Mehr Dichte, mehr Urbanität

  • Und spätestens an diesem Punkt sind wir dann beim Grundproblem angelangt: Nämlich dass man einfach viel weniger Menschen braucht als zur Produktion der Güter zur Verfügung stehen würden und als Folge dessen die Verteilung nicht mehr richtig funktioniert. Wer das lösen kann, der hätte einen Nobelpreis verdient.


    Das ist doch die große Lüge auf der unsere aktuelle Politik aufbaut.
    Tatsache ist, dass man 2/3 der beschäftigten Menschen hier gar nicht in Arbeit bräuchte, diese aber momentan mit mehr oder weniger sinnvollen ABM bei Laune hält.
    Die Lösung wird früher oder später eine Art von Grundeinkommen sein müssen, da wir immer effizienter produzieren, aber gleichzeitig immer weniger Menschen aus der Gemeinschaft benötigen um das Produktionsniveau aufrecht zu erhalten.
    Wie sanft und sozialverträglich diese Transition in eine neue, realitätskonforme Arbeitswelt stattfindet, das ist die große Herausforderung der Politik und Wirtschaft in den nächsten 50-100 Jahren, daran können sie sich messen.

  • Das ist aber auch deswegen so weil wir die gesamte Kleidung, fast alle Gebrauchsgüter und fast alle Elektronik und Elektrikkomponenten aus Asien beziehen. Viele Arbeiten im Bau- und im Lebensmittelgewerbe werden von billigen osteuropäischen Leiharbeitern erledigt.


    Maschinen- und Fahrzeugbau und Chemieindustrie sind die letzten Stützen, wenn das auch noch wegfällt geht es uns wie den Südeuropäern.

  • Planungen in den Vorortgemeinden, Koordinierung Wachstum....

    Interessant ist, wie ungleich Dichte auch in den Vororten verteilt ist! Gerade für Oberschleißheim und Garching gibt es doch demnach ein riesiges Potential.




    Weiter ist es interssant, wie auch hier gleich die Emotionen hochkochen, wenn es die Wachstumsdiskussion beginn. Gerade in und um München brauchen sich Menschen, die empfindlich auf globalisierende Strömungen, großstädtisches Flair oder hohe Dichte reagieren überhaupt nicht aufregen: Es gibt doch wirklich genügend Wohn- und Freizeitgebiete, die sogar rein dörflichen Charakter aufzeigen. Wen Menschenmassen stören und wer nicht in das Gesicht von jungen Hornbrillenträgern mit Ipad in der Hand blicken will, hat genügend Ausweichmöglichkeiten bei denen er von der Nähe zur bayerischen Metropole profitiert und gleichzeitig seine "Ruhe" hat. Wer immer noch München im Charme von 1955 liebt, dem empfehle ich eine Stadt wie Hannover oder Dresden mit DVD-Rekorder und allen Staffeln von Polizeiruf 110. Für die Kinder entsprechend Pumuckl.
    Ist ja alles schon gut und schön und ich mag sowohl Pumuckl als auch Polizeiruf 110 trotzdem lebe ich lieber in einer sich ändernden Umgebung als in einem Freilichtmuseum.

  • Vielen Dank @ ISEK für das Erstellen der Tabelle !


    Entspricht die Aufstellung in etwa dem Agglomerationsgebiet ?
    Sind die Orte Aschheim Heimstetten und Martinsried innerhalb
    anderer Gemeinden mit dabei ?


    Zum Thema Veränderung (meine Ansicht):
    Es gibt eine Menge Leute, die ein statisches Weltbild haben.
    Die können sich Veränderungen und auch neue Strukturen
    schlicht nicht vorstellen . Diesen Umstand gibt es praktisch
    überall, nur dass es bei uns heisst:
    Ich kann mir das nicht vorstellen.....also darf sich nix verändern.
    Progressive leute gibt´s sicher ebenso.
    Es kommt eben darauf an, wer aktiv ist und wer durch Politik
    bzw. Medien gefördert wird.

  • Also wenn das hier einfach Gemeindefläche durch Einwohnerzahl ist, dann ist das auch nicht besonders aussagekräftig. Interessanter wäre Fläche der Bebauung durch Einwohnerzahl. Ich wäre dagegen, in Oberschleißheim den Schlosspark oder Berglwald zu bebauen... Jetzt bei diesen perversen Preisen wird sowieso ordentlich nachverdichtet. Die kleinen Häuschen mit großem Garten verschwinden immer mehr und es werden Wohnblöcke auf die Grundstücke gequetscht. Die Straßen können in den Stoßzeiten den Verkehr gar nicht mehr aufnehmen. Im Prinzip bin ich aber auch für Verdichtung, bevor man die Orte flächenmäßig ausdehnt. In Eching gibt es ein Projekt eines kleinen Mehrfamilienhauses mit Quadratmeterpreisen zwischen 3.800 - 4.500 EUR. Einfach aberwitzig.

