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Alt 26.08.19, 20:43   #1
epizentrum
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Stockholm

In den hier in der Galerie vorhandenen Threads zu Schwedens Hauptstadt findet man zwar noch interessante Stichworte zu Sehenswürdigkeiten, aber die Bilder sind leider schon im Internet-Nirwana verschwunden. Grund genug, die Beiträge in Frieden ruhen zu lassen und einen neuen Thread zu öffnen. Anlässe für eine Reise nach Stockholm gibt es genug, einer davon ist die Neueröffnung des Nationalmuseums nach insgesamt 6-jähriger Sanierung. Entworfen hat den streng gegliederten, aber reich dekorierten Bau der deutsche Architekt Friedrich August Stüler Mitte des 19. Jahrhunderts. Stüler kennt man in ganz Europa, besonders aber die Berliner: das Neue Museum, die Nationalgalerie, einige Kirchen und der zentrale Kuppelbau des Berliner Schlosses stammen aus seiner Feder.

Das Nationalmuseum in Stockholm wurde 1866 eröffnet, einige Male umgebaut und nun eben umfangreich saniert und erweitert. Es liegt perfekt an der Spitze der kleinen Landzunge gegenüber bzw. zwischen Kungsholmen (Schloss etc.) und Skeppsholmen (weitere Museen). Vom Innenstadt-Ufer (Strömgatan) nähert man sich wie folgt:



Hinten rechts der einfache Kasten mit als Turm ausgeformtem Mittelrisalit ist es. Näher und aus spitzerem Winkel gesehen sieht man den zusätzlichen Vorbau, zu dem Treppenstufen führen. Erwartungsgemäß ist das der Haupteingang zum Museum:



Beim "Turm" handelt es sich eigentlich um den Kopf eines etwas erhöhten Riegels durch den ganzen Bau, der damit zwei Höfe im Inneren bildet. Auf der anderen Seite tritt er ebenfalls aus der Hauptfassade heraus. Frontale Sicht aus der Nähe:



Die Fassade ist reich dekoriert. Über die Identität bzw. Bedeutung der Figuren habe ich mich leider nicht informiert. Vielleicht kann jemand helfen:



Die gleiche Ecke aus anderem Winkel:



Gegenüber liegt das noch strenger gestaltete Schloss:


Bilder: epizentrum
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Alt 27.08.19, 16:37   #2
epizentrum
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Nationalmuseum (Innen)

Im Eingangsbereich schaut es so aus:



Treppe und aufgefrischte Wandgemälde:



Aufgang zum 1. OG: (Die Verwackler bitte ich zu verzeihen. Ich hatte nur das Telefon dabei.)



Blick zurück nach draußen über das Wasser zum Schloss:



Die Besonderheit des Umbaus besteht darin, dass die Fußböden im Erdgeschoss nivelliert wurden, und zwar je nach Bereich abgesenkt bzw. angehoben. Das hat mit früheren Umbauten zu tun und ist kurz angedeutet im zugehörigen Baunetz-Artikel - der übrigens reich und wunderbar bebildert ist - nachzulesen. Im Untergeschoss befinden sich unter anderem die üblichen Funktionen wie Garderoben, Toiletten etc. Hier wurden die Gewölbedecken freigelegt:



Im Erdgeschoss befinden sich ansonsten noch der neu positionierte, großzügig bemessene Museumsladen und ein schönes Café sowie - in einem der Atrien - die Skulpturenhalle. Statt eigener Bilder muss ich auf Baunetz & Co. verweisen. Dafür gibt es Eindrücke von den Ausstellungsräumen darüber:



Wunderschöne Säulen und Kuppelgewölbe sind hier zu sehen.



Stille Ecken zum Verweilen gibt es auch. Dies und weitere Eindrücke:

Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIAPC_1672.jpg Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIAPC_1661.jpg Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIAPC_1681.jpg
Bilder: epizentrum
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Alt 28.08.19, 16:26   #3
SirWallace
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SirWallace befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Tolle Fotos!

Ist schon länger her, dass ich Stockholm einschließlich des Museums besucht habe (12 Jahre). Bekomme aber wieder Lust, auch aufgrund deiner Bilder. ;-)

Wasserflächen (inkl. Flüssen) tuen m.E. einfach jeder Stadt gut, sie sorgen für Weite und (häufig) schöne Blicke - wie hier auf die Altbauten.
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Alt 29.08.19, 11:25   #4
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^ Danke. Gerade Stockholm ist dicht bebaut und braucht städtebaulich die Weiten des Wassers sozusagen als "optische Kontrapunkte".

