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Alt 14.08.18, 22:41   #556
Altbaufan_
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Altbaufan_ ist einfach richtig nettAltbaufan_ ist einfach richtig nettAltbaufan_ ist einfach richtig nettAltbaufan_ ist einfach richtig nettAltbaufan_ ist einfach richtig nett
Alle großen Genossenschaften in Leipzig "verbünden" sich gegen Leipzigs Stadtverwaltung und deren Vorsteherin, der Dame mit Hut.

Konkret geht es um eine Idee der Stadt, dass die Genossenschaften pro Jahr 500-700 WE bauen sollen. Fragt sich zuerst, auf welchen Grundstücken, diese haben die Gen. sicher auch nicht in Masse auf Lager...

Gerade zu lächerlich finde ich die Aussage "In Leipzig gibt es angespannte Gespräche, aber noch keinen angespannten Wohnungsmarkt.“
Jeder Marktbericht, egal von welchem Anbieter, fast jeder Mitarbeiter der Stadt, diverse Wissenschaftler und auch viele Immobilienmakler sprechen von einem angespannten Markt. Nur die Genossenschaften sehen alles ent- statt angespannt? Mysteriös, schaut man sich doch mal an, wie wenig WE diese in citynahen Bereichen noch frei haben, wo man vor 5 Jahren noch gute Auswahl hatte, gibt es jetzt oft 0-2 Treffer... Man verschweigt hier wohl gern, dass der Leerstand sich vor allem in Grünau oder einigen kaum sanierten Beständen konzentriert (wie jeder über die Suchfunktion der Anbieter herausfinden kann).

Und: "Anhebung der Bedarfssätze bei den Kosten der Unterkunft (KdU), die in Leipzig bei Plattenbauten zu den niedrigsten Sätzen in Sachsen gehörten". Entweder der Autor hat geschlafen oder die Genossenschaften wissen nicht, dass KdU unabhängig vom Gebäudetyp gezahlt wird.

http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/St...n-Dubrau-mobil
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Alt 14.08.18, 23:13   #557
LE Mon. hist.
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LE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfachLE Mon. hist. braucht man einfach
"Allein bei den Genossenschaften stünden über 3800 Wohnungen leer, hinzu kämen 2000 beim kommunalen Vermieter LWB. Die Genossenschaften könnten ihren Mitgliedern niemals erklären, warum sie „Tausend neue Wohnungen mit sehr hohen Mieten bauen sollen, wenn nebenan Tausend leer stehen.“ ... ."

Die großen Genossenschaften im VSWG hatten Ende des Jahres 2017 insgesamt 3.814 leerstehende Wohnungen bei einem Gesamtbestand von 53.313 Wohnungen (7,2 %). Davon standen 1.558 (2,9 %) nach ihren Angaben wegen mangelnder Nachfrage leer - das ist aber eine etwas großzügige Umzugsreserve, de facto sind die Genossenschaften nahe der Vollvermietung.

Bei 2.256 Wohnungen (4,2 %) werden "sonstige Leerstandsformen" als Grund angegeben, vor allem sind das 100 % leerstehende, unsanierte und nicht zur Vermietung angebotene Leerstände.

https://www.vswg.de/publikationen/ --> Jahresstatistik 2017

Es gehört schon eine gehörige Portion Chupze dazu zu behaupten, es gäbe in Leipzig keinen angespannten Wohnungsmarkt, weil man selbst noch ein paar hundert Häuser hat, die seit Jahren z.T. verrammelt vor sich hingammeln. Die Buden sind logischerweise für Menschen, die im Moment Wohnungen suchen, völlig irrelevant. Sie helfen ihnen genauso wie noch nicht gebaute Wohnungen, die vielleicht in zwei oder drei Jahren beziehbar sind.

Ähnlich bei der LWB: Der vermietbare Kernbestand umfaßt 33.486 Wohnungen, davon sind 96,6 % vermietet und mithin 1139 leer. Der "Kernbestand unsaniert bzw. mit Sanierungsplanung" umfaßt 1.552 Wohnungen mit einer Vermietungsquote von 84 %. Damit werden bis zu 250 Wohnungen gar nicht mehr zur Vermietung angeboten, zum Teil schon seit Jahren. Auch liegt die Summe deutlich unter den von den Genossenschaften behaupteten 2000 leerstehenden Wohnungen.
https://www.lwb.de/file/download/5e4...7b5436b1db.pdf
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Alt 15.08.18, 12:02   #558
hedges
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Jetzt grätsche ich mal dazwischen und behaupte auch, dass es gegenwärtig keinen angespannten Wohnungsmarkt in Leipzig gibt. Das beruht vorwiegend auf den noch immer relativ niedrigen Durchschnittsmieten als auch darauf, dass in Leipzig Wohnungen noch immer auf dem Markt sind.

