Rekonstruktionen - Für und Wider

  • Eisenmann wurde in Amerika geboren, hat den Holocaust also nicht am eigenen Leibe miterlebt, wie z.B. Brenner. Dass er da vielleicht anders mit umgeht, als hiesige Juden, ist schon irgendwie nachvollziehbar.
    Außerdem ist es etwas anderen, ob ein Jude oder ein Nicht-Jude so einen Spruch gegenüber einem Juden ablässt. Genau, wie ein Deutscher/Franzose/Ami (und alle anderen Nationen natürlich auch) eine Kritik eines Ausländers eher als Beleidigung empfindet, als die eines "Inländers".


    Weil Hitler Häkeln super fand, ist klassische Architektur nationalsozialistisch.


    Dieses Argument, dass trad. Arch. "verboten" ist, nur weil Hitler drauf stand ist natürlich totaler Mist. Und wenn er gerne Currywurst gegessen hätte? Dürfte man die heute auch nicht mehr essen...?

  • Judenwitze sind ja eigentlich nichts schlimmes. Wer einen Ostfriesenwitz erzählt ist ja auch nicht automatisch anti-friesisch, obwohl aufgrund unserer Geschichte ein Judenwitz natürlich nicht sehr taktvoll ist.

  • Ist Eisenman also doch Jude? Ich war mir nicht sicher.


    Dann unterstellt man ja einem Juden Antisemitismus.:lol: Verrückte Welt!

  • Ich meinte auch nicht unbedigt Witze, sondern irgendwelche blöden Sprüche...
    Mit einem Ostfriesenwitz bist du nicht gleich anti-ostfriesisch, aber die Ostfriesen sind davon bestimmt auch nicht begeistert. Und die Grenze zw. lustig und ernst ist ja bekanntlich sehr schmal.



    @Jin
    Er hat doch gesagt, nur in Deutschald fühle er sich als Jude...

  • Die Juden haben übrigens so merkwürdige Namen, weil sie ihnen verliehen wurden, von offizieller Stelle also. Irgendwann, vor Jahrhunderten, musste man sich ja langsam mal Nachnamen geben und die Juden taten das anscheinend nicht...so wurden ihn dann vom Amt diese gegeben. Stand so in irgendeinem Sprachatlas, wenn ich mich recht erinnere.


    @ Antiquitus: Das gibt's aber in jedem Land. In den USA Witze über Mexikaner zu machen ist in Ordnung, aber über Schwarze...ist halt alles aufgrund der Geschichte so.

  • dabei ist es einfach offensichtilich, dass ein wirklich gläubiger moslem unmöglich eine christliche partei wählen kann.


    Ich weiß zwar nicht, wie religiös er ist, aber Friedmann ist (oder war?) auch CDU-Mitglied und gleichzeitig Stellevertretender Vorsitzender des Zentralrats. Ich wage also zu bezweifeln, dass man wirklich "christlich" sein muss, um die CDU wählen zu können. Das ist doch keine Religionsfrage, sondern einfach Sympathie. Das "christlich" ist doch sicher bei den meisten Mitgliedern und Wählern auch eher geprahlt...


    P.S. Es gibt auch Nicht-Juden, die solche (doch eigentlich recht melodischen) Namen haben, ebenso, wie es Juden gibt, die nicht so heißen!
    Im Grunde ist "Goldmann" auch nichts anderes als "Müller/Meier/Schmidt", eben aus einer Berufsbezeichnung heraus etstanden, bei der man davon ausgeht, dass alle so heißen.

  • Abgesehen von der historischen Verantwortung die wir tragen, muss man auch zwischen Landsmännern und Fremden, sprich Ausländern, Andersgläubige etc., unterscheiden. Es spielt auch eine Rolle ob die betroffene Gruppe Unrecht erfahren hat oder dergleichen. Trotz unserer Wechselvollen Geschichte können Deutsche Witze über Franzosen machen, ohne dabei in die Rechte Ecke gedrängt zu werden. Warum? Vielleicht weil wir uns besser verstehen denn je. Oder weil sich unsere Länder in vergleichbaren Situationen befinden. Witze über Türken in Deutschland darf in der Öffentlichkeit aber nur Kaya Yanar reissen ohne als Rassist hingestellt zu werden. Warum? Weil er selbst einer Minderheit angehört. Man könnte sagen es hat etwas mit Wehrlosigkeit zu tun.


    PS: Mir fällt gerade auf das wir doch sehr vom eigentlichen Thema abgewichen sind.