  • Quadratmeterpreise über 4000 Euro findet man mitlerweile überall im Umland - eben auch im Norden.


    Wer braucht eigentlich noch den Flugplatz in Oberschleißheim? Hier könnte man leicht einen S-Bahn Halt bauen und locker 10 000 Menschen unterbringen.


  • Entspricht die Aufstellung in etwa dem Agglomerationsgebiet ?


    Die Agglomeration wird für München immer mit recht genau 2 Millionen angegeben. Da muss also FFB und Emmering mit dabei sein. Ich denke auch Krailling und Gauting sowie Poing bis Markt-Schwaben und Höllrieglskreuth. Vielleicht sogar Freising. Erding und Starnberg sind glaub ich nicht dabei.




    Sind die Orte Aschheim Heimstetten und Martinsried innerhalb
    anderer Gemeinden mit dabei ?


    Aschheim jat nur 7.283 Einwohner auf einer recht großen Fläche - hab ich also nicht mitgerechnet (hier könnte man auch noch einiges an Flächen intensiver nutzen!)
    Heimstetten gehört zu Kirchheim und Martinsried zu Planegg - beide sind also mitgezählt.

  • Aschheim jat nur 7.283 Einwohner auf einer recht großen Fläche - hab ich also nicht mitgerechnet


    Aschheim gehört auch zu der Gemeinden im Umland die derzeit stark expandieren. Wenn man sich diese in Google Maps anschaut, sieht man, dass im Norden, Westen und Süden Gemeindeerweiterungen in Bau sind.


    Gerade für Oberschleißheim und Garching gibt es doch demnach ein riesiges Potential.


    Garching plant auch viel und hat vor kurzem erst ein Konzept verabschieded, wie die Fläche zwischen der Gemeinde und der Uni zugebaut werden soll.


    Bei Oberschleißheim wäre ich anstatt den Flugplatz zuzubauen eher dafür, dass die Gemeinden Oberschleißheim und Unterschleißheim sich zusammen schließen und eine Stadt Schleißheim gründen, wo der Raum zwischen beiden Gemeinden zugebaut wird und die Stadt etwa 50.000 Einwohner hat.

  • Sollte die Politik weiter ein Kapazitätsproblem als Grund für den Wohnwahnsinn in München ansehen (wovon ich eingentlich nicht ausgehe, da man genügend freie und extensiv genutzte Flächen hat), wird eine Flächenerweiterung des Stadtgebietes in Diskussion kommen.


    Dabei fällt auf, dass es z.B. keinen Landkreis Hamburg, Berlin oder Köln gibt. Münchens Umland ist das einzige in Deutschland, dem ein eigener Landkreis zugesprochen wird. Obendrein bekäme dann München eine Fläche, die immer noch deutlich kleiner ist als die von Hamburg 755 km² oder Berlin 892 km². Auf der im folgenden vorgeschlagenen Fläche von 706,7 km² würden dann gut 1,75 Millionen Menschen wohnen. Damit wäre München immer noch dichter als Hamburg, wobei sich der Abstand aufgrund der größeren Bevölkerungsdynamik in den kommenden 50 Jahren wohl noch vergrößern wird. Man wäre also für die Zukunft gerüstet.


    Der Landkreis München entfällt also und wird größtenteils der Stadt zugeschlagen. Die Restflächen gehen an Ebersberg (Aying) und Starnberg (Sauerlach).


    Karte


  • Mich wundert's eigentlich, dass eine Eingemeindung der Vorortgemeinden von Seiten der Politik noch gar nicht diskutiert wurde. An sich wäre es konsequent - und München könnte dann auch mit Städten wie Berlin, Hamburg und Wien gleichziehen, die schon zu Beginn des letzten Jahrhunderts per Gesetz größere Gemeindeflächen zugesprochen bekamen (etwa durch das "Groß-Berlin-Gesetz" 1920 : http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F-Berlin ).


    Wahrscheinlich liegt's daran, dass Kommunalreformen verdammt unbeliebt sind. Irgendwie ist's ja auch verständlich. In einem 16.000 Einwohner-Städtchen wie Garching hat der Einzelne schließlich viel mehr politische Mitbestimmungsmöglichkeiten als im dann mehr als hundertmal (!) größeren Groß-München.

  • Ich glaube derjenige der öffentlich das Thema Eingemeindung anspricht wird von allen Seiten bis zum Mars geschossen...


    Kein Mensch lässt sich heute noch gerne irgendwohin schieben, auch wenn es vielleicht Vorteile bringen könnte.
    Das Thema ist viel zu verpönt, als dass Menschen noch sachlich darüber nachdenken würden. Vorallem hier in München...

