zum Konsens kommen, daß man in Stadtteilzentren die Verträglichkeit obenan stellt und Linie wie Wegeketten der Nutzer im Ganzen betrachtet. Alles andere ist Ideologie und führt nur zu toten Schneisen und zu keiner attraktiven Stadt.

Dresden ist hierbei besonderer Fall, da infolge 2.WK-Zerstörung sowie großzügiger Vorstadträume eigentlich und gemäß Baurichtlinie überall "ausreichend Platz" gesehen wird, was in unzerstörteren Tramstädten wie Erfurt oder Halle fast nirgends der Fall ist. Damit baut Dresden gleichsam "weiter zerstörend" auf dieser Zerstörungsgrundlage auf, bzw mißbraucht wie bisher recht leichtfertig und unreflektiert jene guten Qualitäten, welche eigentlich für die Qualifizierung des öffentlichen Raumes (zB mehr Stadtgrün) gedacht waren.
Im Übrigen sind die Uni-Spitzenzeiten eben auch nicht der ganze Tag und betreffen kaum die ganze Zukunftslinie, sondern nur einzelne schwer zu händelnde Hot Spots kurz vor den Vorlesungsbeginnen bzw zu Pausenzeiten. Solch Nachfragezerrungen sind für das ganztägige Verkehrsangebot und das betreibende Unternehmen mE weitaus ungünstiger als ein paar Sekunden - wenn überhaupt.
Elli Kny ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 19.03.19, 23:49   #51
tpf_x
Fast ein Mitglied

 
Registriert seit: 14.09.2017
Ort: Dresden
Beiträge: 14
tpf_x hat die ersten Äste schon erklommen...
Zitat:
Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
Da ^tpf_x die (erwarteten) Bedenken ansprach, möchte ich nochmal erläutern:
Es geht um einen wirtschaftlichen (auch beschleunigten) Verkehrsträger Tram - aber stadtverträglich wo sinnvoll und nötig.
Vorweg: Prinzipiell stimme ich dir schon zu, aber bei ein paar Punkten und vor allem in diesem speziellen Fall würde ich dir schon widersprechen.

Zitat:
Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
In Dresden braucht es doch nun ernsthaft nicht um eine Hetz-Mobilität um Sekunden gehen, die DVB müssen geringe Fahrzeitverluste (meist nur Sekunden) auf solchen Kritischen Abschnitten mitbedenken. Damit ist keinem wirklich geschadet, setzen sich Reisezeiten doch aus vielerlei Zeitaufwänden zusammen (Fußwege, Anfahrten Rad, Ampelwartezeiten, Baustellen, Staus, Unfall-Blockaden etc.). Auf gesamtem Linienumlauf werden zB 20 Sekunden Verlustsumme noch zu keinem weiteren erforderlichen Stadtbahnwagen führen.
Der Verkehrsplaner der DVB betont immer wieder, dass neben Verlässlichkeit und Verfügbarkeit, Schnelligkeit eben doch ein großer Faktor ist, um die Leute vom Auto zum ÖPNV zu bringen. Wenn die selbe Strecke mit dem Auto um ein vielfaches schneller zu erfahren ist, ist das ein echtes Problem. Es geht also schon um Schnelligkeit. Und ich würde halt auch bestreiten, dass abgetrennte Gleise nur ein paar Sekunden bringen:

Zitat:
Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
Zudem heisst nicht-separates Gleis (zB in der Fahrbahn) NICHT, dass man per se schechter durchkommt. Das ist heute qua Telematik (zu deutsch: Vorlauf-Grün und Pulkführer) händelbar, die Tram also kaum noch Bremser der Autospur, wenn man es richtig plant und steuert.
Man kann sicher mit entsprechender Telematik einiges erreichen - das bringt aber alles nichts, wenn die Bahn am nächsten Knotenpunkt halt doch wieder im Stau hinter Autos der vorherigen Phase steht. Da sind baulich abgetrennte Strecken einfach von Vorteil, weil es dann nie passieren kann, dass man mehr als eine Ampelphase zum kreuzen braucht. Und schon einmal mehr warten kostet mit Sicherheit >30sec.

Zitat:
Zitat von Elli Kny Beitrag anzeigen
Im Übrigen sind die Uni-Spitzenzeiten eben auch nicht der ganze Tag und betreffen kaum die ganze Zukunftslinie, sondern nur einzelne schwer zu händelnde Hot Spots kurz vor den Vorlesungsbeginnen bzw zu Pausenzeiten. Solch Nachfragezerrungen sind für das ganztägige Verkehrsangebot und das betreibende Unternehmen mE weitaus ungünstiger als ein paar Sekunden - wenn überhaupt.
Naja - ist jetzt natürlich nur persönliche Empfindung, ich kenne da keine Untersuchungen zu. Aber die 61 in im Bereich Nürnberger Straße/Zellescher Weg ist nicht nur zu den Pausenzeiten im Semester überlastet (auch wenn es da natürlich besonders schlimm ist), sondern eigentlich immer zur Hauptverkehrszeit.
tpf_x ist offline   Mit Zitat antworten
Antwort

Themen-Optionen
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.



Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 06:29 Uhr.


Powered by vBulletin (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2019, Jelsoft Enterprises Ltd.
©2003 - 2019 Deutsches Architektur-Forum