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Alt 13.08.03, 10:41   #16
Sebastian
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Zitat:
Original geschrieben von vdh2708
das könnte man stehen lassen wenn Du bei der Aussage, derartige Architektur sei modern, ergänzt, daß dies eine subjektive Zuschreibung Deinerseits ist. Wo gibt es einen Nachweis, daß dieses Design heute bevorzugt wird? Und zwar nicht von Bauherren oder Architekten, sondern von einer repräsentativen Mehrheit jener Menschen die tagtäglich mit und innerhalb dieser Architektur leben.
Ok - jetzt öffne ich einen Thread zum Thema "modern", damit wir diese Begrifflichkeit hier im Forum endlich mal klären und nicht ständig neu rumdefiniert wird!

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Alt 13.08.03, 11:11   #17
Sebastian
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Zitat:
Original geschrieben von Bewacher
Die alleine womöglich ja, es kommt aber darauf an, wie es die anderen Menschen (überwiegend Nicht-Architekten) finden.

Sie bestätigen nur, was ich geschrieben habe - der Herr entwirft, wie er möchte und schert sich um nix!
Sie haben grundsätzlich Recht. Allerdings sehe ich den "Das -Gebäude-muss-allen-gefallen"-Zwang bei Bauten derartiger Nutzung (kulturell) nicht als zwingend. Natürlich sollte der Bau an diesem prominenten Ort den Meisten gefallen, wenn dies nicht so ist, hat der gute Behnisch vielleicht tatsächlich versagt (imo nicht). Trotzdem gilt meine Kritik an genannten Vorwürfen weiter - ein Architekt wird immer in erster Linie nach seinen Vorstellungen entwerfen (es sei denn er verbiegt sich, nur um Geld zu scheffeln).....dafür hat er schließlich diesen Beruf ergriffen. Das ist sein gutes Recht.
Dann sollte er natürlich auf den Kontext achten, in dem er baut - und da sind wir ja schon beim Streitfall Behnisch angelangt. Ich finde, nur weil er die Steinfassade nicht eingehalten hat, ist sein Gebäude nicht fehl am (Pariser) Platze - die Regelungen hinsichtlich Traufhöhe und historischer Dimensionen werden berücksichtigt.
Ich komme diesbezüglich nochmal auf die Verwendung des Baus zurück......er wird immerhin eine Kunstakademie aufnehmen.....habt ihr Euch mal die moderne (verflixt, schon wieder das "m"-Wort) Kunst angeschaut? Hier eine Kostprobe:

Jeff Koons "Balloon Flower"
- Marlene-Dietrich-Platz / Berlin -




.....versteht ihr was ich sagen will? Ein Neubau für eine Einrichtung, an der Kunst gelehrt wird, die sich bei heutigen Künstlern z.B. so wie auf dem Bild manifestiert, kann auch ich mir nicht historisierend vorstellen. Erneut würde ich hier von form follows function sprechen, nur eben nicht unter technischer, sondern ausschließlich gestalterischer Betrachtung.
Folglich hätte man eher einen anderen Platz für die Einrichtungen finden müssen, als den angestammten, oder aber gleich den Ursprungs-Bau komplett restaurieren. Imo (und die ist natürlich streitbar) musste Behnisch im Sinne der Akademie so bauen.
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Alt 13.08.03, 11:39   #18
Bewacher
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Zitat:
Allerdings sehe ich den "Das -Gebäude-muss-allen-gefallen"-Zwang bei Bauten derartiger Nutzung (kulturell) nicht als zwingend.
Das -Gebäude-darf-nur-ein-paar-blasierten-Kritikern-die-sich-als-"elitär"-aufspielen-möchten-gefallen sähe ich als weit weniger zwingend...
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Alt 13.08.03, 13:09   #19
Ernst
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Ich frage mich oft, wieviele Architekten ihre Tätigkeit wohl als Dienstleistung ansehen und wieviele als freischaffende Kunst. Mir scheint - abgesehen von ganz wenigen Ausnahmefällen - die erste Auffassung die angemessenere zu sein. Aber ich habe den Eindruck, daß sie nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit vertreten wird.
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Alt 13.08.03, 20:13   #20
Sebastian
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Zitat:
Original geschrieben von Bewacher
Das -Gebäude-darf-nur-ein-paar-blasierten-Kritikern-die-sich-als-"elitär"-aufspielen-möchten-gefallen sähe ich als weit weniger zwingend...
Ich denke nur, dass es legitim ist, bei kulturellen Großprojekten auch einen außergewöhnlichen / etwas unpopuläreren Bau zu wagen.
Beispiele: Opernhaus Sydney, Guggenheim Museum Bilbao, Guggenheim Museum New York. Zwar stehen diese Gebäude nicht in einer Baulücke und schon gar nicht an einem Platz wie dem Pariser P., aber im Grunde zeigt deren Design, was ich meine.
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Alt 13.08.03, 20:25   #21
Bewacher
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Bewacher hat die ersten Äste schon erklommen...
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Zitat:
Ich denke nur, dass es legitim ist, bei kulturellen Großprojekten auch einen außergewöhnlichen / etwas unpopuläreren Bau zu wagen.
Inzwischen wird fast immer unpopulär gebaut - und das ist absolut gewöhnlich geworden.

