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Alt 01.09.16, 19:25   #916
Architektenkind
 
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Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
[...] der - zur Stunde Null nachvollziehbare - "Ruinenschuldkult" hat eben dazu geführt, dass man mit einer Rekonstruktion irgendwie politisch auch eine Restauration verband [...]
Nee, einen "Schuldkult" – oder selbst ein offen eingestandenes Schuldbewusstsein – hat es in der Nachkriegszeit weder in der DDR noch in BRD gegeben. Es gab nach Kriegsende keinen "Mein Gott, was haben wir getan!"-Moment. Vielmehr herrschte lange Zeit Selbstmitleid vor: Erst sei man von Hitler verarscht und dann von den Alliierten ungerechtfertigt für dessen Sünden bestraft worden. So war die Stimmung. Der Städtebau der 50er- und 60er-Jahre hat nichts mit Schuldgefühlen zu tun, sondern mit Mangel (an Wohnraum), mit Notwendigkeit (durch knappe Mittel) und mit technokratischen, aber utopisch gemeinten Konzepten aus den 20ern, die nun umgesetzt werden konnten.

Auch wenn es heute schwer vorstellbar ist: 1955 erschien es vielen Bundes- wie DDR-Bürgern attraktiver, in einem 45 Grad zur Straße gebauten, von Rasen umgebenen Neubau zu leben, als in einem stuckverzierten Gründerzeitbau ohne Zentralheizung und mit Klo auf halber Treppe. Und dass ein spätmittelalterliches Fachwerkviertel einen sehr attraktiven Lebensraum abgeben kann, sobald es nach modernen Standards saniert ist – das ist eine Erfahrung, die Westdeutsche erst ab den 70er-Jahren gemacht haben, und Ostdeutsche sogar noch später.

Zitat:
Zitat von Konstantin
Zusammen sollte das Ensemble als "Traditionsinsel" fungieren. Dieser nette DDR-Begriff trifft es ganz gut.
Nochmal nee: "Traditionsinsel" ist kein DDR-Begriff, sondern einer, der im Nachkriegs-Städtebau in Ost wie West verbreitet war. Ich komme aus Braunschweig, und dort hat man fünf Traditionsinseln bewahrt, restauriert oder zusammengestückelt, die inmitten einer modernen Großstadt (das ist sie, Konstantin ) zwischen sechsspurigen Durchgangsstraßen die Erinnerung an die Vergangenheit lebendig halten sollten.

Was die Fischerinsel betrifft:
Erstens müssen die Hochhäuser erhalten bleiben. Ich mag sie nicht, aber sie abzureißen wäre angesichts der aktuellen Wohnraumknappheit Wahnsinn.
Zweitens muss das Viertel eine urbane Struktur zurückerhalten, die ihr momentan völlig abgeht. Bewerkstelligen könnte man das durch die Definition städtischer Räume mittels Blockrandbebauung um die und an den Hochhäusern.
Drittens hielte ich es für ein Hindernis, bei der Anlage neuer Straßen den alten Stadtgrundriss zu kopieren. Der würde im Schatten der Hochhäuser und angesichts der Verkehrsachse Gertraudenstraße keinen angemessenen Maßstab abgeben. Sinniger wäre es, in der Größenordnung des gründerzeitlichen Rasters zu denken, also etwa in 100x100-Meter-Blöcken.
Viertens stellt die Getraudenstraße ein Hindernis dar, das die Rückverwandlung der Fischerinsel in ein zusammenhängendes Stadtviertel verhindert. Damit muss man leben, denn angesichts ihrer Bedeutung für den Autoverkehr wird man diese Straße nicht auf ihre frühere, rein lokale Funktion eindampfen können. Man sollte sie verschwenken und um zwei Spuren verschmälern – mehr ist auf absehbare Zeit nicht drin.
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Alt 01.09.16, 21:39   #917
Bau-Lcfr
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Zitat:
Zitat von Pumpernickel Beitrag anzeigen
... und das geht bis dahin, dass die Zeitgenossen, die das alte Warschau vor dem Krieg ganz genau kannten, das neue Warschau nach dem Krieg, ihre alten Häuser, auch gleich wieder aufbauten.
Selbst in Warschau stimmt das nur teilweise - viele einstige Warschauer kamen im Krieg um (alleine im Warschauer Aufstand ca. 200.000, ein erheblicher Teil der Vorkriegsbevölkerung), viele siedelten woandershin, dafür kamen viele Leute u.a. aus dem einstigen Ostpolen. In Breslau und Danzig wurde die Bevölkerung fast komplett ausgetauscht - polnische Architekten (die nie zuvor in der Stadt gelebt haben) bauten auf, was einst deutsche Architekten entworfen haben.
Sehr oft wurden nicht die Jahrhundertwende-Geschäftshäuser wiederaufgebaut (die überhaupt jemand kennen könnte), sondern viel frühere, zum Gesamtensemble passende - die keine lebende Person gesehen hat. Soweit ich weiß, im Falle von Warschau waren u.a. die Gemälde Canalettos eine große Hilfe.