Dass es gerade in eine bedrohlichere Richtung geht, ist ja eine ganz andere Sache.



Zitat:
Zitat von Altbaufan_ Beitrag anzeigen
Alle großen Genossenschaften in Leipzig "verbünden" sich gegen Leipzigs Stadtverwaltung [...]

Konkret geht es um eine Idee der Stadt, dass die Genossenschaften pro Jahr 500-700 WE bauen sollen. Fragt sich zuerst, auf welchen Grundstücken, diese haben die Gen. sicher auch nicht in Masse auf Lager...
Diesen Kinderkram der Genossenschaften finde ich aber auch ziemlich unsinnig. Haben wir nun in Zukunft ein Problem auf dem Wohnungsmarkt oder nicht? Und geht es doch vor allem gegenwärtig nicht darum, bezahlbaren Wohnungsbau in Zukunft zu gewährleisten?


Also warum sollten die Genossenschaften denn nicht in die zukünftigen Stadterweiterungen einbezogen werden. Eine Stadterweiterung mit dem klassischen Antlitz eines Suburbia mit 1-3 geschossigen Ein- und Mehrfamilienhäusern wäre doch eine Wiederholung der schlechten Stadtplanungen der 1960-1980er Jahre. Genau so wie es eine Wiederholung von Großwohnsiedlungen wären.

Die Genossenschaften haben in den ersten Jahren des sozialen Wohnungsbaus noch ganz neue Ansätze verwirklicht und in die Pflicht kann man sie dadurch heute auch durchaus nehmen. Dazu gehören Konzepte eines zukünftigen Städtebaus im Verbund mit der Stadt. Das geht von der Frage, welche Stadtgesellschaft wir haben bzw. sichern wollen. Hin zu Themen der Mobilität, Erschließung, und Umwelt. Die Nachverdichtung von den teilweise sehr lose gebauten "Riegel-Siedlungen" in der Kernstadt ist eine weitere und weitaus immanente Möglichkeit, diese Marge von 500-700 Wohnungen zum größeren Teil zu deckeln. Aber Hauptsache, keine der Graumützen verliert sein Garagendorf oder die Wäscheleine....


Ein verbünden gegen die Stadt ist wirklich mega albern und peinlich. Aber das ist halt auch Leipzig - da geistert immer wieder die Provinz umher.

Geändert von hedges (15.08.18 um 23:29 Uhr)
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Alt 15.08.18, 17:14   #559
lguenth1
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Man wird aber schon mal fragen dürfen, warum sich die Genossenschaften gegenüber der Stadt zu Neubauten "verpflichten" sollten. Ob sich Investitionen lohnen oder nicht, muss jeder Marktteilnehmer selbst beurteilen. Da würde ich Frau Dubrau auch so viel Papiere verfassen lassen wie sie will und trotzdem meine eigenen Entscheidungen treffen. Wenn die Stadt einen entsprechenden Bedarf sieht und Neubauten als lohnende Investition sieht, dann stehen ihr mit der LWB alle Möglichkeiten zur Verfügung.
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Alt 15.08.18, 18:13   #560
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In mehreren anderen Großstädten gibt es Verabredungen/neudeutsch "letter of intent" zwischen Stadtverwaltungen und Genossenschaften (und Kommunalpolitik). Die einen bringen Grundstücke ein, die anderen bauen darauf - im Vergleich zu günstigeren Mietpreisen als rein renditeorentierte Unternehmen.

Solche Verabredungen wird es nun in Leipzig erst einmal keine geben, da die großen Wohnungsbaugenossenschaften ja damit signaliert haben, nicht in größeren Stückzahlen Wohnungsneubau betreiben zu wollen. Entsprechend benötigen sich dann auch keine für sie vorbehaltene Grundstücke - mit Preisnachlässen oder Konzeptverfahren im Gegenzug für bestimmte Verpflichtungen.

Siehe dazu den letzten Satz im Beitrag von hedges.