  • Zitat von Ben

    Ich weiß zwar nicht, wie religiös er ist, aber Friedmann ist (oder war?) auch CDU-Mitglied und gleichzeitig Stellevertretender Vorsitzender des Zentralrats. Ich wage also zu bezweifeln, dass man wirklich "christlich" sein muss, um die CDU wählen zu können. Das ist doch keine Religionsfrage, sondern einfach Sympatie. Das "christlich" ist doch sicher bei den meisten Mitgliedern auch eher geprahlt...


    P.S. Es gibt auch Nicht-Juden, die solche (doch eigentlich recht melodischen) Namen haben, ebenso, wie es Juden gibt, die nicht so heißen!
    Im Grunde ist "Goldmann" auch nichts anderes als "Müller/Meier/Schmidt", eben aus einer Berufsbezeichnung heraus etstanden, bei der man davon ausgeht, dass alle so heißen.


    Na ja, also ich finde man kann jüdische Namen schon ziemlich schnell rausfiltern. Bei jemandem wie Goldblum oder Rosenfeld wäre ich mir 99%ig sicher, dass sie Juden sind...gerade wenn sie im Ausland leben.

  • Ja, natürlich kann man häufig davon ausgehen, aber eben nicht grundsätzlich. Außerdem kann ja der Vater des Vaters jüdisch gewesen sein, sodass die Enkel nicht mehr sind, jedoch immernoch Rosenberg o.ä. heißen.
    Im Zeitungartikel sind doch zwei gute Beispiele: Mayer udn Brenner. Erstes klingt ja wohl eindeutig deutsch und letzterer kann alles sein...


    "Ich wage also zu bezweifeln, dass man wirklich "christlich" sein muss, um die CDU wählen zu können. "


    habe ich nie behauptet. wäre auch falsch.


    So habe ich das auch nicht gemeint. Ersetze einfach "können" durch "würden".

  • Zitat von Antiquitus


    "Im Grunde ist "Goldmann" auch nichts anderes als "Müller/Meier/Schmidt", eben aus einer Berufsbezeichnung heraus etstanden, "


    meines wissens entstanden die typischen jüdischen namen nicht aus berufsbezeichnungen, sonder daraus, dass man die alten jüdischen namen wörtlich ins deutsche übersetzte. und da kamen dann eben so sachen raus.


    Das war nur manchmal der Fall: z.B. Hirsch (von Hershel) oder Loewe (von Levy). Das waren natürlich nicht die korrekten Übersetzungen.
    Einige haben sich ihre Nachnamen auch 'gekauft', daher z.B. Rosenbaum.

  • Was ich an Seligmann's Text nicht ganz verstehe ist folgendes!
    Er schreibt dass die Deutschen Angst vor der Moderne hatten und Hitler sich zum Sprachrohr dieser Angst gemacht hat!
    So jetzt meine ich aber, dass eigentlich jedes Volk ob heute oder in der Vergangenheit Angst vor der Moderne hat!
    Nehmen wir nur George Orwell's Anti-utopie 1982 (oder 1984 vertue mich da immer) es ist doch auch ein gutes Bsp für Angst vor der Moderne!
    Oder die in der heutigen Zeit enstanden Diskussionen über Stammzellen und Clonen und wo das noch alles hinführen wird, ist doch im Endeffekt auch nur Angst vor der Moderne und deren Folgen!


    Ich weiß nicht ob ich dass nicht alles etwas zu veraltet sehe jedoch sehe ich oder meine ich dass es ganz andere Gründe gibt warum Hitler an die Macht kam und warum ihm ide Deutschen meiner Meinung eher unfreiwillig bis zum Schluss treu blieben!
    Erstens muss man sich die politschen und geschichtlichen Zusammen betrachtet in der Hitler an die Macht kam, es war eine politsch sehr unruhige Zeit und die Deutschen sahen sich durch den Vertrag von Versailles ohne Idendität!
    Ich denke mann kann das Phänomen Hitler einfach mit dem dt. Kadaver Gehorsam erklären!
    Man braucht nur Heinrich Mann's Buch der Untertan zulesen!

  • Was ich nicht verstehe, und das jemand anderes ja auch erwähnt, ist die These, dass Deutsche Angst vor der Moderne hätten. Da muss man sich ja nur mal unsere Städte und das Theater um jede einzelne Reko anschauen.

  • Zitat von JinStuttgart

    Hitler orientierte sich am vorchristlichen "Germanentum".


    Ja, und? Das beweist noch lange nicht, daß alle Deutschen (oder auch nur die Mehrheit) so dachte und deswegen Hitler als ihren Führer auserkoren haben.

  • Zitat von Antiquitus

    Demokratie bedeutet nicht, Glasfassaden zu bauen; Demokratie bedeutet, das Volk entscheiden zu lassen, welche Fassade es will!.