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Zitat:
Erstens müssen die Hochhäuser erhalten bleiben.
Selbst die Reko-Initiative, derer Webseite ich ergoogelt und hier verlinkt habe, fordert keinen Abriss - vorerst. Ich bezweifle, dass sie so lange wie die Pyramiden Ägyptens halten werden.

Zitat:
Drittens hielte ich es für ein Hindernis, bei der Anlage neuer Straßen den alten Stadtgrundriss zu kopieren.
Hauptsache, die Straßenblöcke sind halbwegs mit jenen Alt-Cöllns vergleichbar - und die Standorte jetziger Hochhäuser können irgendwann vernünftig ergänzt werden, wenn diese in x Dekaden fällig sind.

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Erg.: Da heute einige Fotos aus der Gegend gepostet wurden - einige von mir in der Galerie.
__________________
Alle Fotos von mir. Fotos der Städte Europas, London

Geändert von Bau-Lcfr (01.09.16 um 22:38 Uhr)
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Alt 01.09.16, 21:53   #918
Konstantin
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Freunde, da passiert nix mehr. Der Senat wird sein Ding da durchziehen.
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Alt 27.10.16, 13:11   #919
KaBa1
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WBM-Neubau Fischerinsel

Leider habe ich das WBM-Projekt in diesem Strang auf die Kürze nicht mehr gefunden.
Hier ein Foto von heute. "Archäologische Grabungen" mit zwei Baggern (!) sind in vollem Gange. Was da wohl gefunden wird außer ein paar Grundmauern?

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Alle dargestellten Fotos - sofern nicht anders angegeben - stammen von mir (© KaBa1).
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Alt 26.11.16, 18:26   #920
Klarenbach
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Die Debatte über das geplante WBM-Hochhaus am Mühlendamm geht weiter. Laut einem Artikel des Tagesspiegel von heute hat sich auch Mittes neuer Baustadtrat Ephraim Gothe gegen das Hochhaus ausgesprochen.
Ansonsten scheint in Berlin die große Harmonie ausgebrochen zu sein, denn aus dem Artikel geht auch hervor, dass Gothe in fast allen Fragen der Gestaltung der Berliner Mitte auf einer Linie mit der künftigen Bausenatorin Katrin Lompscher liegt. Wenn man bedenkt, dass Gothe ein enger Vertrauter von Hans Stimmann war, ist diese Entwicklung überraschend positiv.
http://www.tagesspiegel.de/berlin/ne.../14896806.html
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Alt 27.11.16, 18:01   #921
Rainer Tee
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Leider meint Ephraim Gothe dass die historische Mitte Berlins nicht bebaut werden sollte. Er sagt nicht was stattdessen mit dieser Ecke geschehen soll.
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Alt 28.11.16, 22:17   #922
Elli Kny
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Bildfund: aus Bildband W. Volk, Historische Straßen und Plätze heute, Berlin - Hauptstadt der DDR, 7. bearb. Auflage, 1980, Institut für Städtebau und Arch. der Bauakademie der DDR
(genauerer Bildnachweis nicht möglich, da Fotonachweis am Buchende nur grob anzahlmäßig pro Bildquelle)