Den eigenen Akzent setzten die Architekten des Sanierungsprojektes - übrigens das schwedische Büro von Gert Wingårdh - mit der Aufzugskulptur im Inneren des Südatriums sowie mit der neu konstruierten Dachhaut. Letztere besteht aus flachen Dreieckpyramiden, die nach unten offen sind und somit den Schall besser brechen und an die Wände verteilen als es die letzte Dachkonstruktion tat. Das war ein Problem; denn in den Atrien muss es vor dem Umbau einen unangenehmen Hall gegeben haben. Zumal die neue Konstruktion auch ein Blickfang geworden ist. Ein größerer Hingucker ist allerdings der Aufzug, der in einer Hülle aus gewebten Metallbändern steckt, die bronzefarben schimmern. Von den Hinguckern zunächst ein Hochgucker:



Das Gewebe aus der Nähe:



Die Funktion dahinter:



Und ein Blick auf die Atriumwände:



Zwei weitere Blicke:

Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIAPC_1663.jpg Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIAPC_1674.jpg
Bilder: epizentrum

Die Hülle steht auf Rollen und soll lt. Baubeschreibung tatsächlich beweglich sein. Allerdings frage ich mich, warum das so ist und wie man das anstellt? Die technischen Anlagen werden ganz sicher nicht mobil sein.
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Alt 29.08.19, 11:55   #5
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Der Vollständigkeit halber seien die beiden Erweiterungsbauten auf der Rückseite des Gebäudes erwähnt. Das Maschinenhaus (-häuschen) ist optisch an den Fahrstuhlschacht angelehnt:



Das Caféteria- und Verwaltungsgebäude gibt es schon länger. Zum Garten hin ist es verklinkert:



... und zum Wasser hin mit gefalzten Metallblechen verkleidet:


Bilder: epizentrum
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Alt 02.09.19, 11:21   #6
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Norra Tornen + Karolinska Institutets (Aula)

Zwei weitere Objekte in Stockholm besucht man entweder bewusst oder entdeckt sie zufällig. Sie liegen auf einer Anhöhe in Vasastaden am bzw. im Uniklinik-Campus.

Norra Tornen

Norra Tornen heißt "Nordtürme" und genau das sind sie: Zwei Türme am nördlichen Innenstadtbereich, die links und rechts einer Ausfallstraße direkt am Autobahnkreuz der A4/A20 liegen und ihre Funktion als Tor geradezu zelebrieren. Der eine Turm - Innovationen - wurde Ende 2018 fertiggestellt und ist mit 125 Meter Höhe das höchste Hochhaus in Stockholm. Er ist durch seine erhöhte Lage von überall aus zu sehen. Der andere - Helix - befindet sich in Bau und wird knapp 110 Meter hoch sein. Der Clou: Es handelt sich um Wohntürme, die mit Fertigteilen aus gefärbtem Beton und eingelagerten, bunten Kieselsteinen errichtet sind. Eine Vorhangfassade oder einen klassischen Hochhauskern aus Beton sucht man vergebens. Im Prinzip also brutalistische Plattenbauten für betuchtes Klientel! Die Quadratmeterpreise liegen +- 20.000 Euro. Der für den Entwurf verantwortliche Architekt Reinier de Graaf von OMA (Büro von Rem Koolhaas) spricht demnach auch von einem Experiment in vielerlei Hinsicht. Schnellschnappschüsse vom Vorbeifahren:

Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIIMG_7573.jpg Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIIMG_7572.jpg Bild: https://www.dafmap.de/d/serve.py?2019/stockholm/EPIIMG_7570.jpg

Entwickelt wird das Projekt von Oscar Properties, für die 2018 nebenan auch BIG (Bjarke Ingels Group) den bekannten Wohnkomplex "79&Park" gebaut hat. Schönere Bilder und weiterführende Informationen finden sich u.a. bei Domus (Norra Tornen, 79&Park) und Baunetz (NT1, NT2, 79&Park)

Aula Medica der Karolinska Institutets

Das andere Objekt ist ebenfalls ein Hingucker. Es gehört zum Uniklinik-Campus und ist seit 2013 das neue Vorlesungsgebäude mit einem Audimax für 1.000 Zuhörer (auch für Nobel-Veranstaltungen):



Der Grundriss des abgerundeten Dreiecks vergrößert und dreht sich nach oben hin leicht - wie bei einer Schale oder Vase, aber eben mit drei Seiten. Entworfen hat es Gert Wingårdh vom in Stockholm und Umgebung sehr aktiven Büro Wingardh Arkitektkontor. Von ihm stammt auch der 120 Meter hohe Scandic-Turm (Bild), dessen Fassade mit mehrfarbigen Dreiecksfenstern an die des Aula-Gebäudes erinnert. Weitere Bilder und Informationen zum Karolinska-Gebäudes sind hier zu finden: ki.se 1, ki.se 2 und natürlich beim Architekten selbst.

Widerströmska Huset

Ganz hübsch und ungewöhnlich sind auch die Fassadenbänder des benachbarten Pharmazie-Instituts (Widerströmska Huset) von KOD Arktikter. Sie bestehen aus vorgefertigten Betonplatten mit eingelassenen Ziegeln. Wieder ein schnelles Vorbeifahrbild und der Verweis auf weitere Infos:


Bilder: epizentrum

Das war's fürs Erste mit der kleinen Stockholm-Reihe. Wer mag, ergänzt den Thread um interessante Alt- oder Neubauten von eigenen Reisen nach Stockholm.
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