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Alt 06.07.15, 23:48   #16
Konstantin
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Konstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle ZukunftKonstantin hat eine wundervolle Zukunft
Die Schönheit der Gründerzeitviertel beruht nicht nur auf gelungenem Städtebau (sonst könnten Lückenschliessungen heute ja genauso schön werden), und auch nicht auf der Infrastruktur.

Der "Intensivkapitalismus" hat diese Häuser hervorgebracht, nicht staatliche Reglementierung. Natürlich schliesst das auch Entgrenzungen wie die 6ten Hinterhof und zweifelhafte hygienische Verhältnisse ein.

Heute haben wir soziale Marktwirkschft mit umfassenden Eingriffen in das Eigentums und Besitzrecht, die zu Kaisers Zeiten undenkbar gewesen werden. Die Segnungen dieses Sozialstaates, von dem Du wahrheitswidrig behauptest es regele allein der Markt die Lage, können wir hier ja besichtigen.

Deshalb greift die fundamentale Kapitalismus in dieser Frage wirklich zu kurz.
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Alt 07.07.15, 00:03   #17
Milan
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Milan befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Genau, nicht nur, aber vorallem. Dass es eine ganz andere Baukultur gab, die auch die Qualität der Entwürfe selbst durch Laien und Maurermeister nach unten abfederte, ist nochmal ein anderes Thema. Zweitens verkennst du völlig die Stärke der Eingriffe, die auch im Kaiserreich und sogar davor versucht wurden. Diese sind zwar regelmäßig gescheitert aber die Parallele sozial - mehr Einmischung langt nicht hin. Und daher auch die Behauptung: Die Vorzeichen haben sich sicherlich verändert, die Methodik jedoch nicht. Ergo Kontinuität (und damit sind wir schon im anderen Thema angekommen).

Außerdem käme ich nie auf die Idee, zu behaupten der Markt regle irgendwas. Wo hast du das nur her?

Aber obwohl ich glaube, dass wir uns hier großartig und zu beiderseitigem Amüsement streiten können, sprengen wir langsam den Thread.

Liebe Grüße, Milan
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Alt 07.07.15, 09:24   #18
Architektenkind
 
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Zitat:
Zitat von Konstantin Beitrag anzeigen
Ursache war [...] vorhandenes Investivkapital.
Das übrigens nicht zuletzt aus den 5 Milliarden Francs stammte, die man Frankreich 1871 an Reparationen abverlangt hatte. Für den Gründerzeit-Boom gilt: Wer vom Markt reden will, sollte vom Krieg nicht schweigen.
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Alt 07.07.15, 10:49   #19
Saxonia
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Saxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz seinSaxonia kann im DAF auf vieles stolz sein
Mich dünkt, ich habe neulich schon mal irgendwo geschrieben, dass das ein ziemlich virulenter Mythos ist. 5 Milliarden Goldfranc (ca. 4.5 Milliarden Mark) sind, selbst wenn man fälschlicherweise davon ausgeht, das Geld wäre ausschließlich in den Städtebau geflossen, angesichts der wahren Bauwut ein Tropfen auf den heißen Stein. Tatsächlich ging aber nur ein kleiner Teil der Summe direkt in (prestigeträchtige) Bauvorhaben, der Reichstag ist meines Wissens mit 24 Millionen Mark das am stärksten unterstützte Vorhaben gewesen.

Überhaupt fällt die Zeit des größten Baubooms gar nicht in die Zeit des französischen Geldsegens. Der Gründerkrach hat viel weitaus wichtigeres Privatkapital vernichtet. Die heutigen Gründerzeitviertel entstanden in der großen Masse ab den 1880ern mit einer als Bauwut wohl noch verniedlichten Explosion um den Jahrhundertwechsel rum.
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Alt 08.07.15, 21:48   #20
Baukunst
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Einen Gottfried-Böhm-Bau abzureißen ist eine "Sünde" bei den bedeutenden Leistungen aller Böhms insbesondere im Sakralbau. Das Gebäude müsste unbedingt als IBA-Zeugnis der besten Art erhalten bleiben. Die sozialen Aspekte mal grob beiseite lassend könnte man die Fassade dezent veredeln und teure offene Maisonette-Wohnungen zur Milderung der geringen Deckenhöhen bauen wenn es denn schon sein muss. Aber Abriss.... barbarisch.