Verwandlung der Kreuzung Mühlendamm-Getraudenstraße-Breite Straße

1968: Abbruch an der Fischerstraße, Montage eines der neuen Hochhäuser, hinten das Min. für Bauwesen in finalem Bau.
Die Verkehrsanlagen sind noch großflächige Baustelle.
https://abload.de/img/p1030452vvsin.jpg


1972: fertige Verkehrsanlagen und Ahornblatt (noch in Bau).
Man beachte den alten Doppelstockbus, die Kreuzung querend, sowie die kleine Abbiegespur von Ost in die Breite Straße. Die Kreuzung hatte noch keine Ampel - eine "Weiße Maus" regulierte auf Podest den noch überschaubaren Verkehr. Ein Fußgängertunnel verbindet Nord mit Süd.
https://abload.de/img/p1030453nesh0.jpg


ca. 1976: ähnlich wie 1972, jedoch nun mit vergrößerter Abbiegung gen Marx-Engels-Platz.
Ich mutmaße, daß dies der häufigsten Protokollstrecke der Staatsspitze entsprach und man ja nicht gerne anhalten wollte. Vielleicht war es auch nur Erichs Wunsch. Die Fahrspurenzahl in der Breiten Straße wurde auch verändert von 3:3 auf 4:2. Die Bäume der Breiten Straße waren immer noch klein.
https://abload.de/img/p1030454vcsm6.jpg

Sorry, aber ohne Quellenangabe auch kein Hotlinking.
Bato



heutige Ansicht - bingmaps
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Alt 29.11.16, 00:09   #923
Taxodium
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Für jeden der daran glaubt, dass eine Stadt für die Bürger sein sollte und deshalb eine gewisse Aufenthaltsqualität notwendig ist, sind das schockierende Bilder.
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Alt 29.11.16, 00:38   #924
Klarenbach
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Die vergrößerte Abbiegespur in Richtung Breite Straße wurde nötig, weil die Rathausstraße 1976 zur Fußgängerzone umgebaut wurde und seitdem der ganze Verkehr aus der Französischen Straße über die Breite Straße zum Mühlendamm fließt.
Ansonsten dürften die Bilder breiter Straßen für Großstadtbewohner nicht besonders schockierend sein, da findet man im Westteil Berlins noch viel massivere Verkehrslösungen, wenn ich nur an das Autobahndreieck am Funkturm oder den Jakob-Kaiser-Platz denke.
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Alt 29.11.16, 01:03   #925
Georges Henri
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Georges Henri könnte bald berühmt werdenGeorges Henri könnte bald berühmt werden
Wie 'nötig', lieber Klarenbach, diese Straße war, erkennt man auf den Bildern sehr gut daran, dass fast gar keine Autos auf ihr fahren. Die Bilder sämtlicher DDR-Postkarten und Bücher widersprechen in diesem Punkte eindrucksvoll jeder unbeholfenen Schönfärberei dieses städtebaulichen Unsinns.
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Alt 29.11.16, 01:04   #926
Taxodium
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Klarenbach, ich empfehle Ihnen die aktuellE Ausstellung über Berlin im Ephraim Palais zu besuchen. Es handelt sich hier nicht um irgendwelche Stadtrandlage, sondern hier ist die historische Innenstadt von Berlin aufs brutalste vernichtet worden.
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Alt 29.11.16, 11:23   #927
Klarenbach
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Die aktuelle Verkehrsmengenkarte weist für den Mühlendamm 72.800 KFZ, für die Gertraudenstraße 69.500 KFZ und für die Breite Straße 18.300 KFZ pro Tag aus. Man kann also wirklich nicht behaupten, dass diese Straßen nicht benutzt werden.
Das alles muss man nicht gut finden, und sicher ist eine Reduzierung des KFZ-Verkehrs auch in diesem Bereich wünschenswert. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch viele Autofahrer, die weiterhin schnell unterwegs sein wollen und die Pläne für eine Verkehrsreduzierung ablehnen. Schon die Debatte über die Verkehrsberuhigung Unter den Linden zeigt, wie schwer diese Debatte ist. Daher ist eine sachliche und konstruktive Suche nach Lösungen nötig. Formulierungen wie "schockierend", "Unsinn" oder "brutal" dürften allerdings kaum zu einer sachlichen Suche nach Lösungswegen beitragen, sie sorgen nur für eine unnötige Polarisierung.
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Alt 29.11.16, 11:59   #928
rallekoffskaja
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Die Debatte ist vor allem deswegen schwierig, weil angesichts der von Klarenbach berichteten Verkehrsmengen eine Sperrung der Linden nicht wirklich zielführend ist (evtl für die Linden selbst; sicherlich nicht für den Mühlendamm usw., es sei denn, man hält die bereits bestehenden Verkehrsmengen für belanglos). Aus meiner Sicht eine völlig falsche Prioritätensetzung.
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Alt 29.11.16, 12:09   #929
Konstantin
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Die 8.000 Kfz./Tag, die bis dato die Linden herunterfahren, sind für die Dimensionierung der Ost-West-Verkehrsachse Leipziger-Gertrauden-Grunerstraße irrelevant.