  • Mich wundert's eigentlich, dass eine Eingemeindung der Vorortgemeinden von Seiten der Politik noch gar nicht diskutiert wurde. An sich wäre es konsequent - und München könnte dann auch mit Städten wie Berlin, Hamburg und Wien gleichziehen,


    "Gleichziehen" mag manche Leute befriedigen, aber welche Probleme löst es? Wahrscheinlich keine.

  • "Gleichziehen" mag manche Leute befriedigen, aber welche Probleme löst es? Wahrscheinlich keine.


    Naja, man könnte auch endlich Planung für große Freie Flächen (Oberschleißheim - Garching, Aschheim - Feldkirche und Taufkirchen - Neubiberg) weiter bringen. Dort könnte durch die Erweiterung von U-Bahn Linien oder neuen S-Bahn Linien attraktiver Wohn- und Gewerberaum entstehen.

  • ^ Wie weiter oben bereits angesprochen wurde, die Erschließung neuer großen freien Flächen kostet Geld (der Infrastruktur-Unterhalt auch noch), welches kaum noch eine Stadt hat (auch kein Bundesland und der Bund ebensowenig) - es spielt keine Rolle, wie man die Gemeindegrenzen zieht. Bessere Ausnutzung existierender Infrastruktur ist wirtschaftlicher, oder ehrlicher formuliert - das einzig Machbare.


    In Barcelona reichen übrigens 101,4 km² für sogar etwas mehr Bevölkerung, als die Münchner. Die Stadt empfand ich als nicht weniger lebenswert als München.

  • Die Dichte von Barcelona entspricht ziemlich genau der von Schwabing West. Solche Viertel könnte München schon mehr gebrauchen. 5-6 stöckiger Blockrand mit kleinteiligen Wohnhäusern (pro Eingang max. 20 Wohnungen).

  • Nun, um mal nen Vergleich zu bringen - Stuttgart West hat im Kernbereich über 20,.000€ km², ist eines der beliebtesten Viertel, und hat in der Regel 5-10 Wohneinheiten je Gebäude. Die 20 Wohneiheiten je Eingang sind da schon grosszügig. Wobei es im Einzelfall, wo es passt auch mal höher und damit mit mehr Wohnungen werden darf. Bei hochwertiger Bausubstanz funktionieren mehr Wohnungen in einem Gebäude Siehe Stuttgart Asemwald.

  • Es ist wohl der Größte Fehler der Stadtplanung anzunehmen, dass es keine Menschen gäbe, die dicht leben wollen. Gerade kleinteilige Dichte ist in allen Deutschen Städten extrem gefragt!

  • Wenn mit dicht gemeint ist, dass das nächste Gebäude dicht vor dem Wohnungsfenster steht wünsche ich mir das nicht. Kurze Wege zu Arbeit, Einkaufsmöglichkeiten, Ausgehmöglichkeiten usw. sind wünschenswert. Dafür bin ich dann unter Umständen bereit andere Kompromisse zu machen.


    Besonders hohe Häuser sind für mich auch nur dann attraktiv wenn ich weit oben wohnen kann. Insbesondere wenn in der Nachbarschaft auch so hohe Häuser stehen. Ich vermute, dass man das auch verallgemeinern kann.


    Die relativ hohe Nachfrage nach Innenstadtwohnungen erklärt sich vermutlich zu einem großen Teil aus dem allgemein steigenden Anteil der Singlehaushalte.

  • Wohnungsfenster gehen doch meist zum Innenhof oder zur Straße hin. Zur Straße sind es immer mindestens 10 m - meistens 15 oder 20 m - Entfernung zum nächsten Fenster und zum Innenhof in wird auch immer gut Luft zwischen den Fenstern sein. Dass Balkone nebeneinander liegen ist bei netten Nachbarn überaus attraktiv!

  • Nach meiner Ansicht geht die Argumentationskette so:


    ICH hab schon eine Wohnung
    ICH brauch keine Verdichtung....also BRAUCHT´S keine Verdichtung


    ICH möchte nicht in einem Hochhaus wohnen
    Wer will schon in einen Hochhaus wohnen
    ICH brauch keine Hochhäuser....also BRAUCHT´S keine Hochhäuser


    ICH kann mir keine weitere Veränderungen vorstellen
    also WIRD´S so schnell keine Veränderungen geben


    WIR sind UNS also darüber einig das WIR solche Veränderungen
    nicht wollen


    Also die eigenen Vorstellungen, Wünsche und Befürchtungen werden
    selbstverständlich auf ALLE übertragen .


    MAN hat Kleinteiligkeit zu mögen und MAN hat grosse Bauformen
    abzulehnen