Bei der Vorkriegs-Tanke freuts mich sehr, dass sie so schmuck wird - hätte der keine Überlebenschance gegeben. Apropos Vorkrieg und Autos: was wird aus Kantgaragen? Abriss ausgesetzt?

@urbanplaner #394: Dein Bild zeigt glaube ich den ganz ähnlichen Turm fast am Adenauer Platz (?) Der zu bestuckende steht weiter nordwestlich an der Bahn.
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Alt 08.07.15, 21:53   #21
Konstantin
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Machen wir's kurz: der Abbruch ist ein kleiner Schritt in der Architekturgeschichte aber ein großer für den guten Geschmack. Mal schauen, was neu kommt.
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Alt 08.07.15, 22:14   #22
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^ Jaja, Ihr bekommt ja, was Ihr wollt (zumindest was Privatinvestments angeht). Könntest Du höflicherweise aufhören, die Opfer (i.e. abgerissene Architektur) zu verhöhnen?

P.S.: Konnte Aristophanes eigentlich Latein?

Geändert von Architektenkind (09.07.15 um 09:21 Uhr) Grund: Unklare Formulierung aufgeklärt
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Alt 09.07.15, 23:09   #23
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Zitat:
Zitat von Baukunst Beitrag anzeigen
@urbanplaner #394: Dein Bild zeigt glaube ich den ganz ähnlichen Turm fast am Adenauer Platz (?) Der zu bestuckende steht weiter nordwestlich an der Bahn.
Das geht ja jetzt schon haarscharf an einer Beleidigung meiner Forum-Berichterstatter-Ehre vorbei!

Keine Angst - wenn ich hier über Projekte berichte, fotografiere ich auch die entsprechenden Gebäude dazu. Trotz einer gewissen Ähnlichkeit, sieht das Haus am Adenauerplatz, in der Lewishamstrasse 1 mit dem Panorama Hotel doch sehr anders aus.
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Alt 10.07.15, 18:07   #24
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Fasanenstraße 62

Der Tagesspiegel schreibt heute, daß die Bezirksverordnetenversammlung, neben dem Kempinski, auch das Haus in der Fasanenstraße 62 retten möchte. Der Ausschuss und der bezirkliche Denkmalbeirat verlangen einstimmig, daß das Haus unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Das Landesdenkmalamt prüft wohl schon. Damit wäre das Haus das erstes Gebäude aus den 80ern in Berlin, welches unter Denkmalschutz gestellt würde. Das Vorhaben ist allerdings zweifelhaft, da das Bauamt bereits im März den Abriss genehmigt hat.
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Alt 11.07.15, 16:55   #25
Baukunst
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@urbanplaner: tut mir leid, wollte dich nicht belehren
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Alt 15.09.15, 20:22   #26
Konstantin
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Der Böhm-Bau steht jetzt unter Denkmalschutz. Link.
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Alt 15.09.15, 20:40   #27
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Schön, dass uns dieser IBA-Bau mit seinen charakteristischen Runderkern erhalten bleibt. Endlich mal eine gute Nachricht!
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Alt 15.09.15, 20:55   #28
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Ui, eine tolle Nachricht! Hoffentlich wirkt das auf Dauer. Und hoffentlich ermöglicht dieser Sinneswandel mittelfristig auch Denkmalschutz für andere, wichtige IBA-Bauten.
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Alt 24.10.16, 10:14   #29
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Hatten wir auch noch nicht: Planungen der Primus AG für den Bau des Wohnhauses Faisan 63 (Fasan 63 klingt wohl zu wenig exklusiv ):


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Harmoniert imho auch wunderbar mit dem Böhm-Bau der ja nach alten Planungen noch abgerissen werden sollte.
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Alt 24.05.17, 23:02   #30
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Noch gar kein Update? Dann hier nun das erste:





Scheint recht flott voran zu gehen. Der Rohbau dürfte im Sommer fertig sein.
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