Im Gegensatz zu allen Vermutungen ist das jetzige Verkhrsaufkommen auf dem o.g. Straßenzug auf über 60.000 Kfz/Tag gestiegen (und steigt weiter). Eine Lösung, die diese Verkehre aufnimmt gibt es nicht (hierfür reicht - das können wir täglich besichtigen - schon die jetzige stadtautobahnähnliche Lösung ohne Knick und Platz nicht aus.

Die Konsequenz ist, dass man vorsätzlich den Individualverkehr zurückdrängt obwohl man weiss, dass dies zur Belastung von Ausweichrouten und des ÖPNV führen wird. Als an der Lepziger gebaut wurde, war auch nur zwei Tage Stau - dann fuhren die Autos entweder andere Wege oder nutzten den ÖPNV.
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Alt 29.11.16, 12:10   #930
ulgemax
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Auch wenn Berlin aufgrund seiner Vielzahl an Zentren und Entwicklungsschwerpunkten in D sicher eine Sonderstellung einnimmt, können aus anderen deutschen Großstädten für diese Situation in meinen Augen durchaus Schlüsse gezogen werden: In keiner mir bekannten Großstadt wird heute der Hauptdurchgangsverkehr noch durch den Stadtkern geführt, sondern in den meisten Fällen über die ehemaligen Wallanlagen drumherum bzw. über mittlere und äußere Ringanlagen und Umgehungsstraßen. Übertragen auf Berlin bedeutete das, ob es dem Berliner Autofahrer nicht zumutbar wäre, den Stadtkern über Torstraße/Invalidenstraße im Norden bzw. ab Frankfurter Tor über Kreuzberg (Schlesisches Tor bis Hallesches Tor) und weiter dem Landwehrkanal folgend zu umfahren, um die Verbindung Potsdamer Platz/Alexanderplatz vom individuellen Autoverkehr entlasten (wohlgemerkt, nicht komplett sperren) und somit Entwicklungschancen hin zu einer vielfältigeren Nutzung in Bauten und öffentlichen Räumen erschließen zu können. Wie Konstantin richtig anmerkt, ist der Berliner Verkehrsteilnehmer in der Regel erprobt in der Suche und im Gebrauch neuer Verbindungen.

Geändert von ulgemax (29.11.16 um 20:49 Uhr)
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