    Das Volk ist aber in erster Linie daran interessiert, wieviel es kostet, wieviele Parkplätze entstehen/oder wegfallen, ob ein Diskounter untergebracht wird, ob sich der Verkehr erhöhen wird (Anwohner), ob Sichtbeziehungen verstellt werden und ähnliche Dinge, wie ein geplantes Gebäude aussehen wird, ist den meisten egal. Und letztendlich diskutieren doch wieder nur einige wenige Interessierte mit Investoren, Politikern und Verwaltung.


    Das ist meine langjährige und in dieser Hinsicht leidvolle Erfahrung aus der Kommunalpolitik.

  • Zitat von Jörn

    Was ich an Seligmann's Text nicht ganz verstehe ist folgendes!
    Er schreibt dass die Deutschen Angst vor der Moderne hatten und Hitler sich zum Sprachrohr dieser Angst gemacht hat!


    Offene Gesellschaft und Kapitalismus waren den Deutschen verhasst.


    Und im kleinen auch Bubikopf und Kubismus.


    So jetzt meine ich aber, dass eigentlich jedes Volk ob heute oder in der Vergangenheit Angst vor der Moderne hat!


    Das stimmt so nicht. In vielen anderen Ländern schaute die Mehrheit der Bevölkerung optimistisch in die Zukunft. Der Fortschritt verlief ja auch atemberaubend schnell und Technik-Kritik kannte man damals noch nicht. Man stand ihr imzuge der Erfindung von Glühlampe & Co aufgeschlossen gegenüber.


    Ein deutscher Sonderfaktor war besagte Ablehnung der offenen Gesellschaft. In vielen Ländern, wie der Schweiz und Großbritannien hatten die politischen Extreme keine Chance. Ich habe auch schon mal gelesen, daß ein Zusammenhang zwischen alter, gewachsener Bürgergesellschaft und der Resistenz gegen diese Extreme besteht.


    Nehmen wir nur George Orwell's Anti-utopie 1982 (oder 1984 vertue mich da immer) es ist doch ein gutes Bsp für Angst vor der Moderne!


    Das Buch ist ein Meisterwerk, aber eine reine Totalitarismus-Kritik


    Oder die in der heutigen Zeit enstanden Diskussionen über Stammzellen und Clonen und wo das noch alles hinführen wird, ist doch im Endeffekt auch nur Angst vor der Moderne und deren Folgen!


    Die Globalisierungs-Ängste gehören wohl auch in diese Kategorie.


    Ich weiß nicht ob ich dass nicht alles etwas zu veraltet sehe jedoch sehe ich oder meine ich dass es ganz andere Gründe gibt warum Hitler an die Macht kam und warum ihm ide Deutschen meiner Meinung eher unfreiwillig bis zum Schluss treu blieben!
    Erstens muss man sich die politschen und geschichtlichen Zusammen betrachtet in der Hitler an die Macht kam, es war eine politsch sehr unruhige Zeit und die Deutschen sahen sich durch den Vertrag von Versailles ohne Idendität!
    Ich denke mann kann das Phänomen Hitler einfach mit dem dt. Kadaver Gehorsam erklären!
    Man braucht nur Heinrich Mann's Buch der Untertan zulesen!


    Das ist eine sehr komplexe Frage, die man nicht mit wenigen Worten beantworten kann.


    Zweifellos hat die Demokratie in der Weimarer Zeit niemals wirklich Fuß gefasst, die Parteienlandschaft war auch zersplittert und radikal. 1933 war das bürgerliche Lager vollkommen aufgerieben.


    Der Versailler Vertrag hat Deutschland exorbitante Lasten auferlegt, die für das Land den Dauerruin bedeuteten.


    Wenn du mehr wissen möchtest empfehle ich dir folgende Lektüre: LINK


    Hier ist das Buch noch erhältlich, allerdings zu Mondpreisen: http://cgi.zvab.com/SESSz16852…und+gewalt&days=--&rpp=10

  • "Das Buch ist ein Meisterwerk, aber eine reine Sozialismus-Kritik"


    Sagen wir lieber mal umfassend Totalitarismus-Kritik, die sich sowohl auf sozialistische als auch faschistische Systeme bezieht.

  • Noch ein kleiner Nachtrag zu der deutschen Angst vor der Moderne!


    In Frankreich gab es eigentlich ähnliche Diskussionen über Kubismus und dem International Stil! Man muss sich nur die heftigen Streitereien um die fenàtre long (franz. lange Fenster) von le Courbisier ansehen sie nichts anderes als die Streiterein in Deutschland über Flachdächer!


    Also ich denke dass sich die Deutschen jener Zeit nicht viel anderes verhalten haben als andere Nationen auch, zumind, was ihre Zukunfstangst betrifft!