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Alt 10.07.08, 01:21   #106
dj tinitus
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dj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nettdj tinitus ist einfach richtig nett
das regierungspräsidium entschied nicht über sinn oder folgen der brücke, sondern über die rechtmässigkeit des brückenbaus.
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Alt 10.07.08, 01:45   #107
Torsten
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Torsten sorgt für eine nette AtmosphäreTorsten sorgt für eine nette AtmosphäreTorsten sorgt für eine nette Atmosphäre
ja und?
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Alt 10.07.08, 02:53   #108
AeG
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AeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein LichtblickAeG ist ein Lichtblick
Die Motivation für die von mir verfassten letzten Beitrage war, die chronologischen Zusammenhänge aufzuzeigen, die in den Medien mit Blick auf die heutigen Resultate häufig zu kurz kommen und an die Vernunft zu appellieren, die Notwendigkeit einer Elbquerung einzusehen und die Interessen der Nutznießer der Brücke nicht gegen jene, der um das Weltkulturerbe besorgten, auszuspielen. Weiter nichts. Ich bin auch kein Prohliser oder sonstwie Begünstigter. Was ist Deine Motivation dafür, das Pferd von der anderen Seite aufzuzäumen, Torsten?

Du schreibst ja selbst, es gebe unzählige Landschaften, durch die Brücken führen. Warum ist das denn so? Wegen des Klüngels zwischen Brückenbauern und Politik - wie Du im vorliegenden Fall mutmaßt? Oder vielleicht, weil hier und da Brücken notwendig sind? Das Zerstören von Statuen, das Roden von Wäldern oder das Überformen historischer Stätten mit neuzeitlichen Funktionsbauten - ein grober Überblick über die üblichen Fälle, die meist aus ideologischen oder privat- und volkswirtschaftlichen Gründen auf der "roten Liste" landen - ist nicht notwendig. Eine Brücke ist dagegen meist ein benötigter Funktionsbau, der Mehrheiten zugute kommt. Schon deren übliche Kosten lassen es kaum zu, rein spekulativ zu bauen. Auch wenn Du durch das Aufzählen einiger Fälle begünstigter Anwohner versuchen magst, die Notwendigkeit des Brückenbaus kleinzureden, sie ist gegeben! Es genügt, Dich dazu mit ein paar unvorbelasteten Dresdnern zu unterhalten. Die Beeinträchtigungen, die die heutige, ungenügende Nord-Süd-Verbindung generiert, reichen bis weit in die Stadthälften hinein. Und schon deshalb ist auch Dein Verweis auf die zusätzlichen Emissionen am Brückenstandort nicht stichhaltig. Insgesamt werden die Emissionen eher abnehmen, vor allem in den enger besiedelten Gebieten. (es sei denn, man glaubt der überholten, aus den Wirtschaftwunderjahren stammenden These, mehr Straßen würden linear mehr Verkehr generieren). Mal abgesehen davon ist das Emissionsargument schon deshalb nicht besonders zielführend, weil es grundsätzlich jede zivilisatorische Aktivität in Frage stellt, sonst aber nichts Dediziertes mit diesem Projekt zu tun hat. Bei dessen Anwendung im Fall Waldschlösschenbrücke vermute ich eher generelle Argumentatuionsarmut (bzw. das Verschleiernwollen der wahren Argumente; s. u.).

Apropos Argumentationsarmut: weshalb reitest Du eigentlich auf meinem "erpresserischen Ultimatum" herum? Du hast natürlich recht, das ist irgendwie doppelt-gemoppelt. Ich wollte damit aber veranschaulichen, welchem Zweck dieses Ultimatum hier im Besonderen dient, wie sehr sich die massive Drohung vom eigentlichen Streitgegenstand entfernt hat und darüber hinaus reicht. Das ist einem Ultimatum nicht immanent.

Der Weltkulturerbe-Status muss quasi "beantragt" werden, da hast Du schon recht. Ich habe das mit "Zuarbeit nationaler Kommitees" beschrieben. Diese Beantragung, wie Du das nennst, ist aber weder zwingend erforderlich (da es auch vorkommen kann, dass, aus aus welchen Gründen auch immer, kein Antragsteller exisitert, trotzdem jedoch ein öffentliches Interesse besteht), noch muss der Aufnahmewunsch auf Ebene der Landesregierung erfolgen. Dass das dennoch manchmal vorkommt, begründet sich schlicht in der Verwertbarkeit beim Tourismusmarketing. Ich bin nicht darüber informiert, wer im vorliegenden Fall Auslöser für die besondere Beachtung des Areals und des Bauprojektes durch die Unesco war. Deine Formulierung klingt gerade so, als ob die gleichen Leute dafür verantwortlich gewesen wären, die heute für die Brücke einstehen. Kannst du das belegen? Das ist schon wegen der zeitlichen Abläufe sehr unwahrscheinlich. Gerade weil die "Beantragung" so viel jünger als die Brückenplanung ist und da sie im direkten Anschluss an die Verwerfungen auf regionalpolitischer Ebene geschehen ist, gehe ich schließlich von einem politischen Mißbrauch aus.