Optische Zumutungen als Zweck für sich, damit sich ein paar Herren ach so "elitär" fühlen? (In Architekturblättchen schreibt man: Sich bloß nicht "anbiedern"... )
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Alt 13.08.03, 20:28   #22
Sebastian
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Zitat:
Original geschrieben von Ernst
Ich frage mich oft, wieviele Architekten ihre Tätigkeit wohl als Dienstleistung ansehen und wieviele als freischaffende Kunst. Mir scheint - abgesehen von ganz wenigen Ausnahmefällen - die erste Auffassung die angemessenere zu sein. Aber ich habe den Eindruck, daß sie nur noch sehr selten in der Öffentlichkeit vertreten wird.
Ich weiß da auch nicht so gut bescheid, aber ich denke, dass über 90% der Architekten in ihrem Job in erster Linie als Dienstleister agieren.......das Dasein als "freischaffende Künstler" können sich meist nur namhafte Architekten erlauben.
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Alt 13.08.03, 20:35   #23
Sebastian
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Zitat:
Original geschrieben von Bewacher
Inzwischen wird fast immer unpopulär gebaut - und das ist absolut gewöhnlich geworden.

Optische Zumutungen als Zweck für sich, damit sich ein paar Herren ach so "elitär" fühlen? (In Architekturblättchen schreibt man: Sich bloß nicht "anbiedern"... )
Eine optische Zumutung ist ein Gebäude allerdings nur im subjektiven Empfinden einiger Betrachter.
Sollten derlei Bauten nur einer "elitären Schicht" zu Repräsentationszwecken dienen, so habe ich persönlich kein Problem damit - mir gefallen nämlich fast alle neueren kulturellen Großbauten.
Grundsätzlich gebe ich Dir aber Recht.....Bauherren sollten sich stärker an der öffentlich Meinung orientieren.
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Alt 13.08.03, 20:49   #24
Bewacher
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Zitat:
Ich weiß da auch nicht so gut bescheid, aber ich denke, dass über 90% der Architekten in ihrem Job in erster Linie als Dienstleister agieren
Ach, wirklich? Es gab bereits Zweifel dazu:

-> "Hat es Sinn, mit den Architekten zu diskutieren?"
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Alt 14.08.03, 09:43   #25
Ernst
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Zitat:
Original geschrieben von Sebastian
Ich weiß da auch nicht so gut bescheid, aber ich denke, dass über 90% der Architekten in ihrem Job in erster Linie als Dienstleister agieren.......das Dasein als "freischaffende Künstler" können sich meist nur namhafte Architekten erlauben.
Sicherlich gilt das für die vielen Architekten, die die unzähligen ganz alltäglichen Bauten: Wohnmblocks, Einfamilienhäuser, Verwaltungsbauten, Hallen für Gewerbegebiete usw. planen. Ich zweifle nicht daran, daß sich die große Mehrheit der Architekten als Dienstleister betrachtet. Was mich jedoch wundert, ist, daß man diese Haltung in der öffentlichen Diskussion nicht findet. Dabei scheint sie mir eine Selbstverständlichkeit zu sein. Stattdessen aber beobachte ich eher die Neigung, das Ansinnen, etwas zu bauen, was dem Bauherren oder der Stadtverwaltung oder gar dem "durchschnittlichen Betrachter" gefällt, mit Empörung zurückzuweisen, als handele es sich dabei um Prostitution. Das empfinde ich als Anmaßung.
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Alt 15.08.03, 19:30   #26
Clip
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Clip wird schon bald berühmt werdenClip wird schon bald berühmt werden
Architektur gibt es nicht der Architektur zu willen, sondern der Menschen wegen die sie betrachten müssen.

Aber ich glaube sowas lernt man an der Uni nicht.
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Alt 31.10.05, 16:42   #27
narvacan
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narvacan befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Der Bau steht nun seit einiger Zeit, und es wird alles nicht so heiß gegessen, wie es damals gekocht wurde.
Die Fassade ist so harmlos - fast banal- dass man sich über die bundesweiten Streits darüber nur wundern kann. Lustigerweise wird das Adlon durch Spiegelungen in den Glasscheiben fast verdoppelt. Wegen der Baustelle US-Botschaft ist eine sehr angenehme und direkte Passage von/zum Stelenfeld und weiter zum Sony Center / Potsdamer Platz entstanden und mit einem Cafe und einem Deli zwei wichtige Versorgungsstationen für den urbanen Touristen. Wenn man Glück hat, kann man in die öffentliche Bibliothek im 1.OG und den schönsten Blick über den Pariser Platz genießen. Einen friedlichen Ort zum Verweilen hat Behnisch der Stadt vermacht, was will man mehr?
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Alt 31.10.05, 23:02   #28
Kent
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Seh ich genauso!
Dennoch hat Behnisch es geschafft, Architektur von hoher Qualität zu schaffen, die sich trotz des Stilbruchs gut in die Umgebung einpasst!
Wenn die US Botschaft fertig ist, und der Platz hoffentlich nicht durch zu viele Sicherheitsmaßnahmen lahmgelegt wird, kann man die hohe Qualität des Ensembles bestaunen.
ICh finde diesen Platz immer mehr und mehr Toll!

Stimmt eigentlich das diese Neonröhre die Botschaft "Bilder!" enthält?
Ein berliner Freund von mir hat das neulich behauptet! Kann vielleicht ein Berliner da mal hingehen und bei Nacht seinen Kopf schnell bewegen?
Danke von mir aus im voraus!
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Der Schrei nach dem Turmhaus
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Alt 01.11.05, 00:35   #29
Kampflamm
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Eine Glasfassade ist architektonisch gesehen so ziemlich das Langweiligste, was es gibt.
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Alt 01.11.05, 08:49   #30
stativision
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stativision ist ein geschätzer Menschstativision ist ein geschätzer Menschstativision ist ein geschätzer Menschstativision ist ein geschätzer Mensch
Immer diese langweiligen Pauschalaussagen. Stimmt natürlich nicht und wäre auch schrecklich. Durchschnittsglasfassaden gibt es aber leider genug...
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