München: "Um diese ... [Genossenschaftswohnungen] zu fördern, hat die Stadt beschlossen, in den großen städtischen Neubaugebieten 20% bis 40% der Flächen für Genossenschaften und Baugemeinschaften zu reservieren. Diese Grundstücke werden nicht zum höchsten Preis, sondern nach einer Konzeptausschreibung vergeben."
https://www.immobilien-zeitung.de/14...jetzt-genossen
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Alt 15.08.18, 23:38   #561
hedges
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Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
Man wird aber schon mal fragen dürfen, warum sich die Genossenschaften gegenüber der Stadt zu Neubauten "verpflichten" sollten. Ob sich Investitionen lohnen oder nicht, muss jeder Marktteilnehmer selbst beurteilen.
Lass doch noch etwas weiter vorne einsetzen und die Frage stellen, ob die Genossenschaften heute noch einen "Auftrag" in der Gesellschaft haben? Oder sind die Namen einfach nur Überbleibsel welche sie sich auch schenken können? Einzelne und für gewisse Industriezweige spezifische Wohnanlagen gibt es heute ja nicht mehr. Falls es aber eine übergeordnete Rolle im Wohnungsbau der Genossenschaften gibt, dann müssen sie sich auch weitgehend außerhalb eine freien Marktes betrachten. Und dann gibt es eine Verpflichtung der Stadtgesellschaft wie auch der Stadt gegenüber.


Zitat:
Zitat von lguenth1 Beitrag anzeigen
Wenn die Stadt einen entsprechenden Bedarf sieht und Neubauten als lohnende Investition sieht, dann stehen ihr mit der LWB alle Möglichkeiten zur Verfügung.
Aber die Stadt sollte, entsprechend meiner Sätze oben, nicht nur die treibende Kraft sein. Was soll eine riesige stadteigene Wohnungsgesellschaft denn alles stemmen, vor allem wenn hier weitestgehend öffentliche Gelder eingesetzt werden?

Die einzelnen Genossenschaften können doch durch Mitgliedermodelle ganz anders und vor allem außerhalb des Marktes handeln. Vor allem muss da nicht alles durch einen Stadtrat bzw. die Stadtverwaltung und derer berechtigten nachgefragten Begründung des Handelns für die komplette Stadt.
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Alt 15.08.18, 23:47   #562
hedges
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Zitat:
Zitat von LE Mon. hist. Beitrag anzeigen
Solche Verabredungen wird es nun in Leipzig erst einmal keine geben, da die großen Wohnungsbaugenossenschaften ja damit signaliert haben, nicht in größeren Stückzahlen Wohnungsneubau betreiben zu wollen.

Entsprechend benötigen sich dann auch keine für sie vorbehaltene Grundstücke - mit Preisnachlässen oder Konzeptverfahren im Gegenzug für bestimmte Verpflichtungen.
Was ich generell als sehr nachlässig und gar fatal ansehe. Die Genossenschaften machen hier einen riesigen Fehler und nehmen sich selbst aus einer zukünftigen Gestaltung der Stadt heraus. Das würde ich sie als Stadt auch spüren lassen...


Ferner sei auch noch einmal darauf verwiesen, dass jene Stadt welche über die letzten 20 Jahre immer eine der höchsten Ergebnisse im Bereich der Lebensqualität erzielen konnte - Wien - einen extrem hohen Anteil an Genossenschaften vorweist. Dort gibt es etliche Mietgliedermodelle welche für die verschiedenen Gesellschaftsschichten etwas parat hat. Dabei bleiben die Mieten meistens vergleichbar gering, aber der Eigenanteil definiert den Standard bzw. die Größe der Wohnungen.
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Alt 27.12.18, 11:20   #563
betonbrille
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Im SPON wird die Immobiliensituation für 2019 bewertet, laut diesem Artikel flaut der Zuzug zu den (west)deutschen Metropolen HH und M ab, da aufgrund des Preisniveaus Passau/Leipzig bessere Bedingungen bieten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soz...a-1243568.html

Der Bericht des ZIA beleuchtet auf Seite 245 die aktuelle ostdeutsche Zuzugssituation. Darin stellt Leipzig derzeit den Hotspot, während die Berliner Kurve stark abfällt (Diagramm ist aus Abwanderungsregionssicht, daher ist die unterste Kurve die mit dem höchsten Wanderungsgewinn)

https://zia-cloud.de/data/public/fjg2018
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Alt 27.12.18, 12:03   #564
Maverick83
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Maverick83 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Wobei die Grafik auf S. 245 für Süd- und Ostdeutsche Städte identisch ist...!? ;-)
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Alt 27.12.18, 18:16   #565
betonbrille
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Zia Studie

... in der Tat die Grafiken sind gleich. Da ich nicht davon ausgehe das Bamberg im süddeutschen Raum der Hotspot ist, gehe ich davon aus das die ostdeutsche Grafik korrekt ist und die für den Süden nicht die passende.
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