Warum ein Tunnel - obwohl objektiv gesehen sinnvoller - kaum mehr ernsthaft in Betracht gezogen werden kann, steht schon mehrfach weiter oben. Ich glaube, mit der angeblichen sächsischen Brückenlobby hat das am wenigsten zu tun. Einem der zahleichen Betroffenen zu erklären, weshalb er eine nicht unbeträchtliche Zeit seines Daseins im Stau verbringen bzw. unter der vermeidbaren Verkehrslast in Dresden zu leiden habe, düfte sehr schwer fallen. Ihn damit zu beschwichtigen, dass aus der 1996 begonnen Planung vielleicht mal 2020 ein Tunnel wird, weil die Haushaltslage 2008 auf Bundesebene das gerade befürwortet (noch einmal: warum gab es diese Zugeständnisse nicht schon vor zehn Jahren?), dürfte auch nicht leicht sein - erst recht nicht, wenn er auf die oft wesentlich bessere Verkehrsinfrastruktur der Kritker-Wohnorte hingewiesen wird.



Ich glaube, die Waldschlösschenbrücke steht deshalb so stark in öffentlichem Interesse - weit über die sächsische Landesgrenze hinaus - weil ihr Bau wunderbar als Projektionsfläche für alle möglichen ideologischen Strömungen taugt. Sie dient den Kritikern des Individualverkehrs, also den Ökologisten ebenso wie den Stadtumbauern und den generellen Wachstumskritikern, als Zielscheibe, sie bedient die Ressentiments der Politikverdrossenen und derer, die überall Klüngel und Korruption vermuten und sie liefert denen Stoff, die gegen Ost-Subventionen wettern oder ganz allgemein Zonen-feindlich sind. Leute, denen der neuzeitliche, oft plump erscheinende Ingenieurbau eh ein Dorn im Auge ist, werden hier auch mit Futter versorgt. Die tatsächlich am Weltkulturerbe Interessierten, die Szenarien der Unesco unreflektiert übernehmenden, düften eher in der Minderheit sein. Die Statusaberkennung sehe ich mehr als "göttliche Fügung", die ein Ventil für all diese Projektionen schafft. Warum sonst ist das Projekt von so großem gesamtgesellschaftlichen Interesse und wird medial so gerne verkürzt dargestellt? Oder warum müssen sich hier ein Frankfurter und ein Berliner, die offenbar beide nicht über alle notwendigen Kenntnisse des Vorgangs verfügen, über eine Dresdener Angelegenheit streiten?

Ich jedenfalls rieche in der Waldschlösschenbrücken-Debatte eine gehörige Portion Ideologie. Darauf reagiere ich allergisch und das ist dann der Grund dafür, weshalb ich hier sehr unfreundlich schreibe. Man muss mir das auch nicht verzeihen.

Geändert von AeG (10.07.08 um 12:16 Uhr)
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Alt 09.10.08, 10:56   #109
Cowboy
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Oberverwaltungsgericht kippt vorläufiges Bürgerbegehren

Das Oberverwaltungsgericht in Bautzen kippt die Zulässigkeit eines vorläufigen Bürgerbegehrens gegen die Waldschlösschenbrücke. Als Gründe werden genannt, dass kein unzumutbarer Nachteil drohe, wenn kein zweites Bürgerbegehren stattfinde, und dass die in der Gemeindeordnung festgeschriebene Frist von zwei Monaten gegen die Entscheidung des Stadtrates vom 12. Juni 2007 nicht eingehalten wurde. Außerdem können die Fördergelder zum Bau der Brücke nicht einfach so auf den Tunnel übertragen werden, so wie es das Bürgerbegehren fordere.

http://www.dnn.de/aktuell/content/75343.html
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Alt 19.01.09, 10:10   #110
arnd
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Informationszentrum soll Bürger beruhigen

http://www.focus.de/kultur/kunst/wal...id_362694.html

Mit einem sog. Info-Point (Stirbt anständiges Deutsch jetzt auf breiter Front aus?) will die Stadtverwaltung mittels klarer Fakten (Baupläne & Dokumente) die Bürger beschwichtigen. Gleichzeitig wird mit der UNESCO weiter über das Schicksal des Titels für das Elbtal verhandelt. Die Autos sollen ab Mitte des übernächsten Jahres rollen können. Im April beginnen die Montagearbeiten für die Brückenteile.
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Alt 19.01.09, 19:39   #111
micro
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"Außerdem können die Fördergelder zum Bau der Brücke nicht einfach so auf den Tunnel übertragen werden, so wie es das Bürgerbegehren fordere."

Das erscheint wie Bürokratie pur.
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Alt 19.01.09, 20:39   #112
dj tinitus
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fördergelder sind immer zweckgebunden. aus gutem grund.
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Alt 19.01.09, 22:19   #113
micro
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Und der Zweck ist, den Fluss zu kreuzen
Hat jemand etwas über die genaueren Gründe gehört, warum die Fördergelder nicht verwendet werden können?
Andersrum könnte ich es verstehen. Einen Förderanteil für einen Tunnel könnte man nicht für etwas Billigeres verwenden, ohne einen Teil der Fördergelder zurückzubezahlen, weil der Tunnel teurer ist. Aber wenn zum Förderanteil für eine Brücke was dazubezahlt wird, um einen Tunnel daraus zu machen, warum nicht?
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Alt 19.01.09, 22:28   #114
Aixois
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Aixois wird schon bald berühmt werdenAixois wird schon bald berühmt werden
Wie wäre es einfach mit einer schönen Brücke im Stil der anderen? Diese konstruktivistischen Monster, die da angeboten werden, finde ich alle furchtbar.
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Alt 20.01.09, 00:06   #115
dj tinitus
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@aixois: es ist zum beispiel nicht zulässig, in schiffbaren flüssen brückenpfeiler zu errichten.

@micro: die fördergelder müssten neu beantragt werden. wenn der zweck ist, den fluss zu kreuzen, so trifft dies bei der genehmigten förderung der brücke auch für fussgänger und radfahrer zu. diesen zweck erfüllt das tunnel-projekt nicht, was auswirkungen auf die förderfähigkeit haben kann. im übrigen wurde die zulässigkeit des bürgerbegehrens vom gericht auch deswegen verneint, weil die wahren bau- und folgekosten eines tunnels von den initiatoren verschleiert wurden. (zum beispiel käme ein kostenneutraler bus-shuttle für den unmotorisierten individualverkehr durch den tunnel einer maut gleich oder würde - wenn untentgeldlich angeboten - den städtischen haushalt in nicht genannter summe belasten.)
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Alt 20.01.09, 08:29   #116
micro
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Verstehe.
Danke.
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Alt 15.05.09, 15:22   #117
arnd
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arnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nettarnd ist einfach richtig nett
Ist Dresden bald endgültig ohne UNESCO-Titel?

Im Juni könnte die UNESCO ernst machen. Dann könnte das Elbflorenz den Status los sein.
Link: http://www.spiegel.de/kultur/gesells...625026,00.html
Die OB versucht noch, dem Gremium klarzumachen, dass die Gerichtsurteile und der Bürgerentscheid zu akzeptieren seien, aber Paris will sich auf nichts einlassen, besonders da inzwischen die Tatsachen schon weitgehend in Stahl und Beton eingegossen worden sind.
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Alt 25.06.09, 18:24   #118
DrZott
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DrZott braucht man einfachDrZott braucht man einfachDrZott braucht man einfachDrZott braucht man einfachDrZott braucht man einfachDrZott braucht man einfach
Jetzt ist es amtlich: Dresden, oder besser: das obere Elbtal ist den Weltkulturerbetitel los!
http://www.spiegel.de/kultur/gesells...631956,00.html
Laut Spiegel online entschieden sich die Vertreter mit 14 zu 5 Stimmen für die Aberkennung. Diverse Würdenträger wußten schon Bedauern auszudrücken.
Finanzielle Zuwendungen in Höhe von 13 Millionen Euro stünden zur Disposition - oder eher nicht mehr. Weitere Verluste durch ausbleibende Besucher werden befürchtet.
Ich hoffe, daß die Touristen nicht derart mit den Füßen stimmen, schießlich sieht man einer Stadt / einem Ort nicht explizit den Weltkulturerbetitel an!
__________________
So Sie bei mir Photos sehen, sind diese von mir. Wenn Sie keine sehen, brauchen Sie eine Brille. ;)
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Alt 25.06.09, 19:15   #119
Martin Pohle
 
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Das war ja nun abzusehenn. Insgesamt eine tragische Geschichte. Aber lieber ein Ende mit Schrekcen, als ein Schrecken ohne Ende. Dieses ewige Gezerre hat die Stadt seit Jahren Nerven gekostet.

Ich persönlich bin für die Waldschlösschenbrücke. Man sollte sie nun auch zu Ende bauen, davon geht das Abendland nicht unter. Und: wir werden uns wieder sprechen wenn die Brücke fertig ist. Dann stehen dort die Touristen und knipsen das Elbpanorama von Dresden. Insofern finde ich das weinerliche Geraune, das nun die Touristen ausbleiben, auch maßlos übertreiben.
Wenn man die Brücke baut, muss man auch die Folgen tragen. Es hat ja keinen Sinn, einer modernen Großstadt eine Käseglocke aufzusetzen, bloß weil irgendwelche Komittees das gern so hätten.
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Alt 25.06.09, 22:22   #120
NewUrban
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Ort: Bremen
Alter: 34
Beiträge: 526
NewUrban könnte bald berühmt werden
Nachdem die Maxime "Freihe Fahrt für freie Bürger" endlich als überwunden galt, hat Dresden einen drauf gesetzt. Fortschritt, aber natürlich, jedoch nicht um jeden Preis. Es ist schon ziemlich bigott, dass man versucht, mit ach und krach, die Dresdener Innenstadt wieder im schmucken Barrock her zu stellen, ein international aber bedeutendes Erbe durch eine Autotrasse zerschnitten wird.
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